PHIhihihi
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1 PHIhihihihihi

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(Hölle Hölle, liebe Leute, ich wollte wohl in schönerer Form erscheinen, doch wie es aussieht, kann ich mein Material nur ganz pauschal hier abfüllen. Nix Formatierung gefunden und was noch - und dabei kann ich froh sein, überhaupt ein Mini-Blögchen zu plazieren. Mit diesem selben Material bin ich schon bei Blog.fr gewesen, was ein Ableger von Blog.de ist, die in Berlin sitzen. Versuchte, das Zeug wiederzufinden mit meinem Funkkartenanschluß, aber da bin ich fein raus: die Website zeigt sich da nur in einer grob einfachen Version; melde ich mich an, hält man mir einen anderen Eintrag vor, den ich bei Blog.de gepostet habe, und bestehe ich drauf, zeigt sich, daß mein Blog in Frankreich einfach verschwunden ist. Nix gut dieser deutsche Misthaufen. Hier geht's ja anscheinend erkennbar ziviler zu, nicht so blendend überrannt. Ich möchte Euch dieses Material hier zur Bemerkung vorstellen, rechne nicht darauf, daß so bald jemand sich die schwere Mühe machen wird, diesen elektronisch ungegliederten Stoff im Äquivalent von 226 Seiten zu lesen. Ist aber bestimmt nettes Zeug, für Leute, denen das liegt. Ein voriger Versuch, zu posten, ist genial fehlgeschlagen nach 7 Stunden Redigierarbeit an dieser Seite. Da war die connection weg und alles fiel in Stücke. Hiermit also ein überlegterer Versuch. Der vorige hat mich ca. 20 MByte von meinem teuren Funkbudget gekostet. Ich werde auch die übrigen Blogs hier bei Gelegenheit sichten. Schien auf den ersten Blick mächtig richtig. Also, folgend... ) (Nix zu machen. Wiederholtes Aufziehen zeigte, daß mehr als 25-26 Seiten ohnehin nicht abgebildet werden. Ich verzweifle also, lasse den Rest aber stehen, als Pröbchen. Werde mich mit kleiner angelegten Sachen vielleicht nochmal bemerkbar machen. Bis dann - ciao!) ________________ Inhaltsübersicht: ________________ Philosophen. Daimon. Pneuma. Mystik. Kant. Spätes Rom. Nominalismus / Universalismus. Eckart. Fliehkraft. Hekate. ________________ Wahn. Königtum. Tempel. Paranoia. Achtsam. Sein. Klima. Paris. England. Schopenhauer. Leibniz. Soothsayer. Kalauer. Philosophen. Seele / Geist. Das Meer. _______________ Bibliothek. Ring. Mittelmeer. Hölderlin. Lernet-Holenia. Planeten. Tautologien. Jünger. Schlangen. Pazifik. Aquarium. Philosophen. Lama. Litteratur. Paris. Gegenden. Getier. Descartes. Ostfrankreich. Jünger. Grimmelshausen. Villette. Artefakt. ________________ Religion. Chaos. Katharer. Meditation. Kunst. Klarstellung. Mathematik. Diesseits. Artefakt. All. Spiel. ________________ Anmerkung: Diese Dinge wurden geschrieben innerhalb einiger Tage am Beginn eines erzwungenen Aufenthaltes in der geschlossenen Abteilung eines Nervenkrankenhauses, wo ich unter der präposterösen Behauptung einer ernsten Geisteskrankheit eingesperrt war (und bin, dreieinhalb Jahre danach). Es hatte sich dort gefunden eine "Kleine Philosophiegeschichte" eines Professor Hirschberger, und man war so gut, mir viel Papier zum Schreiben zu geben. Im Übrigen hatte ich lebhafte Erinnerungen aus meiner lebens- und weltlustigen Zeit gerade zuvor. Wie die intellektuelle Modulation zeigt, ging es mir zu der Zeit geistig ausgesprochen gut. Ein (junger) Arzt zeigte Interesse für diese Schriften, 'um zu ergründen, wie ich denke'. Nun, was das angeht, ist eigentlich alles klar: mein Denken ist elastisch und konsequent wie eine bewegte Wasseroberfläche. Die Dinge, um die es dabei geht, die Philosophie als weite Realität, wird ihn wohl nicht interessiert haben; on est borné, monsieur, c'est ça. Mir jedenfalls hat das Denken, Schreiben und Wiederlesen während dieser Abschrift wirklich Vergnügen bereitet. Ich bin so frei, dies auch jedem eventuellen Leser zu gönnen und zu wünschen. Bis auf Weiteres... ___________________ PHI Hi hihi __________ Plankton - Saatkörner (Embryos) ~ Maden, Puppen. Latenzschicht des Lebens oberhalb des ewig quellenden Zellenherdes. Der Griesbrei des Schlaraffenlandes: ein guter Teil dieser Biomasse geht drauf als Futter für andere Tierarten oder vergeht im Frost usw. Die sittlich völlig glasäugig gewordenen Menschen meinen wirklich, sich von der fuddel- fingrigen Debatte um Stammzellen nicht wegwenden zu können (wo doch ein nichtmal verächtliches Schulterzucken und Weggehen das Einzige sind), weil das mit diesem Bannhorizont zu tun hat: Stammzellen sind fast unsterblich, in Stasis wie Saatkörner und Puppen. Daraus erwachsene, geborene und somit dem Geschick ausgesetzte, sicher sterbliche Menschen sind, verhältig dazu, Mißgewächse, so wie aus der Puppe gewachsene Insekten nur ihre gratig so oder so geratene Existenzform leben können. _________ "Adamantisse"... _________ Aristoteles will LEHREN. Sokrates gibt zu bedenken. Platon: zeigt. _________ Der Papst mag hingehen, die Erde küssen, wo immer ihm eine vor die Füße kommt. Eh! Ich habe hier eine Erde, die MICH küßt, und Du glaubst wohl nicht, daß ich so einfach davonginge von ihr?! _________ "Dreck in der Alchemie"... _________ Nirwana: nichts als die Auflösung des allzu Aktuellen. Wo ein Mensch nicht ist, der Dich Dir wiedergibt - das Nirwana gibt Dich Dir wieder, vollkommen, in Deiner ganzen Wahrheit. Sprich, tanz, denk und atme in ihm - nichts wird Dich wahrer sein lassen, und um so mehr wirst Du zu Dir selber, zu dem (Idee), was Du wahrhaft sein wirst, usw. _________ Nichtseins-Schwankungsbreite... 1 Um Leibnizens prästabilierte Harmonie richtig abzubekommen in dem Aspekt, daß sie gegeben ist in der Repräsentation aller Monaden sonst in jeder einzelnen, sei vielleicht daran erinnert, daß man sich zu seiner Zeit gerade mit den Feinheiten der Planetenbewegungen bekanntmachte und vielleicht schon das mathematische & instrumentale Richtzeug beieinander hatte, womit man konnte aus den Unregelmäßigkeiten der Planetenbewegungen später die weiteren Planeten errechnen. Das ist zwar noch eine Weile hin, aber man beobachtete und maß die Planeten schon sorgsam und hatte wohl auch einen Begriff dafür, wie sie einander gegenseitig beeinflussen. Das aber ist ein Urmuster der Repräsentation aller übrigen Monaden in der jeweiligen einen, besonderen. Das belebt ja auch die Reflexion sehr, zu bedenken nicht nur, wie die Planeten zur Erde (und Sonne) hin sich befinden, sondern auch, wie sie einander erscheinen. Mit solchen Seitenblicken ist vielleicht Leibnizens wonniger, wie nachtklarer Geisteshumor ein wenig zu erklären. Zwischen den Planeten ist so viel Raum, und doch immer was darin los! _________ Platon als Abkömmling der ursprünglichen Landhalter des Bodens, wo nun Athen steht: bezeichnend eben die Geste, womit er den Philosophen ein schön gelegenes Stück Land vermacht, den Platz der Akademie fürderhin. Das ist der Schlußstein der Gesten des Hingebens an Dazugekommene. Aristoteles macht eigentlich nicht beste Wirkung im schon so weit urbanisierten Athen, sondern viel später, im nachrömischen Italien der dortigen Poleis, der autonomen, politisch regen Landstädte. Die Laune im aristotelischen Meinen gleicht sehr dem nüchternen Geist solch stadt- bürgerlicher Gegenden an Morgenden, wenn von Tau und leichtestem Regen aus der Nacht, vom Meer her, Alles diese gewisse atmende Feuchte auf sich hat (Thales) - auf dem Balkan ist das auch so. Und in Frankreich. _________ Thales, also: Das Wasser, als Element, aus (eher: mit) dem Alles ist, ist ein WESEN, das alles Entstehende, besonders das Lebende, zusammenträgt. Das stimmt doch so! _________ Empedokles: Die Elemente als Begriff muß man nur weiter fassen, dann stimmt alles: Feuer die Bindekraft der Atome, Elektrik etc. Festes die solidifizierte Materie, also schon die Atome, das, was so bleibt, wie's ist, 2 so, wie ein atmender und metabolierender Leib doch seine aggregate Dauer und Solidität hat. Wasser: die im dynamisch-statischen Weltprozeß sich wie fließend, wallend ereignenden Effekte: Wasserfluß, Winddruck (Wolken), Magnetik, Schwerkraft. Luft: Evaporation jeder Art, Quantik, Wärmestrahlung. Später kommt noch hinzu der Äther, welcher gut verdeutlicht ist mit der relativistischen Dimension wie in der Mitte der Sonne, in der Perihelverzögerung des Merkur, oder vielleicht in der Staffelung der atomar-relativistischen, physikalisch-chemischen, organischen usw. Funktionsklassen, deren Vergleichbarkeit eben nicht nur analog sein muß. _________ Um die Philosophie auf die Beine zu stellen, darf nie Heraklit außer Acht gelassen werden und wie sein bestes Argument von Platon entwickelt wird. Der König / der Aristokrat - dessen Leuten wahrscheinlich für lange das artemisisch freie Land gehörte, worauf dann Athen weitgehend erbaut und bewirtschaftet wurde. Für die damit nachgekommene Schicht von Menschen und Werken legt Aristoteles sich ins Zeug. Es ist zu sehen, wie bei diesem der ganze feine Witz und die Seele des Sokrates sollen umsonst (vergebens) gewesen sein. Heraklit, ein wichtiges Moment, das nur aus seiner Lebensfigur (Königs- sohn) zu ersehen ist: zur Episteme gehört dazu die Verhaltung in sich, das Standnehmen gegenüber der Wirklichkeit, wie furchtlos aus einer Schlachtordnung hervorgeschaut. Damit die Metaphorik der Gegensätz- lichkeit (die Logik von Logos und Pneuma). Der Erkennende sieht sich ja auch durch die Differenz seiner eigenen Stellung zum unmittelbaren physischen Kosmos in einer eher ziehenden als treibenden Spannung, und dieser muß er nicht nur standhalten, sondern sein besseres, allgemeineres Wissen dazu (die Episteme eben) zum Tragen bringen. Das ist der Geist der Könige. Er gewinnt diese Souveränität jeder Situation gegenüber durch Standnehmen, und mit diesem beginnt die Schau, welche sich in der platonischen Lehre verdeutlicht. Kurz gesagt (und das reicht für einen weiten Blick durch alle Philosophie seither) illuminiert diese das Standnehmen nicht nur einer widrigen Welt gegenüber, sondern in dem Horizont der jeweils eigentümlichen Zeitlichkeit dem Ewigen gegenüber und was jenseits dessen noch sein sollte. "Eidos" ist damit die jeder geläuterten Erkenntnis jederzeit während ihrer Existenz mögliche Selbstwahrnehmung wie im fernen Auge Gottes (gespiegelt). Andere, christlichere Philosophen verbrauchen sich in Erörterungen, wie man im Auge Gottes GESEHEN ist - das ist ganz etwas Anderes, tendiert zu phantastischem Raisonnement, zur logikimmanenten Spekulation. 4 Hobbes / Nietzsche / Tibetaner: die Gewahrheit allgemeiner, ewig gleicher, in den nicht unmittelbar einfach materialisierten Instanzen nur meinbarer ideeller ( ) Verhalte verdeutlicht sich natürlich, indem das Gesetz oder die Idee des Meinbaren in vielen diffus voneinander verschiedenen Ereignungen spürbar wird. Das ist die wirklich große Sache am Konzept der Ewigen Wiederkehr, indem damit zwanglos bislang unerkannte Phänomene oder Phänomenkonglomerate dem freien Erkennen zugänglich werden. Die Tibetaner kennen diese Erkenntnisform des Dämmerns remoter Wesens- formen schon sehr lange (Totenbuch) (aber das ist nicht klar - das entspricht niedereren, titanischen Wesensformen). Platon warnt vor den Denkfallen des reinen Meinens in Worten und Begriffen (Philologismus). Das Erste an aller Philosophie und damit phasengleicher Geistigkeit ist das Erkennen des Erkennenden selber, das von Anderen (den Worten auch) gelenkt wer- den kann, aber nicht bestimmt. Die Philologoi aber schmecken zu gerne an Begriffen herum, die ihnen schon gegeben sind, oder verlaufen sich logisch in Widersprüche aus schon bestehenden Lehren und Argumenten, die zu ihrer eigenen und besten, oft sehr einfachen Wahrnehmung, dem, was sie sprechen macht und zu wirklichen Philosophen, gar nicht dazu- gehören: logischer Aberwitz, logischer Aberglauben. An Platon, dem Bodhissatva der ganzen Zunft, ist leicht zu spüren diese wissende Ironie, mit der er die Anderen warnt vor den Mißverständlichkeiten des Nurdenkens, Nurmeinens, der Verdeutbarkeit der Schrift usw. und daraufhin selber ihnen Themen und Wendungen anbietet, in die sie sich dann auch unweigerlich verbeißen, angefangen mit Aristoteles. Denn die Welt wird ja ohnehin weitergehen, und dafür kann man ihnen zu tun geben, so wie man einem Hund den Pantoffel zum Knabbern läßt. Es entsteht darüber ja auch gelegentlich wirklich hoher, klarer Geist wieder, indem daß spätere, ebenso unmittelbare und originale Geister sich zwar vom Herkömmlichen weisen lassen, aber mit eben solch rein klarer Eigenerkenntnis wie Platon in das beste Recht des Philosophen treten. Diese Geister sind in der Philosophiegeschichte sofort zu erkennen. Selbst in den entstelltesten Darlegungen ihrer Weis- heiten ist das sofort zu sehen. Platon mit seiner divinen Ironie befindet sich zum weiteren Sein und Werken der Philosophie ähnlich souverän wie Buddha, wo er im zeitlichen Schatten der Welt jenseits seines künftigen Verbrennungs-Scheiterhaufens alles, was je atmen und leben, metabolische Waberlohe sein wird, in seiner ewigen Schau damit in eines sieht. _________ Platon, die Tugend etc. Ganz einfach gefragt (bei gewöhnlichen Menschen muß sokratisches Fragen mithelfen): was ist die Idee Deines Lebens, 5 Deines Daseins, was kann der Inbegriff dessen sein! Was über die Ideen als die absolute Erscheinungsform jeden Dinges und Wesens erläutert wird, soll eigentlich nur den Sinn klären dafür, was man dafür halten kann, die Idee des eigenen Daseins und Lebens, fügt aber zugleich eine Dimension dazu, jene nämlich, in der alle Wesen und Dinge so absolut gegenwärtig sind als Ideen. Dort wird sich wohl dann auch die Idee mitbefinden, welche der Mensch selber als die seines Daseins, seines Wesens gewärtigen kann. So viele Denker sind dann so vollkommen damit okkupiert, das Selbst-Sein in irgend einem solchen Sinne sich und Anderen zu verdeutlichen, daß ihnen die Perspektive einfriert auf das, was einzig der Mensch, das solche Subjekt, an der Welt sinnhaft erkennen kann, und das ist doch (die Kirche fand, aus dem antiken Geist, wunderbare Gleichnisse für solche Verhalte, als Daseins- und Organisationsformen), das ist doch reine Armut! So vieles in der Welt der Ewigkeiten existiert OHNE den Sinn des Menschen, mit keinem bißchen Hinsicht auf ihn, außer, daß es eben mit Sicherheit geradeso existent sein wird. Und der Sinn der Schöpfung (mit diesem Wort) wäre hinsichtlich all dessen ein solcher, daß diese ungeheure Menge der Dinge im Kosmos sich & alles im All in dem allgemeinen Gleichgewicht erhält, bei dem ein Sonnensystem, ein Planet Erde in ihm, Leben auf diesem und Erkenntnis in demselben möglich sind. Wo es aber dazu kommt, daß die Erkenntnis ihrer mit all dem inne wird, da zeigt sich Wahrheit, welche dem Ganzen eine Qualität hinzufügt, und diese Wahrheit illuminiert sich mittels der Idee, der Ideen. Dies zu haben aber kann einen wieder täuschen, blenden, wenn man meint, damit das All in SEINER Weise zu haben. Wie zu bemerken war: eher, daß der Mensch die Tugend könne, muß die Tugend IHN können - das gilt auch und bestimmt für die Wahrheit, den Sinn damit. Vieles kannst Du Menschen sagen, die nicht schauen. Sinn ist nur eine sehr vordergründige Form des Wahren, hat nur dann wirklichen Wert, wenn er die Sinne erschließt für reines, ungefaßtes Gewahrsein (Nirwana). Dort HÖRT sich, was bei Heraklit zu Recht Logos heißt, das Wort, das sich selber spricht als der Sinn des Alls, der dem Menschen (und jedem Wesen) zu erkennen wirklich zukommt. "Sein" aber ist der Zustand, in dem Alles miteinander sich so absolut, d.h. real im reinsten Sinne, befindet. _________ "Urbilder" - also: Wesen befinden sich, an sich, immer in diesem Horizont eigensten Seins im allgemeinsten Seins-Horizont. Es läßt sich aus einzel- nen Momenten dieses zeitlich ausgedehnten Verhaltes nicht unbedingt bestimmen, auch aus Gründen nur bedingter Wahrnehmung durch Andere oder in Reflexion auf sich selbst, wie sehr der Mensch / das Wesen der 6 wirklichen Wesensgestalt, die ja eine integrale ist über Zeit und Mitzustände seiner Welt, entspricht. Aber das Ephemere ist ohnehin bestenfalls so etwas wie Kontrastmittel. Jeder Mensch / jedes Tier hat doch, wo er / es die Welt für gut gelten lassen kann, diese unmittelbare Gewiß- und Gewahrheit, zu sein, was er (es) sein kann in einer Welt, für deren Dinge dasselbe gilt. Das ist geistig, unmittelbare Gewahrheit, kein Beweis, oder: nur relativer Verhalt. _________ All das Gerede von der Vernunft des Menschen und der Unvernunft der Tiere! Wozu sollen die Tiere dem Menschen vernünftig kommen, solange der Mensch die Tiere nicht mit Vernunft ansieht! Gerade an diesem Mißverhalt läßt sich zeigen, was das Wort "Vernunft" überhaupt heißen will! _________ Das ist so herrlich, aus dem großen, überzeitstillen Leib des Mittelmeeres einfach zu spüren, zu sehen dann, was das ist, wovon Platon so ganz selbstverständlich kündet. Wie in anderen Dingen der Griechenwelt auch, so fehlt den Bebildeten das Wichtigste, dieses Erleben, was das Meer ist, das in seinem großen Leib das allzu Unmittelbare (Klima des Tages, der Saison) wie in einem Göttergemüt sich ausgleicht, mit einem Zeitsinn weit über geschichtliches Tun hinaus, und Jeder dort ATMET solchen Geist! Das füllt seine Seele mit Weltatem daher, und der Sinn erkennt, ohne Mühe. _________ Epigrammatische Interpunktationen... _________ Es sind die allerwinzigsten, nur seltersbläschengroßen Rülpserchen, die den ganzen Leib wachkriegen bis ins äußerste Gehirn. Die anderen, wie billig, entlüften nur den Bauch. _________ Der allumfassende Daseinssinn der Streichel-Einheitsweltler... _________ Das Parfum des Absoluten... _________ Wer sprachliche Ereignung nur erleben kann im Dialog, der ist wahrlich nicht zu beneiden. Richtig arm dran aber sind die intellektuellen Moderatoren, 7 die immer nur, in sich, Dialog stiften wollen zwischen Geistern, deren Eines und Anderes sie gar nicht sind, nicht sein können. Manche Literaten leben davon, solche armen Bildungsgeister zu persiflieren... _________ Ja ja. Anthropen haben schon ein Verhältnis zu jedem Ding in ihrer Welt!! _________ Seinwollen, Durst nach Dasein (Tibeter): manche Menschen sind einfach zwanglos Intellekt; andere können sich nur verstehen als Dämon. _________ ...was den Barbarengeist unterhält, das ist das Zweite Gesicht oder die Andere Vernunft. Das ist nichts besonders Geistiges - er schaut eben gern in Dingen, die er wahrnimmt, und hört in dem, was er vernimmt, nach zweitem Sinn. Davon lebt eine ganze Folklore unechten Aberglaubens, und die Psychologen, die Psychoanalytiker haben diese Erwartungen fein bedient: Bücher, die einem darin etwas erzählen, sind tolle Hortschätze, solcher Pseudogeist ist immens geschätzt, wird sehr gelobt, besonders, wenn man sich per Geheimtip damit irgendwo im Wünschenswerten intimisieren kann. Für mich darf das nur so aussehen, daß ein gereizter Barbarengeist mir dauernd hinterherfragt: wat will der! Besonders, wenn ich eben gar nichts will, mich nur halbwegs wohlbefinde und keines meiner Worte, keine meiner Gesten irgendetwas anderes meinen als, was sie ganz offensichtlich sind. ICH hab keine Meinung damit, und was meine Gesten im weiteren All der gewöhnlichen und höheren Dinge bedeuten, das ist mir nur gerade so bewußt, und unterscheidet sich im Prinzip nicht vom Schatten jeder anderen Geste, jedes anderen Menschen oder Tieres. Ich bin nur wach, mehr nicht. _________ "Hier: das wirst Du sofort sein!!" (z.B.: die Drei Versuchungen) _________ Affen wissen zwar die Augendeckel über die Augen zu senken und zu blinzeln, aber Affen reiben sich die Augen nicht. Das heißt: die Weltschau des Affen ist wie manisch-einphasig; da geschieht keine Reflexion. Dort ist immer alles so selbstverständlich, wie's sowieso ist, und der Affe (Makake, Primat) befindet sich selber so fraglos selbstverständlich - wie's sein GESICHT ist. Nur der Mensch reibt sich die Augen (und manche Felltiere wischen und putzen sich das Gesicht, oder: Kühe lecken einander das Fell 8 zurecht, ziehen einander so die empfindende Seele in Ordnung), arbeitet sich (gewöhnlich mit den Knöcheln der Hand-Außenseite) eine Gegen- Mitempfindung des Begreifens dort ins Gesicht, wo die Augen selber und die Muskulatur umher, die das Erschauen aktiv und bestimmend mitformt (das visuelle Meinen), unmittelbar ineinander übergehen. Eine extreme Form eines Nicht-Verhaltes dieser selben Sache ist der Zustand, wenn Boxer, manisch aufgepulvert durch die Anstrengung, den Überschuß an Noradrenalin im Körper, sich die (starren) Augen eben NICHT bedecken und reiben, sondern mit klammen Armen diese vor allem nur vorhaltend schützen, wo zugleich Jeder versucht, dem Anderen Schläge aufs Gesicht, die Augen- gegend usw. zu verpassen. Das Boxen hat seinen Namen daher und wurde erfunden in Chicago, wo Schlachthofarbeiter in den Pferchen (= Boxen) solche Faustkämpfe miteinander ausfochten (ältere Formen des rituellen Faustkampfes seien hierbei außer Acht, weil da keine direkte Tradition ist mit modernem Schauboxen). In gewisser Weise kann man in dieser massiven Wendung der Gegner aufeinander noch ein physisch verhärtetes Abbild erkennen dessen, wie Kühe, Rinder einander die Wahrnehmung richten einmal durch Hornstöße, dann aber auch durch das Einander- Zurechtlecken. Dieser Reiz wirkt sehr bestimmend in die Wahrnehmung der so traktierten Kuh hinein, formt unmittelbar und aktiv daran mit, wie sie sich fühlt, wie sie die Welt unmittelbar sieht. _________ Descartes...daher z.B. die methodische Negativität im Positivismus... _________ Platon: Narzissos spiegelt sich, ewiger Moment, über alle Zeit hinweg im Auge Gottes...(eidos) (Eckart der klare Paniker: aber Gottes Auge ist in jedem Tautropfen!) _________ Von S.'s Tyrannei der Nähe, logischer Fortgang zum Dämon der Unmittel- barkeit. Das hat Dimensionen, beginnend mit den Instanzen (Atomik, Chemie usw.) des seienden Existierens aller Phänomene der Materie, das Ausgesetztsein also, wie es sich bei Heidegger sprachlich, doch fraglich ob in direkt solcher Meinung, artikuliert. Was ist, ist in sich unmittelbar, damit auch unmittelbar zu allem Mit- und sogar Nichtexistenten (Monade / Etre et Neant). Existenz ist in sich akut. Ein dem Menschengeist näherer Aspekt ist die vor allem bei Idealisten gutgesehene unmittelbare 9 Selbstgewißheit des Erkennens, Abbild eben der absoluten Ausgesetzheit an das All des Mitexistenten, wozu glücklicherweise die weitere Zeit gehört, in welcher das Aktuale, Momentane ja nur Existenz-Cursor hat. Man kann nicht sagen, daß der Aktualpunkt einen Vektor in der Zeit habe, so wenig man sagen kann, die Drehung des Rades forme in sich schon einen Vektor längs eines Weges. Die divinste Selbstgewißheit ist die seit und mit Platon in der Philosophia mehr oder weniger mitbewußte ideale (bodhissatvische) Selbstbefindung: gelassen, heiter, sehend (eidos), im guten Born seines weitesten Lebenshorizontes, mit Blick und Haltung zum fernsten Zeithorizont (wozu die Möglichkeit, wie in Athen von Hügeln sowohl über die Menschen-stadt als auch Berge und Meerhorizont ins All zu schauen, sehr förderlich ist - an einem solchen Platz ist das Landstück, worauf die Akademie entstand), die Befindung, wo das Pneuma der Welt am zwanglosesten, und klar bis in die Tiefen des Alls, zu Atem und Pneuma des so gelassen Selbstseienden wird. Welche Befindung wäre natürlicher; was sonst könnte man als gut, ohne weiteres Attribut, bezeichnen! Die davon sich weiter entwickelnde Philo- sophiegeschichte, weniger eine Ideen- als eine Gedankengeschichte, taugt leicht dazu, die daher minderen Grade solcher idealen Befindung des Selbst zu illustrieren. Sokrates zuvor hatte den Daimon hinzugebracht, berichtet ja von ihm, daß er ihm jeden Morgen, wenn er selbst auf die Straße kommt, zutritt und ihn in Anspruch nimmt (Geist der Hekate) (dazu wieder: Sokrates entlarvt Trivia als das, was sie sind). Das Wesen des Daimon oder des Dämonischen ist in sich das der Unmittelbarkeit, in direkter oder nur mählich merkbarer Widrigkeit. Dieser Daimon ist alt wie das Leben, wirkt im Widerspruch des materialen Substrats zum sich selbst ereignenden Leben der Zelle, im Zugriff des Fressenden auf das zu Fressende, in weiterer logischer Konsequenz der damit konstituenten Vergänglichkeit bei der Paarung, Zeugung und Geburt. Das geschieht in einer gewissen Unempfindlichkeit für das Unterlegene und Erduldende. Bezeichnender Aspekt für die Wahrnehmung des Daimon: an dem Tag, wo in der Stadt das Gericht Stand nimmt, dem Sokrates den Garaus zu machen, erscheint ihm der Daimon nicht selber, macht sich also offenbar Gestalt und Gewalt in dem Kollektiv, das sich das Recht und Mittel zuspricht, ihn zu verurteilen und zu töten, also wiederum die allgemeinste und totalste Aktuation zu bewirken, die einem lebenden, damit erkennenden Wesen begegnen kann. Platon selber findet seinen Daimon solche Art in Dionysios, der ihm die Aktuation eher als die Nötigung beibringt, seinen Aufenthalt nicht frei nehmen zu können. Auch zeigt sich die Dämonität der Unmittelbarkeit in der Episode, wo Dionysios sein Wort gegeben hat, einen Gegner nicht zu verfolgen, aber weiß sich nächstentags schon nicht mehr hinzu. Der dunkle 10 Zorn, der Platon selber ob seiner Mahnung deswegen trifft, ist ein Reflex des Dämonischeren, Dionysios, darauf, daß nun eben Platon zu aktuieren, auf ihn einzuwirken trachtet. Dort erscheint als Paradox zugespitzt das Dilemma des Platon, welches sonst eher als milde Groteske merkbar ist, indem er, schon zu sehr aus seine wahrsten (aristokratisch-artemisischen) Gründen, mit dem so allgemein gewordenen Zustand kollektiven Menschen- daseins in der entstandenen Stadt ins Argument kommt. Wo er, mit Sokrates als Menschenkenner zur Seite, das Treiben des Menschenwesens, wie im "Staat", nur beschreibt und kommentiert, und da, wo er aus der besten, kräftigsten Weltzeit der ursprünglichen Griechenexpansion das über lange Wohlerkannte und Geahnte kolportiert und auf seine Weise illuminiert, ist er in seinen besten Gründen, und mit Blick auf seine Bodhissatva-Statur vor und über aller Zeit (in Indien tauchte das einige Zeit später wieder auf in der Figur Šankaras), läßt sich vieles geradezu entwerten, was Spätere über die Idee und das Gute (vor allem) bemerkt haben, indem ethisches Geheck davon wird im nicht mehr so Unvermittelten, der Dämon des Unmittelbaren also mechanischer und blinder zur Geltung kommt. Die Idealsituation ethischen Ergründens ist eben die, in welcher Platon wahrgenommen wird: gesetzt, ein wacher, wahrhafter, gesunder Mensch befinde sich so wohl, daß ihn nichts unmittelbar treibt, lockt oder nötigt - was wird ihm einfallen können, mit der Welt, die ihn so in seiner Individua- lität wohlbehalten bei sich läßt, zu beginnen oder mit Blick auf weitere Welt- Aktualzeit, Lebenshorizont usw. anzurichten! Alles, was das Gute, das Ideale, das Wahre, Ethische, auch Notwendige erörtert, sollte nicht nur von dieser Warte her ausgehen, sondern sich immer wieder darauf einfinden: das Thema des Sabbath, des Sonntags. Platon an sich, als die unvergleichliche geistige Gestalt, lebt am besten von dieser still göttlichen Ironie, womit er denen nahe ihm, vor allem Aristoteles, besser und feiner aber noch Dritten, die ihn, Jenen und alle nach ihnen, in einem Blick haben werden, kleine Merkworte gibt, damit das später oft allzu Relative richtig zu situieren. So ist schnell klar, daß Aristoteles eben nicht mit Platon in einen Rang gehört, sondern: Platon gehört zum ursprünglichen, reinen Land, Aristoteles zu der Stadt, die darauf entsteht und deren Menschheit. Das sind Welten, fern voneinander, im selben Grund. Platon zeigt darin feinsten artemisischen Geist, die göttliche Ironie der Gazelle. Der Dämon ist natürlich eine urtümlichere Sache, als es in dieser gar nicht mehr so archaischen Weltzeit der klassischen Griechen sich verdeutlicht. (Damit eben die charakteristische Wendung vom nur Anthropischen der archaischen und atavistischen Zeiten zum elementar Humanen, das sich begrifflich verdeutlicht im Thema des Guten, wie einverständige Menschen 11 es mit- und ineinander erkennen, sowie in der Weltsicht, die Jeder in selbem Sinn für's Wahre, für's Gute so vor sich hält wie jeder Andere - die befinden sich dabei elementar so wie die Kuh, welche einer anderen völlig neidlos, aber sinnlich interessiert, zuschaut, wie die etwas Gutes, meist ein wenig Ungewöhnliches, ißt, schmeckt da auf dem Atem mit, irgendwie hingerissen, fassungslos.) (Was Eudämonie nämlich am ehesten heißt.) Der Daimon hat eine Urgestalt, eine allgemeine, in der Befindung einfacher, miteinander alleingelassener Pueblovölker; die aneinander nicht vorbei- könnenden und gewissermaßen einander verfallenen Menschen unterhalten da Meinungen, ein Wesen, das betreffend, was sie von Jedem, egal wer's ist, aber eher vom Fremden, aktuieren können (das Fremde entspricht ja am ehesten der Daimonform, die schon den einfachsten Lebewesen das gelassne Leben benehmen kann) - elementar anthrop sind dabei die Ur- Gestenerwartungen des Sittlichen: was die Frau vom Mann erwarten kann, der Mann von der Frau, und für allgemeinsten, noch völlig weltlosen Horizont, das Kind von der Mutter, das Individuum von der Horde und diese von ihm. Das ist der horizont- und weltlose, als matriarchalisch meist charakterisierte Zustand zeitloser Vordergründigkeit einfacher, statisch lebender Völker, die keine exemplarische Sitte haben (so wie Dionysios nicht versteht, was Platon mit der objektiven Geltung des Versprechens meint), und wo das Meinen eben dämonisch zu sich kommt, als Befremden gegenüber unver- standener Differenz, raubt, plündert, schändet, benutzt einfach, was ihm widrig erscheint, aber nur dort, wo es selber nicht aus seinen nächsten Horizonten wissen muß. Diese Unmittelbarkeit des Niederträchtigen (da also, wo nie etwas weit vom leiblichen und örtlichen Platz seiner Geburt fortgeht, wo alles unter dem bleibt, wovon es ausgetragen wurde) zeigt sich immer wieder dann, wenn die unmittelbar daraus entstehende, immer noch hordenhafte Antithese, das archaische Kriegertum, solche Plätze (Aktuation als Schlacht im personlosen Daimon des Krieges) überwältigt und gründlich heimsucht. Diese Horden-Pueblo-Existenzform ist steinzeitlich, sicher mit Garten- herden- und Getreidewirtschaft verbunden, und findet sich so vor allem in Kleinasien, im Irak und nach Indien hin. Es hat sich später erwiesen, daß dieses Muster dämonischer Dekadenz und wüster, vernichtender Überwältigung auch ganze Weltreiche (Byzanz) erledigen kann, in einem dialektischen Prozeß, bei dem nicht einfach dieser oder jener Charakter (dämonische Dekadenz, Kriegsfurie) konnte dieser oder jener Partei zu gesprochen werden. Die Troja-Sage gehört wohl exemplarisch in dieses Bild, als Schmuckblatt. Die Griechen selber hatten Glück, indem sie auf Inseln relativ sichere, für die Sinne weltoffene Siedlungen unterhalten konnten, vor räudigem Geläuf soweit sicher, wo die Elemente (Meer, Himmel, panische 12 Natur) die Menschen bei tätiger Vernunft hielten. Daher die Sage von Kybris (Zypern, als großes Exemplar des Themas) der schaumgeborenen, das heißt: die fast ebenso wie Platon so gelassen in ihren Horizonten lebende, daher schöne Frau der Inseln, wo sie in Bergen und Triften (sie STEIGT aus dem Meer) weit genug konnte vom Alltagsverkehr an den Ufern weg, und dort weilen. Von Athen her hat man viele dieser Inseln im Blick, die da im ionischen Meer liegen wie die zersprengten Stücke einer Hälfte eines Vollrund-Amphitheaters, dessen Gegenhälfte Athen selber ist. Auf Kreta wurde eine der frühesten und lieblichsten solcher Frauengeist-Kulturen von den Achäern vernichtet zu einer Zeit, als die griechische Expansion begann und damit Welt in die allgemeinen Siedlungsbilder kam. Von da an verlor der ursprüngliche Dämonismus an Geltung, wurde durch eine lichtere, feinere, edle Dämonie, die der Titanen und Götter, überwunden. Die damit klug gewordene Ur-Dämonologie, die bei Fischern und Jägern ohnehin eine ziemlich andere Gestalt hatte, immer schon den reineren und wahreren Tier-Weltgeistern zugewandt, blieb aber als Schatten dabei, vor allem in den Formen der Titanen- und Zaubergöttin Hekate, der Schicksals- und Rache-göttinnen usw. Der Daimon des Sokrates ist eben auch zur Erinnerung, daß er den sterblichen und leidensfähigen Menschen gewöhnlich näher ist, als es die Götter sind. Was Platon mit dem "Guten" besagt, sieht sich vielleicht mit dem wohl allgemeinen Bemerken weltbefahrener Griechen, die Fremdes und Eigenes gleichermaßen kennen und zu sagen verstehen: es ist gut; man sieht, wie es sonst ist. Wichtigstes Merkmal des Dämons an sich, sowieso, ist seine Unmittelbarkeit, wobei diese nicht vordergründig und akut sein muß - so ist er nur im Haß, in der Psychose, in der Furie, in Leid und Tod, und natürlich in allen minderen Formen unmittelbarer Nötigung, seien diese leiblich, seelisch oder geistig. Im Besonderen gar jenseits aller unmittelbaren Eigenerfahrung, welcher mögliche Verhalt sich Argument und Beispiel macht in Reflexionen darüber, wie unmöglich, im direkten und im quasi moralischen Sinne, es ist, einen Grund für die Existenz seiner selber, bestimmter fundamentaler Verhalte usw. zu finden, welchselbes Argument sich in den Wendungen absurder Literatur usw. auf kommunen letzten Grund gebracht hat. An sich sieht das noch aus wie eine gallige Platonik, womit gewöhnliche Menschen sollen wie hieroglyphisch ermuntert werden, diese nun statischen, nur eigentlich mit der Zeit selber spielenden Aktuationen wie eine Regel zu nehmen, damit ihre eigenen, aktuell so nutzlosen Daseinsmomente, manchmal, als lesbare Chiffre des Seins an sich aufzufassen, das einen eben angeht und einem innewird wie reine, etwas gratig verhaltene, sowohl Lebens- wie Weltzeit - dort leitet sich das Existenzerleben solcherart nicht 13 mehr wie in Kalendern, Projekten, Epochen usw., von einem äußeren Maß- punkt und Maßstab her. Das ist ja schon die halbe Idee, und auch Dialoge setzen immer einen Anderen voraus, der den Rest der Idee schon beibringen wird, so oder so. Dieses Raisonnement über die Unerkennbarkeit des Seinsgrundes ist also eher anzeichenhaft zu nehmen für eine Meinung, daß Pein, Leid usw., die Nötigung des Dämons im Ganzen, nur Merkpunkte sind und auf einen viel totaleren Verhalt reflektieren, ontologisch und jenseits des Erkennens, auch der Erkenntnis des Guten, im Guten. Damit die gelegentlichen Höllenmachereien, beispielsweise des völkermordenden Faschismus, und früher: die Pessimistik der Gnostiker, die schwarze Bosheit im Dualismus der Weltgeister bei den Persern usw. - einfachen, phäno- menalistisch fixierten Geistern illustriert man diese Dimension als die Hölle. Das Böse ist immer ursprünglicher und absoluter als jedes bedingt Seiende (was ein anderes Wort ist für: das Lebende, das absolut bedingt ist in den Modalitäten seines materialen Substrats - das MUSS so stimmen, sonst ist es alles, aber kein Leben), und seine Absolutheit ist eine solche, daß es dem Erkennenden (= Lebenden) die Sicht vollkommen benehmen kann auf alles, das man neben dem oder jenseits des Bösen, welches ja auch nur in einer ZEIT sich gelten machen kann (wo's Verderben, also Zeitläufigkeit, bedeutet), jemals dürfte noch an Gutem, zuhöchst und äußerst Gutem, erwarten oder meinen, zu finden. Darauf reflektiert z.B. die semitische Erlöseridee. Das meint dort: diesseitige Erlösung, keine Transzendenz. Daher auch erklärt sich die merkbare Dekadenz und Gemeinheit philosophischen Denkens seit der Aufklärung; politisch-weltreal damit einherkommend das Zerreißen alles gut nur Meinenden (und nur kategorisch die Welt Beurteilenden, aber nicht Erkennenden), Zerfetzen der vordergründig nur eudämonisierenden Gemütlichkeiten soll wohl schärfstens heimtreiben, daß es eben kein Jenseits zu erwarten gibt, sondern immer die Stellung und Befindung Platons die gültige bleibt: gelassen, wach, wahr, vollkommen bei sich im ewigen Moment des reinen Daseins, sich zwanglos befindend in der weitesten Sicht auf das Ewige, und hinzu allenfalls die kleinste Möglichkeit eines Gedankens, daß neben dieser sicheren Aussicht an der Oberfläche aller Materie, durch alle nur mögliche Zeit, noch etwas ist, VOR dem dies alles existiert - sonst nichts. Alles Weitere wäre unbillig, und wer sich aus dieser reinen Schau verliert - den hat der Dämon. Und der frißt ihn, wenn's bunt wird. Die Philosophiegeschichte spricht dann von vieler guter Arbeit, besonders mit aristotelischen Werkzeugen, und diese sind ja nun auch nur Aktuatoren. Die logischen Funktionen sind eindeutig wie der Biß eines Verfolgers in seine Beute - "also!!" So werken sie im Weinberg des Herrn (der dem Heraklit gehört, nicht dem Platon) und verlieren manchmal die Sicht 14 in den Reben, hören einander aber gut usw., und alle paar Generationen steht wieder mal einer auf, erblickt in guter Seinsruhe die Welt und Schau wie Platon, nur aus etwas anderer Warte, und die Seele atmet auf - es ist immer noch wahr, so vergessen es manchmal auch ist. Dann aber, bei Descartes, kommt etwas unerhört Sublimes ans Tragen - es ist eigentlich nur ein Moment, und jene, die das Gute nur zu besagen meinen, gar jene, die schon längst über dem Sortiment der Ideale die IDEE verloren haben, leugnen sofort und lebhaft (selbst Descartes selber weiß dann nicht mehr so recht): Descartes hat wirklich Platon selbst verstanden, bemerkt, wie er nur steht im Licht der Ewigkeit, sich still spiegelnd im fernen Auge Gottes, und alle Spekulation des Mittelalters, wie einen Gott darüber auch ansehe, versiegt im selben Moment. Ob Gott SIEHT, kann kein zeitliches Wesen wissen, aber in der Stellung dieser fernsten Ewigkeit gegenüber ist doch, bei allem Begriff des eidos (nicht eigentlich der Idee, wie sie als als Parole dann weiter-gesprochen wird), EIN Auge zumindest, das diesen Verhalt sieht, nämlich das des Platon! Das des Selbstes, wie es aus aller reflexhaften und unter-zeitlichen Aktuationswelt in die ewig gültige Haltung sublimsten Erkennens gekommen ist. Eh bien, so sehe ich doch selber, sagt er, und es bleibt dabei: keine Schwertuerei in logicis wird etwas daran tun: es gibt an Gott nichts zu beweisen (1.,2.,3. Gebot Mosis), aber daß ein absolut wacher, klarer Geist sich nach ihm ausschauen kann, spricht doch elementar für sich. Seitdem spätestens ist Frankreich die Heimat des reinen platonischen Geistes, und dies sich beweisen zu sehen, gelingt noch jeden Tag. Bei Descartes wohl kommt zur Sprache, der Mensch habe bestimmte und klare Vorstellungen (Wahrnehmungen), womit einzig eine Philosophie möglich ist, die ihren Namen verdient, als wie eingeboren. Dieses "inné" ist wohl am ehesten richtig übersetzt als: inhärent. Gebären, das ist viel zu dramatisch, zu agonisch. So sehr ja endlose Tracht- und Geburtsagonie mitgewirkt hat an der Gestaltung der Lebewesen, welche unmittelbar und klar bestimmte, ganze Verhalte des Seins in der Welt erkennen und bedenken können - so weit voraus vor jedem ähnlich aus dem Gesetz der Welt hervor- geratenen Tier ist das nicht, und der Verhalt, um den es geht, ist ja viel ein- facher und absoluter: der Mensch (jedes Wesen) kann nur existieren, sich seiner bestimmten Existenzform innewerden, insofern er aus Materie besteht. Dieser Materie aber sind gewisse Qualitäten wie Dauer, Bestimmtheit der Eigenschaften usw. notwendig inhärent - was solche Qualitäten nicht hat, ist keine Materie und konstituiert damit auch keine Existenz, sei sie unbelebt oder aus ihr konglomeriertes Leben. Nichts also ist diesem natürlicher, als mit diesen elementaren Qualitäten von sich, seinem Materiesubstrat weg, 15 auf den Rest der materiellen Welt zu blicken und auch unmittelbar diese Qualitäten, die es in sich, an sich selber spürt, wahrzunehmen. Deswegen vermutet das Erkennen im sonstwie Objekten ein Sein, so, wie eben im Selbste ein eigensinnig Erkennendes sich spürt, das offensichtlich nicht einfach identisch ist mit dem Materiesubstrat, woraus der lebende Leib besteht - diese Qualität "Sein" als eine nicht nur formale, sondern aus dem Etwas extra hervorgehend, latent darin gegenwärtig, wird meinbar, weil doch offenbar die Materie des lebenden Leibes, so, wie er in dieser speziellen Konglomeration der Elemente ist, das Leben und damit das Erkennen als eine Funktion solcher Materiequalität selber hervorbringt. "Gut" im platonischen Sinne kann man also nennen ein Etwas, das in seinem objektiv wahrnehmbaren Zustand dem Erkennen begegnet, als atme das Sein in ihm hervor bis in die Begrenzungen, so wie das reine Leben in einem stillen Leib, und bei diesem wieder ist "gut" der Lebens- und Geisteszustand, der in den Dingen um sich her solcherlei zwanglos und klar erkennen kann. Viele Denker beschäftigen sich daher damit, einfach über diesen Zustand und seine Bedingungen zu raisonnieren, oft mit stark uneigentlicher Tendenz, weil es eben solch stilles Erkennen nicht leicht gibt, ohne daß die weitere Menschenwelt sich, auch halb- und unwissend, dazu versteht, solches Dasein (mußvoll) zu ermöglichen und zu erlauben. Zudem gilt es, das Erkennen (die Muße) zu beleben, indem anderes, weniger müßiges Erkennen mitunterhalten wird. ...das erkennende Wesen geht aus dem Leibsubstrat hervor geradeso, und prozeßhaft damit identisch, wie aus dem atmenden Atem ein innerer, den Leib durchfühlender Leibatem wird, der Geist überall zugleich gegenwärtigen Sauerstoffs (Bergsons elan vital, einfachstes Aggregat). Damit entsteht in Analogie zum Diffusionspneuma des im ganzen Leib eingefilterten Atems das Konzept des Pneuma als eines Geistes (das, was eben oft als "Idee" apostrophiert wird), der das Ding so durchgeistet wie der Atemleib den Festleib. Beweisen läßt sich allenfalls daran, daß einem beseelten Blick auch die Dinge beseelt erscheinen, diese sich dem Erkennen damit auch anscheinend leichter, bestimmter geben, auch ganzer in ihren nicht erkannten Verhalten zu Anderem gewahrt werden. Damit: Logos. Sodann, weil der latente Atemleib, die Seele, sich ebenmäßiger und lichter empfindet als die akute, unmittelbar ventilierende des Lungenatems, so erscheint einem die Welt (vor blanken Augen, die nicht direkt schauen) auch so, als schiene hinter, jenseits der unmittelbar sich ereignenden, d.h. mitbefindenden Realität eine latente, lichtere, der Atemleib, die Seele des Alls. So, wie in den Erscheinungsphasen des Wirklichen sich Formgesetze eines Aggregates 16 oft durch mehrere Ebenen des weithin kausal damit Verbundenen erkennen lassen, wo sie offensichtlich nicht nur analog sind, hat eine solche Meinung ziemlich etwas für sich. Der Mensch (das Lebewesen überhaupt) nimmt zwanglos so wahr - das ist starkes Argument. Mit Worten und Begriffen läßt sich derlei einmal: erläutern, zum anderen: skeptisch mindern (so, wie man ein Lebewesen auch um seine Atem bringen kann), aber nicht herbeireden aus nur logischen Abstrakten. Erst sehen, dann sprechen. Alles Andere ist, im Prinzip, Vergeudung, plausible Nervosität. Der Daimon der Unmittelbarkeit hat natürlich Geist: er weiß die Wesen nicht nur unmittelbar zu traktieren, sondern richtet ihnen die Meinungen und Vorstellungen ein wenig zu, mit denen sie denken, sich gut müßig wohl zu befinden im SINN (nicht Blick - es heißt Eidos, nicht Intellectus!) auf das Fernste, das Absolute. An sich hilft es dem Blick solcher Art sehr, sich gelegentlich die Geschichte Roms in einer guten Kurzfassung berichten zu lassen - nichts macht so tief satt, in tiefster Seele, wie dieses einzigartige Bild tausend- und mehrjähriger, hemmungslos wahrer Geschichte. Damit auch: wer immer nur meint, sich einzig vor der letzten Front einer längst zurückhin vergangenen Geschichte des relativen Nichtseins zu befinden, der befindet sich dort, wo nicht umsonst der Name "Jüngster Tag", das heißt: letztester von allen schon vergangenen, darüber geschrieben steht, im Weltgericht ohne jede Aussicht, im unerlösten Horizont von Leid und Agonie, von nur erlittener Zeitlichkeit. Das ist eine ewige Dimension, aber nicht die einzige. Wo Menschen daher meinen, nur in Aktualisationen religiöser Gewohnheiten, mit laienhaft theologischen Meinungen gar, in falscher Selbstwendung vor doch der rituellen Übung der SCHWEBE aller Zeit sich entwickeln zu müssen, als Wesen, die nicht einfach gut sind, sondern sich üben stattdessen im gut Meinen, gut Tun, gut Fordern usw., da ist kein Weg, keine Sicht, schon gar keine Schau. Christenreligion, gerade die römische, macht ihren besten Sinn, wenn sie den Blick zurückweist ins alte Rom, in dessen älteste Zeit und das dort ursprüngliche Haintempelwesen. Dort ist und von dorther kommt das Wahrste, was Religion sein kann. Alles Übrige ist wichtige Fassade zur Akzentuierung des Sinnes für Überzeit. All solche Übung hat irgendwann und irgendwie begonnen, aus dem Geiste ganz bestimmter Menschen, aus einer Schau, einem Erkennen und Sinn identisch mit dem, wovon Platon spricht. Das bleibt zu sehen, sonst hat Religion nicht Herz, nicht Atem, und damit auch keinen Verstand, keine reine Wahrheit für sich. 17 Auch bei Leibniz ist dieses Durcheinander zu finden der Begriffe, die reden wie reine Erkenntnis, aber sprechen vom Mehrerlei apriorischer Muster. Auch da ist das Gerede vom Urbildhaften oder was dem entsprechen will (je nach Jargon des Denkers), bei dem man wissen kann (wenn man nur schaut), daß derlei aus der mimetisch-gestischen Anempfindung der Stern- bilder im Nachthimmel kommt. Das kann nichts Anderes sein. Leibniz, sagt das Buch, verehrt Platon, aber solche Komplimente hießen schon oft, daß er gar nicht daran denkt, zu sehen, was Jener gewiesen hat. Im Deutschen fehlt eben meist die Ahnung, die stille, den Geist durchatmende Kraft des Mittelmeeres. Daher stehen die Menschen nicht so frei vor den Horizonten und sind stärker gebannt - in trockenen Landschaften - von der Suggestivität der Sterne. _________ "irgendwas gut gefunden in dieser Welt?" Eudämonische Perspektive mit Todesgelassenheit (Sokrates), die Frage des Dämons bei der Pforte der Ewigkeit. _________ Man soll nicht sagen: das Dasein ist eitel, nichtig. Es ist müßig. Es tut dem Erkennen nicht gut, in solchen Dingen so abrichtend zu urteilen. Das Leben kann nur werten, also gut oder widrig finden, im Hinblick auf seine elementarsten Vorurteile, sein eigenes, auch geistiges Existenzinteresse. Über alles darüber hinaus vermag es nicht, daher versagen dort solche Begriffe. Da ist es müßig, und die Sage vom Weltenrichter am Ende aller Zeiten, wenn alles, was je existieren will, WIRD gelebt (gewest) haben und sein Ende gefunden, meint ja nichts Anderes, als daß auch allen sonstigen zeitlichen Wesen nicht obliegt, das Maß zu bestimmen über die Lebens- meinungen hinaus, dort eben, wo all Solches nur müßig ist. Laß Gott richten (Kronos) - Dir ist es müßig. Sorg um Deine Zeit, usw. _________ Nervend: das Licht der Letzten Wirklichkeit. _________ Es gibt den Staat und es gibt das Staatswesen, so wie es den Wald gibt und das Wesen, das Gewese in ihm. Gewöhnlicher Staatsverstand ereignet sich im Ganzen meist in den Belangen und Gesten des Wesens, also dort, wo das Staats-Wesen sich in einzelnen Akten und Gewahrungen ereignet. So sind auch die Selbstdarstellungen des Staates, "an sich", nur statutorische 18 und zeremonielle Gesten, die das sonst Banale in hehrer Leere, mit möglichstem Pathos, exemplarisch ausüben. Der Geschichtsbegriff des Staats-Wesens ist demgemäß im Ganzen geformt aus der Kompilation staatswesenhaft ereigneter Ab- und Nachbilder und einem quasirealistischen Raisonnement damit. Was der Staat selber ist oder sein kann, das zeigt sich am ehesten, wenn Menschen über diese weiteste Aktualität und Alltäglichkeit des Staatbetreibens einfach sagen: es ist ja Staat, der Staat ist, d.h. beweist sich damit, aber er ist als Begriff zu all Diesem transzendent, so wie der Begriff des Gesetzes transzendent ist zu den Instantationen der verschiedenen Gesetzhaftigkeiten, beispielsweise in den Naturgesetzen, oder wie die Atmosphäre dieses Planeten in allen Einzelheiten als Wind, Hauch, Kondensation (...Atem) usw. sich ereignet, aber damit im Weitesten auch das merkbar wird, was man den Atem der Welt nennen könnte, eine Gewahrheit, die erfühlt sein will über die Zeiten hinweg, und die zu spüren und zu wissen eine reine Qualität mehr in jeden Aktualpunkt atmosphärischer Ereignisse bringt - auch in den Atem der Lebewesen. _________ Heraklit / das Nirwana: was immer ist oder geschieht, also auch alles, was der Mensch tut, das geschieht doch nicht nur im Rahmen eines Bewußt- seins- und Meinungszustandes, sondern es geschieht vor allem im Aggregat der nur wirklichen, d.h. kommentarlos existenten, absoluten Wirklichkeit, vielmehr: der Realität (im Begriff der Wirklichkeit klingt das Verb "wirken" zu sehr mit, das ist zu interaktiv, zu aktiv). Eine böse ironische Verdeut- lichung dessen sind seit alther die absichtlichen Aktuationen des unzeitig geschehenden Todes an Tieren und Menschen, in Reduktion auf den Wirkbegriff, am infamsten in der Mechanistik des Fallbeils (dieses sieht aus wie eine mechanistische Wiedergabe des Ereignisbildes bestimmter deutscher Wetterlagen - ein Deutscher hat die Urform des Fallbeils erfunden - wenn steil von Norden her über die Nordsee (freier Fallweg, Beschleunigung extra durch die Erdrotation) sehr kalte Winde über Westdeutschland gegen den Klotz der Alpen stürzen, Allem kalt machen). Die Meditation der Buddhisten legt darauf ab, indem der Mensch durch sie und das Ideom des Nirwana dazu gehalten wird, sein Bewußtsein aus all seinen Verfängen im psychischen Meinen auf das, was getan, auch nur gemeint oder fürwahr- gehalten wird, herauszulösen. Das ist nur die halbe Rechnung. Für ein waches, tätiges Bewußtsein hilft Heraklit: die Welt, egal wie sie wahrgenom- men wird (perzeptive Antagonie, Episteme, d.h. Gewahrhabung mit einem SINN) oder mit Absichten repräsentiert, kategorisiert usw., ist vor allem Eines, nämlich absolutes Ereignis, etwas ganz und gar, immer in jedem 19 Ereignis und Sein Absolutes, Einmaliges. Das hilft dem Buddhisten auf die Beine, da beginnt die Welt immer neu bei einem wissenden Lächeln. Und jedes Bewußtsein für Wirkliches beginnt wohl am besten damit. Also wieder (die Mechanisten reiten darauf): die Welt ist Ereignis selbst in den bewußtesten Akten, ganz im Ereignisrang rein bewußtlosen Geschehens. Natürlich verliert ein Ereignis, das mit Seelensinn gemeint und getan ist, seinen sprechenden Sinn für das Bewußtsein Anderer, die das wahrnehmen, nicht. Besonders interessant ist dieser Verhalt in sprechenden Artefakten, Bildwerken, Schriften usw. Das will der Satz des Heraklit sagen: es gibt keine Person. _________ Schiffbruch jeden philosophischen Seinsversuchs: unvollkommenes Kategorien-Instrumentarium. (Deutscher Idealismus, diese geniale Kurpfuscherei) (Bürgerliche Rechtmacherei, "es soll ja so sein!") _________ Der Staat ist nur der Staat. Die Republik ist der Platz, wo Staat sich ereignet. Demokratie: was macht Raison! _________ "Das muß mir schrecklich egal sein" Für den Hund ist der Mensch ein Affe mit Prinzip - so lange der Mensch sich da nicht besser kennt. _________ Menschen hier wollen mir, in immer anderen Wendungen der immer gleichen Sturheit, nur einen Satz beibringen:"Du bist schuld, daß ich mich schlecht befinde, wo ich Dich wahrnehme!" Ursache zu sein ganz allgemein genügt da nicht für's Argument. Und kein Benehmen meinesteils ändert was an des Anderen Befindung. Dies ist auch nichts Persönliches: Jene befinden sich oft schlecht, bei vielem, das sie sehen. In Amerika nennt man dieses Unprinzip: Guilt by association. Nicht ein Ursachenzusammenhang, sondern das Vorkommen zweier an sich unver- bundener Wahrnehmungen in einem Anderen, rein oberflächlich-assoziativ, macht die Deutung (~ Kartusche). Dieses Meinen ist nicht extra was - das ist ein allgemein üblicher Zustand. Viele Menschen meinen so, bei Vielem. Keinem würd' einfallen, seine Diät zu ändern, nur damit seine Disposition 20 zum Schlechtfühlen sich vielleicht erledigte - kein bißchen. Die Welt muß ja so sein, wie sie ist. Und weil das alles ja ein gründlich schlimmer Verhalt ist, deswegen sind sie gerne ontologisch, fast mystisch: denk' doch an Deine Mutter, sagt es belegt! Das will sagen: die hat doch schon sich übel befunden, als sie merken mußte, daß ich auch nur sein WOLLTE (was ich ja auch mußte - man wollte auf mich ja, irgendwie, auch nicht verzichten - ALSO!). Das erhellt zugleich, wie man die pseudometaphysische Wurzel des Willensbegriffs in seinsvergessener Lebensphilosophie der vergangenen Generationen verstehen soll. Und mit dem Sollen rücken sie gleich nach: wenn ich nicht einfach nur existieren WOLLTE, sondern MUSSTE, also SOLLTE, bin ich damit nicht reineweg sofort ein Kind der Pflicht?! Diese Kasuistik ist zuhöchst frivol - das Sollen der Existenz erledigt sich ein wenig dadurch, daß man's eher hat systematisch darauf ankommen lassen, und damit bleibt mir eine reine Freiheit, weil so das Existieren eher eine Kunst sein will in Weltordnungen (doch weitgehend natürlicher Art), die mir das Werden und mittlerweile recht dauerhafte Bestehen doch implizit erlauben. Kein Mensch, der genau ist mit solchen Belangen, kann da Besseres zu wissen behaupten, indem es ihm da nicht besser gehen kann als mir. _________ Subquantik, Pneuma: wer der Welt rein mechanistisch in ihre Prinzipien wirken will, wird sich immer damit begrenzt finden, daß er, Erkenntnis und Wirkmöglichkeiten auf die Materie nur in Materie selber findend, immer durch die Begrenztheit direkter Materieeigenschaften behindert ist. (Mechanik, "Erde" in den Elementen des Empedokles.) Immerhin transzendiert der induktive logische Prozeß, der aus mehreren, mehr oder weniger indirekten Wirkungen auf ein kohärentes Ganzes im "Inneren", im Sein eines Dinges schließt, schon diese Begrenztheit. Es gibt aber allgemein die Materiephasen des "Flüssigen" (phasenschwingende, strömende Zustandsausgleiche) und des "Aeroben" (Magnetik, Schwerkraft usw. das PNEUMA der Welt) - daraus ergeben sich die z.B. gequantelten Ereignisformen des wirklichen Kosmos (die selber nur wie mechanisch erscheinen). In einem inspirierten Tanz, der dem gleicht, was der Geist, das Pneuma, die Laune der Götter ist, und den die titanisch klugen Völker wie Tibetaner, Indianer mit ihren Tanzriten nicht nur äußerlich adressieren, kann man auf diese Pneumazone submaterialer Feldkräfte wirken und für sozusagen Wahrscheinlicheres sorgen. Einem skeptischeren Geist mag genügen, daß solche Tänze die damit Begeisterten in eine präzisere Konsonanz mit den Rhythmen des Weltpneuma zu bringen vermögen - das versteht schon eher wer. 21 Die Eudämonie, die Aristoteles (der allzu menschliche) meinen kann: "Ach ja", sagt der Mensch, der sich und das Weitere kennt - wobei läßt man's denn bewenden! Was läßt man gut sein - das ist Eudämonie. _________ Hat Platon nicht alle Phasen der Sonderbarkeit in der Philosophie (es gibt, seit Aristoteles, nicht mehr nur eine Philosophie) zirkumstantial vorher- bestimmt - in den Ereignisformen des Staates, implikativ? Diverse Philo- sophien assistieren (oder schmeicheln) den Meinungen, die einhergehen im Volk, beim Fürsten usw. je nach den Phasenzuständen des Staates! _________ Ja, sogar dies: was Eckehart einem zu sagen hat hinsichtlich Heraklits: An einer Stelle seiner Predigten verwendet er als Gleichnis: die Glut kann die Hand nur brennen, weil Glut und Hand nicht dasselbe sind. Das ist so genial, da fällt mir zunächst einmal das Buch aus der Hand. Erst nun, nach Längerem seither, fällt das aber ineins mit Heraklits Lehre von der wirkenden Differenz zwischen allen Dingen, allen Wesen. Der selber hat das so präzise gar nicht herausgezeichnet - das besorgt nun Eckehart mit diesem ganz einfachen Gleichnis. Auch hier muß natürlich die Sinnfälligkeit der Gleichnis-elemente (Glut, Hand) mitgesehen werden, und der hier woanders verdeut-lichte Geist der Welttotalen vorfrühlinghafter Panik. Menschen zu Ecke- harts Zeiten wissen aus Erfahrung, wo auch nicht mit diesem modernen Vokabular, von der intensiv beizenden Wirkung heißen Kohlendioxids aus der Glut ( die mit ihrem Plasmaglimmen zudem eine bestimmte innere Seh- gewahrheit unterhält), welche im Atem die sonstige Hitzewahrnehmung noch ergänzt. Was aber das Kohlendioxid ganz allgemein an Charakter macht in der gothenzeitlich-mystischen Weltschau, wird hier woanders erörtert. Die Gefahrempfindung, die da eben mystisch abstrakt ist, wird im Gleichnis hier verbegrifflicht mit den Gleichniselementen Hand und Glut. Nicht falsch wäre auch, zu beachten die Nähe des Gleichniselementes "Glut" zur Metapher des Feuers bei Heraklit. Diese selber sollte man nicht allzu symbolisch nehmen, sondern wirklich darauf schauen, wie reales Feuer sich anrichtet, zündet, wie es faßt, sich nährt, gerichtet werden muß, zusammenfällt, als Glut liegenbleibt und glost, schließlich mit einer Art Zufriedenheit ganz mählich erlischt. Menschen zu Heraklits Zeiten (und den meisten seither) hatten das immer sinnfällig so in ihrer Nähe und wußten auch die Phänomenalität dieses Vorganges in superstrukturellen, also sagbarerweise geistigen Ereignissen (Menschensitten, Staatsleben, Krieg) ohne Weiteres wiederzu- kennen. Jedes Leben geht so, wußten die Menschen, und daher brachten sie 22 ganz natürlich eine eigene Wahrnehmungsdimension selber mit hinzu, wenn Heraklit das Feuer als Metapher verwendet. Auch müssen sie wissen, den Brennstoff dafür aus der Welt zu nehmen, und darin alleine verdeutlicht sich schon, welcher Art der Antagonismus eines jeden Seienden mit Anderem sein muß, und was Episteme ist, das Bedachtsein, Standnehmen, Bedenken, die Unterscheidung beispielsweise in der Gewahrung des Möglichen und des Notwendigen. Da hat die Episteme ihr natürliches Maß, eine ziemlich genaue Grenze, die dem Selbste spricht: Logos. _________ Kant: in der Praktischen Vernunft akzentuiert er zu sehr, wie alle Welt da seither, den Willen; es geht beim Sinn für das Gute aber vor allem um ein Meinen: man befindet sich, oder verhält sich nicht primär zu dem, was man wollen, perspektivisch tun und bewirken kann, sondern vor allem erst ein- mal zu viel mehr als das ist, zu dem, was man wahrnimmt und schlichtweg als gut gelten lassen kann, wo einem also das Wollen und Tun nicht notwendig einfallen müssen. Gerade dieser mögliche Zustand definiert ja am besten, was das ist: Eudämonie. _________ ...Subsistenz-Phantasmata politikastischer Existenzialisten... _________ Mach' einen wirklich guten Witz, und manche allzu einfachen Naturen sind beleidigt, einmal, weil sie den Witz bemerken, aber nicht verstehen, öfter aber und schlimmer, weil sie ihn in ihrer Weise nicht weitergeben können. Da dem sehr oft so ist, reduziert sich Alles in einfachen Verhältnissen auf die Themen Gewalt (Macht), Sexualität und Geld (Salz, Würze), was drei Grundformen allgemein verstandenen Witzes sind. _________ Brunschvicg: "Gott ist die Copula". Ja ja. Schau um Gott beim Futurum II, und besonders da, wo's jenseits des Futurum I erst sein Subjekt findet! _________ Spinoza: "...Begriff der absoluten Notwendigkeit der Naturgesetze..." usw. womit der Wissenschaftsbegriff des 19. Jahrhunderts sich behaben soll - es ist wohl so, daß es eher darum geht in diesem Verhalt, zu bestimmen, was und wie Naturgesetze überhaupt sein müssen, um als solche Sinn zu machen. Darum geht es in dieser Sache, bei der im Übrigen die Furcht vor 23 einer metaphysischen Partei (nicht: der Respekt für sie), wo sich der Aktu- ationsdämon eingefunden hat (speziell mit der Inquisition, auch der tyran- nischen Geltendmachung eines bestimmten Verstandes vom Sittengesetz), den Blick ablenkt, besonders bei Spinoza, dem ewig das Befremden der Rabbiner folgt - in all Diesem zeigt sich ja wieder und wieder, verschärft durch den allgemeinen Zugewinn an Macht für die weiteste Gesellschaft, dieselbe ungute Konstellation wie jene, die Sokrates um sein Leben brachte. Sokrates, dabei bemerkt, ist wirklich der beste Freund des Platon, indem er in dessen Gegenwart lebt und stirbt, um etwas zu beweisen, das in Platons Philosophie selber nicht positiv dargestellt werden kann, ihr aber ein wesentliches Argument gibt: wer zu sehr im archaischen Menschenbann lebt, dessen Ausdruck der hekatische Dämon des Sokrates ist, der kann vielleicht philosophieren, aber er kommt nicht auf die Philosophie, die reine Erkenntnis der Welt selber, wie sie im Ganzen ist. Der kann den Griff lösen der Menschen auf das zu Unmittelbare, kann sie in eine gewisse, müßige Fassungslosigkeit versetzen, worin sie nun imstande sind, die platonischen Weitsichtigkeiten aufzufassen. Sokrates ist ganz und gar menschlich. Aristoteles, später, ist menschheitlich in anderer Form - er sieht das Werk. Und Platon, nicht eigentlich zwischen beiden, sondern in Allem nur wie aus eigenster Muße hinzugetreten, ist einzig artemisisch original. Jedes frei lebende Tier, das den Kopf in den Horizont heben kann, sieht die Welt so wie er. Sokrates und Platon haben gut, die Menschen aus ihren habsinnigen Vordergründigkeiten in Fassungslosigkeit zu lösen, ihnen das geistige Augenlicht hinzu zu geben - bei der nur gewöhnlichen Verfassung der Menschenwelt sehen die Menschen nicht, inwieweit Freiheit ihnen mehr Raum geben könnte und sollte, als in den weiteren Möglichkeiten ihrer Habituationen liegt. Deswegen richtet die Sitte den Sokrates hin in einem Sinn so, wie am Rand oder nächsten Landblick mittelalterlicher Städte Rad und Galgen gallewürgend die Grenze markieren zum weiterhin Ungemessenen (Fassungslosen), und dem Platon antwortet vor allem polemischer Geist in seiner Lebensumgebung, vergleichbar dem, wie einer behaupten wird, er verstehe den Geist des Wildes, weil er imstande ist, es zu überlisten und zu fangen, und reibt sich in Widrigkeit an dem, der einfach versteht, mit ihm in heiterster Weltmuße zu leben und seine Wahrnehmungen zwanglos zu teilen. Wo nur Mensch ist, da ist eben eine Niederung des Geistes, so wie in Senken und Tälern zwar das Unmittelbare sehr gewärtig und akut wahr-nehmbar ist, längeres Nichtaufblicken aber da heraus Blick und Geist notwendig eng macht, borniert, ohne daß der Grund für diese Bornierung allzu bemerkt sein müßte. Dieses Problem hat die Philosophie oder das, was sich als sie empfahl, ewig in ihren Widersprüchen rege sein lassen. 24 Wahre Philosophen aber erkennt der Blick sofort daran, daß der Geist in ihnen lebt, so unmittelbar, wie eben das Leben in einem gesunden, wachen Leib unmittelbar ist. _________ Kant: wunderschön - in der Reinen Vernunft ist die ganze Kunst des Sokrates, bequeme Meinungen zu entlarven und ihrethalben auf wirklich meinbaren Grund zu kommen, ganz große Philosophie geworden. Aber in der Praktischen Vernuft, der Ethik ist er nicht in der glücklichen Lage des Platon, bleibt eben da in Begriffen stecken (Gesetzgebung, Pflicht, Zweck usw.),

12:58 - 15 September 2007 - post comment


Wikipedia

Und auch die eigene Sid Koyen Literatur des Blog-Verfassers einzig eine absurde Wendung. Die griechische Nebelbank über dem 'Atem des Mittelmeeres'. Unmittelbare Nötigung!

- 08:55 - 15 September 2007


Ohlala, mon dieux

Eros, Kosmos, Logos und das elegante Universum der Quarks, Strings und Philosophiepuzzles.

¦Lake¦Side¦ - 09:23 - 15 September 2007


Nachbemerk

Wer weitere Schönes von mir lesen möchte (nicht ganz so wie dieses), dem empfehle ich die Blogs:

http://PHIhihihi.blogspot.com (Komplettausgabe dieses Textes, 216 Seiten)

www.mybloger.de/muskatkopf (Versammlung geistreich fühlender Momente + ein wenig Realität)

http://hailtheday.blogspot.com (Festbeleuchtung für den Kopf)

http://muskatkopf.manicfish.com (eine wasserreiche
und sinnenstarke Reminiszenz an die schönen, heißen 80er)

Wer lesen möchte, mit und ohne Denkübungen...

Leo Hoeninger - 05:59 - 18 September 2007


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