Geht abstimmen!

24 September 2006 - Enttäuschend...

... war das Resultat der Abstimmungen von heute, 24. September 2006. Ich bin erst seit ein paar Jahren stimmberechtigt und habe bis jetzt regelmässig von meinem Stimmrecht Gebrauch gemacht.

Ich fand es schon unglaublich, dass sich die Schweizer nicht für einen einzigen autofreien Sonntag entscheiden konnten. Ich schämte mich ganz ehrlich gesagt. Heute ist das Fass übergelaufen, mir reichts:

Denn heute wurden zwei Gesetzesrevisionen gutgeheissen,  die die Menschenrechte verletzen und viele Asylbewerberinnen und Asylbewerber dazu zwingen wird, in die Illegalität abzurutschen. Jugendliche können für über ein Jahr in Ausschaffungshaft gesteckt werden, Menschen in Not, die keinen gültigen Pass haben, können in einem beschleunigten Verfahren ausgewiesen werden, sofern es ihnen nicht gelingt, innerhalb kürzester Zeit einer handvoll Leute klarzumachen, dass sie in ihrer Heimat verfolgt werden.  

 

Ich lebe gerne in der Schweiz, und ich fühle mich privilegiert. Ich habe das Recht, mitzubestimmen - das ist etwas Grossartiges! Den heutigen Entscheid kann niemand mehr beeinflussen. Aber ich möchte hier endlich etwas loswerden:

 

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass noch mehr junge Menschen ihre Rechte und Pflichten als Schweizer Bürgerinnen und Bürger  wahrnehmen. Das sie an Abstimmungen teilnehmen. Man kann sich ja schon sagen: "Auf eine Stimme mehr oder weniger kommts nicht an, ich hab mich eh nicht informiert..." etc. Aber es ist unsere Zukunft! Wer auch nur einigermassen mitdenkt, muss abstimmen!

Ich kenne einige Personen, die gegen das neue Asylgesetz und die Revision des Gesetzes für Auslänerinnen und Ausländer gestimmt hätten. Und ich bin mir fast sicher, das die meisten die Sache schlichtweg verpennt haben. Klar, das kann mal passieren. Aber nicht immer.

 

Das kann sich nicht leisten, wer erwachsen sein und Verantwortung übernehmen will! Das sich viele "Erwachsene" auch nicht daran halten, gilt als Argument nicht, wir sind die Zukunft - was unsere Eltern nicht interessiert, sollte uns interessieren!

Eigenständig denkende Menschen sollten immer für ihre Meinungen einstehen. Auch - und vor allem - junge Menschen! Es gibt, entschuldigung, zu viele alte konservative Menschen, die Zeit genug haben, um abstimmen zu gehen. Es geht aber um meine Zukunft, um die Zukunft der jungen Menschen in der Schweiz, wenn abgestimmt wird. Vielleicht stimmt es, was mir heute durch den Kopf ging: Das die Generationen unserer Grosseltern ihre Wählerpflichten ernster nahmen als wir heute. Weil sie sich aufgrund ihres kleineren Horizontes mehr mit dem Staat Schweiz identifizierten (das ist nicht wertend gemeint!), weil sie Autoritäten, wie sie der Staat ist, leichter vertrauten. Die Zeiten haben sich geändert, wir sind eine individualistische Konsumgesellschaft geworden, kritischer gegenüber Autoritäten, vielleicht auch gebildeter, offener. Und jeder hat sein eigenes Gärtchen, nach jedem die Sintflut.... Wer Rechte hat, hat auch Pflichten: Jede und jeder einzelne Stimmberechtigte hat eine Wahlpflicht - nicht primär gegenüber dem Staat, sondern schlussendlich sich selbst gegenüber. Ein Stündchen für die Lektüre der Infobroschüre opfern, die Stimmzettel auszufüllen und in den nächsten Postkasten werfen - das scheint bei vielen zu viel verlangt.

 

Ich kenne zu viele Menschen, die vom heutigen Wahlresultat enttäuscht sind. Ich glaube einfach nicht, dass die Mehrheit der Schweizer so denkt, wie es sich im heutigen Abstimmungsresultat manifestiert hat! Das kann ich nicht glauben!

Ich kann mich nur wiederholen: Geht abstimmen, das nächste Mal und immer, wenn ihr könnt! Denn aus vielen kleinen Schritten wird ein grosser.

 

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