Besuch in Chisinau
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Erstellt am 4.9.2015 at 08:12 PM
Wir reisen morgen alle in die Schweiz. Die Freude ist gross. Unser Chauffeur hat die Pässe der Kinder sicher nach Kiew und zurück bringen können, trotz der unsicheren Situation in der Ukraine. Die Visa sind jetzt drin. Heute waren wir mit den Kindern im Kinderheim, damit sie sich dort verabschieden konnten. Sie haben ihre Freundinnen und Freunde noch einmal gesehen, sich gegenseitig versprochen, sich zu schreiben (es gibt ja auch Facebook und co.). Alle freuten sich: Die Kinder, die Psychologin Tatjana, die Direktorin, und natürlich Eugenia (die sich bei den Behördenterminen jeweils mit viel Temperament und Engagement für uns eingesetzt hat) und Irina (die Übersetzerin; sie wird auch die künftigen Verlaufsberichte, die wir verfassen müssen, für uns übersetzen). Die beiden Letzteren haben uns die Ausreisedokumente ins Heim vorbeigebracht. Ende gut, alles gut. Viele Umarmungen, viel Herzlichkeit. Jetzt müssen wir morgen nur noch die Ausreise aus Moldau und dann noch die Einreise in den Schengenraum mit all den Dokumenten überstehen. Das ist doch eine Kleinigkeit, oder? :)

Flüge sind gebucht!

Erstellt am 1.9.2015 at 08:07 PM
Hurra! Heute war einiges los: Endlich haben wir das Dokument mit der nötigen Apostille vom Ministerium zurück erhalten. Wahrscheinlich vor allem dank dem Anwalt unserer Adoptionsvermittlungsstelle. Er war heute dort und hat mit denen ein Wörtchen geredet. Scheinbar hat er es gut gemacht! Nicolai, Vlada und ich waren heute inzwischen beim DEZA-Büro (eine Art Vertretung der Schweizer Botschaft in Chisinau). Frau Giger (eine richtige Schweizerin mit Schweizerdeutsch und Schweizer Fähnli neben dem Moldauer Fähnli in ihrem Schweizerischen Büro, mir kamen fast die Tränen vor Freude) hat uns dort erwartet. 10 Minuten später waren wir schon wieder draussen. Sie machte nur Kopien der Kinderpässe und musste glaube ich prüfen, ob es uns alle wirklich gibt. Iris, unsere Adoptionsvermittlerin, hat in der Zwischenzeit schon einen Termin für Donnerstag bei der (richtigen) Schweizer Botschaft in Kiew vereinbart. Die Kinderpässe müssen dorthin gefahren werden, wo sie dann die die Ausreisevisa hinein machen (Chömed ihr no druus?). Iris hat unseren Übermut aber auch schon wieder gedämpft. Sie hat uns empfohlen, die Flüge erst zu buchen, wenn der Chauffeur wieder hier ist. Es gebe wieder Unruhen in Kiew... Heinz und ich haben uns entschieden, die Flüge doch für Samstag zu buchen. Mit ein bisschen Glück und eurer mentalen Unterstützung werden wir alle am Samstag in die Schweiz reisen können.

Hinter Gittern

Erstellt am 27.8.2015 at 02:56 PM
Mich hat die moldauische Depression eingeholt. Wir stecken hier für unbestimmte Zeit fest. Über uns hängt wahrscheinlich eine dunkle K-Wolke, von ein paar illustren Beamten heraufbeschworen (das K-Wort beginnt mit Korr und endet mit uption). Anders kann ich mir diese ungewisse Warterei nicht erklären. In der Stadt ist Folklorefest bei 30 Grad. Wir entscheiden uns, zurück ins Hotel zu kommen, um zu schwimmen. Leider, leider wird der Pool gerade gereinigt (zum 3. Mal, seit wir hier sind, das dauert dann jeweils einen ganzen Tag lang). Ich staune, wie cool die Kinder das alles über sich ergehen lassen. Sie sind es scheinbar gewohnt, zu warten, ohne zu wissen, worauf.

Eine weitere Woche "Ferien" in Moldau

Erstellt am 25.8.2015 at 08:40 PM
Es geht leider zurzeit kaum vorwärts. Die Kinder haben zwar inzwischen einen Pass erhalten. Wir warten aber nach wie vor auf das entscheidende Dokument, das uns das moldauische Ministerium unterschrieben zurückschicken sollte. Das dauere normalerweise 5 bis 10 Tage. Inzwischen sind zwei Wochen verstrichen. Ab Donnerstag bis am Montag sind dann auch noch Feiertage hier, da wird wieder nichts gehen. Mit Heimfliegen am kommenden Wochenende wird nun definitiv nichts. Wir planen hier also schon unsere nächste Woche Zwangsurlaub im Hotel hier. Das ist allerdings ein Erlebnis, das wir nicht so schnell wieder vergessen werden. Hier wohnen, inklusive uns, ein paar illustre Gäste. Da gibt es den den netten, etwas naiven Kurden aus Birmingham. Er hat per Internet eine moldauische Frau gesucht (und inzwischen, so glaube ich, gefunden. Die beiden sehen jedenfalls glücklich aus). Dann ist da die Belgierin, die sich hier ihre Zähne machen lässt. Die Hälfte hat sie inzwischen hinter sich. Sieht gut aus. Und das Personal hier bietet immer wieder Stoff zur Unterhaltung. Die Hotelangestellten beobachten uns eher missmutig, weisen die Kinder regelmässig darauf hin, die Schuhe abzustreifen, bevor sie rein kommen, geben die Konfi morgens nur noch auf Fragen hin (mit schiefem Blick auf den Minikonfifleck auf dem Tischtuch :)). Gestern hat mich eine von ihnen gefragt, wie lange wir denn noch bleiben würden. Ich habe gesagt: una semana (habe mich im Spanischen vergriffen, ohne es zu merken. Auf Rumänisch hätte "eine Woche" geheissen: una saptamana). Die Dame schaut mich ratlos an: Sie meinen, am Samstag? Nu, in una semana. Sie, etwas entnervt: Morgen?? Jetzt war ich etwas genervt, wiederhole mein (falsches) Sätzli nochmals. Sie verdreht die Augen und fragt die Kinder: Was für eine Sprache ist das eigentlich? Die Kinder rufen einstimmig, fröhlich und nicht ohne Stolz: Germana!!

Daumen drücken

Erstellt am 21.8.2015 at 09:12 PM
Liebe Leute der Countdown läuft: Soeben ist ein SMS von Iris (Adoptionsvermittlungsstelle) eingetroffen. Wir haben am Montag einen Termin beim Passbüro! Wenn wir es jetzt noch schaffen, am Dienstag einen Termin beim DEZA-Büro zu erhalten, dann kann Vasile am Mittwoch mit den Pässen nach Kiev fahren und ist am Donnerstag zurück. Das würde heissen: Wir können nächstes Wochenende zusammen nach Hause fliegen! Bitte drückt uns die Daumen, der Zeitplan ist eng. Als hätte ich es gewusst, dass es heute einen Grund zum feiern gibt, bin ich eine halbe Stunde, nachdem die Kinder eingeschlafen sind, in den 24h-Shop um die Ecke eine Flasche Wein und Chips holen gegangen :). Prost! PS: Die moldauische Ernährungspyramide hat mich wieder eingeholt. Bin soeben von Bioflorin auf Imodium umgestiegen (sorry, das wollt ihr gar nicht wissen).

Wiedersehen in Chisinau

Erstellt am 14.8.2015 at 08:00 PM
Es ist halb Zehn Uhr Ortszeit, endlich schlafen die beiden Kinder - kein Wunder, waren sie ziemlich aufgekratzt nach so einem Tag. Heinz und ich sind am Nachmittag um ca. halb 4 am Flughafen angekommen und gleich mit dem Taxi in die Stadt gefahren. Dort hat uns Eugenia, die Repräsentantin der Adoptionsvermittlungsstelle, mit den Kindern bereits erwartet. Schönes Wiedersehen! Nicolai freute sich über sein Kanada-T-Shirt, das wir aus den Ferien mitgebracht haben. Vlada kicherte zuerst noch etwas scheu, vielleicht auch nur, weil ihr vor kurzem vorn in der Mitte zwei Milchzähne rausgefallen sind. Bald plapperten sie dann beide lustig drauflos. Sie versuchen, unsere Sprache zu imitieren und finden das glaube ich sauglatt. Das tönt dann wie "iidii iidii, äädi -hihihi!" Anschliessend vorläufiger Abschied von Eugenia. Wir werden nächste Woche mit ihr die Pässe für die Kinder besorgen, einen Termin beim DEZA-Büro wahrnehmen, die Pässe mit einem Chauffeur nach Kiew zur Schweizerischen Botschaft schicken lassen, die Pässe mit Visa wieder in Empfang nehmen, und, äh, was war da noch... vielleicht habe ich etwas vergessen, aber irgendwann können wir dann hoffentlich alle in die Schweiz reisen. Das kann aber schon noch ca. zwei Wochen dauern. Jetzt ist erstmal Wochenende. Wir haben zu viert unser Hotel gefunden - mit Swimmingpool. Bei der Hitze hier in Chisinau eine gute Wahl! Den ganzen Blog könnt Ihr nachlesen und chblog.ch/Moldau. Bis bald!

Adoptiveltern :)

Erstellt am 6.7.2015 at 08:09 PM
Lange habt ihr nichts mehr gehört, lange mussten wir uns gedulden. Es brauchte ganze 3 Gerichtstermine, jetzt hat es geklappt: Nicolai und Vlada sind unsere Adoptivkinder. Wir freuen uns riesig! Voraussichtlich können wir die Kinder Mitte August in die Schweiz holen (Frist, bis das Gerichtsurteil in Kraft tritt). Also etwas Geduld ist weiterhin gefragt. Um die Zeit zu verkürzen, skypen wir einmal pro Woche mit Ihnen. Dabei wandern wir jeweils mit dem Compi durchs ganze Haus, die Kinder möchten immer wieder ihre Kinderzimmer und überhaupt alles anschauen. Letzten Donnerstag war wieder Skype-Termin, ich war leider beruflich weg, so musste Heinz sich alleine durchschlagen. Zum Glück war gerade eine Volontärin (junge Studentin aus Dänemark) im Heim, Elina spricht Englisch und Rumänisch. Sie bot sich an, ein wenig zu übersetzen. So nutzte Heinz die Gelegenheit, den Kindern die Möglichkeit zu geben, Fragen zu stellen. Nicolai wollte wissen, ob er bei uns einen Schwimmkurs machen könne. Aber klar! Vlada fragte schliesslich, was es denn bei uns so zu essen gebe...Wichtige Frage, oder? Schön zu hören, dass sie sich scheinbar konkret vorzustellen versuchen, wie es hier sein wird in Elvetia, in der Schweiz.

Tribunal am Pfingstmontag

Erstellt am 24.5.2015 at 05:54 PM
Wir sind wieder hier in Chisninau. Dass es so schnell geht, hätten wir kaum zu hoffen gewagt. Unser Adoptionstermin ist für morgen Montag um 12:00 Uhr Moldauzeit angesetzt. Wir freuen uns sehr - einerseits. Andererseits ist das Unterfangen auch von etwas Anspannung begleitet. Auch Nicolai wird vor die Richterin treten müssen, sie wird ihn fragen, ob er von uns adoptiert werden will. Er gibt sich zuversichtlich, scheint aber doch etwas verunsichert zu sein, beim Gedanken ans Moldauische Gericht (Tribunal, eben). Aber vielleicht ist er auch nur etwas unsicher wegen den Kleidern, die wir ihm für den Gerichtstermin mitgebracht haben: Das Hemd fand er glaub ich ok, die hellbeige Hose ist, soweit ich seinen Gesichtsausdruck richtig deuten kann, evtl. etwas ZU UNCOOL. Er hat die Sachen aber gutmütig angenommen. Vlada scheint dem morgigen Tag gelassen entgegenzusehen, vor allem, seit sie weiss, dass wir alle nach dem Tribunal zusammen italienisch essen gehen werden. Recht hat sie, freuen wir uns darauf!

Stephansdom in Wien

Erstellt am 3.5.2015 at 08:01 PM
Wien liegt neu im Trend. So reisen viele Bekannte dorthin für ein Wochenende zum Geniessen und besichtigen den Stephansdom und Schönbrunn. Erika hat es heute gerade auch bis dahin geschafft. Nach einer ungeplanten Zwischenlandung in Budapest mit etwas mehr als einer Stunde Verspätung um 18 Uhr in Wien angekommen war vom direkten Anschlussflug nach Zürich nicht mal mehr das Positionslicht zu erkennen. Zu lange war der Aufenthalt in Budapest wegen einem medizinischen Notfall. Bei der Austrian gab es von Wien kein Weiterkommen mehr. Die heute Abend noch vier ausstehenden Direktflüge nach Zürich hatten keinen einzigen freien Sitzplatz! So geht es Morgen nach 6 Uhr weiter nach Frankfurt und von dort dann endlich nach Zürich. Also kein Direktflug und nochmals Umsteigen! Wenn das nur klappt am Montag in der Früh, wenn alle Geschäftsreisenden unterwegs sind. Hoffentlich! Ich (Heinz) bin von der Austrian (star alliance) enttäuscht, dass nichts passenderes gefunden werden konnte.

Pizzaschnecke

Erstellt am 2.5.2015 at 08:07 PM
Morgen ist mein letzter Tag hier in Chisinau. Für die Kinder im Heim sollte es heute zum Abschied Pizza vom Pizzakurier für alle geben. Um 13:00 Uhr war ich da, die Betreuerin Valentina übernahm für mich das Bestellen am Telefon. Ja klar, die Pizze werden bald da sein. So um 13:45 wurde ich langsam unruhig: Was ist, wenn das hier nicht klappt, wenn die hier nie auftauchen? Ich habe bereits überlegt, was ich den Kindern auf die Schnelle als Alternative organisieren sollte zum Zmittag. Valentina telefonierte nochmals. Ja ja, in zehn Minuten komme die Pizza. 14:15 Uhr, immer noch nichts. Valentina greift erneut zum Hörer, ich erlebe zum ersten Mal eine Moldauerin so richtig laut schimpfen. Ob das geholfen hat? So langsam habe ich auch Hunger und die Kids fragen immer und immer wieder: Erika WANN kommt diese Pizza. "Nu stim...", weiss nicht... Endlich, um halb drei fährt der Pizzamann vor. Ich drücke ihm rasch seine Nötli in die Hand, Valentina beschimpft ihn nochmals kurz, dann wird gegessen. Pizza-Blitz?? Nein, eher Pizzaschnecke!! Morgen Vormittag werde ich kurz nochmals im Heim vorbeigehen und mich von Nicolai und Vlada für unbestimmte Zeit verabschieden. Am Montag wird Eugenia sogleich das Gesuch für einen Gerichtstermin für die Adoption einreichen. Hoffentlich gibt es bald einen freien Termin. La revedere Chisinau.

Skype

Erstellt am 29.4.2015 at 08:04 AM
Gestern habe ich "unsere" Belegschaft ins Heim mitgenommen, um mit der Direktorin die letzten Tage und das weitere Vorgehen zu besprechen: Eugenia, sie ist unsere offizielle Vertretung gegenüber dem Heim, Lili, sie wird uns am Gerichtstermin vertreten und schliesslich Irina als Übersetzerin. Ich glaube, es ist hier üblich, dass Dienstleistungen auf viele Personen verteilt werden. Heinz und ich haben einmal zugeschaut, wie sieben Leute auf einem Kreisel (Strassenkreuzung) standen, um ihn gemeinsam zu bepflanzen. Wir sassen also zu viert im Büro der Direktorin und ich legte ihr (freundlich, aber bestimmt) meine Anliegen vor. Sie sicherte uns zu, ihren Bericht über unsere Besuchszeit bis Donnerstag fertig zu stellen und kündigte uns jetzt schon an, dass nur Gutes drin stehen würde. Das Heim wird uns auch ermöglichen, nach meiner Abreise Skype für die Kinder einzurichten, damit wir regelmässig telefonieren können. Na also, geht doch ;)!

Hausarrest

Erstellt am 27.4.2015 at 06:41 PM
So, jetzt sei es genug mit Ausgehen, findet Doamna Nina (die Direktorin). Nicolai, Vlada und ich haben ab jetzt sozusagen Hausarrest. Wie das? Ich bin heute nichtsahnend wie jeden Tag ins Heim gekommen, habe mich mit Nicolai in den Speisesaal gesetzt, wo er mit mir in Ruhe etwas Deutsch üben kann. Plötzlich wurde er nach oben gerufen. Er kam bald wieder zurück und richtete mir aus, dass Frau Nina (ebe die Direktorin) mit mir sprechen wolle. Ou prost Nägeli, das ist ja etwas Neues! Ich ging nach oben, und da sass die ganze Belegschaft, wahrscheinlich Wochensitzung oder so. Frau Direktorin sass oben am Tisch. Tatjana streckte mir ein umgekehrtes Visitenkärtli entgegen, dort stand in krakeliger Schrift: you can not exit Casa X. (Name des Kinderheims). Aha!? Ich fragte zurück: Auch nicht in den Park nebenan? Nu, stay in Casa X. (freundliches Lächeln, bestimmter Gesichtsausdruck). Gibt es ein Problem? Nu problem, stay in Casa X. Jetzt war es auch mir verständlich genug. Eigentlich brauchte ich kein schlechtes Gewissen zu haben, ich hatte alle meine Ausflüge selbstverständlich mit dem Personal vorbesprochen. Hm, ein schaler Nachgeschmack blieb doch für ein paar Minuten. Inzwischen kann ich es ja gut verstehen. Gestern konnten Vlada und Nicolai mit mir ins Theater in die Stadt, alle anderen Kinder mussten zurück bleiben. Und am Abend hat Nicolai sicher all seine Erlebnisse ausführlich geschildert. Das gab evtl. auch etwas Unruhe im Heim. Hätte ja gern alle mitgenommen. Aber, wenn ich schon EINEN GANZEN MONAT JEDEN TAG auf Besuch gehen MUSS, dann möchte ich auch ab und an etwas mit "unseren" Kindern alleine unternehmen. Aber was solls, morgen ist ja schon Dienstag, es geht jetzt alles so schnell, da ist es doch ganz gut, wenn wir die verbleibenden Tage in vertrauter Umgebung (Casa X.) verbringen (blablabla, wenn ich das oft genug wiederhole, glaub ich es sicher bald selber, hihi). Insgesamt muss ich sagen, waren uns die Leute im Heim sehr wohlgesinnt. Jetzt hat die Frau Direktorin halt ein Machtwort gesprochen. So sei es :)!

Teatrul National

Erstellt am 25.4.2015 at 08:38 AM
Ich habe die Eintrittskarten! Drei Tickets im Nationaltheater in Chisinau für die Mittagsvorstellung morgen. Juhu! Nein, wir gehen uns keine Puschkin-Biographie anschauen (er hat für ein paar Jahre scheinbar hier in Chisinau gelebt). Es ist mehr so etwas wie ein Zufallstreffer: Sie spielen hier tatsächlich Pippi Langstrumpf! Das Thema scheint sich wie ein roter Faden durch diesen Monat zu ziehen. Meine Mama war eigentlich nie sonderlich begeistert von Pippis Geschichten, weil sie ihrer Meinung nach viel dummes Zeugs anstellte. Man kann es aber auch anders anschauen: Endlich eine Meitlifigur mit einer eigenen Meinung und Selbstbewusstsein. Mit lieben Grüssen von der Psychotante :).

Big brother hat die Heizung abgestellt

Erstellt am 22.4.2015 at 05:05 PM
Es ist hier jetzt etwas nach 19:00 Uhr, ich sitze hier bei Kaffee und Kuchen in meiner Stammbeiz. Habe entschieden, noch nicht nach Hause zu gehen. Lidia ist sowieso in Moskau und vor allem: In der Wohnung ist es inzwischen saukalt! Lidia kann da natürlich nichts dafür, die Stadt hat flächendeckend die Heizung abgestellt. Das wird hier scheinbar nach wie vor zentral geregelt, wie in alten Sowjetzeiten. Da es in den letzten Tagen draussen kaum wärmer als 10 Grad war ist die Wohnung inzwischen schätzungsweise auf ca. 15 Grad abgekühlt. Habe letzte Nacht mit langen Hosen und zwei T-Shirts geschlafen und heute Morgen mit der Daunenjacke gefrühstückt. Brrr! Spätestens ab Freitag sollte es auch hier endlich um die 20 Grad werden. Vorfreude herrscht! Inzwischen suche ich die wärmeren Orte auf: Das Kinderheim (offensichtlich wird dort weiter Wärme geliefert), der Bus (viele Leute geben warm) und eben hier in der Pizzeria., wo der Pizzaofen und die Gäste das Klima wohlig warm halten. Im Kinderheim ging es heute etwas wild zu und her. So telefonierten wir heute zu siebt mit Heinz, keine Ahnung, wieviel er von unseren Infos tatsächlich mitbekommen hat. Morgen muss mal wieder etwas Disziplin her: Nicolai habe ich aufgetragen, er soll die Uhrzeiten auf Deutsch üben bis morgen. Mal luege...

Moldauisches Essen

Erstellt am 21.4.2015 at 06:23 PM
Und wieder ist es da, dieses flaue Gefühl im Magen, wenn es einfach wieder einmal etwas zuviel des guten Essens aus Lidias (wo ich zur Untermiete wohne) moldauischer Küche war. Heute waren es ZWEI Würste mit Saucenkartoffeln. Keine Chance, etwas davon nicht zu essen. Scheinbar hat sie es sich zur selbstauferlegten Aufgabe gemacht, mich (aus ihrer Sicht wahrscheinlich ein magerer Haken) gut zu versorgen, und das heisst hier eben, mich aufzufuttern. Nach meiner Zeit in Chisinau werde ich mindestens für einen Monat kein Fleisch mehr anrühren! Fleisch gehört hier einfach dazu, so ein Pouletschenkeli passt doch immer, auch zum Frühstück... Im Kinderheim waren heute nach der Schule die Bastelfrauen zu Besuch. Nicolai hat sich eifrig an die Arbeit gemacht, am Ende wurden Heinz und ich mit dem Ergebnis beschenkt (s. Foto). Dann erhielt ich auch noch die Werke von Rubina, Ramina und Dumitcita geschenkt. Wow! Alle Bastelarbeiten werden hier aufgeschaltet. (Vlada konnte ihre Arbeit nicht zu Ende bringen, weil sie heute unbedingt das Pippi-Langstrumpflied üben und dann das tägliche Face-time-Telefongespräch mit Heinz auf keinen Fall verpassen wollte ;).)

Noch ein Feiertag

Erstellt am 20.4.2015 at 06:20 PM
Für heute Montag hatte ich eigentlich geplant, auf dem grossen Markt mitten in Chisinau ein paar T-Shirts für alle Heimkinder einzukaufen. Aber heute gab es in der ganzen Stadt eigentlich kaum etwas ausser Schnittblumen zu kaufen. Ah ja, unsere Übersetzerin hatte uns ja einmal gesagt, dass dieses verlängerte Wochenende den Toten in der Familie gewidmet sei. Die Familien besuchen gemeinsam die Gräber und denken an ihre verstorbenen Angehörigen. Na dann, ging ich halt ohne T-Shirts ins Heim. Wie jeden Tag begann ich den Besuch mit 15 Minuten Deutschprogramm für Nicolai. Er kann jetzt auf Deutsch bereits bis 20 zählen. Dann ging es (mit Rollschuhen) in den Park, wir verbrachten 2 friedliche Stunden. Aber denkt jetzt nicht, dass es bei uns hier immer so harmonisch zu und hergeht. Wollt ihr die kleine Anekdote von gestern hören, mit Vlada in der Hauptrolle? Also: Sonntag ist für uns jeweils Pizzeriatag. Die Pizza Mania haben Heinz und ich ziemlich zu Beginn unserer Zeit hier in der Stadt entdeckt: Sie ist extrem familienfreundlich, mit einer coolen Spielecke, wo sich die Kinder in einer Grube von Schaumstoffbällen austoben können. Zwei Stunden lang haben sie dort gespielt, dazwischen Pizza und Dessert gegessen. Soweit so gut. Dann zeigte sich draussen die Sonne und ich fand, es sei jetzt an der Zeit, noch etwas an die frische Luft zu gehen. Mehr oder weniger begeistert rafften sich die Kinder dazu auf, loszuziehen. Aber Vlada, die wohl vom vielen Turnen und Hopsen ziemlich warm hatte, war partout nicht damit einverstanden, dass sie jetzt auch noch die Jacke anziehen sollte. Ich liess sie dann ohne Jacke auf die Strasse hinaus gehen, damit sie merken sollte, wie kalt es draussen war. Also bitte, zieh jetzt die Jacke an. Nu! (Nein!). Ich zückte mein Handy und und suchte in der Rumänisch-App nach dem Wort für krank. Vlada, Jacke anziehen, tu altfel bolnav! (du sonst krank!). Ihre Antwort (ziemlich laut): Nu! Nu! Nu! (Nein!Nein!Nein!). Vlada, entweder ziehst du jetzt die Jacke an, und wir können in den Park gehen, oder du ziehst sie nicht an, dann nehmen wir hier den Bus und fahren ins Heim zurück. Vlada (lauter): Nu! Nuuuuu! Nuuuuuuu! (Nein! Neeeiiinnn! Neeeeiiin!). Dabei wackelte sie immer mehr hin und her und es machte den Eindruck, als wollte sie aus ihrer Haut fahren. Inzwischen schauten uns die Passanten zu. Die einen mitleidig, andere vorwurfsvoll, die dritten schadenfreudig. Ich fand die Leute doof und dachte bei mir: Und wer von euch gaffenden Lappis steckt mir nun dieses Kind in seine Jacke?? Ich tat es dann schliesslich selbst, begleitet von zwei oder drei (bereits etwas weniger lautstarken) Schluchzern und dem Gesicht einer kleinen beleidigten Diva. Wir gingen dann schweigend Richtung Park. Dort, rund um die Basilika, standen als Osterdeko immer noch diese riesigen Ostereier herum. Sie glitzerten herrlich im Sonnenlicht. Vlada und Nicolai hatten ihre Freude daran. Die Welt war bald wieder in Ordnung. Pfff! Ich hoffe, Vlada wird mir diesen Eintrag nicht übel nehmen, wenn sie diesen Blog eines Tages selber nachlesen kann. Aber ich zähle eigentlich auf ihren guten Sinn für Humor ;).

Noch zwei Wochen Chisinau

Erstellt am 18.4.2015 at 05:22 PM
Gestern ist Heinz also zurück in die Schweiz geflogen, am Montag geht es bei ihm wieder an der Kanti los. Ich werde noch zwei Wochen hierbleiben, damit wir das Soll von einem Monat Besuchszeit erreichen. Meine Stimmung war entsprechend mässig gut heute morgen. Ich wollte am liebsten auch heimreisen und die Kinder gleich mitnehmen. Aber das geht jetzt eben noch nicht. Also dann: Was macht frau, wenn sie sich aufheitern möchte? Sie gönnt sich einen Termin beim Coiffeur ... Liebe Frauen, es hat sich gelohnt. Und das für umgerechnet etwa 16 Franken. Falls ihr einmal vorhabt, nach Chisinau zu reisen, dann gebe ich euch gern die Adresse ;)! Dann besuchte ich die Kinder, ich hatte Bastelzeugs dabei. Vlada schneidete fleissig aus und wollte ihre Figur dann mit Leim auf ein farbiges Blatt kleben. Ein Tropfen dieses Leims (den ich im Supermarkt bei den Bastelsachen für Kinder gefunden habe!) landete auf meiner Jeans und brannte innert Kürze auf meiner Haut! Yeah! Weg mit dem unmöglichen Zeugs, genug Aufregung für heute.

Ostermontag

Erstellt am 13.4.2015 at 05:33 PM
Gestern Ostersonntag waren wir schon um 8 Uhr morgens im Kinderheim. Die Kinder warteten schon aufgeregt, bis sie endlich in den Speisesaal durften. Dort war der Tisch schön geschmückt, Kerzen leuchteten, und es gab ein reichhaltiges Zmorge: Gekochte Eier zum "tütschen", den typischen Osterkuchen (so ähnlich wie Panettone, den Kuchen lassen sie vorher in der Kirche segnen), russischer Salat, Pouletschenkel in einer Bouillon, panierte Schnitzel (Moldau ist ein Fleischland!), Brot, Früchte ... Heinz und ich haben einen Korb voll Schweizer Osterhasenschoggi beigesteuert. Es war alles sehr feierlich. Die Kinder reiben sich vor dem Essen das Gesicht mit Eiern, die vorher im (gesegneten?) Wasser lagen, und dabei werden Wünsche gesprochen (s. Fotos). Nach dem Osterbrunch kamen Nicolai und Vlada mit uns mit, sie durften die Nacht auf Montag bei uns verbringen. Alles wahrscheinlich sehr aufregend für die beiden. Sie sind dann gestern Abend jedenfalls, müde und zufrieden von all den Eindrücken, schon um ca. 20:00 Uhr beim Pippi-Langstrumpf-schauen eingeschlafen :).

Karfreitag (orthodox)

Erstellt am 10.4.2015 at 05:41 PM
Hier wird ja erst am kommenden Sonntag Ostern gefeiert. Wir haben versucht, herauszufinden, warum die orthodoxe Kirche einen anderen Kalender führt, bzw. was sie hier anderes rechnen. Wir konnten das aber nicht abschliessend klären. Vielleicht gibt es Spezialisten diesbezüglich unter euch. Der Freitag vor Ostern ist hier ein ganz normaler Arbeitstag, die Kinder gingen auch zur Schule. Neu war heute DAS GUTE WETTER!! Endlich schön und warm, der Frühling ist da. Nicolai und Vlada haben uns am Nachmittag fröhlich empfangen. Zuerst gab es eine Runde UNO, danach sind wir in den nahegelegenen Park spaziert. Dort gibt es neben dem Spielplatz einen Basketballkorb. So haben wir versucht möglichst viele Bälle da rein zu kriegen. Zwischendurch mussten wir den Ball aus dem Baggersee fischen. Vlada hat sofort Kontakt gefunden zu anderen Kindern und wir haben Eltern angetroffen, die Deutsch sprechen konnten. Es war gute Stimmung an diesem ersten Frühlingstag hier in Chisinau. So gingen die paar Stunden schnell vorbei und um 6 Uhr gibt es z'Nachtessen im Heim. So sind wir anschliessend mit dem Mikrobus an das andere Ende der Stadt zurückgefahren. Die Busfahrt dauert etwa 40 Minuten und kostet pro Person 3 Lei. Das sind ca. 20 Rappen!

Langsam aber sicher angekommen

Erstellt am 8.4.2015 at 08:11 AM
So langsam kennen wir uns aus. Wir finden den Weg zum Kinderheim inzwischen auch mit dem Bus (und das ist ehrlich gesagt nicht ganz trivial für Touristen). Wir nehmen aber doch ab und zu gern ein Taxi, dort ist es weniger eng und es regnet nicht hinein. Wir freuen uns über die von Tag zu Tag zunehmende Vertrautheit zwischen Nicolai, Vlada und uns. Nicolai freut sich, wenn ihm Heinz bei den Hausaufgaben zuschaut, derweil krabbelt Vlada ungeduldig an Heinz herum, weil ihr alles wieder einmal zu lange dauert. Erika versucht zwischendurch, Vlada ein paar Deutschwörtli nachsprechen zu lassen. Sie macht das prima, zumindest, solange sie Lust hat :). Im Kinderheim kennen uns bald alle, auch die Direktorin hat uns freundlich begrüsst und uns bereits angeboten, mit den Kindern in die Stadt zu gehen. Wir sind dann sogleich mit den beiden in den nächsten Schuhladen gefahren: Turnschuhe für Nicolai und.... Lackschüehli für Vlada (die mit dem goldenen Mäscheli hat sie ausgesucht ;)).

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