Tilia's Desaster

<%PostCommentPage%> <%PhotoAlbumPage%> <%ProfilePage%>

Flatterzeugs

09:29, 25 September 2017 .. 0 Kommentare .. Link
Sie sitzen da, unschuldig doch berechnend. Kleine Fühler wackeln im Wind, die Flügel zitternd angespannt. Sie warten auf den Startschuss, das Signal. Sie schwärmen aus, zu tausenden. Ein buntes Meer aus Sommervögeln, ein vibrierendes Gemälde. Ein Farbenspiel im Wind. Leises Surren unterbricht die tosende Stille. Die Stille, die so tief in mir sich ausbreitet wie eine Feuerwalze. Sie brennt mein Herz nieder, lässt es rauchend und schmerzend zurück. Die Wanderung hoch in die Berge bringt mir Atem. Blühendes Bumenmeer und tiefe Seen locken mit ihren Frühlingsgaben. Im klaren Bergsee springen die Forellen nach den Mücken. Die unendliche Friedlichkeit lässt mich erschauern. Die Ängste in mir ringen mit der tödlichen Stille. Sommervogelwolke umhüllt mich und nimmt mir die Sicht. So klar so weit der Berg und ich bin blind. Meine Augen brennen, sie weinen, die Feuerwalze erhebt sich in mir. Sie treibt die Kehle hoch, ihr folgt der Urschrei aller Ängste. Brennende Flammen schiessen aus mir, Gebrüll aus meiner Seele treibt die Ängste in die Berge, in die Wolke der zitternden Flügel. Ich lass mich treiben nicht wissend wohin die Reise geht. Der Schmerz brennt in jeder Faser meines Körpers. Ich winde mich, ich weine, ich geniesse das Surren der bunten Begleiter. Ich sehne die Betäubung herbei und verachte mich dafür. Die Reise ist gestartet ohne Ziel und ohne Karte. Ohne Kompass ohne Schuhe. Meine nackten Beine streichen zart über weiches Gras und den Fliederflaum. Ich lasse mich tragen und wünschte doch ich könnte selber gehen. Ein Flüstern wie ein Geisterkuss streift mein Ohr, meine Gedanken explodieren und ich höre zu. Ich kann die Worte nicht verstehen, ich kann die Bilder nicht sehn. Blind und taub treibe ich dahin und lass mich tragen von der Wolke Sanftheit. So sanft so weich so brutal. Ein kleiner Kohlehaufe in mir glüht, wo ist mein Herz, was ist geschehen? Die Feuerwalze hat mir mein Herz genommen. Bittere Tränen der Enttäusch und Wut suchen ihren Weg, über meine blassen Wangen. Rinnen über meinen Körper, benetzen meine Knospen und tropfen von meinem Scham. Ausgeliefert schwebe ich dahin, vermisse meine Schuhe und den festen Weg. All die Farben überfordern meine Augen und bohren sich in mein Herz, das nur mehr ein kleiner Haufen verkohlter Gefühle ist. Jemand hat Bilder gemalt und die surrenden Fühler weisen mir den Weg zur Galerie. Sanft setzen sie mich ab und ich spüre Federn unter meinen Füssen. Die ersten Schritte hoch am Gipfel rauben mir den Atem. "Bilder sagen mehr als tausend Worte" haucht der Geisterkuss an meinem Ohr vorbei. "Schau hin, schau genau, nie wieder wirst du sehn was nun auf dich wartet". Voller Wut schlagen meine Arme in die Wolke, Fäuste ballen sich und teilen das Meer der Sommervögel. Ein langer Weg wird sichtbar und die Wolke stiebt kreischend auseinander. Meine Füssen suchen Halt und Sicherheit, doch da sind nur spitze Steine und alte Scherben. Blut quillt zwischen meinen Zehen und lässt mich erstarren. "Nur weiter nur weiter sonst wirst du nie mehr heiter" säuselt der Geisterhauch. Stolz keimt im Aschehaufen, doch die Ängste prügeln ihn nieder. Schritt für Schritt hinterlasse ich eine blutige Spur und nähere mich dem ersten Gemälde. Seidige Stoffe enthüllen das Wunder. Weiche zarte Gestalten offenbaren sich. Liebe strahlt aus jeder Farbe aus jedem Pinselstrich. Ich wundere mich, ich wende mich ab. Hinter mir tiefe Schluchten und hartes Geröll. Schwarze Kluften und spitze Krater. Erschrocken such ich den Kontakt zum Bild hinter mir. "Seelenspieglein Seelenspieglein an der Wand, wer ist die Verlorenste im ganzen Land". Hände strecken sich mir entgegen, die Leinwand bricht auf und Fluten von Farben ergiessen sich über das Geröll und stürzen tosend ins unsichtbare Tal. Ich geh zu Boden, kniend vor dem mit Brokat wunderbar bestickten Rahmen, doch er ist leer. Das Bild ist fort. Verzweifelt und traurig ob der Vergänglichkeit der Schönheit raffe ich mich auf und setze meinen Weg fort. Getrocknetes Blut zeigt die Zeit an und zitternden Fusses nähere ich mich dem nächsten Bild. Hoch über mir lauert die Sommervogelwolke, beinahe hämisch wartet sie auf mein Versagen. Majestätisch erhebt sich eine Skulptur mitten im Weg. Ich bin müde und ich lege mich hin, in all die Scherben und schmerzenden Steine. Mir fehlt der Atem und die Kraft. Aufblickend zum Antlitz der überaus prächtigen Gestalt ringe ich nach Luft. Ist das meine Bestimmung? Meine Aufgabe, mein Labyrinth? Aus feinstem Marmor fein geschliffen. Jede Kante ist entfernt. Meine Hände berühren kalten fliessenden Stein. Da willst du hin? Da willst du sein? Tiefe schwere Sehnsucht senkt sich auf mich nieder. So unverkennbar schön so grazil so kalt ragt die Figur über mir. Verlangen verbannt die Sehnsucht. Ich will besitzen, doch meinen Händen entgleitet der makellose Stein. Tränen der Wut versuch ich in mir einzuschliessen. Nach draussen dringt nur der Schrei nach Liebe. Nun lieg ich da und weiss nichts mit mir anzufangen. Die Flattervögel haben längst die Flucht ergriffen, sie lassen mich allein zurück am hohen Gipfel der Selbsterkenntnis und die Geister der Zukunft und der Vergangenheit lachen leise in ihren Verstecken. Einsamkeit ergreift alles was ich noch habe und zerrt mich in die Tiefe. Ich kämpfe doch ich bin alleine. Verlassen von allem was mir jemals Stütze war. Erkennend blicke ich nach oben: "sollst du meine Kraft und meine Stütze sein?" es ist so kalt so ohne Halt, wie soll ich mich da sichern. Alles stürzt auf mich herein, lässt mich sitzen, ganz allein. Was war was wird was kommt was gibt......nur den Wasserfällen der Farben kann ich mich hinzugesellen. Bittere Tränen des Versagens des Wissens um all die tragischen Geschichten, salzige Tränen der Erkenntnis und der Einsamkeit mischen sich in die Wut der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertsein. Du bist, du bist, es schreit jede Faser in mir. Du weisst und du weisst und trotzdem lieferst du dich aus? Du wirst deinen Preis bezahlen und dein Leiden endet jetzt.
Kommentar Schreiben

{ Last Page } { Page 1 of 19 } { Next Page }

ber Mich

Start
Mein Profil
Archiv
Freunde
Mein Photo Album

Links


Kategorien


Letzte Beitrge

Flatterzeugs
Die Macht im Schaft
Panta rei
Momente...
DU und ICH gegen den Rest der Welt

Freunde