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Sammlung von News zum Thema Weblogs

Fünf Prozent der Deutschen führen Weblogs1 August 2006
Acht Prozent der Deutschen führen Tagebuch. Wie eine Umfrage des Nachrichtenmagazins 'Focus' (kommende Ausgabe) ergab, schreiben fünf Prozent gelegentlich ihre Erinnerungen auf, drei Prozent halten sie regelmäßig fest. Fünf Prozent verfassen Weblogs.

Zwölf Prozent der Frauen, aber nur vier Prozent der Männer führen Tagebuch.
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Mit Blogs ein Stück mehr Meinungsfreiheit verwirklichen7 January 2006
Julien Pain, Internet-Experte bei der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen, sieht in den Blogs die Möglichkeit, ein Stück mehr Meinungsfreiheit zu verwirklichen. Dies gelte insbesondere in totalitären Ländern wie dem Iran oder China. Dabei müsse es sich nicht unbedingt um Journalismus handeln. Julien Pain betonte, Journalisten hätten schließlich kein "Monopol auf Information". Mehr als 30 Millionen Weblogs, so schätzen Experten, gibt es weltweit. Mit nur etwa 200.000 Weblogs hierzulande gehört Deutschland in der EU eher zu den Schlusslichtern. Dennoch erfreuen sich die Blogs auch in unseren Medien zunehmender Aufmerksamkeit. Ihren medialen Beziehungen und den daraus erwachsenden Chancen für den Journalismus widmete sich gestern eine Expertenrunde bei den Medientagen München.

Mit täglich etwa 31.000 Lesern ist Bildblog.de das bekannteste Weblog in Deutschland. Initiator Christoph Schultheis versteht sein Medium als journalistisches Angebot und "quasi als regulierendes Korrektiv zu den Lügen und Unwahrheiten der Bild-Zeitung". Für den Ingolstädter Journalisten Rainer Meyer - in der Bloggingszene bekannt als "Don Alphonso" - ist Blogging hingegen "reinster Punk". Sein Ziel sei es, Leser durch seine eigene Persönlichkeit zu binden. Der bewusste Bruch journalistischer Grundregeln (wie zum Beispiel durch die narrative Ich-Erzählform) führe zu veränderten Rezeptionsgewohnheiten. "Bloggen ist kein Journalismus", erklärte Meyer, "sondern vielmehr so etwas wie ein medialer Parallelraum."

Als Reality-Surfing oder "Big Brother im Online-Container" bezeichnete Lars-Christian Cords, Partner bei Fischer Appelt Kommunikation, das Bloggen. Dennoch könnten auch Journalisten aus Weblogs Nutzen ziehen - sei es für die eigene journalistische Recherche oder auch in Form von Corporate Blogs als Instrument der Unternehmenskommunikation. "Wer Weblogs nicht beachtet, handelt aus der Sicht der Unternehmenskommunikation grob fahrlässig", warnte Cords.

"Ein Weblog aber macht für sich alleine noch keinen Journalismus aus", stellte Klaus Eck, PR-Blogger bei Econcon in München, klar. Die fehlende journalistische Ausbildung der meist noch sehr jungen Blogger und deren mangelhafte Professionalität im Umgang mit Sorgfalt und Recherche sorgten oft für eine klare Abgrenzung zum Journalismus.

Moderator Wolfgang Lünenburger-Reidenbach, Business-Development Manager bei News aktuell, merkte an: "Oft heißt es, Blogger seien destruktiv. Sie können aber auch eine Diskussion anstoßen." Die Frage, ob das Bloggen den Journalismus revolutionieren könne, beurteilten die Referenten unterschiedlich. Rainer Meyer erkannte im Blogging "einen Hype", der die Medienlandschaft völlig umkrempeln werde. Das sei allein eine typisch deutsche Sichtweise, entgegnete Julien Payne. Auch Lars-Christian Cords nahm eher eine gemäßigte Position ein: "Ein Hype ist das vielleicht im Sinne von Medientrubel, aber wirklich relevant für die Medienwelt wird das Blogging eher noch im Fachjournalismus."
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Google stellt Blog-Suche vor7 January 2006
Der Suchmaschinenbetreiber Google hat heute seine lang erwartete Blog-Suche freigeschaltet. Damit ist das Unternehmen das erste, das komplette Suchfunktionen für Blog und Feed anbietet. Das gab Google heute in Mountain View, Kalifornien, bekannt. Vor fast zweieinhalb Jahren hatte Google Pyra Labs übernommen, das Unternehmen, dessen Name für populäre Blogger Publishing-Services steht. Seit diesem Zukauf hatte man zugesagt, bald professionelle Blog-Such-Features anzubieten.

Während man die Google-Web-Suche seit langem auf bei Blogs populäre Dateitypen wie RSS und XML einschränken kann, und der Aggregationsdienst "Google News" auch einige Blogs als Quellen verwendet, gab es bisher beim Marktführer kein Werkzeug, mit dem nur Blog Postings durchsucht werden konnten. Aber auch bei den Wettbewerbern sucht man danach vergebens.

Googles neuer Dienst ist nun in der Beta-Version über die Adressen "google.com/blogsearch" und "search.blogger.com" nutzbar. Weblog-Systeme senden bei jedem Posting eine kurze Mitteilung an Plattformen, auf denen Einträge tausender Blogs gesammelt werden. Dadurch wird die Vernetzung in der Community gefördert, außerdem lassen sich Trend-Themen auf einen Blick erkennen. Glaubt man Jason Goldman, Google Product Manager für Blog Search, arbeitet der neue Dienst fast in Realtime. "Wir scannen Sites, die durch Pinging-Services ihre Updates vermelden und lassen sie in Echtzeit von den Crawlern erfassen. Dadurch können wir die Ergebnisse so aktuell wie irgend möglich anbieten", so Goldman. Google definiert dabei Blogs als Websites, die RSS und andere strukturierte Feeds nutzen und zudem ihre Inhalte regelmäßig aktualisieren. Überlappungen zwischen "Google News" und der Google Blog-Suche solle es möglichst wenige geben, sagte er.
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Immer mehr Unternehmen starten eigene Weblogs7 January 2006
Immer mehr Firmen erkennen die Vorteile von Weblogs. Nach Einschätzung von Garnter-Analysten liegt der Anteil der Corporate Weblogs weltweit zwar noch unter einem Prozent. Doch der Wert steige stetig. Das berichtet die IT-Wochenzeitung 'Computerwoche' (aktuelle Ausgabe). Der Grund: Corporate Blogs sind kostengünstig, einfach einzurichten und ermöglichen einen direkten Dialog mit Kunden, Konsumenten oder Mitarbeitern. Sie eignen sich als Marketing-Instrumente, schwarze Bretter und Plattformen für den Austausch von Fachwissen.

"In erster Linie geht es darum, Aufmerksamkeit zu erzeugen, Themen zu setzen und auf Diskussionen in anderen Blogs zu reagieren", erklärt der Münchner Blog-Experte Klaus Eck. Für Thorsten Wichmann, Geschäftsführer der Berlecon Research, ermöglichen Weblogs eine Art "Kamin-Talk mit der Masse". Vor allem kleineren Organisationen gelinge es damit, auf informeller Ebene Kompetenzen zu demonstrieren und Botschaften zu verbreiten, so Wichmann gegenüber dem Blatt. Beim unternehmensinternen Einsatz sind Aktualität und die einfache Bedienung von Vorteil. "Es ist viel einfacher, Informationen im Weblog zu posten, als in formalen Knowledge-Management-Systemen", erklärt Wichmann. Die Folge: Mehr Mitarbeiter beteiligen sich.

In Deutschland sind es insbesondere kleinere Firmen, die auf den Trend aufspringen, während große Unternehmen noch zögern. Dabei sehen Experten in Sachen Weblogs kaum Risiken. Eine Gefahr sieht Gartner-Analyst Ray Valdes allerdings darin, dass Unternehmen aus Angst vor Fehlern den Einsatz von Weblogs scheuen: "Das größte Risiko ist es, die Blogosphere zu ignorieren", so Valdes: "Ein weiteres: langweilig oder irrelevant zu sein."
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Reporter ohne Grenzen zeichnet Weblogs aus7 January 2006
Die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" hat die besten Weblogs für freie Meinungsäußerung ermittelt und ausgezeichnet. Den "Weblog Award" erhalten "Screenshot" aus Malaysia, "Shared Pains" aus Afghanistan, "Al Jinane" aus Marokko, "ICT Lex" aus Italien, "Press Think" aus den USA, "Mojtaba Saminejad" aus dem Iran und "Netzpolitik" aus Deutschland. Das gab die Organisation heute in Berlin bekannt.

Die Gruppe hatte Internetnutzer vor zwei Monaten aufgerufen, ihren persönlichen Favoriten aus insgesamt 60 Blogs zu wählen. Ermittelt wurde je ein Gewinner in den Kategorien Asien, Afrika und Naher Osten, Europa, Amerika, Iran und International.

Deutschland-Sprecherin Katrin Evers: "Weblogs sind zu einer wichtigen Informationsquelle für Millionen von Internetnutzern geworden. In nichtdemokratischen Staaten sind sie eine bedeutende Nachrichtenalternative zu den staatlich kontrollierten Medien. In Ländern, in denen Meinungsfreiheit weitgehend respektiert wird, bringen sie Berichte und Meinungen, die in den großen Medien oft nicht zu finden sind." Die Auszeichnung soll Webloggern Anerkennung verschaffen, die sich für eine freie Meinungsäußerung einsetzen und oft einen hohen Preis dafür bezahlen. Im Iran beispielsweise sind derzeit drei von ihnen im Gefängnis.

Der englischsprachige Auftritt Screenshot wirft einen unabhängigen Blick auf die malayische Politik und Gesellschaft und ist in seinem Heimatland sehr populär. Sein Herausgeber, Jeff Ooi, wurde im vergangenen Oktober wegen eines vermeintlich den Islam verunglimpfenden Kommentars verhaftet. Der Weblog Shared Pains in Farsi bezieht mit einer für das Land ungewöhnlichen Offenheit Stellung zu politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Afghanistan. Der von einem Marokkaner herausgegebene französischsprachige Blog Al Jinane will "die Komplexität der Welt" verstehen helfen. Der italienische Weblog ICT lex widmet sich den Themen Internetrecht und -technologien. In dem Internettagebuch Press think beschäftigt sich ein amerikanischer Journalist mit den Medien und der Pressefreiheit in den Zeiten des Internet. Für den iranischen Blog Mojtaba Saminejad in Farsi wurde sein Herausgeber, Mojtaba Saminejad, im Juni dieses Jahres zu zwei Jahren Haft verurteilt. Die deutsche Seite Netzpolitik beschäftigt sich mit den Themen Open Source Technologie, dem Recht von Internetnutzern und der freien Meinungsäußerung im Cyberspace.
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75.000 Weblogs in Deutschland7 January 2006
Weblogs - oder auch Blogs - sind in Deutschland zwar noch relativ neu, entwickeln sich aber mit beeindruckender Geschwindigkeit zu einem wichtigen Element des Publizierens und Diskutierens im Internet. Auch wenn derzeit 63 Prozent der Internetnutzer in Deutschland noch nicht wissen, was sich hinter dem Begriff Weblogs verbirgt, wächst die Zahl der Blogs monatlich um etwa 15 Prozent. Das Marktforschungsunternehmen Berlecon Research schätzt die Zahl der Weblogs in Deutschland laut seiner heute in Berlin veröffentlichten Studie mittlerweile auf etwa 60.000 bis 75.000.

"Die meisten Weblogs sind einfache Online-Tagebücher, aber besonders im IT- und Medienumfeld finden sich zunehmend auch meinungsbildende Blogs, die traditionelle Medien ergänzen. Mit ihrer Hilfe lassen sich Trends erkennen und - wenn man sie richtig in die Kommunikationsarbeit einbezieht - auch beeinflussen," sagte Thorsten Wichmann, Geschäftsführer von Berlecon Research. Die Analysten sehen aber auch im Aufbau eigener Unternehmens-Weblogs Potenzial für Marketing und PR. Unternehmen können mit Weblogs die Image- und Markenbildung vorantreiben, Produkt- und Meinungskampagnen unterstützen, Themen und Ideen platzieren sowie die traditionelle Kundenkommunikation flankieren, so Wichmann. Hier kommen die Besonderheiten von Weblogs - asymmetrische Kommunikation, chronologischer Aufbau und einfaches Publizieren - besonders zum Tragen. So hat etwa der CEO von Sun, Jonathan Schwartz, mit seinem Weblog in den letzten Monaten gleich mehrere öffentliche Diskussionen über Sun und seine Wettbewerber angestoßen.

Auch wenn Weblogs in Deutschland derzeit noch ein Nischenphänomen sind, sollten sich Unternehmen mit den Einsatzmöglichkeiten auseinandersetzen. Berlecon rät Unternehmen, schon jetzt wichtige Blogs zu identifizieren, zu beobachten und in die Kommunikationsarbeit einzubeziehen. In Pilotprojekten können Unternehmen erste Erfahrungen mit dem Bloggen sammeln, um dann eine fundierte Entscheidung über den Aufbau eigener Unternehmens-Weblogs zu treffen.
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