Mit der Zwarte Valk auf dem Watten- und Ijsselmeer

Das Schiff

02:39, 15 August 2018 .. 0 Kommentare .. Link
Wenn die berühmte Handbreit Wasser unter dem Kiel fehlt, liegt das Schiff auf Grund. Man kann aussteigen und es rundum begut-achten. Auffallend sind ein gepflegter Schiffsrumpf und ein, im Gegensatz zum Rest, mächtiges Ruder. Zum Aussteigen für eine Wattwanderung wird eine Leiter montiert aber bevor sich das Boot zu diesem besonderen Erlebnis setzt, müssen sämtliche Bullaugen (französisch: Hublot) und alle Türen geöffnet werden. Die unge-wohnte Umverteilung der Eigenlast führt zu Spannungen, die Schäden verursachen können. Der Skipper muss zudem zum rich-tigen Zeitpunkt zwischen Ebbe und Flut das Boot an einem geeig-neten Ort stabilisieren. Zwei bewegbare Seitenschwerter werden je nach Nutzung der Se-gel abgesenkt und dienen während der Fahrt der Stabilisierung des Bootes. Vier grosse Segelflächen treiben die Zwarte Valk an (von Bug zu Heck aufgezählt): Das Klüver-, das Fock-, das Gross- und das Besansegel. Für 16 Gäste bietet das Schiff Unterkunft, ausserdem für die bei-den Fachleute zur See, die Crew. Kapitän oder Skipper wird der Chef genannt sowie einen Maat (1) der die ganze Arbeit mit Take-lage bewältigt. In unserem Fall, eine kräftige junge Frau. Hessel und Wemke hiessen die beiden, die bei stets bester Laune für eine sichere und unfallfreie Fahrt gesorgt haben. Zwei grosse, blonde sonnengebräunte Seeleute, wahrscheinlich direkte Nachfahren ei-ner Normannen- oder Wikingerdynastie. Je nach Witterung muss mit sicheren Griffen schnell gearbeitet werden und genügend Muskelkraft sollte auch zur Verfügung ste-hen. Für Unkundige auf See ist die Takelage mit den vielen Tauen ein Rätsel mit sieben Siegeln. Welches Ende gelöst werden darf und wo mit welchem Knoten wieder fixiert werden muss, will gelernt sein. Flaschenzüge, Umlenkrollen, Karabinerhaken und alle mögli-chen Mengen kräftiger Taue hüten für Erstlinge auf See vorerst ih-re Geheimnisse. Nach und nach dürfen wir mithelfen beim Aufkreuzen das Klüver-segel und das Focksegel nach der Wende in den Wind zu bringen. Spannend ist, die Kraft des Windes körperlich zu spüren und eine Ahnung davon zu bekommen, was es bedeutet, bei heftiger Witte-rung und Windstärken im oberen Segment Schiff und Segel zu bändigen. Zwei Toiletten dienten dem Entsorgungssystem der Gäste sowie zwei separate Duschen, die dem Bedürfnis nach Erfrischung bes-tens genügten. Die Kajüten, na ja, nicht wie im Einzelzimmer und nicht wie zu Hause aber es lässt sich schlafen und für ein paar Ta-ge kann man seinen Kram unterbringen. Das meist wunderbare Wetter hat uns nur einmal erleben lassen, was es bedeutet, wenn das stolze Segelboot deutlich zu krängen und rollen beginnt - zum Glück. Am Samstag hat Poseidon dafür gesorgt, dass wir mit einer Maxi-malgeschwindigkeit von 7,5 Knoten (= 13,5 km/h) unterwegs sein konnten. Das Schiff schafft bei optimalen Verhältnissen 10 Knoten (= 18 km/h) dabei gilt es für seine Form und seine Grösse als be-sonders schnell. Eine Eigenschaft, die wir mehr als einmal be-obachten konnten. Am Ende des Tages, wenn die Segel ihren Dienst getan haben, werden sie gerefft und in eine Schutzhülle gepackt. Geschicklich-keit und Muskelkraft sind auch für diese Arbeiten gefragt. Die Zwarte Valk ist gutmütig und in bestem Zustand. Nicht geeig-net ist sie für das offene Meer, aber mit diesem Abenteuer wollen wir noch einen Moment zuwarten. Als erstes Charterschiff hat die Zwarte Valk aus dem Jahr 1889 be-reits ein ruhmreiches Leben hinter sich. Mit der Restaurierung 2008 hat Hollands letzte noch erhaltene’s Gravenmoerse Klip-peraak zum vierten Mal ein neues Leben begonnen.
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