Nordeuropa
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12. Juni 2018 Von Lahti nach Kuopio

Erstellt am 12 June 2018 at 01:56 PM
Morgens um 8 Uhr fuhren wir von Lahti weg Richtung Jyväslkylä. Am Abende vorher hatten wir die Route dorthin besprochen und im Navi eingegeben. Da ich aber lange nicht einschlafen konnte, setzte ich mich noch einmal mit dem Reiseführer an den Tisch und las alle angebotenen Routen genau durch. Dabei merkte ich, dass wir zwar eine schnelle, aber offenbar nicht die schönste Route ausgesucht hatten. Auf der Karte suchte ich die schönere Variante und versuchte dann am Morgen Rolle von dieser zu überzeugen. Ich verstand, dass er anfänglich skeptisch war, denn diese Route führte über weisse Strassen auf der Landkarte, die mit unserem Wohnwagen eher schwierig zu fahren ist. Nicht der Breite, sondern der schlechten Qualität wegen. Aber schliesslich willigte er ein. Und genau diese Routenwahl war es dann auch, die mir das Highlight des Tages liefern sollte. Auf der Landkarte sind solche Touren mit besonders schöner Aussicht und durch besondere Landschaften mit einem grünen Strich neben der normalen Strassenführung gekennzeichnet. So fuhren wir nicht auf der schnellen E75 und später Nr4 Richtung Norden sondern wählten die Strasse 314 nordwärts. Diese führt zwar auch am östlichen Ufer des Päjjänne Sees vorbei, aber viel näher an den Ufern und teilweise auf Dämmen zwischen zwei Seen. Manchmal glaubt man förmlich über das Wasser zu schweben. Immer wieder liessen wir ein Ah und Oh, wie schön ertönen und waren uns bald einig, dass die Aussicht auf Seen und Wälder hier tatsächlich sehr schön ist. Schon bald lockte uns das nahe Ufer ans Wasser. Wir parkten das Gespann und gingen die paar Schritte bis ans Wasser. Sofort fielen mir vier Wasservögel unweit des Ufers auf. Ihre Kopfform liess mich schnell auf eine Taucherart tippen. Schnell holte ich nun zum ersten Mal auf unserer Reise das Fernrohr und den Feldstecher, sowie das Bestimmungsbuch aus dem Auto. Das Fernrohr war bald aufgestellt und mit einem Blick stellte ich fest, dass meine Vermutung stimmte. Es waren hier vier wunderschöne Prachttaucher unterwegs. Gross war meine Freude, diese Vögel entdeckt und erkannt zu haben. Lange schauten wir Ihnen zu, beobachten ihr Ab- und Auftauchen und hatten unsere helle Freude an diesen schönen Exemplaren. Der Tag war gerettet, das Highlight perfekt! Nächste Station nach einer längeren Fahrt und einer Mittagspause unterwegs, war die Holzkirche aus dem Mittelalter von Petäjävesi. Sie liegt direkt am Weg und am See. Die Kirche wurde 1764 in Blockhaustechnik über einem kreuzförmigen Grundriss errichtet und gehört seit 1994 ins Weltkulturerbe der Unesco. So etwas darf man sich auf einer Reise durch Finnland nicht entgehen lassen. Ein Bild wäre hier nun eigentlich angebracht, aber leider geht das nicht. Nun beschlossen wir, nach Jyväskylä zu fahren, dort zu versuchen unser Gespann irgendwo zu parken, so dass wir in der Stadt auf die Suche nach den Gebäuden des bekannten Architekten Alvar Aalto gehen konnten. Mir schien das eher unmöglich zu sein, aber bald wurde ich eines Besseren belehrt: 2 Minuten von der Fussgängerzone weg, gab es so viele leere Parkplätze am Strassenrand, dass wir unser Gespann dort problemlos parken konnten. Man stelle sich so was in Zürich vor! Dann machten wir uns auf den Weg zum Touristinformationsbüro, deckten uns mit einem Stadtplan ein und marschierten los. Bald wurden wir fündig, denn Alvar Aalto wuchs nahe Jyväskylä auf und begann seine Weltkarriere in dieser Stadt mit einem ersten eigenen Büro! Alle seine Gebäude konnten und wollten wir nicht suchen, aber das ganze Viertel, das nach Plänen des Architekten in Etappen ( 1964, 1970, 1974) gebaut wurde, und zu dem u.a. das Stadttheater, das Polizeipräsidium und das Verwaltungs- und Kulturzentrum der Stadt gehören, wollten wir uns ansehen. Aus heutiger Sicht sind diese Gebäude zwar schön, aber natürlich nichts Aussergewöhnliches. Bedenkt man aber, dass sie im letzten Jahrhundert in den 60ern und 70ern erbaut wurden, wird klar, dass sie damals Furore machten. Sie alle zeigen die bevorzugten Baumaterialien Ziegel, Glas und Holz. Nach einem Kaffeehalt in einer Konditorei, fuhren wir die 180km weiter nach Kuopio, wo wir auf dem riesigen, gut ausgestatteten Campingplatz Rauhalahti die Nacht verbrachten und beschlossen, einen Tag zu bleiben. Die Fahrt gestern war lang und Roli ist alles alleine gefahren. Ich bot mich zwar an, aber er wollte mich lieber an der Karte haben.

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