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ArbeiterInnen TV – Sender von der Türkei abgeschaltet!3 August 2008

Der Sender „Hayat TV“ wurde am  16.Juli auf Befehl des Türkischen Innenministeriums und der Medienaufsichtsbehörde vom Satellitenbetreiber „Turksat“ abgeschaltet. 

Was ist Hayat TV?

Hayat heisst auf Türkisch „Leben“. Er will ein Sender für „Millionen und nicht für Millionäre“ sein, es sollen alle „Farben und Facetten des Lebens“  aufgezeigt werden. Tausende von GewerkschaftlerInnen, WissenschaftlerInnen, SchriftstellerInnen und KünstlerInnen haben diesen Sender gegründet um Informationen zu liefern die andere Kanäle entweder verschweigen oder falsch ans Tageslicht bringen. Der Sender lebt von Spenden, Ehrenamtlicher Arbeit und von Werbung. Hayat TV berichtet Tagtäglich über ArbeiterInnendemos die in Europa stattfinden aber auch über Demonstrationen die anderen Themen nachgehen. Der  Sender berichtet auch über das Demokratieverständnis der AKP- Regierung wenn sie z.B. die 1.Mai Kundgebung durch die Polizei auflösen lässt oder ganze Armenviertel räumt um für die Reichen Häuser zu bauen. Hayat TV spielt auch eine grosse Rolle in der Integration der Türkischstämmigen Menschen in Deutschland. Durch die Sendung „Leben in Europa“  gibt Hayat TV Auskunft über Kultur, Politik und das Sozialwesen Deutschlands Auskunft und trägt somit zur leichteren Integration bei.

Diese Art von Behinderung der Medienfreiheit erinnert mich an die Zeit der faschistischen Diktatur in unserem Lande, gegen deren reaktionäres und volksfeindliches Meinungsmonopol ich seinerzeit mit Gleichgesinnten angekämpft habe.“ Prof. Karl Flanner, ehemaliger KZ-Häftling Dachau und Buchenwald

 

Erhaltung des TV – Senders vor allem ein Frauenkampf

Hayat TV ist auch ein Sender der über die Lage der Frau in der Türkei berichtet und engagiert sich somit aktiv an der Emanzipation der Frauen. So überrascht es nicht, dass sehr viele Frauen gegen die Zensur demonstrierten. Viele Frauenvereine machten an diesen Demonstrationen mit und wollten klar bekunden, dass sie keinen Rückschritt in Ihrer Emanzipation dulden würden, was in der Türkei im Moment der Fall ist wie u.a. die wieder zunehmende Einmischung der Religion in weltliche Angelegenheiten aufzeigt.

Ein Dorn im Auge der Regierung

Die AKP (Islamistisch-Konservative Regierungspartei)ist knapp vor einem Verbot entronnen. Hayat TV ist eine Schlechte Werbung für die Regierung und wie jede schlechte Werbung wurde diese sehr schnell von der Regierung als Staatsgefährdendes Objekt angesehen. Da die Regierung auf einem Wackelstuhl sitzt und die Auseinandersetzungen zwischen Laizisten und religiöse sich verschärfen, hat die Regierung auch Angst vor der Arbeiterschaft, die immer wieder zu Streiks und Demos aufruft um gegen die Missstände in der Türkei zu Protestieren.  Und wie bringt man das Volk zum Schweigen? Indem man ihr die Parole wegnimmt oder sozusagen den Satellitenbetreiber freundlicherweise auffordert Hayat TV abzuschalten.

„Es ist die Informations- undMeinungsvielfalt die eine demokratische Gesellschaft ausmacht und stabilisiert. Hierzu gehören auch kritische Beiträge und oppositionelle Meinungen.“ Roland Engels, DGB Bielefeld Regionsvorsitzender

 

Breite Solidarität – aber noch nicht genug!

Die Solidarität mit dem Sender wächst von Tag zu Tag. In den Niederlanden wurde eine Schriftliche Anfrage von der Sozialistischen Partei gestellt. In Deutschland haben verschiedene Gewerkschaftsvorsitzende Briefe an die Türkische Regierung geschickt und die DIDF Deutschland (Demokratische ArbeiterInnen Verein) hat eine Petition lanciert. In Österreich hat die SPÖ die Situation als „höchst kritisch“ eingestuft. Viele Briefe wurden von ArbeiterInnen und anderen Personen aus allen Berufssektoren geschickt.  Dies zeigt, dass in dieser kurzen Zeit schon vieles getan wurde. Doch dies ist nicht genug! In der Schweiz wurde meines Wissens noch gar nichts unternommen ausser der Information auf der Website der DIDF Schweiz. Wir können etwas tun indem wir auch Protestbriefe an die Türkische Regierung schreiben. Die KJ Bern wird vermutlich in den nächsten Tagen einen solchen schreiben. Den Protestbrief könnt ihr an drei Orten schreiben:

RTÜK (Regierung)
Email: rtuk@rtuk.gov.tr
Tel: 0090 312 297 50 00
Fax: 0090 312 266 20 38

İçişleri Bakanlığı/ Innenministerium
Sayın Beşir ATALAY (İçişleri Bakanı)
Email: besir.atalay@icisleri.gov.tr
Email: basin@icisleri.gov.tr
Tel: 0090 312 425 72 14
Fax: 0090 312 418 17 95

Türksat
Email: info@turksat.com.tr
Tel: 0090 312 615 3000
Fax: 0090 312 499 5115

 

Quellen :

www.didf.ch , http://www.hayattv.net , http://www.didf.de/ , http://www.didf-jugend.de/ , http://www.emep.org/ , http://www.didf.nl/

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Für kritische Beiträge und oppositionelle Meinungen der Schweiz!21 October 2008
http://www.svp.ch/index.html?page_id=1
oder
http://www.teleblocher.ch/
da sind wir einer Meinung!
Erstellt von Buetschgi

Test28 November 2008
Test
Erstellt von Test

Re:4 July 2011
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Erstellt von Jenkins27Imogene

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