Nordeuropa
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10.Juni 2018 Der erste Tag auf finnischem Boden

Erstellt am 10 June 2018 at 11:18 AM
Fast auf die Minute genau legte die Fähre um 10 Uhr im Fährhafen in Helsinki an. Ich hatte mich auf die Einfahrt in Helsinki gefreut, ohne genau zu wissen, was wir sehen werden. Irgendwie rechnete ich mit einer beeindruckenden Skyline. Da wurde ich aber arg enttäuscht. Der Anblick eines Fährhafens ist wahrlich nichts Erbauendes. Nichts als Container so weit das Auge reicht, Hafenkräne und blinkende Lastwagenvorderteile, welche die Container vom Hafen aufs Schiff oder umgekehrt bringen. Die erste Enttäuschung wich Freude, als ich den Blick wandte und auf Wälder und viel Wasser stiess. So muss Finnland sein! Das wird schön. Nachdem wir Samstagmorgens früh in Travemünde gute 3 Stunden am Hafen aufs Einschiffen gewartet hatten, rechneten wir mit einer geraumen Zeit, bis wir mit dem Wohnwagen das Schiff verlassen konnten. Aber offenbar lautet die Devisr: wer zuletzt rauf fährt, darf zuerst raus. So fuhren wir bereits eine Viertel Stunde nach dem Anlegen auf finnischen Boden! Welch Gefühl! So lange drauf gehofft und gewartet und jetzt war es Tatsache geworden! Im Jahr 2016 hätten wir uns das nicht träumen lassen! Wir sind dankbar und glücklich! Das Navi hatten wir schon rechtzeitig für Finnland eingestellt und die erste Adresse eingegeben. Lahti, die bekannte Skisportstadt ist unser erstes Ziel. Das Navi führte uns wunderbar durch das Labyrinth der Hafenstrassen auf die Autobahn Richtung Lahti. Erster Eindruck dieser relativ kurzen Fahrt: Platz, Platz, Platz, Birken, Birken, Birken und wenig Verkehr. Weg aus der Enge der Schweiz, hinaus in die Weite der finnischen Landschaft. Schon hier und jetzt merkt man dies und es wird noch viel einsamer werden. Den kleinen Campingplatz 7km vor Lahti erreichten wir nach ca. 2Std.30 Min. Ein Platz ohne Luxux, ohne Parzellierung, mit Sauna, mit See und öffentlichem Strand und ohne Wlan. Als ich danach fragte, schaute mich die Dame an der Reception an, als hätte sie noch nie etwas davon gehört. Deshalb leiste ich mir heute einen Tag meiner roaming - in Tage meines Abos. Auch um den Blog zu schreiben. Am Nachmittag fuhren wir nach Lahti, um uns dort das Sportstadion mit den Sprungschanzen anzuschauen. Im Landeraum der Schanze gibt es im Sommer ein Freibad. Das wollten wir sehen. Unser Navi ist einfach Gold wert. Es gührt uns zielgerichtet an den richtigen Ort und trägt unheimlich viel zum entspannteren Reisen bei. Auch das Konfliktpotential zwischen Roli und mir ist merklich kleiner geworden unterwegs. 🤣 Tatsächlich trugen in diesem sommerlichen Schwimmstadion Schüler einen Schwimmwettkampf durch. Eine eindrückliche Kulisse! Mit dem uralten Seilbähnli liessen wir uns hinauf und mit dem Lift in die luftigen Höhen der Schanzen fahren. Ein unglaublicher Ausblick auf die 120000 Einwohner zählende Stadt und deren Umgebung. Ich bewundere die Sportler, welche sich aus dieser Höhe mit Skiern an den Füssen in die Tiefe stürzen! Ich habe schon hier drinnen im sicheren Aussichtsraum, absolut absturzungefährdet, den Gagg in den Hosen. Skispringen wäre definitiv keine Sportart für mich. Nach diesem Spektakel in der Sportwelt, beschlossen wir, in die ca 20km weit entfernte Gemeinde Hollola zu fahren. Dieser Ort besitzt als grosse Sehenswürdigkeit eine Mittelalterkirche. Sie liegt am Seeufer und gilt als eine der grössten des Landes. Der freistehende Glockenturm neben der Kirche wurde nach einem Entwurf von C. L. Engel 1848 fertiggestellt. Die Kirche ist beeindruckend gross und steht wie ein Fels in der Brandung am Seeufer. Im Innern gefielen mir die Kanzel und die schneeweisse Orgel, sowie die schweren Gewölbe besonders gut. Leider blieb nicht viel Zeit, um die Kirche genauer anzuschauen, weil sie 5 Minuten später geschlossen wurde. Dafür nahmen wir uns etwas mehr Zeit für das Äussere der Kirche und den angrenzenden Friedhof. Hier entdeckte ich auf einer erhöhten Plattform einen militärisch exakt angelegten Soldatenfriedhof für Gefallene des 3. Weltkrieges. Ein eindrückliches Mahnmal. Auf dem Rückweg zum Campingplatz kauften wir zum ersten Mal in einem finnischen Supermarkt ein und machten eine weitere Erfahrung. Wir hatten wohl am Hafen mit dem Wegweiser „Exit“ für lange Zeit ein englisches Schild gesehen. Nichts konnten wir lesen. Ist in diesem Becher nun Yoghurt oder Sauerrahm, oder Quark oder crème fraiche drin? Ist das Aufschnitt vom Schwein, von der Pute oder vom Huhn? Von dieser Sprache kann man nichts ableiten. Das macht alles recht kompliziert. Mahnschilder oder Wegweiser auf dem Campingplatz, Warnschilder ohne Bilder sind schlicht und einfach nicht verständlich! Mal sehen, wie wir damit zurechtkommen? Das wird herausfordernd! Gekocht haben wir danach schweizerisch, gegessen auf finnischem Boden und gut geschlafen in deutschen 🛏 unseres LMC Wohnwagens! Bis morgen!

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