Von Wolllust, Stricksucht, Nadel und Faden

Textile Aktivitäten und Alltagserlebnisse, all die kleinen Freuden und Ärgernisse halt, die das Leben ausmachen.

Endlich - Humanus-Spinnrad repariert!

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Lange hat's gedauert, aber jetzt habe ich es endlich geschafft: Das kaputte Humanus-Spinnrad, das ich mir im Frühling bei r......o ersteigert hatte, ist endlich repariert! Eigentlich war es gar nicht so aufwändig; ich konnte mich nur lange nicht dazu aufraffen . Aber was soll's - was lange währt wird endlich gut!

Zuerst musste ich die ausgebrochenen Holzsplitter säubern und dann einpassen (auf dem Detailfoto sind die Leimstellen deutlich zu erkennen). In das Schraubenloch habe ich ein Stück 3-mm-Dübelstab eingeleimt.


Dann habe ich das Ganze mit starken Gummibändern fixiert und mit Schraubzwingen gepresst.


Ein paar Tage musste das Schwungrad dann ruhen, damit der Leim sicher abbinden und trocknen konnte. Weil ich mir nicht zutraute, ohne Bohrständer ein gerades Loch für die Pleuelschraube zu bohren, brachte ich es zum Dorfschreiner, der das Schraubenloch akkurat anbrachte und die Schraube gleich eindrehte.

Ich hatte zuerst Bedenken, weil das Schwungrad beim Humanus ja ein Gewicht drin hat, das bewirkt, dass man das Rad, ohne es zu berühren, vom Nullpunkt aus in Schwung bringen kann. Die Schraube ist jetzt ja gegenüber von der Stelle angebracht, wo sie früher war, und ich befürchtete, dass der Schwung nicht mehr stimmt. Aber die Sorge war glücklicherweise unbegründet, das Rädli schnurrt schön gleichmässig. Ich danke Jürgen ganz herzlich für seine geduldige Beratung und für die ausführliche Reparatur-Anleitung!

Und nun kann ich endlich auf meinem Humanus spinnen. Das geht übrigens ganz wunderbar; ich habe selten auf einem Rad gesponnen, mit dem ich so problemlos und auf Anhieb zurechtkam!


Ach ja, einfach, damit es wieder einmal gesagt ist:

Spinnen macht glücklich!

Nicht nur die Römer spinnen...

Gespeichert in: Spinnereien
Am Wochenende habe ich zum ersten Mal am Spinn- und Stricktreffen am Bodensee teilgenommen. 36 Teilnehmer/innen verbrachten ein verlängertes Wochenende Dettingen, 16 weitere kamen am Samstag als Tagesgäste dazu. Soviele Menschen, und alle spinnen... ... und ebenso alle stricken! Die grösste Überraschung waren für mich die Männer, die mit unverschämter Selbstverständlichkeit am Spinnrad sitzen oder ihre Strickarbeit aus einer Tasche ziehen und zufrieden vor sich hin stricken. Und etwa nicht nur "kleine" Sachen! Michael zum Beispiel strickte zwei Jahre lang an seinem Pullover in Schulz-Technik - der begeisterte Applaus für das am Samstag fertig gestellte Stück kam von Herzen (auf dem Foto ist Michael der 3. von links)!



Überraschend war für mich auch die Vielfalt an Spinnrädern. Neben den Ashford-Rädern, wie ich auch eines habe, gab es Kromsky, Louët und noch ein paar andere, deren Namen ich mir nicht merken konnte. Etliche hatten sogar Reise-Spinnräder dabei; am meisten hat mich dabei Franziskas "Taschen-Spinnrad" beeindruckt - aber seht selbst:



Das Spinnrad ist technisch ausgeklügelt und an Raffinesse kaum zu überbieten. Es lässt sich bei Nichtgebrauch zusammenlegen und ist dann ein unscheinbarer Holzkoffer von etwa 50x50x18 cm! Und es lässt sich wirklich darauf spinnen, ich hab's mit eigenen Augen gesehen!

Aber auch ich war nicht faul und habe schon vor dem Treffen fleissig gesponnen. Weil die frisch gesponnene Wolle oft einen Drall aufweist und dazu neigt, sich in sich selbst zu verdrehen, sollte sie in nassem Zustand gespannt werden, bevor man sie verstrickt. Dazu hat mir mein Schatz nach dem Vorbild des amerikanischen Niddy-Noddy eine praktische Spannvorrichtung konstruiert, die sich bereits mehrfach bewährt hat:



Das Spinntreffen war einfach genial! Ich habe so viele kreative, frohe und kommunikative Menschen kennen gelernt wie selten zuvor. Und obwohl mir mein Rücken zunehmend zu schaffen machte, genoss ich die Zeit am Bodensee in vollen Zügen. Die beiden Abende verliefen in angeregter Stimmung und, je später der Abend, umso fröhlicher ...

In der Bodensee-Region ist der Frühling schon viel stärker spürbar als in unserem Bergtal. Am Sonntag rückte der Abschied näher, und auf der Heimfahrt konnte ich nicht umhin, Blüten und Blumen zu fotografieren - die angekündigte Kaltfront war mir unvorstellbar.



Zuhause erwarteten mich meine Katzen. Kaum war ich ausgestiegen, strichen sie mir um die Beine und wollten gestreichelt - und vor allem gefüttert! - werden. Wie freute ich mich darüber, das Haus warm vorzufinden; auch wenn es draussen frühlingshaft ist, kann es im Haus nämlich noch empfindlich kühl sein. Mein Liebster hatte noch geheizt, bevor er fort musste - ist das nicht ein Schatz!?!

Natürlich hatte ich nicht widerstehen können und habe eine Menge mehr Wolle mit nach Hause gebracht, als ich ans Treffen mitgenommen hatte.  Einiges habe ich eintauschen können, anderes habe ich halt gekauft. Was soll's, es wird schon richtig Schönes daraus entstehen. Aber Auspacken mochte ich nicht mehr; zuerst musste mein Rücken sich ein wenig erholen.
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