Unbenannt

Kapitel 1

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Es war nicht so, als seien alle seine Sorgen nicht mehr da. Aber an diesem Morgen fühlte er sich besser als auch schon. So gut, wie seit Monaten nicht mehr, um genau zu sein. Das lag nicht nur am Wetter. Die Sonne schien, der Himmel zeigte sich in wunderschönem Blau und obwohl das Thermometer kaum die Nullgradgrenze überschritten hatte, fühlte es sich irgendwie warm an.

 

Stefan Oberer hatte gerade seinen 30. Geburtstag hinter sich gebracht. Nicht, dass er ihn gefeiert hätte. Tatsächlich wurde ihm erst am Abend des 12. Novembers bewusst, dass er die Zwanziger hinter sich gelassen hatte. Freunde, die ihm zu diesem Ereignis hätten gratulieren können, hatte Stefan keine. Höchstens ein paar flüchtig Bekannte, die weder seinen Geburtstag noch sein Alter kannten. Also ging er zum Kühlschrank, holte sich eine Flasche Bier und trank auf seinen Geburtstag. Etwas feierliches war nicht dabei. Er genoss das Bier nicht einmal besonders sondern kippte es einfach runter und ging dann nach den Schlussworten von Daniela Lager zu Bett.

 

Das war seine Abendroutine. Er schaute sich 10vor10, das "Guetnachtgschichtli" für Erwachsene an und ging dann ins Bett. 'Schade. Ich hätte lieber mit Susanne Wille angestossen als mit dieser eingebildeten Lager.', dachte Stefan noch vor dem Einschlafen.

 

Dieser eher trostlose Abend lag jetzt aber schon ein paar Tage zurück und, ja tatsächlich, heute war ein guter Tag! Was war denn passiert? Er wusste es nicht. Er hatte nur dieses wohlige Gefühl. Seine Schultern waren entspannt, er ging aufrecht, er blickte nach Vorne und nicht auf den Boden, er spürte die Luft an seinem Gesicht und es fühlte sich so gut an.

 

Stefan dachte: "Ich glaube, heute fängt mein neues Leben an", nicht wissend, dass sein Leben heute enden würde.

 

10:07 - 22 November 2006 - comments {1} - post comment


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