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11 ...Fortsetzung 10

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Im Ganzen fehlt in den Zeitungen also die Wissenschaft, ein Ort, wo das Erken-nen bleiben kann, behält sich, und damit die Welt in Einem Blick. Während dieser Zeiten geschah viel in der Umgebung meiner Bahnhofsaufenthalte, vor allem in Paris. Direkt auf dem Rand des Lyoner Bahnhofs, wo ich meist war, wurde das neue Finanzministerium erbaut, und ringsumher in der 196 Stadt überall Brücken, Straßen, Untergrundbahnen, staatsmäßige Großbauten, denen ganze Stadt-Wohnviertel etc. Platz machen mußten, usw. Reiner Ehrgeiz, gut gekonnt. Einer dieser Bauten empfahl sich sehr, die Villette, ein Riesengebäude, modernistisch solide, auf der anderen Seite der Stadt, bei Kanälen und Bahnanlagen jenseits des Ostbahnhofs. Das Riesenhaus hätte sollen werden ein vollautomatischer Schlachthof, doch als es errichtet war, fand man, daß dafür kein wirklicher Gebrauch wäre und widmete es um. Daher es nun dasteht als ein Technikmuseum der neuesten Klasse, dazu Restauration, ein Kongreßzentrum, eine gute, wo nicht dicke Bibliothek und noch solches Kleinerlei, Souvenirs Souvenirs nach Art des Weltraum-zeitalters, ein Planetarium usw.usw. ein richtig guter Ort. Sobald das Ding eröffnet war, ging ich oft dorthin (der Kaffee ist auch gut, wo das Kleingeld dafür ich meist aber erst in den Zügen finden mußte, wenn Reisende hatten welches verloren im Sitzritz oder auf dem Weg zur Tür) und schaute, was ich finden konnte. Bei der Restauration im Subparterre, wo man durch weite Glasflächen zur sogenannten Geode, dem kugeligen Planetarium hin, auf ein Wasserbecken in einem weiten Hofraum schaut, sind mehrere große Aquarien, darin Fische aller Art aus dem Mittelmeer - eine wache, flotte, kluge Gesellschaft. Mit denen hatte ich zu Zeiten recht gute Unterhaltung, besonders mit klugen, kleinen Drachenfischen, einem Octopus und einigen großen Schwarmfischen, die interessante geometrische Manöver im Wasserraum zu vollführen belieben, vergleichbar den geistreichen Elaborationen der Schwarmvögel manchmal. Im Kongreßzentrum nebenan ist öfters was los, wobei es lohnt, einfach ein wenig Völkerschau zu halten mit den Menschentypen, die sich da finden. Wirklich interessieren und unterhalten kann vor allem die Bibliothek (zu Beginn fand ich schnell heraus, auf welchen schlauen Nebenwegen in die technische Ausstellung zu kommen wäre und schaute mich da um; der praktische Witz mancher Exponate und Vorführungen ist ganz gut, aber das Ganze wird nicht oft verändert, daher gab sich das, mehr oder weniger). Diese (die Bibliothek) ist strikt natur- wissenschaftlich aufgebaut, und viele Schüler und Studenten kommen aus der Stadt dorthin, um ihre Hausaufgaben, Referate etc. zu erledigen, unter Zuhilfenahme geeigneter Bücher. Mathematik, Medizin nehmen viel Raum ein, sind aber nicht rechte Nahrung für mich. Mich interessieren, wie anderswo auch, Lexika (Physik, allgemein), Ethnologie und Anthropologie als Kulturgeschichte, ein bißchen Zoologie, ein wenig Geographie und vor allem die Astronomie, die nicht schlecht ausgestattet ist. Da ich ein paar Hobbies in dieser Disziplin unterhalte und Material dazu fand, hatte ich gute Beschäftigung. Die allgemeinen, bilderreichen Dokumentationen astronomischer Phänomene lernte ich ganz nebenher etwas anders 197 zu gebrauchen, indem ich mir Galaxien, Nebel, Sternhaufen etc. eher gnomistisch-phänomenal musterte, also wie bei Naturformen hier an der Erde mehr den Bildwert allgemein ansah, das, was man meinen könnte zu sehen über die reine Dokumentation physischer Zustände im All hinaus. Schließlich bestehen optisch dichte Zonen des Weltraums in der Abbildung aus Lichtpunkten und dunkleren Flächen, oft dicht genug, und sind damit schon bildhaft genug. Was dort aber zu sehen ist, schaut man es mit solchen Augen an als wie Miniaturen oder Relief, gibt natürlich rein vordergründig intellektuell nichts her, was sich mit der Akribie reiner Astronomie vergleichen ließe. Es wird, bei geeigneter Laune, eher inspiriert lallende Literatur davon, und dafür, einem eine Ahnung für manchmal etwas unerhörte Sagbarkeiten zu machen, sind die Fotos ferner Sternmengen ganz gut. Nicht zuletzt: derlei, genau so, scheint für sehr lange aus dem All an den Platz, wo sich, so oder so räumlich und zuständlich, die Erde immer befindet, und da scheint schon Einiges durch, da gibt der Himmel Bilder zu manchen Zuständen auf Erden wie eine miniature Illumination zu Textseiten in Büchern. Das unterhielt, aber braucht seine guten Zeiten und Launen (stille Sonntage z.B.), um ganz wirken zu können. Alsdann gibt es noch wirklich praktisch nützliche Werke, ein Tabellenbuch z.B. der scheinbaren Planetenorte im tellurischen Himmelsraum, für eine Zeit von je 50 Jahren. Gedacht, gemeint war das wohl für Leute, die sich ein Horoskop herauszeichnen wollen, aber ich fand schnell richtigeren Gebrauch dafür. Da auch exzellent gute Sternkarten gleich nebenbei zu haben waren, benutzte ich die Tabellen, um die Wege der Planeten, Jahr um Jahr, durch den Sternhimmel als Diagrammlinien auszuzeichnen, und damit kann man unmittelbar in gewöhnlicher Wirklichkeit etwas anfangen, zumal die Dynamik der Planetenfahrten damit auch sehr deutlich wird. Nächst der immerhin vorhandenen Möglichkeit, dasselbe Thema in einem Computer filmisch animiert abzuspielen, ist diese einfache Kartenarbeit wohl das beste Hilfsmittel für jemanden, der die Planeten, rein so nach Augenmaß, als Anhalt nimmt zur räumlichen und zeitlichen Strukturierung des Weltbildes (wie's ohnehin sicher ist). Für Hobby-astronomen legt man mehrerlei Jahrbücher aus, die für's jeweils Aktuelle diese Dinge auch dokumentieren, manchmal mit Diagrammen der genannten Art, aber dann nicht für alle Planeten. Dazu aber reiche Anmerkungen über erwartbare Ereignisse, Sternbedeckungen, Konjunktionen, Eklypsen, Meteoritenschauer etc. Diagramme der Venusfahrt relativ zur Sonne, solche der großen Monde bei Jupiter und Saturn, relativ zu diesen (als seitliche Auslenkung längs eines Zeitvektors). Dabei auch, in einem Heft, jeweils ein Diagramm, das zeigt, wie die Kurvatur der Merkurbahn um die Sonne verläuft für jeweils ein Jahr. Der Planet Merkur läuft relativ exzentrisch, 198 in einer deutlichen Schräge seiner Bahnebene im Verhältnis zur allgemeinen des Planetensystems, und wo er in dieser seiner eigenen Bahnform stetig und ebenmäßig ist, entsteht doch ein optisch interessanter Effekt, weil die Erde, die sich im Lauf des Jahres ja selber um die Sonne bewegt, die Merkurbahn in verschiedenen Schrägen auf Aspekt bekommt und so der Merkur mal links, mal rechts, tiefer oder höher im Verhältnis zum Sonnenort in der Ebene des Zodiak erscheint. Diese Lineatur der scheinbaren Merkurbewegung zeichnet das Diagramm nach (bzw.: vor), und das sieht ganz gut aus, wie die Kurve, die eine verrückte Motte um ein Licht fliegt oder eine solche, welche das Ende eines um Fingerspitzen gewirbelten Kettchens nimmt, wenn man dabei diese noch ein wenig verdreht. Die Kurve ist sehr suggestiv, lebhaft, und prägt sich gut ein. Damit aber kommt es nun wieder auf das hier laufende Argument. Wenn ich von etwas so Sinnfälligem weiß, wie es diese Wickelkurve des Merkur um die Sonne ist oder auch die damit in anderer Wendung identische des Planeten in seinem Weg durch das Himmelsbild der Erde, so versuche ich, wie bei allem sonstwie Sinnfälligen auch, einen Dreh, ein Verständnis dafür zu finden, wozu das sonst wohl noch taugen mag, als Erkenntnismittel. Bei der Jahreskurve des Merkur durch den Himmelsbogen der Erde war das bald gefunden: rein phänomenales Anschauen der Linienform im Vergleich mit schon Bekanntem brachte da meist erstaunlich präzise Wahrnehmungen, die einem helfen, den allgemeinen Ereignischarakter eines damit durch-zeichneten Jahreslaufs zu sehen und damit eine allgemeine Ordnung, einen bildhaften Kategorienapparat, sozusagen, zu haben, auf den sich bestimmte, dem charakteristisch entsprechende Klein- und Einzelereignisse im Erden-Weltbild, rangieren lassen. Derlei zu haben, nützt allgemein der Ruhe des Erkennens, weil Dinge, die sonst nur als Elemente chaotischer Witzlosigkeit erscheinen wollen, auf einmal sich irgendwie einer allgemein kategorischen Ordnung entsprechend erweisen. Soweit für diese Phänomenalik. Aber da ist noch dieser Wickel der Merkurbahn um die Sonne selber. Ich machte mir keine Gedanken extra darüber, aber, wie ich dann merkte: das arbeitete von selber in mir weiter und präsentierte sich dann eines sonnigen Tages, als ich im Knechtstedener Wald ein wenig Muße hatte und ohnedies gute Denklaune, so: Für's Erste wäre es ja schon eine Idee, so viele Merkur- wickel, mittels geeigneter technischer Werkzeuge, in einem festen Medium (Holz, Ton, dergleichen) abzubilden, daß dies eine dichte Form gäbe, die einfach dekorativ interessant wäre (weil die Proportionen dieser Schwingung sehr angenehm sind). Praktisch wäre so etwas vielleicht brauchbar als Vase, oder eben auch nur als Objekt für eher ungefaßte, allgemein gewahrende Meditation. In dieser ersten Fassung gleicht das, was es sein kann, schon 199 ganz dem Vogelnest(lein), von dem ich damals noch keine fernste Ahnung hatte. Aber diese einmal deutlicher gewordene Idee arbeitete nun weiter: wo nun dieser Wickel, in seinen Koordinaten die wirkliche scheinbare Raumkurve des Merkur im All denkbar genau (wenn auch darin allgemein in fester Materie umschrieben) nachzeichnen soll, so bildet sich damit ja jedesmal eine bestimmte Zeitstrecke von mehreren Jahren ab, die beliebig in der Vergangenheit, weiteren Gegenwart oder Zukunft situiert sein kann. Die Möglichkeiten, den Ort des Merkur relativ zur Sonne und Erde geometrisch zu bestimmen, die Formeln damit, sind hinlänglich genau, aber sicher nicht genau genug, die Präzision über beliebig weite Zeiten zu garantieren. Gleichwohl ist die Fehlermarge im Prinzip dieselbe für dieselben zeitlichen Distanzen in Vergangenheit und Zukunft. Man könnte solche Wickel herstellen als Fassungen für einen gewissen Zeitbegriff auf bestimmte, sonstwie ausgezeichnete Zeiträume, beispielsweise große Kriege oder die Lebenszeiten mancher großer Geister, die sich für die Geschichte deutlich bewiesen haben. Nicht zuletzt: der Wickel als Modell der Merkurbahn für eine bestimmte Zeit umschreibt damit auch implizit den Ort der Sonne und deren Zustände in dieser real gewesenen oder seinwerdenden Zeit. Gewissermaßen ist solch ein Wickel die Neufassung des Bi-Themas bei den alten Chinesen, wo eine runde Jadetafel symbolisiert den Himmel, ein rundes Licht (Loch) aber in seiner Mitte die Sonne. Ein Merkurwickel-Artefakt, das sich auf die Lebensspanne eines bestimmten Menschen, oder die Zeitspanne eines Ereignisses (wie der 30jährige Krieg, nur für Beispiel) bezieht, umschreibt unsagenderweise damit auch modellhaft den Ort, den Zustand, die Zeit, wo die Sonne (Urbild des Lebenslichts etc.) den Merkur so um sich her in Bewegung hielt. Da die Wickellinie aus einer perspektivischen Entstellung gesehen ist, von der selber so um die Sonne ziehenden Erde her (ohne diese Eigenbewegung des Beobachtungsortes erschiene die Merkur-linie nur als Ellypse in einer statischen, schrägen Ebene), zeichnet der Wickel per se damit schon den Weg und Ort, durch selbe Zeit, des Planeten Erde mit. Diese Linie selber ist eine Aufeinanderfolge von Punkten, dort, wo die Erde an je einem ganz bestimmten Platz, sieht den Merkur an seinem da gleichzeitigen (die Verzögerung durch den Weg des Lichts im weiten All von da her mal außer Betracht gelassen, für hier) in Relation zum Ort der Sonne. Das gibt eine präzise Linie, deren Bezugspunkt (die Erde) aber allgemein sich bewegt währenddem. Wo der Wickel so abgebildet ist, ist das in keiner Weise sonst mehr sinnfällig. Man kann also dieses dreidimensionale Ding ansehen von jeder beliebigen Seite und Ferne her, obgleich es doch ein-eindeutig wahr ist nur von einer Warte her. Es verallgemeinert sich damit also auch der Standort, die Erde als Bezugsort. Bei vielen Merkurwickeln hat sich die Bewegung des 200 Planeten Erde vielmals aus ihren Jahresläufen um die Sonne darin abgebildet, aber der Ort selber über diese lange Zeit auf einer weit ellyptischen, fast kreisförmigen Bahn, bildet sich nur in einem Punkt, im Raum außerhalb des Artefaktes ab, und nur implizit, nicht materialisiert. Man könnte hier leicht Elemente aus der Erläuterung des Kreises als usw.usw. in Platons Brief über die Syracusaner Dinge wiederkennen. Bei solchem Thema wird auch gerne die Tangente miterwähnt und die nie genau genug beweisbare, aber aus der Idee solcher Geometrie ganz klare Tatsache, daß eine Tangente den Kreis nur in einem einzigen Punkt berührt bzw. dort mit ihm identisch wird. Auffallend geradezu, wie dann die Erläuterung in mehrerlei Weise aufgelöst wird und als in papierweißem Nebel verschimmert; damit aber kommt auch diese Erörterung an einen dezisiven Extrapunkt. Bis hierher könnte man all dies noch als eine Art Psychologie bezeichnen: etwas Sinnfälliges wird in bestimmter, klar deutlicher Form dupliziert, um damit eine allgemeine Wahrlichkeit geltender zu machen, die schon so ohnehin ist (Psyche definiert sich hier in allgemeinster Form als die Abbildung der übrigen Elemente einer Welt in einem Subjekt, ganz wie bei Leibniz die Monade definiert ist mit der Eigenschaft, die übrige Welt mit ihren Elementen in sich abzubilden; die Psychologie ist damit im Weitesten die Lehre, wie mit diesem allgemeinen Verhalt umgegangen wird, wie Gewahrheiten unterhalten und gestaltet werden). Aufblickend Husserl, auf Phoenixflügeln einschwebend Einstein, einige Physiker und Astronomen: also - das Weltall ist ein zumindest vierdimensional kategorisierbarer EREIGNISraum (Heidegger einen Meteor-stein für dieses Wort). Masse, als eine Wendung der Energie, besorgt darin eine Veränderung der Struktur in Form einer sogenannten Krümmung nicht nur des Raumes selber, sondern in einer Weise damit auch der Zeit, insofern zumindest als materiell geschehende (anders ist das nicht erweisbar). Gerade der Planet Merkur taugt zum Beweis dieses Verhaltes, weil er in seiner Bewegung merkbar gehemmt wird, einmal durch gravitationale Einflüsse von den anderen, langsamer durch den Raum sich bewegenden Planeten her, dann aber gewißlich und bewiesenermaßen davon, daß die Zeit dort im All, wo er schon der Sonne so nahe ist, durch deren Gravitation langsamer geschieht - von weniger beanspruchten Raumgegenden her gesehen. Einstein hat diesen Effekt postuliert und berechnet, und die Astronomen haben das eingemessen und verifiziert. Der Effekt ist (meßtechnisch gesehen) winzig, 43 Bogensekunden in 100 Jahren, aber real und in absoluten Maßen so deutlich, daß er kann in einem Merkurumlauf schon in etlichen Kilometern ermessen werden. Es wird ja nun so sein, daß dieser Effekt (der sich, das war hier vergessen, mißt am Perihelpunkt, d.h. dem sonnennäheren Punkt der Ellypsen-Langachse, wo die mit der Ellypse dasselbe ist) sich in einer 201 solchen Wickel-Courbe, wie zuvor beschrieben, mitabbildet, und zwar so bestimmt, wie diese dem Weg und Ort des Merkur im All gleich ist. Die Verzögerung der Merkurbewegung selber könnte man ja auffassen als einen Defekt, relativ zu der allgemeineren, freieren Raum-Zeit-Bewegung in gelasseneren Zonen des Alls. Da schwindet etwas, doch Empfindung sagt, daß das nicht einfach verloren sein kann, daher ein Postulat, das System Sonne-Merkur akkumuliere in einem Gegenstrom darüber Relativität - was hier nur ein naheliegender Begriff sein will, mangels anderer Worte. Da allgemeine Energie verloren geht, muß dies eine Energieform sein, die sich in gewisser Weise dort sammelt und gestaltet. Äußeres Anzeichen dafür ist die winzige Deformation der Bewegung des Merkur. Ein Modell dieser Bewegung bildet also diesen Verhalt unmittelbar mit ab, in dem Maße, wie es der tatsächlichen Bewegung des Merkur entspricht, und zudem, weil dieses Modell nicht zu trennen ist von der Bedingung, daß der Ort der Beobachtung auf der Erde sich auch bewegt, in so unendlich subtilerem, aber immer noch realen Glast relativistischer Verzögerung, weht wie ein fernster Schatten diese aus dem Artefakte mit, und sogar die der weiteren Allzonen, wo wiederum um so viel subtiler die Planeten usw. Daher das Ding zur Beleuchtung eines alten philosophischen Problems taugt, der Streitfrage zwischen Universalisten und Nominalisten, insofern sich mit Fug behaupten ließe, in dem Artefakt sei das, was die relativistische Verzögerung als relativistische Energie, oder so etwa, erzeugt, unmittelbar selbst vorhanden - im Maße, wie Eines dem Anderen entspricht. Man kann hier ohne Weiteres auch Gewahrheiten aus dem religiösen Feld hinzunehmen, etwa von der dort geltenden Gewißheit, daß Gott selber in der Hostie sei, wenn sie erst im Ritus ist dafür erhoben worden. Dies und das spricht, im Prinzip, von derselben Sache, vom selben Verhalt, gibt ihm nur zweierlei Ausdruck. Damit ist aber das Thema noch nicht erschöpft. Der Merkurwickel umschreibt ja die Sonne selber, und in dieser muß der relativistische Effekt um so viel stärker sein, als die Feldkraft der Gravitation darin zunimmt. Zudem entsteht allein durch die Energiedichte der Prozesse im Inneren der Sonne noch ein Mehreres. Auch dieses ist durch den Courbenwickel implizit mitabgebildet, obgleich man gar nicht nötig hat, die Sonne selber, das Nestei des Vogelnestleins, mitabzubilden. Es ist nicht gesagt, daß irgendjemand direkten und praktischen Gebrauch für das abstrakte Inkrement dieser sonderbaren Energie hätte, aber in allgemeiner Gewahrheit wird es sicher - auch OHNE bewußte Realisation in einem lebenden Sinnenwesen - Entsprechung finden, denn die Physika, woran erst lebende Erkenntnis dazu kommt, sind selber schon Gewahrheitsformen. Die relativistische Dichte in der Sonne ist eine absolute, meteorisch-physikalische Vergewahrheitlichung ihrer Masse selber, und so ist es der 202 Weg des Merkur und die Verzögerung hinzu, usw. Die lebende Erkenntnis ist ein Luxus im Verhältnis dazu, und daher ziert es diese, solchem Luxus luxuriösen Ausdruck zu geben. Die Courbe wäre ein Luxusartikel, Ausdruck einer Lebensweise, die sich zumindest in solchen Einzelheiten erlauben kann, zu Ganzem zu kommen. Bliebe immer noch zu erläutern, was das mit der Kraft der wunderbarlichen Vogelnestleins zu tun haben soll, seine Inhaber unsichtbar zu machen (Grimmelshausen auf die Figur eines Philosophen zu zeichnen würd ihm unrecht tun - er ist Literat, ein Ausbund an Erkenntnis, und hat zu GEBEN, wo andere eher winken und bleiben) (: der totgeschossene Soldat). Da ist einmal die moralisch codierte Sonderheit, daß solche Leute, welche vom Nestlein klar durchsichtig werden, davon aber nur in brumeuse Seelennot geraten können - derselbe Effekt, im Anschein, wie hier schon öfter erläutert als Durchklärung und Verschattung, exemplifiziert an den Kohlenwasserstoffen, der chemischen Depotform reiner Sonnenkraft auf diesem Planeten. Das entspricht sich so recht unmittelbar. Dann aber kann man wieder mit der Idee des Courbenwickels selber gehen: egal, wie er hergestellt wird und worauf er sich bezieht: er ist immer Modell, Abstraktion, dabei Konjektur, weil einmal der Merkur selber Realisation genug ist des Prinzips und seiner Wirklichkeit, und außerdem jede Verdeutlichung des wirklich Darstellbaren daran über den wirklichen und immer einzigen Moment hinaus, wo der Merkur, definitionsweise immer ein Punkt im All, an nur einem Ort zu einer Zeit, postuliert, aber nicht real ist. Das hat dem entsprochen, aber es ist nicht so, außer in einem einzigen Punkt. Von dieser Absolute abgesehen, wird der Wickel niemals, ob mit oder ohne relativistischen Effekt, die Merkurbahn hinlänglich genau abbilden, selbst nach einem Begriff allgemeinster Modellähnlichkeit. Wie in einer uneben haftenden Tapete (oder bei einer Tapetentür) wird immer so wirklich viel Spiel zwischen der Realität (: Heraklit) und selbst der besten Idee von ihrer Duplikation (~ Platon) bleiben, daß ganze Kontinente auf den Moment darin verschwinden können - mit dem Vogelnestlein gesagt - aber nicht inexistent werden, nur aus dem Begriff fallen. Beim Vorigen scheint dann auch ein Different zu Platon & Aristoteles auf (nicht: zwischen ihnen), indem die reine Wirklichkeit, die niemals, das wahre Heisenberg, kann WIRKLICH dupliziert werden, sowohl als prima materia kann verabsolutiert werden als auch für die Idee, die nur die Wirklichkeit selber ganz ist. Alles andere entspricht Freiheiten, die dem Erkennen selber konstitutiv mitgegeben sind, und hier mag Theologie finden, wer will - ich hab' damit, für hier, kein Argument. So. 203 Also: ganze Kontinente können verschwinden in solchen Genauigkeiten des Unwissens, aber die tauchen da auch wieder draus auf, mehr oder weniger. Illustrat dazu die sonderbaren Launen Jüngers in den zwei, drei Tagen vor seiner schweren Verwundung, in denen sich die Fast-Nichtexistenz ankündigte, oder vielmehr: die sie um so viel vorwegnahm, wodurch ihm eben, in seinem absoluten Charakter, um so viel gerettet wurde als es ihm brauchte, die Wunde selbst zu überstehen. Die Geschichte vom Vogelnestlein illustriert auf ihre Weise viele der Aspekte, die hier nun mehr mit modern-physikalisch vorgefaßter Idee erörtert wurden. so, wie die Courbe nun definiert und erläutert, also Begriff ist, braucht sie eigentlich nicht wirkliche Realisation, aber mancher reale Gebrauch wäre wirklich reizvoll. So könnte man Courben herstellen für eine so und so ferne Zeit in der Zukunft, und sie als Eck- oder Reflexstein etwas außer hiesiger Aktual-Weltschau stellen, um so über jene erst imminente Realität zu ventilieren. Man könnte, sozusagen, damit das Parfum solcher und solcher, nur realer Zukunft aufnehmen - durch die haarfeine Differenz zwischen dem, was das Modell adressieren kann, und dem, wie es dort wirklich wahr sein kann - von den Differents abgesehen, die durch Unvollkommenheit des Erkennens und Artifizierens selber in den Begriff kommen. Nach allem, was ich weiß, enthält derlei aber viel Potential zu wirklicher Katastrophe, und müßte mit einer Reinheit des Geistes und Gemüts besorgt werden, deren sich nur Asiaten (Konfuzianer, Zen-Buddhisten) mit einigem Recht rühmen könnten. An sich, wenn man fein ist, genügt wirklich die Idee davon, vielleicht ergänzt durch die einfachen und ohnehin anderswie schon praktisch notwendigen Elemente, die es zur Realisation brauchte - gute Rechner, gute Astronomie, gute Werkstoffe, präzise Werkzeuge und Maschinen, Menschen mit Blick für's so Wesentliche, Gewahrheit für das, was hier ja auch nur kann soweit angedeutet werden, dazu natürlich ein All, das IST, was dies hier (das Gemeinte) ohnehin nie wird ganz sein können usw.usw.usw. Es mag ja sein, daß man Einstein nicht versteht, aber was ich nie verstehen wollte, das war, weshalb das, was Einstein zu sagen wußte, das Letzte (und damit Wenigste) sollte gewesen sein, was es mit diesen Dingen zu sagen gibt. Weltraumfahrt in diesen Dimensionen - kannst Du vergessen. Aber in dieser Wendung hier kommt man zumindest um so viel weiter. "Das WAR aber jetzt die Bibliothek?!" Si Si. Ich bin's auch ein bißchen leid. Soviele Worte, und es muß keinem was sein, nicht einmal mir. Beim Nachlesen nun ist mir nur ein wenig schlecht, wie von zuvieler Heizung, in der Bibliothek. 204 phi4 Vividextrin. Jouecalin. Port de Caleçon. _________ (...dann wird schlechterdings gebetet. Für irgendwas wird's immer gut sein - DAS zumindest kannst Du glauben. Das Gute. Das Gut. Gutes an sich. So Gutes. Gut ohnehin. Gut Sein. Das Gute den Guten. Gutapercha. Gutural. Gutemiene. Dégouttant - le Temps.) (Das Gute ist, was der Zeit zu widerstehen nicht bedarf. "Es ist doch besser, wenn Geist bei allen Dingen ist. Deine beste Demut, Mensch: sei Dein eigen Maß - Du KANNST nicht sein das Maß der Dinge alle; doch müh' Dich nur, titanisch." Und lausche auf das All, so panisch. Seit der Vernünftigkeit bleibt unerörtert, ob Gott wohl SIEHT. Aber jetzt wollen sie mal hören. Wenn das so weitergeht in solcher Sinnenlehre...) _________ Im Fernsehen (vor Augen, die's nicht haben kommen sehen, das F.): Gymnastik. Höste figura. Und solches Zeug. Das Bekloppteste am Medium ist diese Genialität des Kalauerns in allen Dimensionen. Aber das ist dem Ägyptischen geschuldet, Kartusche, wie die Glotze ist, im Himmel der Canopen... _________ Diogenes (den sie nicht erwähnen, bei den Philosophen): "Besser ein wissender Hund als ein meinender Mensch!" _________ Aporische Charaktere... ...in hermetischer Welt. "yeah, what!" _________ Eine silbergraue Füchsin nannte mich "hoher Mann". Das läßt sich hören. Tiere machen (mir) gern Komplimente, und sind da gar nicht schwierig. Logisch, daß Menschen, die derlei nicht bekommen, das auch nicht gern verstehen. _________ Die Tierbalg-Lebensdepeschen haben gewöhnlich drei Siegel: Nase, Genital und After. Die übrigen Einzelheiten haben mehr erläuternden Sinn. So ist eben die Welt, sagt das. 205 Elefantinnen haben Brüste wie die Menschinnen unter den Vorderarmen. Das wird nicht allgemein bekannt sein. _________ Manchmal gestatte ich Mücken, sich an meinem Blut sattzutrinken. Eine, der ich dabei genau zuschauen konnte, sonderte dabei an ihrem Hinterleib einen dicken Flüssigkeitstropfen ab, eine blasse, eben schattige, dünne Flüssigkeit, ähnlich Mondlicht. Das tropfte ab auf meine Haut, trocknete an, und die feine Kruste, die davon blieb, bewahrte ich ein wenig auf. Es sind die meisten Mücken, wie die Ratten, nur dreist, und verdienen, zerdrückt zu werden. Aber erst hinschauen! Bei starkem Marslicht z.B. tauchen manchmal sehr gratige, große Mücken auf. Die mit seinem Blut zu füttern, macht eigentlich guten Sinn. Die beißen für den Mars, und das ist kein undankbarer Stern. Mars vergißt nichts, nicht im Guten, und nicht im Bösen. Außerdem ist der Mars schlimm, aber nicht dämonisch, wie Merkur oder Saturn. _________ Gachis gehen... _________ Wo diese Menschheit ein wirkliches Problem hat: Die Eifersucht (= Achtsamkeit) von Fürsten gibt ihnen keine Vorsicht mehr in sittlichen Dingen, und die Religion, die sie zu haben belieben, erscheint ihnen nur als Ausbund der Sittlichkeit, ergänzt mittels Dogma, und Raison (Protestanten). Eine wirkliche (ziemlich platonische) Idee davon, was das ist, der Himmel, dieser absolute Daseinsraum, in dem sich jede Einzelheit des Seins (um grad kein anderes Wort zu suchen) unmittelbar geistig abbildet, ist denen kein Begriff - was der Nächste nicht sieht oder dessen Sublimation, der höhere Psychecharakter des Nächsten als Priester, Heiliger, Erlöser usw., das ist dort überhaupt nicht gesehen, west allenfalls als sinn- und nutzlose Indulgenzen weitgehend personloser Art im Lebenscharakter mit. Die armen Menschen sehen nicht, daß gute Form, ganze, gute Meinung von sich, seinem Wahrnehmen, Tun usw. eine ganze, weiteste Wirklichkeit um sich findet, in der sie sich als wie in einem Absoluten erwirkt und abbildet (die kurze Bemerkung hier anderswo von dem Nirwana, das als einziges Kontinuum ein Wesen ganz sich selber wiedergibt). Wo die Gewöhnlichen derlei bemerken und kommen nicht umhin, seine, um's so zu sagen, Grazie zu bemerken, da eilen sie sich, psychologistische, sittlich-utilitarische Umwegigkeiten hinzu zu erklären, denn nichts, so ihre arme Überzeugung, 206 hat einfach seinen Wert in sich. Und dabei spricht die Religion, der zu entsprechen sie sich allezeit gerne rühmen, in so vielen Wendungen von gar nichts Anderem. Aber Religion, wenn's dazu kommt, brauchen sie dann eben auch nicht. Wo das Vorurteil gewöhnlicher Sittlichkeit infrage steht, darf diese eben auch nur gemeint, aber nicht verstanden sein. Ein Geist ist das, ruhelos polemisch wie jener der Pseudo-Herakliteer. Gewöhnlichste Ausfallform in diesem Verhalt ist die Unfähigkeit (wo nicht der Unwille), zu begreifen, was Respekt heißt (wörtlich: Rücksicht), als ein Betracht zur eigenen Haltung, zum eigenen Verhalten, der nicht dem Nächsten unmittelbar geschuldet ist, sondern eben einem Dritten, allgemeinen, in dem das Tun und Befinden Einzelner, auch in ihrer Interaktion, aufgehoben und allein schon der Bestimmtheit wegen, mit der sich Jeder dort wahrnimmt, Gestalt macht und sich so sublimerweise als redlich erweist, gerechtfertigt ist. Dies ist im eudämonischen Horizont, und Kant z.B. adressiert das recht gut, verfehlt aber ein wenig die Essenz des Themas, indem das Sittengesetz bei ihm, so abstrakt er sich da gibt, doch nur in ausdrücklichen Regeln und Meinungen bestehen kann. Kant ist nicht vornehm, und er bemüht nicht gern den Geist, sondern nur die Vernunft, den Intellekt der schon seienden Formen. Zu schade. Wo Leibniz z.B. einen weitesten Horizont eröffnet, darin Eudämonie als selbstverständlich erscheint, fördert Kant in Konsequenz seiner Unechtheiten nur die Dämonie in einer besonderen Form (praktisch dieselbe, die Sokrates um sein Leben brachte), indem bei einem allgemeinen, ausdrücklichen Imperativ, vernünftig zu sein als explizit sittlich, der Witz des damit Bornierten alle möglichen Umwege findet, abersittlich zu sein, und kann dabei auch noch erwarten, seiner unausgesprochenen Intellektualität wegen, die das Sittliche benutzt, um eben Dämonisches damit zu erwirken, die Dämonizität dieser Form von Sittlichkeit darin sogar zu verdeutlichen, als geistreich zu gelten. Die Dämonie zeigt sich darin, wie es den Einzelnen da gar keine Freiheit (im Konzept) zuerkennt und auch die Wahrheit der weiteren Welt, die sich nicht einfach so bannen läßt, ignoriert. Und was den Geist als diesen Raum absoluter, objektiver Wirklichkeit eines jeden angeht, also... In Amerika, als es zu Zeiten Reagans genug über sittliche Zumutungen arbiträrster Art zu stöhnen gab, kommentierte man die sonderbaren Unwitzigkeiten des präsidentialisierenden Schauspielers öfter mit dem Epithet "Ignoramus", ein Wort, das offenbar heißen soll: wir WOLLEN es nicht wissen. Damit bezeichnet sich eine Not, die nicht nur Reagan hatte - das ist ein Charakterzug, der Angelsachsen allgemein und wohl den germanischen Völkern überhaupt (Reagan allerdings ist Ire) kommun ist. Was man nicht zu wissen beliebt, WIRD man auch nicht wissen lassen 207 bei Anderen: da ist die Dämonie, die bannen und zwingen will, wo nicht anders möglich, so in der Form incontournabler Dummheit, machtbewußter Borniertheit. Na dann... Pereat mundus, wie's ja heißt. _________ Musik! _________ Centimentalitäten... _________ Feuilletonistenbrot: anschauliches Durcheinander... _________ "Das Leben - wieso!" sagt die Materie. "Das sind wir doch. Wir tun doch nur so." ("Zeig ihr, der Materie, was sie mit dem, was sie ohnehin ist, nicht so kann. Qualität gewinnt.") (Und sorgsam dabei mit den wirklich geltenden Vorbehalten der Titanen. Die Welt hat Spiel für Vieles, auch für gründliche Irrtümer. Eine Menschheit, die sich von Titanen bedienen läßt, geht damit in die Schule der Titanen. Darüber ist das große Bild dieser Zivilisation, im Weiteren, und daher auch erläutert sich der grundsätzliche Widerspruch aus manchen alten - und prinzipiell guten - Kulturen. Wer das nicht sieht, der wird in dieser Weltgeschichte nur dummen Unfug erkennen - als Spiegel seines eigenen Befindens. Die moderne Zivilisation beweist sich als rechthaberischer Spielverderber, und demgemäß die Töne und Gesten, die sie wiederbekommt.) (Dies bemerkt, weil in einer Zeitung - der FR - ein bißchen mit dem Chaos philosophiert wird. Solcher Chaosbegriff, wie er in den vorigen 2 Jahrzehnten divertiment ausgespielt wird, ist nur der letzte Reduit aller Argumente des Nominalismus. So gesehen: im All, im Inneren der Sterne SIEHT der systematisierende Blick Phänomene, die er nominalistisch-positiv nur mit Chaosformeln fassen kann, aber das ist bloße Abbildung. Was dort geschieht, ist vor allem wirklich, und damit notwendig in jeder Einzelheit. Damit sind Strukturmerkmale gegeben, die selbst dem, was als äußerstes Chaos erscheint, absolut im Grunde liegen, und kein Erkennen, 208 das es ernstmeint, kommt daran vorbei. Das Chaosgefasel hofiert einen Geisteszustand der Menschen, und Tiere (Eidechsen) in Gegenden, wo eine glasige Ungefaßtheit des Blickes, eine Aura feinflimmernden Egalseins, zur Grundfarbe des Bewußtseins gehört - auf Sandböden oft oder in titanischen Lagen wie im weiten Vorfeld der Alpen; das ist zu allgemein, zu gewaltig für die Fassung in den Kategorien, mit denen Menschen (einzeln) ihre weitesten Vordergründigkeiten systematisieren. Im Chaosbegriff, wie auch in den allgemeinsten Strategien global wirtschaftlichen Ausgleichs, zeigt sich eine durchaus nicht in sich schon falsche Tendenz, einen unbestimmten, allgemeinen Gewahrheitsgrund in aller Menschheit gleichermaßen anzulegen und zu unterhalten, vergleichbar dem technischen Effekt der Signalpräzision durch interferometrische Schaltungen in radioastronomischen und optischen Observatorien. Das ist billig, tendiert aber offenbar nur zu einem Tonusabgleich in Qualitäten, die ihr Gleichnis in katastrophalen Algenblüten haben. Sozial bildet sich das ab als diffuse Gewalthaftigkeit z.B., was wiederum nicht wundern muß angesichts der titanischen Elemente (Energien, Stoffe, Maschinen), die einigermaßen blindlings hineingemischt sind in die an sich normalsten und natürlichsten Lebensbewegungen nicht nur der Menschheit selber, sondern auch der geologischen, vegetalen, animalischen usw. Substrate, die sie wie ganz selbstverständlich zu ihrem Konsum beansprucht usw.usw.usw. Eine gute Diätlehre, die's genau nimmt mit dem, was natürlicherweise richtig ist für das Lebensregime, und automatisch mitbeachtet, was wie notwendig dazugehalten wird, wird früher oder später auch in diesen Dingen klarsehen. Wer nur bunt frißt, darf sich nicht wundern über chaotische Blümeranz in den Gründen seiner weiteren Wahrnehmungen. Und wenn sie da nicht mehr wissen, da werden sie falschtönend romantisch: man weiß ja nie, was es bedeutet - wo man selber nicht gerne genau ist. Alsooo - ) _________ Ein ähnlich situierter Nebenprospekt, aber in einer ganz anderen Dimensio-nierung: in Frankreich (und wohl auch hier) brachte Arte (welches Namens- wocht man mit katholisch hachtem R schreiben könnte, des Verses wegen) eine Dokumentation über die Albigenser, oder Katharer. Deren Weltweise konnte mich schon immer interessieren, einfach, weil ein so absoluter, guter Reiz ausgeht von dieser Nüchternheit vor der Welt, etwas, das z.B. auch der aramäischen Welt anzusehen ist, aus der jener Jesus von Nazareth seine originale Idee hat. Der kurze Text der Annonce für die Sendung erläutert noch einmal: die Katharer kamen vom Balkan her (von gewachsenem Kalk 209 vermutlich) und erlebten sich als Seelengeister, die aus dem Himmel (einer Auffassung des Alls wohl entsprechend) auf der Erde nur eingeboren sind "in die Hülle ihrer Haut" und nur eine Notwendigkeit kennen: aus diesem Behältnis, das sie wie gefangen (~ umfangen) hält, wieder, mit Chic, sozusagen, im Tode zu entkommen. Das klingt, auch in platonischer Seelenidee, recht wahr (verweigert sich aber z.B. dem, was bei Aristoteles der allgemeine, der Weltintellekt der Seele ist - dazu auch das hier schon Vermerkte über die Ur- und Weltsittlichkeit, Lao Tse usw.). Die im Ganzen aber manichäische, persisch vorgeprägte Idee spricht von einer elementaren Wahrnehmung, die auch woanders (im Dualismus vor allem der alten Perser) sich absolut behauptet, und bei der ein Blick in den weiteren Sternenhimmel an sich genügt, klarzustellen, was da spricht. Dazu muß erläutert werden, daß sich, einer langlaufenden Schwingbewegung der Drehachse des Planeten Erde wegen, die Sternbilder des Zodiak und das ganze Firmament nach Osten hin, linkswärtig, weiterdrehen im Verhältnis zu den großen Zeitmarken der irdischen Saisonen, zumal Sommer- und Wintersonnwende, den höchsten und niedrigsten Punkten des jährlichen Sonnenlaufs durch die Ekliptik. Deswegen heißen diese Marken, wo sie sich abbilden auf der Erde: Wendekreis des Krebses (Sommerpunkt), Wendekreis des Steinbocks (Winter), Widderpunkt (Frühjahrsbeginn), obgleich diese gar nicht mehr in den namengebenden Sternzeichen zu finden sind. Dieser Effekt der vorangleitenden Sternbilder ist schon seit über 4000 Jahren bekannt. Mit dieser allgemeinen Bewegung kommen aber nun auch zwei große, einander fast genau im Himmel gegenüberstehende Sternbilder näher an die Wendemarken des Sommers bzw. Winters, der Orion und der Ophiuchus oder Schlangenträger. Der Erstere ist auch einem naiven, ungeprägten Blick unmittelbar als ganze Figur unmittelbar erkennbar, der deutlich ein Maß zeigenden drei Gürtelsterne wegen (die zufälligerweise auch alle ungefähr gleich fern der Erde stehen, bei 1400 bis 1800 Lichtjahren), womit die übrigen Sterne, für Schultern und Knie (des Jägers Orion) leicht miterkannt werden (die Orionsage bei den Griechen ist interessant genug und leicht als das Vorbild für die Christophorus-Sage erkennbar). Die Indianer Mexikos fanden an diesem Sternbild offenbar das Urmaß für ihre Tempel-pyramiden, und die Jäger- und Hirtenvölker der alten Welt kannten allezeit darin die Proportion eines gestandenen, geistvollen Menschenbildes wieder, bis hin zur Figur und Gestik des Apoll und vergleichbarer Erscheinungen in anderen Kulturen. Dem gegenüber der Schlangenträger aber hat nichts von dieser Deutlichkeit, erscheint dem Blick vor allem als großer, dunkler, wie nachtleerer Schatten von ungefährer Gestalt bei der sonst dichtesten Gegend der Galaxis. Es ist müßigerweise möglich, auf eine Nähe dieser 210 großen Himmelsbilder, zusammen mit der Dramatik des Sonnenlaufs durch das Jahr, gerade über den Kopf des Orion hinweg und später vor den Füßen des Schlangenträgers vorbei, mit der Phänomenalik der Gesten beim Fußballspiel zu weisen, besonders, wo Heldentypen mittels Kopfball (Orion) den Ball am Torwart im Gedränge (Schlangenträger, dichter Schatten) vorbei ins Tor (der Galaxienbogen gleich links des Ophiuchus läßt sich als weitester Torbogen um die Welt sehen) bringt. Oder, älterher: der Bauer, Hirte, König steht draußen im guten Horizont vor Himmeln (Orion; der Sonnenglanz als Krone), von woher mit dem Lauf der Welt, des Jahreskreises, die Dinge sich sammeln in festen, mauerbewehrten Städten (das große Tor), da niemand sein Mensch alleine ist, und die Sittlichkeit, der Schatten aus der nahen Immergegenwart Anderer, nur Menschen, den Wert jeden Gedankens, jeder Geste, tendenziell mit vorbestimmt. Bezeichnend hierfür auch die Nähe der Sternzeichen Waage und Skorpion, für das Händlertum, Steinbock für die Ziege, die im Mittelalter und schon im Altertum dort überall mit zustand, und Schütze für eine Reiterei nach Art der späteren Marechaussée. Der Ophiuchus nähert sich dem Winterpunkt eher als der Orion dem Sommerpunkt, um eine Kleinigkeit, was dem sittlichen Vorbedacht Marke gibt dem Originalen und Naturständigen gegenüber, ausgedrückt in dem Anspruch an die Ressourcen im weiteren Horizont und der Insistenz auf Vorteilhaftigkeit des Handels damit, über die Billigkeit hinaus. Die alten Völker in ariden Böden (Perser, Katharer) aber bilden diesen Antagonismus der beiden großen Allfiguren viel absoluter ab in ihren Weltmeinungen, einmal in der dualistischen Sage von Ahriman und Ahura Mazda, dann aber auch in Komplexen, die beides sich durchwirken lassen: als die Heere der Perserkönige, ungeheure Massen von Kriegern, die in klaren, festgefügten Formationen auftreten und als Inbegriff die Elitegarden haben, deren Individuen möglichst alle dem Krieger-Hirtenideal des Orion gleichsehen. Dies akzentuiert durch die Figursymbolik (und auch wohl praktische Bedeutung) des Stiers, des Rindes, wo doch das Sternbild des Stiers gleich oberhalb rechts des Orion zu finden ist. In solcher Symbolik: die Sonne (= Kraft, Weisheit auch) geht vom Stier in den Halo des Orion, und wie die Blendung und der Schatten zugleich kommt diese Wendung als persischer Krieger über die Welt. Nicht in Platon eigentlich, aber in Aristoteles ist zu erkennen, wie solche Typik, ein deutlich sprechender Zorn eben in Sublimation, sich auch bei den Griechen Gestalt macht. Die späteren Katharer aber, wie andere manichäisch strukturierte Weltlehren auch zeigten, machen sich eine menschenschlichtere Idee von diesem selben Verhalt. Man kann den Weg der (soweit: himmlisch-irdischen) Welt ja so sehen, daß aus einer Allseite der Geist (eine Kraft, wie das, was als sublimierter Lebensgeist aus 211 der Nahrung, im Ausgriff auf den Horizont erhoben, in Lebenden übrigbleibt) teils durch und an der Erde in die Lebensindividuen geht, dort Gestalt gewinnt, und mit Blick dieser selber auf das unweigerliche Vergehen in der allgemeinen Materie wieder sich richtet mit Blick auf die Gegenseite des Himmels, sinngemäß also: aus der Klarheit und Imprägnanz des so kräftediagrammdeutlichen Orionhimmels entstehen die in sich selbsthaften Wesen, Pflanzen und Tiere, von welchen diese Kraft wieder zu selbstdeutlicher Menschen-Lebenskraft wird, deren allgemeinste Wahrnehmung ihres Verhaltes zur Welt ist ein diffuses Verströmen dieser Kraft mit der einfachsten Zeit (Körperstrahlung, Atemwärme, Feuchte usw., damit Grundformen der Sinneswahrnehmung und der Sinnwendung auf die Welt), was mit der kühlen, dunklen Leere des Schlangenträgerbildes gut Gegenhalt hat (in Wirklichkeit ist das All dort weder kühl noch leer, vielmehr voller Staubschatten und diffuser Wärme (: Kohlenkeller), zugleich aber ist gerade dort in Perspektive die Mitte der Galaxis, die Nabe sozusagen zu diesem großen Spiralrad des Gesetzes, und verdeutlicht damit eine Art funktionaler, wo aber nicht notwendig terminaler Finalität usw., damit: Glaube an ewige Seelenhaftigkeit...). An sich ist eine solche Schau und Empfindung für die Welt und die Existenz in ihr sinnig genug. Was den Katharern zum Verhängnis wurde, war aber einmal wohl ein mächtigerer und ausgeprägterer Geist aus selben solchen Verhalten (: Königtum, Handelsinteressen), dann aber etwas, das aus dem allgemeinen Charakter ihres bevorzugten Welttheaters kommt. Das Volk, das man als Katharer kennt, kommt von Kalkgrund im Balkan und bewies sich auch vor allem in Gegenden Südeuropas, wo gewachsener Kalkgrund ist aus meerischen Zeiten des Kontinentbodens. Man sollte sich verdeutlichen, aus welch einem ungeheuer allgemeinen, ungeheuer vielfältigen und doch immergleichen Lebensprozeß in einem warmen, sonnenhellen Meer das stammt. Die Lebewesen dort entstanden aus dem allgemeinen, ohnehin auftriebslevitativen Kontinuum eines Meer-Alls, verbrachten die beste Weile ihres Lebens damit, andere Meeresorganismen zu fressen in einem dort allgemeinen Reflexspiel, wo die Freßreaktion eine kleine Obstination wahrnehmen muß im allgemein Objekten, auf diesen Reiz unmittelbar reagiert und so in sich das allgemeine Gesetz sich beweisen spüren wird, nach dem Alles dort nur leben und existieren kann. Außerdem ist die Welt des Meeres verhältnismäßig sehr einfach, vergleichsweise: wie ausgefegt. Wo später Kalk daher das Festland formt und wird assimiliert, da beweist sich sein chemisch-physikalischer Charakter als eine Belebung und Deutlichkeit in Sinneswahrnehmungen, vor allem im Sehen, Hören, Selbstempfinden. Diese Deutlichkeit kann bis zur Obstination sich auswirken des Gesamtcharakters, auch seiner allgemeinen Selbst- 212 wahrnehmung, als Schärfe bis zum Schmerz. Diese Wirkung des Kalks schaut überall mit durch, wo er die Lebenswelt formt, so auch aus Mergel, wie er in weiten Teilen der Pfalz und des Schwarzwaldes zu finden ist in Schichtungen nahe unter der Oberfläche, oder entlang der ganzen Donau usw. (eine gewisse Reizlähmung, Gefühllosigkeit in Nervenenden selber, bei doch sonst lebendiger und kompletter Sinnlichkeit, macht dort weithin Charakter). Die Katharer und ihr geschichtliches eh Geschick geben das in gewisser Weise deutlich superstrukturell wieder, indem ihre Expansion dem Weg etwa von Schneckenschwärmen durch Meereszonen glich (von solchen ist nicht der wenigste Kalk), sich gewissermaßen obstinierte, einen Freßreiz totaler Art auslöste in der Mitwelt, die schon länger aus Gründen lebte geologisch und allgemein lebensweltlich späterer und entwickelterer Art (aus dem Charakter des schon alten Festkontinentbildes her), und wurden vernichtet so total, wie im Meer von Organismen nichts übrigbleibt als Skelett oder Schale. Dergleichen hat man durchaus übrigbehalten als die kälkenen Burgen und Städte (Carcassone), welche die Katharer sich erbaut hatten. Soweit für diesen Aspekt, obgleich sich noch Vieles dazu bemerken ließe, aber - die Ökonomie eben... _________ Ah so, und gar nicht egal möchte mir scheinen, daß gerade Heidegger ein Weltbild, ein Empfinden in Totale, artikuliert, das sich nicht wirklich von Katharerweise unterscheidet, und z.B. der (Pseudo-) Dualismus von Sein und Nichts beim flundernäugigen Jean Paul Sartre will nicht viel Anderes sein. Der kalte Schweiß einer diffusen "Angst" bei Heidegger kommt aus dem feuchten, dichten Mergelgrund seiner Weltgegend, aus der er nie weit weggegangen ist, und im Gegenschein des heroistischen Welttheaters aus Erstem Weltkrieg und faschistischer Selbstverdeutlichung fernerhin ontologisiert er wie im Schatten des Ophiuchus - der, wie gesagt, absolut gesehen keineswegs kühl ist - damit wieder die diffuse Hölle, die dem Martin H. solche Grund-Angst macht. Bezeichnend auch sein Herzleiden früh, mit dem er teilweise seine Wegwendung von der katholischen Religion motivierte - auch dies eher Ausdruck eines physikalischen Verhaltes in seinem Weltgrund, dieser originalen Gegend um ihn her. Das Herzleiden erscheint als eine Art Gicht, ein Abbild der Zersetzung des Mergelkalks durch Humussäure (was in seiner Landschaftsweite über das ganze Gebirge hin als ein ziemlicher, wo unhörbarer Krach wirkt). Die doch allgemeine GEISTIGE Sinnenklarheit und geniale Intelligenz, die er beweist, kommen aus 213 dem Kalk. Daß er aber nur wie in kühlem Nachtschatten denkt und spricht, aus der Uneigentlichkeit des originalen Kalkcharakters, indem der durch die organische Säure gebrochen und geklärt ist in einem Timbre wie bräunlich klarer Schatten. Seine Sympathien mit dem ersten Faschismus reflektieren auf die dem ähnliche Phänomenalie in Torfbruch und frischem Rodeland, aber sinnigerweise konnte er sich da nicht wirklich drauf einfinden - dort machen eben Sände, Silikate meist Supercharakter, und daraus entsteht eher Drachengeist (der Leviathan des Krieges). Das konnte er nicht so empfinden. Bezeichnend bei ihm, so wie im Alemannischen allgemein, eine patente Gottlosigkeit, die einen wirklich bestürzen kann, wenn man ihrer in ihrer Totalität ansichtig wird. Keine Religion kann da irgendwas, außer, die Gesten allgemeinster Sittlichkeit zu richten. Der Grund ist einfach nicht da, aus dem die Menschen überhaupt metaphysisch z.B. empfinden können. In manchen Gegenden Deutschlands, viel weiter nördlich, ist ohne weiteres ein Parfum, sozusagen, in der Himmelsluft zu spüren, aus dem unmittelbar Rom und seine Gegend des Mittelmeeres mitanklingen, für den, der jene Gegenden fern kennt. Aber im Badischen, im Schwarzwald, die doch so viel näher an Italien liegen (vor allem aber direkt in der Nebenzone der Alpen, diesem Ausdruck titanischer Kräfteverdichtung), da ist das alles weg und die Erde liegt da vor dem All, als wenn es gleichwohl keinen Himmel gäbe, das eben, was woanders in einer unmittelbaren Dichte mitgegenwärtig ist wie die Farbe, der Schein, der Duft einer Blüte. Zu sonderbar, und wirklich schade. Deswegen (weil dem so ist bis in die ganzesten Empfindungen der Menschen) (und auch der Tiere, wie ich finden mußte), gibt sich Heidegger partout nicht mit den Themen ab, die auch nur fern von Metaphysik wissen, nimmt allen Geist nur philologisch und phänomenal in seinem existenzialistischen Sinn, verblüfft damit alle Geister durch die Unvermitteltheit solcher Weltbildbegründung, und selbst die läßt sich sowohl philologisch als auch existenzial aus der weiteren Umgebung seines Lebensortes ablesen, wo sich nicht fern die ziemliche Bodenlosigkeit des Donautales eröffnet zwischen sogenannten Bluffs, d.h. hohen, steilen Kalkzinnen, deren Formen herausrasiert worden sind durch Verwitterung in mikrofeiner Kalkzersetzung, aus Moos- und Flechtenwachstum etc. In dem wunderbar breiten Moosboden, wo eine weitere Anomalie, das seitlich wegbrechende Wutachtal, zum Rhein hin, beginnt, ist ein landschaftliches Ebenbild erkennbar zum Tal von Sils Maria, wo Nietzsche für lange Zeit gelebt hat, und wo nicht wenige seiner Schriften entstanden sind. Vielleicht beleuchtet das gewisse Züge an seinem Raisonnement, wo man meinen will, ihn existenzialistisch verstehen zu können in einem so quasi heideggerschen Sinn. 214 Heidegger, ein Schelm wie der aber!! _________ "Mimmi, dimmi che cosa c'è la ragione!" Panto tanto sai la veritá. Oder sowas! _________ Man könnte sagen, könnte man, der Modernismus, Kubismus usw. seien ein letzter und ziemlich gelungener Versuch in idealtypischem Kunstschaffen gewesen. Was seither ist, reflektiert mehr auf die Unfähigkeit eines weiteren allgemeinen Kunstpublikums, anders als konsterniert auf alles zu reagieren, was nicht seinem unmittelbaren Geisteszustand entspricht. Was aber den Begriff von einem Publikum als weitestmöglichem Gewahrheitssubstrat betrifft, so ist ja dies auch eines der Probleme in der Staatswelt, wo doch da die Meinung, man müsse die allgemeingültigsten (philosophisch: wahrsten, soziologisch aber: allgemeinst vermittelbaren) Prinzipien zur Richtschnur des Beobachtens und Handelns nehmen, sich in dem Geltungsanspruch jedem einzelnen Individuum gegenüber Figur macht, ein totalistischer Republikbegriff, über dessen Geltung und Varianz ältere politische Ordnungen wesentlich klüger gewesen sind. Immerhin klärt man alle Subjekte von klein her auf in solchen Belangen (soweit sie wichtig genommen werden) und erzeugt damit im Allgemeinen ein geltendes, sich fühlendes Individualmuster von beispielhafter Banalität, wo zumindest Raisongesten meistens Resonanz und Entsprechung finden, selbst und gerade bei Abwesenheit sittlicher oder personaler Vernunft - wenn das kein Fortschritt ist! Dementsprechend: aus aktuellen Anlässen wird nun öfter über die sogenannte Allgemeinbildung vokalisiert. Kurzes Nachdenken bringt, daß damit wohl nicht eine Bildung gemeint ist grundsätzlicher und brauchbarer Strukturen und Elemente, auf und aus denen eine nennenswerte persönliche Bildung je nach Weltkenntnis und Lebenslauf sich fügen und verdichten kann, sondern nur solch ein Konglomerat von Bildungselementen im allgemeinsten Sinne (vergleichbar dem sonst gebräuchlichen fazilen Kulturbegriff), das in der Allgemeinheit der Subjekte (in diesem totalistischen Sinn) sollte sowieso, "irgendwie" anzufinden sein - eine Streubüchsen- wirtschaft mit dem Volkskörper, ohne jeden wirklichen geistigen oder kulturellen Anspruch. Und so, in dieser Scheuheit vor wirklichem Geist, wirklicher guter Raison, die heftig klappernden Gesten der Zurichtung des sogenannten Bildungswesens. Gott, sind die alle heimatlos, 215 selbst wenn sie an ihren Verhältnissen kleben wie nasses Sauerbrot! _________ Wie man Ahnungslosigkeit illuminiert... _________ "Warum soll man DAS denn SO sagen!" Ja, sagmer das doch mal so! Is doch egal. _________ Das philosophische Wörterbuch. "Selbstbewußtsein", zu Descartes: "Mentale Zustände im Sinne der cogitationes haben die Eigenschaft, daß ihr Auftreten nicht nur faktisch der Fall ist, sondern daß davon auch ein unfehlbares Wissen möglich ist." Stellt man in diesem Satz statt "davon" : "damit", so ist zwar es nicht mehr jedermanns Sache, das einfach für wahr zu halten, aber das erklärt, wie es sich positiv damit verhält, daß bei Descartes Seele (Erkennen) und Körper keine positiv definierte Interferenz haben. Darin liegt gewissermaßen eine Anleitung zu erkennender Meditation. Der Körper ist so nur das stillgestellte Gefäß, worin nun der Geist eine ganz bestimmte Freiheit hat, indem er völlig losgelöst von den Notwendigkeiten körperlichen Seins und Tuns sich nur seinen allgemeinsten Erkenntnissen überläßt. DASS er sich dann vor allem damit befindet, seiner Gewahrheiten selbst gewahr zu sein, ist nur gewöhnlich. Aber diese Gewahrheiten haben eine Form, haben Inhalte, die im Geiste aufgehen, gewahr werden und wieder vergehen, so, wie Sternbilder im Himmelsbild aufgehen, scheinen und wieder untergehen. Dabei bringt es die meditative Grundstellung der Gelöstheit von körperlichen Akten oder der Disposition dazu mit sich, daß sie nicht nach Ausdruck suchen und somit eine andere Qualität haben als z.B. logische Sinnungen - es sind Gewahrheiten meist völlig sprachloser Art, und insofern gleichen sie schon ziemlich der geistigen Form platonischer Ideen, sind aber gewissermaßen flacher, indem sie sich auf dem Grund des Bewußtseins abbilden, vergleichbar den Schatten an der Wand im Höhlen-gleichnis, von denen sie aber wieder elementar verschieden sind, indem ihr Erscheinen und Vergehen eben den Gängen im Sternenhimmel gleichen, dort also, wo Jene zu erkennen kommen, welche die Gefangenschaft der Höhle, das Feuer der Sonne (: Symbolik der absoluten Herrschaft des so genannten Sonnenkönigs) überwunden haben. Und: die Erkenntnisse dort sind nicht nur allgemeiner Art, überzeitlich repräsentativ allgemein, sondern haben eine gewisse Ordnung des Erscheinens, an der die Gewahrheit 216 Merkmale findet nicht nur, wie die darin abgebildeten Dinge sind, sondern welche und wie sie sein werden, der zeitlichen Erfahrung vorausgehend. Darüber wird Descartes nicht deutlich, aber das ist eine der Wirkungen sowohl der Betrachtung der Welt im Modus der Ideen als auch in der Form solcher Meditation in gelöster Seelenverfassung wie bei Descartes. Um das noch genauer zu sagen: solche Gewahrheit sieht Dinge kommen, die nicht äußerlich vorhersehbar sind und die sich noch nicht ereignet haben, nicht in Formen, die je nach Charakter des Meditierenden und seinem Ort im Weitesten der Welt diverse Erscheinung haben werden, meist als Variationen, aurale Veränderungen, die sodann aus der Stille her irgendeine logische Bewegung erzeugen, welchselbe sich nicht schon aus anderer gängiger Logizität erklärt, und irgendeine empfundene Sinnfälligkeit, vielleicht ein spontanes Wort, bringt das auf den Punkt. Was aber hinzu das wirkliche, äußere Ereignis sein wird, das wird dem in signifikanter Weise entsprechen. Wie Condillac sodann mit zwei, drei Worten auf Descartes referiert - wobei er ja kein bißchen auf das Problem der res cogitans / res extensa Bezug nimmt, zeigt, wie selbstverständlich Descartes verstanden wird in dem hier erläuterten Betracht. Auch läßt sich hervorheben, was an dieser Meditation metaphysisch ist: indem der Geist so in den Grenzen des stillgestellten Körpers aus dessen akutem Weltbezug sich löst, begibt er sich sozusagen in den inneren Raum, der dem allgemeinsten Raum um alles je Seiende entspricht, welcher der weitest gefaßte Ort metaphysischer Weltwahrnehmung ist. Das Befinden innerhalb eines zeitlich und zuständlich umgrenzten Kontinuums, das der Leib ist, ist, vergleichsweise mit dem weitesten Theater jedes jemals Existenten, unbequem genug, aber diese gewisse Freiheit des Erkennens darausher genügt, den Geist in diese selbe Dimension zu bringen, den Körper als Schwelle oder Begrenzung nehmend, als Anhalt, der an sich vor allem Gewißheit in die Wahrnehmung bringt und eine quasi mathematische Genauigkeit und Notwendigkeit darin, wie sich die weitere Welt im Selbst abbildet, und dieses in Jener. Wie in mathematischen Dingen auch, so ist da sonst keine Begrenzung im Sinne eines Endes, aber jede Menge möglicher Präzision im Sinne wahrnehmbarer Verhalte. Solche Wahrnehmungen (die descartischen) sind ohnehin Element der Selbst- und Weltwahrnehmung in jedem lebenden Erkennen, auch wenn es sich darauf gar nicht einfinden möchte, und insofern ist Descartes patent hermetisch; die Nichtüber- einbringbarkeit von res cogitans und res extensa ist der Ausdruck oder Schlüssel dieser Hermetik. Die Seele der Welt wandert durch den Geist, gelöst in sich als wie in einem Körper leblos. C'est ça. _________ 217 Encounter groupies... _________ Auch die Dämonen haben ihre Welt nur zu Lehen. _________ Ein Stern aus lieben Häuten - die Frau... _________ Und Michelangelo kann nichts dafür. Kleine Meditation über die Station: (entfällt) _________ (aber dies:) Die Märkte, das ist nicht die Welt der Künste. Die Kunst, das will hier nicht sein das optimal Künstliche, sondern wie ein nicht einfach nur von selbst werdend Ding genauestens zu dem wird, was es mit dieser Welt sein kann - das ist mehr, als ein Mensch mit überlegter Absicht kann hineintun (sehr schön die mögliche Referenz zum Totenbuch, den Moment, wo zur geschehenden Konzeption noch etwas hinzutritt, codiert dort als der Moment der Zeugung, wo ein weltverlassener Geist, "auf der Suche, zu sein", hinzukommt) ( das Wunderbare daran ist, wie wenig mystisch das ist, wo es doch Geist hat wie mystischste Momente). Das ideale Kunst-Werk, das ideal Geschaffne ist also jenes, das in aller möglichen Dimension so notwendig und wahr ist in sich und (Monaaade!) der Welt, wie Materie sein muß (in Strukturen vielleicht), um lebendes Leben sein zu können UND Geist damit. Ideales Schaffen daher geht mit einem Sinn, der DARAUF schaut, SO schafft, in dieser Weise genau und vollkommen ist. Gewisse Formen der Literatur, der Musik, inspirierter Malerei sind da banausenfester als andere Mobile. Und sonstige Kunst, die wachhält für die Möglichkeit, dies zu erkennen und zumindest zu meinen, gilt. Den Banausen erkenne daran, daß er nervös ist. Den Erzbanausen daran, daß er sich aber so meint. Man sagt nicht bald Gutes über Jaspers, und der fand ja auch eher Ungutes, darauf zu referieren. Aber wie manch Andere auch, so hat er mindestens eine Sache, womit er sich ausweist, und das ist hier: die Ruhe. Damit steht er recht unmittelbar bei dem Guten, dem seit 218 Platon sagenhaften. Mit diesem Perzept befindet er sich ganz gut neben Lao Tse. Ruhe und Bewegung einander bedingen, heißt es dort, und wenn man jetzt nur ein ganz klein wenig relativistisch ist - hihi. _________ "aus Gründen des Ungeists ver - bo - ten". . . usw. _________ Norm-Prägung. (e-Norm-Prägung). _________ ...und Deviates. Was nicht sein kann, versucht's mit Un-Sein. Daher eine Psychologie der Sottisen. Subtil-Sottisen. Subtisen. Grossières Unbewußtsein. _________ Der Unmensch als Unmaß der Dinge... _________ Jeder Punkt im Raum hat seine eigene Unendlichkeit um sich und jeder in der Zeit seine eigene Ewigkeit. Vielleicht nützt es, sich dessen gelegentlich zu entsinnen, damit den Antagonien des Phänomenalen ein wenig zu entkommen (: Nirwana)... _________ Wenn ich in deutsch beschränkter Gegend (für ein Beispiel) Dinge sage in einer dort fremden Sprache, einfach weil ich damit eine Wahrnehmung habe, die im Deutschen, der anders vorgeprägten Sprachformen alleine schon wegen, nicht selbstverständlich sein will, so wird die Gewöhnlichkeit sich darüber haben und sehr möglicherweise sagen: was redet der da, ich höre nur Laute, die mir nichts sagen. Also: die Gewöhnlichkeit wird immer eher versuchen, bei dem zu bleiben, was sie an sich schon hat, und ihr Vorurteil gelten machen, so lange das Meinbare ihr nicht genügt. Genügsamkeit solcher Art wird es immer vorziehen, sich mit Dingen zu beschäftigen, sich an ihnen zu entzünden, wo vom Real- und Sprachbewußtsein her es Reiz schon finden wird. In einiger Absolutheit genommen, definiert dieser Verhalt das, was das Ding an sich bei Kant ist, und ebenso ist hiermit beleuchtet, 219 wieso man Immanuel Kant an sich nicht mit Platon in einem Atemzug nennen kann. Was hier nämlich hinsichtlich verschieden einmessender Gewahrheit nur am Beispiel von Sprachformen und damit weiterhin kohärenten Wahrnehmungsfeldern bemerkt sein will, das läßt sich auch absoluter sehen, mit dem Vorhalt des Unterschieds etwa zwischen dem Geist, der Ideen sieht, und dem, der sich mit dem allgemeineren Begriff der Vorstellung behauptet, und damit läßt sich auch genauer bestimmen, wo Leibniz sich befindet, an einem Angelpunkt nämlich zwischen einer Welt, die mit Ideen sich bestimmt, und einer, wo Vorstellung den allgemeinen Charakter macht, und da, eben, läßt sich zeigen, wieso Leibnizens Verehrung für Platon zweifelhaft ist. Er denkt nämlich wirklich nicht daran, die Welt nach dem Konzept der Idee aufzufassen und auszugestalten, sondern postuliert, genau genommen, einen subtilisierten Universal-Nominalismus, indem der Verhalt, wie jede Monade alle anderen Monaden abbildet, eben der nominalistischen Weltannahme prinzipiell eher entspricht als der Idee, darin es auf ubiquitäre Gegenwartspräsenz anlegt und eben nicht auf die Präsenz eines jeden ideehaften ens in einer allgemeinsten Weite. Auch eine Supermonade des leeren, ungefaßten Raumes zwischen & quasi über allen anderen ändert daran prinzipiell nichts. Das ist, genauer besehen, schon Existenzialismus, und nichts sonst. Das möchte nicht egal sein und muß daher wohl extra ein wenig herausgearbeitet werden. So verdeutlicht, finde ich daher einen so geistreichen Versuch, sich an der Weltauffassung im Sinne der Idee vorbeizudefinieren, ausgesprochen degoutant. Das ist unbillig. Schon öfter habe ich finden können, daß eigentlich ganz intuitive, nur empfundene Wahrnehmungen, wie sie sich in der kleinen Bemerkung darüber äußerten, die Komplimentationen Leibnizens Platon gegenüber klängen unecht, so, als werde er gar nicht daran denken, es mit dem, was Platon meint, überhaupt aufzunehmen, sich auf die Dauer als das Richtige beweisen werden. Ich habe mich nun wochenlang weder praktisch noch in Gedanken mit diesen Dingen beschäftigt, andere Dinge getan und die Philosophiegeschichte (das wirkliche Buch) beiseitegelassen, gestern es aber wieder herbei-genommen, es nur aus dem Regal geholt und zurechtgelegt. Und prompt, anhand nun einer ganz anders beginnenden Beobachtung wieder aus meiner praktischen Umgebung, kommt es damit auf diesen Punkt, steigt mir über dem Schreiben diese Gewahrheit in den Sinn, und geradeso, eben, das weiß ich doch aus langer, eigener Erfahrung, kommen Gewahrheiten und Gedanken aus der Welt der Ideen ans Licht, steigen im Inneren fertig und sagbar hervor, ohne daß ich auch nur einen Gedanken in all der Zeit hätte bewußt darauf verwendet - selbst die Philosophie an sich oder diese ganze 220 Textsammlung hier sind mir Nichts gewesen. Das war egal. Aber dieser Verhalt, Platon & Leibniz betreffend, ist es nicht. Das ist so elementar, daß es keine Ignoranz verträgt. Monaden befinden sich, wie immer geistig man das sehen will, in einer Art Echoraum miteinander, also in einer Art Binnenzeit, deren reinste Form die reine Gleichzeitigkeit ist - und von Anderem wissen sie nichts. Das ist Existenzialismus, so, wie ihn dann Heidegger nur noch ein wenig akuter gefaßt hat, indem die verlaufende Zeit als Absolutparameter noch hinzugetan wird. Und was man dort fragwürdig finden kann, das gilt dann eben auch schon bei Leibniz, ist eben auch dort fragwürdig. Und wie schon öfter: bei Descartes kommt man zwar aus dieser Falle nicht hinaus, aber sie wird wie inexistent, indem die Gewahrheit, die weiß, daß sie existiert, weil sie realisiert und indem sie das tut, nicht als Vorstellung bestimmt ist, daher sich sowohl in die Gewahrheitsform der Ideen in weitester Ewigkeit finden kann als auch in solche Raisonnements, die mit der Vorstellung argumentieren diversester Form, als Anschauung abstrakter Art wie in der Monadenlehre, als Empfindung im Existenzialismus usw. Das ist divin! Denn niemand, der nach dem philosophiert (oder, genauer gesagt, philosophisch raisonniert) und dabei nicht konzeptio

10:07 - 17 October 2007 - post comment


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