Kiel

Laboe

{ 8:41 AM, 2 April 2007 } { Posted in Kiel und Umgebung } { 4 Kommentare } { Link }
Dieses Wochenende stand ja eigentlich ganz im Zeichen der Begutachtung der Good Practice Projekte. Doch als Abwechslung habe ich einen Ausflug nach Laboe auf die andere Seite der Kieler Förde unternommen.


Zuerst ging es mit einer der kleinen Förde-Fähren auf die andere Fördeseite.


Danach mit dem Rad der Küste entlang Richtung Norden nach Laboe und deren Steilküste zur Ostsee. Dabei habe ich erfahren, dass
  • es hier noch einige wenige Salzwiesen gibt mit ganz spezieller Salz-resistenter Flora,
  • dass der Nordostseekanal mit seinen knapp 100km die meist befahrene künstliche Schifffahrtstrasse der Welt ist: dauernd fahren Kontainerschiffe rein und raus
  • dass im Laufe des 2. Weltkrieges das Äquivalent der halben Bevölkerung der Stadt St.Gallen in U-Boot-Konserven auf den Meeresgrund geschickt wurde,
  • dass es in U-Booten noch viiiiel enger ist, als dies im Film "Das Boot" zum Ausdruck kommt
  • und dass Hundebesitzer sich wenig um die Brutgebiete der hier temporär ansässigen Vögel wie dem Oyster Catcher scheren.


Deutsche Bildungsstandards

{ 3:43 PM, 30 March 2007 } { Posted in Fachdidaktik } { 1 Kommentare } { Link }
Nach jahrzehntelangen Versuchen mit mässigem Erfolg, Unterricht mit Hilfe von Lehrplänen über den Input zu steueren, gehen immer mehr Länder dazu über, den Output über Bildungsstandards zu erfassen. Während in der Schweiz diesbezüglich das Projekt HarmoS langsam aber sicher Form annimmt, hat die deutsche  Kultusministerkonferenz KMK (deutsches Pendant zur EDK) Ihre Bildungsstandards bereits Ende 2004 herausgegeben. Ein speziell dafür gegründetes Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen ist nun dabei, die entsprechenden Tests zu konzipieren.

Kleines "who's who" der deutschen naturwissenschaftlichen Fachdidaktik

{ 10:49 AM, 30 March 2007 } { Posted in Fachdidaktik } { 0 Kommentare } { Link }
Nebst dem IPN hier in Kiel gibt es in Deutschland noch eine Reihe weiterer interessanter Institute, welche Naturwissenschaftsdidaktiische Forschung betreiben. Hier eine unvollständige Auflistung von Institutionen, denen ich im laufe meiner Arbeit hier immer wieder "begegnet" bin, sei es, weil sie auf Postern stehen oder beim Mittagstisch erwähnt wurden etc.:


OL in oder besser gesagt um Kiel

{ 1:26 PM, 29 March 2007 } { Posted in Kiel und Umgebung } { 0 Kommentare } { Link }
Tja, ich kann's natürlich auch hier nicht lassen, meinem Hobby, dem orientierungslaufen zu frönen. Da es in Kiel selbst keinen OL-Club gibt, wird das etwas aufwändiger. Um an einem Trainings-OL teilzunehmen muss ich zuerst eine knappe Stunde mit dem Rad nach Preetz radeln, dann eine gute Stunde mit dem Auto fahren, dann kann ich für eine gute Stunde einen OL in recht flachem, aber sehr schönem Gelände fast ohne Jungwuchs aber mit vielen Wildtieren geniessen (bin einmal beinahe auf eine Wildsau getreten ...), um dann wieder mit dem Auto zurück gefahren und als Dessert noch einmal eine Stunde per Rad nach Kiel geradelt.

Bei gutem Wetter ist das Radfahren eigentlich ganz nett bis sehr schön. Denn die Gegend hier um Kiel ist geprägt von feldern und Hecken und zahlreichen grösseren und kleineren Seen. So kam ich denn gestern in den Genuss einer herrlichen Abendstimmung auf dem Damm des Postsees:



Bücher, soviel, dass ich sie nicht tragen kann ...

{ 8:52 AM, 29 March 2007 } { Posted in IPN } { 0 Kommentare } { Link }
Die Tatsache, dass Professor Bayrhuber in den Ruhestand geht, hat für mich konkrete Vor- und Nachteile:

Vorteil: Er verschenkt zahlreiche Bücher, die er nicht mehr will.

Nachteil: Wie soll ich das alles transportieren !

System Erde

{ 8:30 PM, 28 March 2007 } { Posted in Fachdidaktik } { 1 Kommentare } { Link }
Habe heute noch die letzte gelegenheit beim Schopf gepackt und mir von Sylke Hlawatsch, der Projektleiterin von "System Erde" dieses Projekt höchstpersönlich noch einmal vorstellen zu lassen. Das Projekt ist für mich insofern interessant, als dass es fächerübergreifend angelegt ist. So könnte ich Teile daraus mit den Studierenden in der Bereichsdidaktik N&T durchspielen, um ihnen eine Idee zu geben, was "fächerübergreifend" eben bedeuten könnte. Zudem ist eine interessant gemachte interaktive CD-ROM ein integraler Bestandteil des zur Verfügung gestellten Materials und spricht natürlich meine eLearning Seele an. Wer diese bei mir ausleihen möchte, nur zu. Ist natürlich für Geografie und BD RZ sehr interessant. Weiter gibt es Berührungspunkte zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung BNE. Und schliesslich wird zur Vermittlung ein systemischer Ansatz gewählt, womit der Bogen zum Systemdenken wieder geschlagen ist.

PS Es gibt auch ein Buch mit CD für die Primarstufe, die man selbstverständlich auch bei ausleihen kann.

ReCoil - Resources for Collaborative Inquiry Learning

{ 3:02 PM, 26 March 2007 } { Posted in eEducation } { 0 Kommentare } { Link }
Thorsten Bell war weiter im EU-Projekt ReCoil beteiligt, welches über ein ein webbasiertes Portal Zugriff auf Lernobjekte zu kollaborativ-forschenden Lernen im naturwissenschaftlichen Unterricht anbietet.
Die ursprüngliche Idee im Vorgänger Projekt CoLab war viel ambitionierter, wollte man doch eine Plattform bereitstellen, die es Lernenden aus verschiedenen Schulen ermöglicht hätte, gemeinsam online Versuche und Simulationen durchzuführen.
Mit ReCoil ist man wieder etwas auf den Boden der Realität zurück gekommen. Unter dem AccessPoint finden sich verschiedene Java basierte Lernobjekte, welche kleine naturwissenschaftliche Lerneinheiten darstellen. Der methodische Schwerpunt liegt dabei auf kollaborativem, forschenden Lernen. Wenn man sich registriert und einige Beispiele anschaut, dann stellt man fest, dass das Umsetzen dieses Ansazes nicht in allen Beispielen gleicht gut gelingt.

Thorsten Bell und Struktursprinzipien der Selbstregulation

{ 2:48 PM, 26 March 2007 } { Posted in Systemdenken } { 1 Kommentare } { Link }
Hab mich heute mit Thorsten Bell von der Physikdidaktik getroffen. Thorsten hat u.a. Lerneinheiten zu selbstregulierenden Modellsystemen entwickelt. Lernende werden dabei aktiv bei der Modellbildung unter Anwendung systemischer Prinzipien angeregt.

Interessante Erkenntnisse seiner Studien:
  • Ideal ist ein alternierender Prozes, in welchem sich Phasen der Wissenskonstruktion mit Reflexion (idealer Weise angeleitet) abwechseln.
  • Grafische Darstellung ist enorm wichtig, wenn möglich von den Lernenden in Kooperation erstellt.
  • Grafisch dargestellte Strukturprinzipien bleiben recht lange im Gedächtnis erhalten, müssen aber nach einer gewissen Zeit wieder mit Bedeutung gefüllt werden. Sprich: die Lernenden identifizierenselbst nach mehreren Monaten Strukturen wie Rückkoppelungskreise in einem System, brauchen aber wieder etwas Zeit, um die Bedeutung zu erfassen.
  • Die qualitativen Systemstrukturen werden von den Lernenden rasch einmal erfasst, um sie aber auf konkrete Fachinhalte anzuwenden, bedarf es fundierten Fachwissen.
  • Die meisten Lernenden müssen mehrere Beispiele durcharbeiten, bevor sie die systemischen Prinzipien auf selbständig auf andere Beispiele innerhalb derselben Domäne anwenden können.
  • Ein solcher Zugang braucht Zeit, die wir in unseren Bildungssystemen nicht haben


Entwicklung des Systemdenkens: aufeinander aufbauende Stufen oder sich parallel entwickelnde Niveaus?

{ 7:41 PM, 22 March 2007 } { Posted in Systemdenken } { 1 Kommentare } { Link }
Bin heute der Frage nachgegangen, wie Systemdenken im Laufe der Menschentwicklung entstehen könnte. Zur Debatte stehen ein pyramidales Modell und eine parallele Entwicklung:

Hierarchisches Pyramidenmodell
Ähnlich wie Piaget's Modell der kognitiven Entwicklung: Man erreicht erst die nächst anspruchsvollere Stufe, wenn man eine Ebene beherrscht.
Beispiel anhand der unten vorgeschlagenen Kompetenzbereiche des Systemdenkens:
Erst wenn man den Kompetenzbereich 1 (Modellbildung)sicher beherrscht, ist man überhaupt in der lage, die Zeitdimension zu erfassen.

Parallelentwicklung der verschiedenen Kompetenzbereiche
Man entwicklet sich gleichzeitig in allen verschiedenen Kompetenzbereichen und erlangt verschiedene Niveaus
Beispiel:

Während man im Bereich 1 (Modellbildung) noch auf tiefstem Niveau herumdümpelt, hat man im Bereich 2 (Zeit) bereits die höchste Stufe erreicht.

Tja, als guter Schweizer neigt man zu einem Kompromiss. Ist allerdings gar nicht so einfach. Vor allem die Bereiche 3 (Systemdynamisches Modellieren) und 4 (Homologieverständnis) stellen sich quer.

Systemdenken: Der 177. Versuch einer Definition

{ 10:44 AM, 18 March 2007 } { Posted in Systemdenken } { 0 Kommentare } { Link }
Nachdem ich nun die deutsch-und englischsprachige Literatur gesichtet, zusammengestellt und verglichen habe, schlage ich als Synthese der wesentlichsten Definitionsversuche folgende alles umfassende  Arbeitsdefinition von Systemdenken zur Diskussion vor:

Systemdenken:

Fähigkeit einer Person, reale, fächerübergreifende komplexe Problemstellungen als Systeme mit verschiedenen Elementen und Beziehungen unter Berücksichtigung von Dynamik und homologer Systeme beschreiben, zu rekonstruieren und zu modellieren. Weiter gehört dazu die Fähigkeit, auf der Basis der Modellierung Erklärungen und Prognosen unter Berücksichtigung von deren Eintretenswahrscheinlichkeit und der Modellgrenzen zu formulieren und Handlungsmöglichkeiten zu entwerfen, zu beurteilen und umzusetzen.

Entsprechend lassen sich zwei Kompetenzkomplexe mit vier resp. zwei Kompetenzbereichen unterscheiden:


Kompetenzkomplex A: Systemerkennung:

Kompetenzbereich 1: Modellbildung: Identifikation und Organisation von Systemstrukturen

Kompetenzbereich 2: Zeit: Erkennen dynamischer Zusammenhänge

Kompetenzbereich 3: Systemdynamische Modellierung

Kompetenzbereich 4: Homologieverständnis: Generalisieren und abstrahieren

 

Kompetenzkomplex B: Systemgerechtes Handeln

Kompetenzbereich 5: Prognosefähigkeit

Kompetenzbereich 6: Systemteuerung



Prof. Dr. Horst Bayrhuber geht in den Ruhestand

{ 1:07 PM, 16 March 2007 } { Posted in IPN } { 0 Kommentare } { Link }
Prof. Dr. Horst Bayrhuber, Leiter des IPN von 1996-2000 und immer noch Leiter der Abteilung Biologiedidaktik geht Ende März (!) in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin wird Prof. Dr. Ute Harms, zur Zeit Leiterin der Arbeitsgruppe Fachdidaktik Biologie an der Unversität Bremen. Allerdings muss der offizielle Ruf noch vom Ministerium getätigt werden und die lassen sich Zeit. Was für einige Mitarbeitende hier in der Abteilung Biologiedidaktik am IPN, deren Anstellung an diejenige von Herrn Bayrhuber geknüpft ist, das Leben nicht unbedingt leichter macht ...

CHEMnet

{ 3:05 PM, 12 March 2007 } { Posted in eEducation } { 0 Kommentare } { Link }
Und hier noch etwas für die Chemie-Kollegen:
CHEMnet ist eine Website von Sabine Nick. Ursprünglich ist diese Site für 1. Semestrige Studierende konzipiert, kann aber durchaus auch von Gymnasiastinnen und Lehrpersonen genutzt werden. Entsprechend dürften die Inhalte auch für PH-Studierende von Interesse sein.
Die Site ist wohl etwas textlastig, aber dennoch finden sich fachlich fundierte Inhalte rasch und werden teilweise auch gut multimedial unterstützt.

Gleicher Wein in verschiedenen Schlaeuchen?

{ 4:10 PM, 9 March 2007 } { Posted in Systemdenken } { 0 Kommentare } { Link }
Wenn man sich eingehender mit einer Thematik auseinandersetzt, so kann man sich früher oder später des Eindrucks nicht erwehern, dass verschiedene research communities sich eigentlich mit mehr oder weniger denselben Fragestellungen auseinandersetzen, diese aber unterschiedlich benennen. So auch im Falle von Systemdenken:

  • Da wären einmal die "originalen" Systemdenkenden, namentlich John Sterman, Lind Booth Sweeney, Barry Richmond, Günther Ossimitz etc.
  • Dann gibt es ein Forschungszweig, der sich mit "complex causality", komplexen Kausalzusammenhängen also auseinandersetzt. Zu nennen in diesem Zusammenhang ist das "Projekt Zero" mit Tina Grotzer und David Perkins von Harvard (müssten also eigentlich nicht weit von John Stermann und Linda Booth Sweeney entfernt sein ...)
  • Aus dem Deutschen Sprachraum beschäftigen sich - nicht zuletzt wegen PISA - verschiedene Gruppen mit "dynamischem Problemlösen" (sollte eigentlich eher als "Lösen von dynamischen Problemen" bezeichnet werden), als da sind Joachim Funke, Joachim Wirth und Eckhard Klieme.
  • Und dann gibt es da noch diejenigen, die sich mit "complex systems" auseinandersetzen, auf den ersten Blick also ähnlich wie die vorangehende Gruppe, allerdings aus der Ecke von computer science kommend. z.B. Mitchel Resnick mit "Lifelong Kindergarten", Uri Wilensky etc.). Diese schwören anstatt auf STELLA auf StarLogo, eine Weiterentwicklung von Seymour Papert's Logo.


Viel Statistik und wenig Probanden, ...

{ 11:52 AM, 9 March 2007 } { Posted in Systemdenken } { 0 Kommentare } { Link }
... aber interessante Ergebnisse einer Studie aus der Physik (Schecker et al, 1999)!

Es werden vier Repräsentationsebenen von Systemdenken  unterschieden, die auf 2 Anforderungsebenen (Modellerstellung und Modellinterpretation) operationalisiert werden. (S. 22):

1) qualitativ: Erstellen eines Concept Maps mit vorgegebenen Begriffen
2) halb-quantitativ: Concept Map plus ergänzender Text vorgegeben, Zeichnen eines Wirkungsdiagrammes mit gerichteten Pfeilen und Vorzeichen.
3) quantitativ: fertiges Wirkungsdiagramm vorgegeben, daraus Gleichungen erstellen resp. aus Alternativen auswählen.
4) systemdynamisch: Erstellen eines STELLA-Modelles aufgrund eines vorgegebenen Gleichungssystems

Ergebnisse:

  • Erfahrungen mit systemdynamischem Modellieren (=Experimentalgruppe) führt nicht zu besserem qualitativem und halb-quantitativem Fachverständnis.
  • Faktorenanalysen ergeben nicht-quantitative Indikatoren (Umgang mit Begriffsnetze, Wirkungsdiagramme, Stock and Flow STELLA-Modelle, aber nicht deren Erstellung!) als konsistenten Kernbereich eines Konstruktes "Systemdenken". Systemdynamische Modellerstellung trägt nichts zur Varianzaufklärung bei!
  • Steuerung des Computerspieles ist kein Indikator für das ermittelte Konstrukt, sondern korreliert mit der Fähigkeit, systemdynamische Modelle zu erstellen!
  • Systemdenken (definiert als oben erwähnten Konstrukt) korreliert domänenübergreifend, ist allerdings auch vom Fachwissen, nicht aber von der Intelligenz abhängig.
  • Systemdenken (definiert als oben erwähnten Konstrukt) muss als eine Kombination von domänenübergreifenden Kompetenzen und domänenspezifischem Verständnis konzipiert werden.
  • Für die Stärke des Transfers scheint weniger die Nähe der Ziel- und Quellendomäne als viel mehr die Ähnlichkeit der eingesetzten Denkmodelle (z.B. Wirkungsdiagrammen) ausschlaggebend zu sein.
  • Quantitatives Modellieren scheint keinen nennenswerten Einfluss auf Lernzuwachs oder Transfereffekt zu haben.

Schecker, H., Klieme, E., Niedderer, H., Gerdes, J., & Ebach, J. (1999). Physiklernen mit Modellbildungssystemen. Förderung physikalischer Kompetenz und systemischen Denkens durch computergestützte Modellbildungssysteme (Abschlussbericht für die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG). Bremen, Berlin und Bonn: Universität Bremen, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Institut für Bildungsforschung.


How to use a book

{ 10:17 AM, 8 March 2007 } { Posted in eEducation } { 0 Kommentare } { Link }
Damit Ihr euch ein Bild davon machen könnt, was ich so alleine in meiner Klause treibe:



All models are wrong

{ 11:49 AM, 6 March 2007 } { Posted in Systemdenken } { 0 Kommentare } { Link }

Einige Auszüge aus der "Jay Forrester Prize Lecture" von John Sterman, die sehr schön Potenzial aber auch Gefahr von Systemdenken aufzeigen:

"The concepts of system dynamics people find most difficult to grasp are these: All decisions are based on models, and all models are wrong. These statements are deeply counterintuitive. Yet accepting them is central to effective systems thinking. [...]
Recognizing the limitations of our knowledge, the ‘‘inevitable a priori’’ assumptions at the root of everything we think we know, is deeply threatening (Meadows 1980). How are we to make decisions if all models are wrong? The concept that there is no ultimate, absolute foundation for our beliefs, is so deeply counterintuitive, so threatening, that most people reject it as ‘‘obviously false’’ or become so dizzy with doubt that they run screaming as fast as they can to someone who claims to offer the Truth. Much of the misery people inflict on others arises from the arrogant belief that only we know the True Path, and the resulting intolerance and fear of any who profess beliefs different than ours. Fundamentalism, whether religious or secular, whether the unquestioning belief in an all-powerful deity, the all-powerful state or the all-powerful free market, breeds persecution, hatred and war. [...]
To help people open up to a new perspective, a new model, and change deeply entrenched behaviors, we must often first help them see the limitations of their current beliefs. Doing so is difficult. But even when we succeed, it is only part of the challenge. [...] We must strive for more: helping people develop the critical thinking skills and confidence to continually challenge their own models, to uncover their own biases. [...]
Developing the capacity to see the world through multiple lenses and to respect differences cannot become an excuse for indecision, for a retreat to impotent scholasticism. We have to act."

aus:
Sterman, J. D. (2002). All models are wrong: reflections on becoming a systems scientist. System Dynamics Review, 18(4 (Winter)), 501-531.

Bildungssystem im Zwiespalt

{ 11:35 AM, 5 March 2007 } { Posted in Fachdidaktik } { 0 Kommentare } { Link }
Hier ein Zitat aus der untenstehenden Studie*, das mir in die Augen gesprungen ist:

"The results of this investigation suggest that it is not enough to teach information about ecosystems. Too often, students will distort the information to fit with simple linear causal models. This finding is particularly important given teachers’ concern with making sure that students gain the information that they need to perform well on standardised tests."

Auf der einen Seite will das Bildungssystem Kinder auf das Leben vorbereiten. Das Leben ist komplex und man muss dazu strukturelle Kompetenzen wie beispielsweise Systemkompetenzen mitbringen. Auf der anderen Seite will dasselbe Bildungssystem mit standardisierten Tests ein Benchmarking ermöglichen. In Anbetracht der Tatsache, dass viele standardisierten Tests vor allem Informationen und Konzeptwissen testen (v.a Stellwerk, weniger PISA), gibt es hier aus meiner Sicht einen Widerspruch. Es bleibt die Hoffnung, dass HarmoS dies entsprechend berücksichtigt ...

*Grotzer, T. A., & Bell Basca, B. (2003). How does grasping the underlying causal structures of ecosytems impact students' understanding? Journal of Biological Education, 38(1), 16-29.

Interessante Harvard Forschungsprojekte

{ 10:07 AM, 5 March 2007 } { Posted in Fachdidaktik } { 0 Kommentare } { Link }
1. Understandings of Consequence
Dieses Projekt versucht S in naturwissenschaftlichen Fächern das Lernen zu erleichtern, indem nicht nur prozedurales Wissen und Konzeotwissen thematisiert werden, sondern ein besonderer Fokus
auf strukturelles Wissen, nämlich zu Grunde liegende Wirkzusammenhänge.
Wenn man die Curriculumsvorschläge überfliegt stellt man fest, dass diese sich mit unsere Ansätze von Systemdenken wunderbar vereinen liessen.
Zielstufe: Middelschool = Oberstufe.

2. Project Zero
Das Projekt konnte bereits seinen 40. Geburtstag feiern. Es zielt darauf ab, kritisches und kreatives Denken innerhalb von Fächern aber auch fachübergreifend zu fördern.
Leitende Forschende sind Tina Grotzer, David Perkins und Howard Gardner (der "Mann mit den multiplen Intelligenzen").


Probability: Umgang mit Wahrscheinlichkeit als 4. Element von Systemdenken?

{ 9:46 AM, 5 March 2007 } { Posted in Systemdenken } { 0 Kommentare } { Link }
Bei meinen Recherchen bin ich auf einen interessanten Review-Artikel* von Tina Grotzer gestossen. Es geht dabei zwar nicht explizit um Systemdenken, aber um das Verstehen von Kausalzusammenhängen.
Tina Grotzer und David Perkins schlagen eine Taxonomie mit 4 Dimensionen vor: 1) Agency; 2) Mechanism; 3) Pattern of interaction und 4) Probability.
Während man die ersten drei Dimensionen im weitesten Sinne in der von uns vorgeschlagenen Dimension "Elemente und Beziehungen" wiederfindet, ist die 4. Dimension etwas Neues, das in keiner anderen Dimension von Systemdenken auftaucht. Es geht dabei um den Umgang mit Wahrscheinlichkeit und Zufall, um das Verwechseln von Korrelationen mit Kausalzusammenhängen etc.
Ist das nicht gerade das Problem, welches bei der Klimaerwärmung vielen EntscheidungsträgerInnen zu schaffen macht? Ich denke, das Element "Wahrscheinlichkeit" sollte irgendwie in die von uns vorgeschlagene Kompetenz "Prognosefähigkeit" miteinfliessen.

* Grotzer, T. A. (2003). Learning to Understand Forms of Causality in Scientifically Accepted Explanations. Studies in Science Education, 39, 1-74.

Kieler Umschlag

{ 10:20 AM, 4 March 2007 } { Posted in Kiel und Umgebung } { 0 Kommentare } { Link }
Da geh ich doch nichts anhnend einkaufen und finde mich auf dem alten Marktplatz ins Mittelalter zurück versetzt! An diesem Wochenende ist nämlich der Kieler Umschlag. Dies ist ein Marktereignis, das bis in die Mitte des 15. Jahrhundert zurück geht. Heutzutage wird der Umschlag so begangen, dass nebst Jahrmarkts-ähnlichen Buden zwei Plätze nur mit mittelalterlichen Ständen und entsprechend kostümierter Bedienung ausgestattet sind. Da kann man Drechslern an einfachsten Drehbänken zuschauen oder frisches Holzofenbrot direkt aus dem Ofen kaufen.

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