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Aus der Praxis: Gesammelte Reste14.10.2009
 

Mitte August 2009 ist Hugo Loetscher gestorben. Ich habe damals einige Zeitungsartikel, die sich mit seiner Person und / oder seinem Werk beschäftigen, zur Seite gelegt. Gestern ist mir einer davon wieder in den Sinn gekommen, als ein Klient über die Frage „Wer bin ich denn eigentlich?“ sprach. In Anlehnung an das erwähnte Gespräch von gestern zitiere ich ein paar Zeilen aus dem Artikel, der mir am besten gefallen hat:

 

1975 setzte Hugo Loetscher mit dem Roman „Der Immune“ im eigenen Schaffen eine markante Zäsur. Dieses Buch lässt sich – zusammen mit seiner Fortsetzung Die Papiere des Immunen (1986) – als großangelegte Poetik wie auch als intellektuelle Biografie lesen. Das Prekäre jeder Zugehörigkeit wird hier aus der Skepsis gegenüber dem Wort Identität erklärt:

 

Wo immer er sich zur Deckung bringen wollte, es ging nie ganz auf. Er begriff, es blieb immer ein Rest, stets von Neuem ein Rest und immer wieder ein anderer, und diese gesammelten Reste machten ihn aus.

 

Aus: „Die Ästhetik des Immunen“ von Roman Bucheli (NZZ vom 19.10.09, S. 43)


(Posted in Aus der Praxis)

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