PHIhihihi
<%PostCommentPage%> <%PhotoAlbumPage%> <%ProfilePage%>

un certain sens (von 1994)

Posted in nicht spezifiziert
Zu erwähnen, daß ich die Glocken nicht gehört hätte, wäre die Atmosphäre nicht für über eine Stunde vollkommen still gewesen. Nur der Vogel rief mich manchmal, und zu einer Zeit sprachen wir ein paar Flötentöne lang miteinander, eher still - das Tier hört sehr fein. Manchmal brauche ich meine Antwort nur zu denken. Ein sehr intimer, feiner kleiner Geist. _________ Die Maus hat schwer gearbeitet und das Loch unter der Wand ausgehoben und erweitert. Fast spaßig, das zu sehen. Die Amseln lassen sich dankbar mit Korn vom Silo füttern, machen ein wenig Theater darum usw. Und dann pickt eine sehr ordentlich, wie ein kleiner Automat, und denkt mir zu, da sind sie erkenntlich. _________ Flogen vorgestern in der frühen Sonne und zeigten die grau durchleuchtenden, sehr feinen Fächer ihrer Flügel. Wer das malen könnte... _________ Das Wort ‚wih’ klang über der Kirchenstille wieder an. Nebenher wurde mir bewußt, wie ziemlich viele Menschen in der Feuerhöhle der Brücke schon bei mir gewesen, nicht nur hindurchgegangen sind. Die nicht zu zählen, die nur herblicken von der Brückenrampe (Sternenschädel), sind es bestimmt 40 - 50 oder mehr. Die kann man sich als alle zugleich gegenwärtig vorstellen, dann ist der Raum schon recht voll. 30 Pferde, 10 - 15 Hunde. Eine Amsel tat, als wenn’s schon wieder Käfer gäbe. Am toten Kaninchen (sehr naß geworden) wird weiter gefrühstückt, in sehr kleinen Portionen (Herzhöhle). Vielleicht die Meisen. Die Maus wäre zu klein, würd schon ganz im Rippenloch verschwinden. _________ Mo. 6:35 Aha. Vielmehr 6:40. Koliken wie wahnsinnig. Ich weiß, wann der Zug da ist, es ist aber nicht mehr dasselbe Muster von Klöppelbewegungen unter den Wagen, was mich weckt. Der Bahnhof ist nun fast fertig, und vor allem sind die Schienen auf den letzten 6 Kilometern neu. Der Zug gleitet einfach hinein und rollt nicht mehr über die alten Weichen, die ihn so bedeutend kennbar hin und her schuckten. Für nun sind’s die Lichter, woran zu merken ist, daß wir da sind. Hoch über der Stadt ein Mond, ¾ - , ein bißchen wie ein Flußmädchengesicht, rund, sentimental, mit einem Strang glatter Haare schräg über die Stirn dort wo der Schatten ist. _________ ‚crize’ steht mit flotter dummer Hand an den Beton des Treppensturzes gesprüht. _________ Radiotest. Oh ja. Hier gibt’s einen Sender, der spielt den ganzen Tag lang klassische Musik – da MUSS einfach gelegentlich etwas Richtiges dabeisein. _________ Noch in Köln, den Abend zuvor: ich hab’ mir eine Tafel Schokolade aus dem Automaten gezogen, sitze auf dem Bahnsteig und esse sie, da kommt ein runder, kräftiger Afrikaner vorüber. Ganz von der Schokoladenseite Afrikas. Charakter. Dann gehe ich den Bahnsteig hinaus, er steht da zwischen den Menschen, gutgelaunt, und macht mit seinem linken Bein eine Boogie- Tretbewegung, ein Ruck aus dem Lendenmuskel, der das ganze Bein schlackernd fest hochschnellen läßt nach vorn, von der flachen Sohle weg. Er spielt mir den Absatzautomaten, aus dem die Tafeln unten weg flach herausfliegen. _________ Was die meisten jungen Menschen dazu bringt, dies oder das sein zu wollen (per Raison), scheint oft zu sein: die Form. Das Formative bestimmter Typen- und Lebensbilder - in Ermangelung echter, eigener Lebenserfahrung wählen sie einen Weg, sich als Typ in einem dazu gehörenden Horizont aufzubauen, oder aufbauen zu lassen. Das ist die einfachste Weise. Es dauert sehr lange und kostet viel auf dem Wege von Irrtümern, seine eigene Idee von sich und der Welt herzu zu gestalten - und zu behaupten, vor allem. _________ Mozart? Ach der. Manchmal macht er pure Musik, aber meist, scheint mir, frottiert er sich nur mit Notenpapier. _________ Gothenstadt: die machen Musik weniger um der reinen Kunst willen als vielmehr, um Fingerfertigkeiten und Koordination sinnfällig zu exerzieren. Und die Musikstücke, die sie haben, sind danach. _________ Es wird Abend (Di. ) und gibt partout nichts zu bemerken. Paris besteht aus lauter trostlosen Typen, alle Karikaturen ihrer selber. Mein Blick hält sich an diffusen Lichtbändern, Reflexen in der Edelstahltür. Was sind die, Schattenanimateure irgend eines Zwischenreichs... _________ Mi. Es sollte klar sein, daß der Begriff der Freiheit, wie er bei diesen buddhistischen Erörterungen anklingt, eng zusammenhängt mit der Beweglichkeit der Augen in einem sonst reglosen oder anderweitig engagierten Körper. Frei ist der Mensch dann, wenn er zwanglos über die Beweglichkeiten seiner Augen verfügt. Karma und Samsara sind die Zustände, wo er das nicht kann bzw., wo er leidet, und daher nicht sieht, weil ihm die Nöte dazu keinen Geist lassen. _________ In der Physik ist der Äther kein Begriff mehr. Aber im Psychokosmos wäre es manchmal ganz gut, ein Bezugssystem immaterieller Art zu haben, vor dem Bewegungen und Veränderungen abgehoben wären von allen Nur-Relativismen. Diese sind eigentlich nur im Soziotop interessant, indem dort jede Veränderung die Empfindungen aller beteiligten Subjekte readjustiert. Or so. _________ Villette. Gesichtspunkt: Die intensive Interaktion dieser Menschenmengen, bei dem allgemeinen Akzent auf Moral (die Mediokren, die meisten, sind NUR moralisch - aber wie!) bringt es mit sich, daß sich die Selbstwahrnehmung polarisiert: die eine Seite meiner selbst (und auch dessen, was mich umgibt) ist mir exclusiv erkennbar, und die Abseite dazu ist es nicht. Daran z.B. hält sich deren Moralität hier, sehr. Das nutzen sie geradezu aus, in Gegenseitigkeit, daher oft diese Bissigkeit, auch Vanität ihrer Argumentationen. Die Touristen erkennst Du an dieser aufgekratzten Naivität, wo die Augen einfach obendrin schwimmen - die sind ihrer Erscheinung oft völlig unbewußt, müssen sich dafür an Gefährten halten, die sie erkennen können, schauen aber meist auch nur ungern über deren Gesicht hinaus. Die merken sehr genau, wie grell die Moralität dieser Stadt ist. _________ Gewühl, Samsara mit Gähnkichern. Einziger Lichtblick gelegentliche, einzelne Mädchen, deren Teint, Haut und Gesichtsschnitt anzusehen ist, daß sie aus irgendwelchen Dorflandschaften sind. In manchen Städtchen und Dörfern hat das sehr eigentümliche Typen, irgendwelche althergekommenen Familiengesichter, ganz was anderes als die öden Suppengesichter dieser lüsternen Stadt. _________ Tolles Stück aus der Philosophiegeschichte, paßt gut in moraille Landschaft wie diese: Philon, ein Jude aus Alexandria, sagt: Du bist besessen von den Menschen, Du bist besessen von Gott (guter Blick den sie da haben durch eine recht lebhafte Welt. Der Atem des Meeres - was mach ich in dieser sumpfigen Flußgegend, verflucht!) (Ich lese: Philon) der Geist der Menschen also, und der Geist Gottes. Beide wechseln einander ab. Der Erkennende, beidem ausgesetzt, ist wie ein Stück Land, wie ein Platz. Die Menschen, soweit es den Philosophen angeht, formen an seinen Perzeptionen, gestalten seine Erkenntnisfakultäten in der und der Weise. Wo sie nachlassen oder fortgehen, kommt der Mensch wieder in Gebrauch derselben, und nun erwidert er der Welt mit ebensolcher Gewalt, wie er sie hat auf sich einwirken sehen - in autonomer Gestaltung seiner Raison, wie in ihm selbst sie sich zusammenfindet - das nennt er den Geist Gottes. Das ist: logos. Man könnte ihn beneiden darum. Mit 17, 18 Jahren hab ich den Geist so erlebt, ich konnt reden bis daß es fusselt, und eines fügte sich zum anderen. Aber dann sollte ich ein Leben führen wie’s hier alle tun, und damit war’s dann vorbei. Ich mußte allen Willen, allen Geist aufbringen, mich zu verweigern, und welche Geistesarmut ich da zur Gesellschaft bekam, Du kannst es Dir nicht denken. Wo ‚Geist’ allgemein solch eine genügsame Gemütlichkeit ist, bei Denen, oder ein bissig moralisches Gefecht bei Diesen. Hast Du da nichts beizubringen, beispielgebende Dominanz z.B., siehst Du noch schlechter aus als mit nur schlechter Gesellschaft. Doch wie bemerkt: das ist der Geist der Menschen. Derer, die jede selbständige Regung fürchten. _________ Zuvor, aus dem Ägyptischen, der Begriff des Mâât, was so etwas ist wie der Originalgeist, der sich die Welt richtet in Unfehlbarkeit. Anklänge an einesteils: Tao, und, natürlich, christliche Ideen von der divinen Originalität des Erkennens & Bewirkens. _________ Alte Schule: Arbeiten (Garten, Haus)// Essen// Betrachtung. (Lehre. Geist.)// Was kann noch sein! _________ Mâât ~ Atman. Kann man sagen. _________ Weiter: Platos Konzept vom Wiedererkennen (in diesem Rayon zu sehen Nietzsches ewige Wiederkunft) ist ein toller Witz, allerdings. Da lacht etwas wissend in mir, unter dem Hals. Es ist etwa derselbe bewußtseinssteigernde Trick wie der, alles Wahrnehmbare, Wahrgenommene für eine Halluzination, für Illusion zu erklären. Auf einmal kannst Du die Dinge & Wesen anschauen ohne den Schrecken, die Furcht, welche - da hat er schon recht irgendwie - in sich ja schon Anzeichen eines Wiederkennens sind. Das einmal in ein logisches Statut gebracht, kann der Blick die Erscheinungen genau, d.h. objektiv betrachten: was ist es, das ich darin wiederkenne. Eine solche Betrachtsamkeit , wie das meiste bei Plato, ist nicht kritisch. Er sondert die Dinge nicht nach Phänomenen, sondern sieht ihnen Wesen hinzu, das sie im Blick ganzmacht, vervollkommnet, und dabei orientiert er sich nicht nach Phasen der wirklichen, physischen Existenz der Dinge, sondern nach der Idee usw. das kann man nicht verfehlen. Das Wiedererkennbarste ist das Konzept des Wiederkennens. Deswegen das Gelächter. Gastmahl: Eros = Verlangen (nach Verwirklichung). Fein fein. _________ Dann bin ICH mal schlau: womit umgeben sich diese Geister (das nun eher allgemein) - in welchen Kosmos stellen die sich? Um was damit zu sein, zu tun? Ein Horizont, Wesen, Geste. Geste z.B. das Erzeugen von Büchern. Wesen: Art und Weise des Umgangs. Das Raisonnieren dieser Geister will offenbar nicht die Welt bewegen, sondern zur Ruhe bringen, im erkennenden Blick. _________ Fast auffällig, wie Nietzsche und Kierkegaard sich bei Plato bedient haben. Kierkegaard z.B. und die insignifikanten Ereignisse auf der Peripherie seiner Existenz - das wirkt wie eine Wendung des Höhlengleichnisses, desgleichen die Ironie, die er auf alles & jedes Vordergründige wendet... _________ Moral, oder was ist diese Bewußtheit, das Ausgesetztsein an Menschen, in deren Bewußtsein ich mich nicht so einprägen kann, daß sie über den kürzesten Anschein hinaus mir Wirklichkeit zugeständen - ich kann solchen Menschen nichts erläutern, ich kann in solchen Menschen meine Lebens- oder Daseinsfigur nicht aufbauen, elaborieren, so verdeutlichen, daß das Abbild meiner Erscheinung in ihren Bewußtheiten selber lebendige Gestalt gewänne über die aktuale Anwesenheit hinaus - ODER DIE MORAL, welche eine allgemeine Matrix des Menschen- und Weltbildes unterhält, in der die realen Erscheinungen Wirkung haben, begrenzterweise. Die Konventionalität der hiesigen Moralen (es gibt deren mehrere, wie Menschenarten, Berufe, Befindlichkeiten gegeneinander) kommt daher. Das, was Moral für wirksam real erkannt hat, kann man sein ( = verkörpern) und in den Grenzen seines Verstehens und Vermögens animativ beleben. In diesem Zusammenhang wieder der hiesige Gebrauch des ‚Symbolischen’, indem das der moralischen Wahrnehmung ‚von etwas’ Signifikanz & Tiefe gibt, relativ. _________ Symbol, 3 Begriffe: _________ - das Anzeichenhafte für einen komplexeren Sachverhalt: die Radikalität eines ionisierten Atoms ist symbolisch für einen bestimmten Zustand der Elektronenhülle. _________ - exemplarisch: ein Individuum, das in Frankreich deutsch ist, verdeutlicht den Menschen hier Wahrnehmungen, die mit seiner Identität als Selbst nicht notwendig positiv zusammengehören. _________ - explikativ: „Dieser Stein sei nun die Sonne – und jener die Erde, und das Sandkorn ist der Mond“ Symbolische Itemisation. _________ Die Griechen haben doch in schon recht umfänglichen Städten gewohnt. Deren physisches Bild, aus einer gewissen Ferne und Höhe betrachtet, zeigte im Gefüge seiner Formen bestimmt dann schon diese Gesichter und Linien, die auch an heutigen Stadtflächen erkennbar sind, wenn man nur danach schaut. Auf einem guten Aussichtspunkt, in gesprächiger, gesättigter Ruhe, muß denen manchmal aus dem Weichbild etwas entgegengelächelt haben, wie sie’s selber gerne tun. Dann reden sie miteinander vom kosmos und meinen, da WILL etwas ganz sein und sich im Erkennenden als das Gute verwirklichen. Häng nicht so mit Deiner Nase an der Schrift - die geben Erkenntnisse nur wieder aus ERLEBTEM. Aber die heurige Idee vom Zusammenhang des Erlebens & Schriftenmachens reduziert sich ohnehin auf den Roman, und featurehafte, gehobene Kolportage. Ah! _________ Weiterer Brouhaha aus näheren Jahrhunderten. Amüsant. Ein Lachen, das nur ich selber wohl höre, in der Brust. Philosophie der Froschschenkel. Auf einmal spüre ich alle Nerven in meinem Körper / in meinem Leib - eine bestimmte Art, kurz zu lachen vor die Thymusdrüse macht sie spürbar, wie kalte Adern. _________ Der-Mensch-als-Lehre, verstehe ich eine Idee aus dem Gewühl von Positivismus, Kantianismus, Phänomenalismus, Pragmatismus - irgendwann wandte sich das Erkennenwollen fort von der apodiktisch-schlauen Welterklärung, und schaute nach dem Menschen. Das beginnt bei den Griechen wohl schon mit Diogenes & Sokrates, wurd dann wieder verwischt, bei Plato, verholzte bei Aristotelis. Die Lehre, meist, war das, was man dem Menschen hinzugab, und dazu bedurfte es der Wahrer, welche die Lehre um ihrer selbst willen betrieben. Das deutet sich ja schon in Platos Willen an, den Staat von Philosophen regieren zu lassen. Über längeres Nachdenken aber, in der Form von Moralistik und allgemeiner Gesellschaftslehre (das Wirtschaften, die Eigenschaften des Menschen an sich) kam es dahin, daß man Modelle erdachte der menschlichen Befindlichkeit, als Individuum, erkennendes und handelndes, die man den Individuen allgemein erklären konnte so, daß sie an modellhaften Menschenbildern abstrakterer Art - Lehren also - ihr eigenes Erkennen und Tun messen konnten. Was wiederum in seinen Widerständen und Auswirkungen den Philosophen & den Wissenschaften zu beobachte, zu betrachten und zu denken gibt. Das beginnt mit Denkern vor (Descartes, Pascal, Spinoza, für Beispiele) und in der Aufklärung, woher weiter der Weg in die Psychologie & Soziologie führt. Eben störte mich ein logische Spiel am Beginn des Artikels zu Melissos, einem alten Griechen, der auch etwas gesagt hat. Dort wurde die ® Sphäre ontologisch dichtgemacht, indem ihr, daß sie begrenzt & nicht unendlich ist, ein Begrenzendes hinzugedacht wurde (etre & neant, solche Glubscher) - das empörte mich spontan so, ich mußte doch erst mal einen Kaffee drauf trinken gehen. Hier aber kommt es damit weiter: nicht nur die Philosophie beschäftigt sich mit dem Menschen, insoweit er lehrbar ist, sondern vor allem, in einem alten, guteingespielten Spiel, die Moral. Und der kommt solche Wissenschaft gerade recht. Gibt ihr das doch Mittel an die Hand, auf jede externe, metaphysische usw. Herleitung ihrer Postulate zu verzichten und den empirischen erkennenden Menschen - den der selbsthaft inkorporierten Lehre - mit Empirismen zu versorgen, die ihm zu denken geben - in IHREM Sinne - solch philosophisch gebündelte Integrität kommt ihr da nur zu recht, man kann von daher die Gesamtheit der erkennenden Subjekte zum Depot erklären des notwendigen moralischen Meinens, dem sie’s gibt, und die Einzelnen können ihr nicht einmal ausweichen in eine religiös oder mystisch definierbare Verhaltung, die sie der Notwendigkeit direkten oder unmittelbaren Reagierens ent-zö-ge. Was Wunder, in der Folge machte sich das auch politisch bemerkbar - Zeit der Totalitarismen, die weit über das bloße, atavistische Bedürfnis nach Grausamkeit hinausgingen - die sind systematisch, und besorgen den Subjekten Sinn. Drauf dann, etwas netter grinsend, die nun überall erkennbaren Machenschaften zur Formung des allgemeinen, öffentlichen Bewußtseins, von der gewöhnlichsten Demagogie, über die Reklame, in die Medien, die immer unverschämter verkünden, wieviel geistige Selbstaufgabe sie von den Subjekten erwarten, weil sie das ja zu motivieren wüßten - „hier, sehen Sie selbst“. So. Und jetzt darfste mal denken. _________ ...alle Körpernerven. Zuvor glibberte mir über irgendeinem Stück Text, indische oder welche Philosophie betreffend, rechts und links das Rückgrat hinab - da ist eine eigentümliche Nerven-Muskellinie. Auf einmal war die ganze gewundene Zähigkeit draus, die einem durch die Suggestivität des Ringens all der Schattenriesen in den Augen entsteht. Gleichzeitig erscheint das für einigermaßen unglaublich, was an Komplexitäten körperlicher & psychischer Verhaltungen es verursacht, läßt man diese begrenzte Menge empfindender Nerven (im Körper), ein paar Sinneseindrücke, und ein unterbeschäftigtes Gehirn mit der Weltgeschichte allein - phantastisch, wie drunter & drüber das geht. Einziger Anhalt: das logische Pendel, dem in den diversen Philosophien gewiesen wird, wie sich das halten und renken läßt. Wenn also die Moral nichts zu denken läßt... _________ Die Perzeption Gottes, oder des Göttlichen, finden sie, nach dem Scheitern aller Beweise, für suggestiv, und suggestibel. Wie ein Doktor, der sagt: nehmen se das, dann geht es Ihnen zumindest subjektiv besser. Und objektiv ist es gut für die Moral. _________ Weiterhin evolviert, die Moral brauche etwas Absolutes (nicht unbedingt ‚Gott’, aber ETWAS) wie die Mathematik (sei genau: die Arhythmetik!) die Null. Nein, wahr! _________ Man sieht, wie die europäische Philosophie sich mit der empirischen Wissenschaft um die Wette entwickelt. Saumpferd, und Zaumhalter. Wer weiß, wofür das ist - das Pferd? _________ Bei dem kurzen Erstaunen über die Naturlaute, die in den indogermanischen (vermeinbaren) Ur-Worten anklingen, kam merkwürdigerweise Heidegger wieder ins Bild, seine Gesichtsmaske in dem Dunkel, aus dem diese fernen Laute bis in diese Gegenwart klingen. Da macht er Sinn. Da laufen Linien aus der alten Ferne von Menschen- und sogar Tierdasein her in diese Gegenwärtigkeiten jeder aktualen Zeit – mit denen einher hält sich ein archaisches Halbbewußtsein, in dessen Grund die Sprache vor allem Heideggers ruht, und demgemäß das damit mögliche Denken. _________ Dann erschien er noch einmal, in der wih, der Stille, die ich da unten in dem belebten Kirchenraum zu wissen verstand – was er ‚Sein’ nennt, das ist zum einen dieses in der allgemeinen, GEWOLLTEN Stille bei sich seiende, erkennende Subjekt, und das, was ihm in diesem Zustand seelischer Sammlung wahrnehmbar ist. Darin ist er ziemlich germanisch. Der Kult in seinen Formen und Eigengesetzlichkeiten ist eines, aber der lebende Geist der Menschen, die ihn tragen, ein ganz anderes. Wenn sie stille sind, sind sie die alten Heiden, denen solch ein kultischer Rahmen für ihre wih gerade rechtkam. Das ist ein Kleid, doch darin ist ein Leib. Der zeigt sich auch in anderen Dingen, in der Langsamkeit der Sprache, dem düsteren Blick, der Weigerung, andere Sprache zu nehmen und zu sprechen, als ihnen von klein auf in diesem selben Horizont auf den Leib gewachsen. Ich, im Verhältnis dazu, kann mich nur als Vogel bezeichnen. Frißt überall, sieht überall, spricht die Sprache jeden Windes, den er kennt. Die echten Vögel finden das korrekt und erzählen mir Geschichten. _________ Wie gewisse, geistigere, funktionalere Archetypen mit dem Herzen immer in Zusammenhalt gebracht werden - nur metaphorisch, aber bezeichnend. Es ist wieder die Gegend in der Tiefe der Hirnrinde, wo nicht nur die dauerhafteren Abbilder der äußeren Dinge wesen, sondern eben auch die Empfindungen, die der Mensch immer und jederzeit hat. Die Steuerung von Herz und Atem liegt am Hirnstamm, aber beide machen dem Menschen doch sensible Wahrnehmungen am Grund seiner Bewußtheit, können von daher gesteigert und zum alleinigen Inhalt der Bewußtheiten gemacht werden, usw. _________ Die einfachste Definition von ‚Symbol’ findet sich wohl darin, wie Cassirer die Sprache, Kunst usw., die symbolischen Formen angeht. Ein Symbol ist etwas, das etwas anderes eineindeutig repräsentiert. No less, no more. _________ Dann hoppeln wir bis Dilthey, und da wird etwas ahnbar, etwas Absolutes, das sie oft streifen, aber nie wirklich ganz zusammenkriegen: daß einer einen Text schriebe, der vom Erkennen und von der Erkenntnis handelt, indem, was er dazu an Worten, an Bedeutungseinheiten gebraucht, sich am Gebrauch der Worte im Text unmittelbar beweist – unmittelbar, doch nicht direkt, da man den Text dazu drehen und betrachten müßte wieder und wieder, wie ein Bällchen aus zerknülltem Papier, das sich selbst erläutert... _________ und damit zugleich ein Ende Erkennens & Wissenschaft. _________ ...und Feierabend. Womit beweise ich, daß ich Mensch bin! Mit meiner Körperkonstitution?? Da lachen ja die Tiere (und erzählen nur noch Witze. Eh, hast Du den schon gehört??) (gehört soviel wie: vernommen, begriffen - die Sprache der Kühe, der Katzen, der Vögel. Welche Sprache die Frauen sprechen, konnte ich noch nicht finden. Eine menschliche wohl, aber elementarer.) (Dingdong. Atavistische Philosophien. Rudimentäre / partielle / usw.)... _________ Lire (donc ecrire) afin d’alleger la conscience. Um nun den Finger an die Nase zu legen (Metro. Gothenstadt. Vorher einen langen Kuhblick die Chaussee hinauf geschickt. Gucken - ja. Aber durch das Gewühle GEHEN?!! Immerhin recht bunt. Und ein Metzgerladen in mittlerer Ferne, Leuchtreklame blinkend: rot - Stierkopf. Grün: Schweinskopf. Es ist aber Feierabend.): Conscience, was will das heißen! Mitwisserschaft der anderen Subjekte im Selbst? Kritische Schriften, Mystik, Logik. Unablässiges Gegenwartsbewußtsein? Da vielleicht diese neuere Philosophiegeschichte. Wissen um Dinge, um die Welt überhaupt? Warum schreibst Du nicht selber! Das weckt Nerv, wo Andere ganze Zeitalter verschlafen. _________ Fand ich, beim Überdenken mancher Sätze Sankaras hebe sich für Momente die Illusion im Bewußtsein wie gezupfte Hautflächen? Nun, das verwendet er selber, als Metapher, etwas anders, woanders. Die Oszillation des philosophischen Erkennens, wie prallender Schall manchmal, wie man es erkennen kann, betrachtet man das Gesamtphänomen philosophischer Welt- und Geistbetrachtung über die Zeit, hat in etwa denselben Effekt, aber, eben, viel gigantischer, titanischer in der Totale, nicht auf ein solches Individualbewußtsein wie das des S. begrenzt und seine allfälligen, einfachen, begreifbaren Dingbeispiele. Diese Philosophen müssen manchmal ganze Bergseiten abtragen, wollen sie dem Gewicht herkömmlicher Meinungen auf die richtige Seite helfen. Manchmal deuten sie diese Aufgabe auch nur an, und Jahrhunderte, ihretwegen, mögen die wahre Arbeit besorgen. Und dann beginnt jedes Original eine neue Arbeit. Das berührt die gewöhnlichen Leute nicht so. Solche Veränderungen erwartet man nicht in seinem (geistigen) Leben. Wogegen die Mystiker einem aus dem Moment heraus über die Wirklichkeit hinaushelfen, es braucht nicht einmal der Worte. Von den Philosophen nehmen sie allenfalls den Nippes, das, was ihrem ruhigen Verständnis bequemt. Philosophie, allemal, ist eine anerkannte und erkennenswerte Kulturleistung. Mit den Tieren muß ich reden nach ihrer Art. Aber den Menschen, denen kann ich was erzählen!! _________ Den EIGENTÜMERN der Symbole, der Formen! _________

09:30 - 5 April 2008 - post comment


Last Page Next Page
Description
leichte Bedachtsamkeiten einer irren Zeit
Home
User Profile
Archives
Friends
Recent Entries
- Oyje
- offpage...
- un certain sens (von 1994)
- Spanjodler
- Ah komm, eh...