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Zeitzeichen

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$ Ganz allein (25 January 2010)
Ich sitze hier ganz allein im Haus meiner Ahnen. Es ist dunkel. Still. Die blaue Stube, vor mir die Sandsteinsäule mit den Wappen der Liebenden. Der alte Schiefertisch. Genauso hat es hier schon vor 300 Jahren ausgesehen. Auch damals schon wurde gelebt hier. In diesem Haus wurde schon immer sehr geliebt. Und nicht nur glücklich. Oft gingen die Geschichten böse aus. Oft gab es Tränen, böse Stimmen, Zeter und Mordio.
Heute ist das kaum anders. Kein Mordio mehr. Heute kann man sich mehr erlauben.
Trotzdem - als ob das Haus sich mich einverleibt hätte, mit mir tut was es will, ich bin ein anderer Mensch geworden. Ach, wenn ich hier nur heil wieder rauskomme. Es sieht so aus als ob mich die alten Gemäuer herausforderten.
"Was wagst du? Wie weit gehst du? Bringen wir dich bis zum Äussersten?". Und oft, so oft, spüre ich, dass ich nicht mehr die Oberhand habe, dass mit mir getan wird.
Ich komm nicht mehr los.
Ich fühl mich ausgeliefert.
Allein.
Einsam.
Verloren.
Wo bist du nur mein Liebster? Auch dich habe ich einfach weg geschickt. Dachte mir, das sei das Beste. Und? Was tust du? Tja, wie die Männer halt so sind. Du hast dich einfach abservieren lassen. Nicht gekämpft. Ob du dich wohl an mich erinnerst, wenn ich meinen Geburtstag feiere? Ob ich wohl etwas von dir höre?
Das Leben geschieht einfach mit mir. Ich tue schon lange nichts mehr. Es tut. So wie es sein soll, so kommt es.
Sei mein Freund, sein mein Verbündeter, du da draussen. ich wünschte mir, es sei dort irgendwo irgendwer, der mich kennt, sieht, versteht, ohne Erklärungen. Sei mein Farbtupfer in der Dunkelheit meines Daseins.
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