Ghanamara
Ghanamara blogt nun doch. Infos, Geschichten, Fotos


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Nun ists soweit: Ich komme nach Hause

Ich weiss gar nicht mehr wo mein Kopf steht. Heute ist mein letzter Tag in Kumasi. Da steigen die Emotionen hoch... puhhh.

Geschaeftiger Montag
Heute Morgen Verabschiedung von meiner 'neuen' oder 'zuesatzlichen' Familie in Tech. Da hab ich die letzten Wochen mein zu Hause gehabt... Dann ab in die Stadt, besorgte Tickets fuer morgen Frueh nach Accra. Ich moechte auf Nummer sicher gehen, deswegen habe ich mich fuer das staatliche Busunternehmen STC entschieden. Ich kenne mich nun mit meinen ghanaischen Angewohnheiten: wenn wir mit den wenns-voll-ists-gehts-los-Bussen reisen, sind wir um die Mittagszeit noch irgendwo am herumstuercheln. Und der Flieger geht dannwann in die Luft... Station weiter zum Bankomaten - und das war dann ein tolles Erlebnis - der mir kein Geld ausspucken wollte. Es reichte noch fuer mein Fufu- und Banku-Powder und fuer reichlich Shito (schaaarfe Paste). In meiner Stamm-Spot gabs was zwischen die Zaehne und dann wurde ich auch schon in Tanoso von meinen Bros Douglas und Nana Yaw erwartet. Leider nur ein kurzes Treffen, alle haben beide Haende voll zu tun. Ich machte mich auf zu meinem Tanoso-zu-Hause Nummer 1 und begann zu packen. Es ging erstaunlich schnell. Und jedes kleinste Ding hat irgendwo ein Plaetzchen gefunden. Raum gefegt, kurze Dusche (zweitletzte Eimerdusche) und ab nach Tanoso Dorfkern, wo ich paar wichtige Sachen erledigen musste und mich definitiv von Mama (Schuleigentuemerin) verabschiedet habe. Das Trotro fuhr mich zurueck in die Stadt. Und staune, ein Laecheln half und ich bekam das Geld vom lieben Automaten. Jetzt bin ich im Internetcafe, schlage mir die Zeit rum, bis meine Begleitung in der Stadt ankommt. Weitere Verabschiedungen und ein letztes Fufu-Essen steht an.

Mein Zustand
Den stelle ich zurzeit gerade in Frage. Dass mich der Abschied so mitnimmt, haette ich nicht gedacht. Seit ein paar Tagen bin ich oefters mal am Weinen. Die Freude auf zu Hause ist gross. Nun kommen aber auch Angstgefuehle auf. Vor was weiss ich nicht genau. Alles was ich tue, esse, betrachte, einfach wirklich alles, versuche ich 100-prozentig zu Erleben und in mir aufzunehmen. Ich freue mich ab jedem 'Hallo wie gehts?' und sogar das Warten bereitet mir Freude. Ach, morgen um diese Zeit sehe ich den Flughafen von Innen. Dann ist der misterioese Moment da: Ghana Ade. Ein Jahr lang immer wieder mal zum 5. August gekuckt. Noch 9 Monate, 6 Monate uebrieg. Meine Eltern und Schwestern kamen und da waren immer noch 3 Monate da. Alles verlebt, ausgesaugt bis auf den letzten Tropfen. Ich kanns wirklich nicht glauben, dass nun dies das Ende meines Aufenthaltes ist. Gehen Jahre so schnell vorbei???

Janet faehrt die koenigsblaue Dreigaengerin und Mama uebergibt mir Zertifikat
Vor zwei Tagen lud ich Gastschwester Janet fuer Fufu ein. Haben wir gegessen... So viel Fleisch gabs noch nie dazu. Es war gut und die Zeit mit Janet schoen. Meine koenigsblaue Dreigaengerin gehoert jetzt ihr. Sie wisse wie man Fahrrad faehrt, also kein Problem.

Am gleichen Tag fuhr ich zu Mama, die Schuleigentuemerin und auch die Mutter von Douglas. Sie hat sich ofiziell von mir verabschiedet und sich herzlichst bedankt. Wann ich dann wieder komme?


Ja, auch die Zeit im Supanet ist rum. Ich geh jetzt raus und warte mal weiter bei einem Bier.

Am Mittwoch bin ich wieder zu Hause, wer mich sehen will ist herzlichst willkommen: Lettenstrasse 3, Haegglingen *smile*


Posted: 06:58, 4 August 2008
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Traenen kullern hinunter

Die letzten Tage verbrachte ich mit Emilia in Kumasi. Das Shoppen haben wir sehr gut ueber uns gebracht. Je ein paar Kilo Stoffe und sonstige Kleinigkeiten schwerer... Wir haben die Zeit auf dem Markt nochmals so richtig genossen. Mit den Leuten in Twi geredet, gelacht, gefeilscht.

Am Dienstagabend haben wir in Bantama Emilia verabschiedet. Ihr letzter Abend in Kumasi. Sie fliegt am Sonntag nach Finnland zurueck! (Ich kanns nicht fassen und bin seeeehr traurig.) Und auch fuer mich wars sehrwahrscheinlich der letzte Bantama-Ausgang. Immerhin in dieser Zusammensetzung. Wir haben mit unseren Bruedern gefeiert. Wenns nicht gerade aus Kuebeln geregnet hat, sah man uns zur typischen Highlife-Musik tanzen. Oder singen. Es war wunderbar. Emilia ist nun in Koforidua in ihrer Schule und verabschiedet sich von ihren Leuten.

Ich reise heute nach Accra. Mit Malte und Rouven. Wir gehen ueber das Wochenende nach Kokrobite. Das ist der Strand etwas ausserhalb von Accra. Am Sonntag treffen wir Emilia ein letztes Mal (zumindest fuer eine Weile in Ghana) am Flughafen.

Noch 11 Tage. Und ich bin schon herzlichst aufgeregt!!!


Posted: 11:23, 25 July 2008
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Was gerade so abgeht

Malaria sagt nun doch noch Tschuess
So kurz vor Schluss hat es mich nochmals erwischt: Die Malaria zum Dritten. Absolut ueberfluessig... Vor 4 Tagen ist sie ausgebrochen. Dank sofortiger Medikamenteneinnahme nicht ganz so schlimm wie die anderen zwei. Grosse Fieberattacken hatte ich bis jetzt nur zwei. Seit gestern schwitze ich nun nonstop. Auch im klimatisierten Bus, wo ich ueblicherweise lange Kleider trage, oder gerade jetzt - im Normalfall unterkuehlten - Internetkaffee sitze ich kurzarm und mit Schweisstuch ausgeruestet. Aber sonst gehts ganz ok.


Am Strand von Busua Schweizer Heimat
Die Strandtage in Busua mit Emilia waren cool. Unser Programm: geniessen, lesen, joggen (!), sonnenbaden, essen oder mit dem Essen kaempfen, krank sein, der Kunst des Surfens zuschauen und mit Schweizer oder Ghanar kommunizieren. Da waren tatsaechlich 7 Schweizer da. Unglaublich. 1 Berner, 2 'Iverdoner', 3 Genfer und ich. Der Berner hats ganz gut mit mir gemeint und mir eine Hand voll Ricola und ein Caotina-Schoggipulver zugesteckt. Aber auch sonst waren alle super nett und gespraechig und ueberhaupt: Zeit mit Leuten vom selben Stern zu verbringen... Meinen Landsgenossen und den BlackStarSurfern www.blackstarsurfshop.com haben wir Au revoir gesagt und uns auf den Weg nach Accra gemacht. Zurueck zur Zivilisation.

Morgen gehe ich nach Kumasi. Darauf freue ich mich. Halt auch Heimat.


Posted: 10:10, 16 July 2008
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Heimreise rueckt naeher

Kanns gar nicht glauben, heute in einem Monat stehe ich am Flughafen in Accra und fliege zurueck in die Heimat. Grossartiges Gefuehl. Bin so langsam etwas aufgeregt.

Am 6. August komm ich in Kloten an. Puhh. Habe doch erst gerade noch meinen Rucksack gepackt fuer dieses Jahr!

Auf was ich mich am meisten freue? Auf die vielen Gesichter die ich vermisst habe, Heitere, Wein, Wurst-Kaese-Salat und Cremeschnitten.

Ueber meine 'alten' Kleider haben sich die Leute aus dem Waisenheim gefreut. Und ich mich natuerlich. So habe ich noch vieeel mehr Platz im Gepaeck. Und dann haben wir rausgekriegt das British Airways nun 46 kg zulaesst! Einfach super. In ein paar Tagen ist shopping in Kumasi auf dem grossen Zentralmarkt angesagt. Ghanaische Kochutensilien, Klamotten, Stoffe, CDs...

Zurzeit bin ich mit Emilia in Accra. Seit einer Woche geniessen wir das Heim eines Freundes. Schauen uns - wir sind etwas ghanaisch geworden -  taeglich ein paar Filme an, essen, gehen aus und schlafen. Zwischendurch empfangen wir Freunde aus Kumasi und unterstuetzen diese bei ihren Accra-Taetigkeiten: Bro Douglas hat eine Einladung aus Deutschland erhalten. Maltes Vater bietet ihm einen Praktikumsplatz an in seiner Computerfirma. Leider ist das mit der deutschen Botschaft nicht so einfach. Nun steht das zweite Interview an. Daumen druecken. Heute oder Morgen - wir verschieben den Reisetag seit 5 Tagen! - reisen wir nach Busua. Ich war schon zweimal da, Emilia aber noch nicht. Da es dort gemuetlich ist, das Meer wunderbar und die Leute voll okay sind, begleite ich sie gerne dorthin.


Posted: 08:21, 5 July 2008
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Jetzt hats auch mich erwischt: Handy weg

Gerade als ich ins Trotro einsteigen wollte, ists passiert. Eine unsichtbare Hand oeffnete meine Tasche und schwups, mein Handy hat sich auf Nimmerwiedersehen verabschiedet. Mein Portmonne, meine Kamera und das heilige Schweizer Sackmesser und allen anderen Krimschkramsch waren an Ort und Stelle geblieben. Herzlichen Dank.

Die Nummer ++23327 434 68 71 hab ich wieder erobert und ein altes neues Handy ist auch mit mir unterwegs. Leider eins womit ich nur texten kann... Aber immerhin *big smile*


Posted: 02:44, 20 June 2008
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Leere Klassenzimmer

Am Montag war Stichtag fuer die Schulgebuehren. Pro Kind und Trimester macht das 40 USD. Je nach Verhaeltnisse ist dies eine schwierige Angelegenheit.

Mein Franzoesischeinsatz in Klasse 3 faellt auf Montag, 8 Uhr, erste Schulstunde. Knapp 40 froehlich und gut gelaunte Kinder, die sich fuer einen Tag lang nicht gesehen haben und somit viel zu erzaehlen wissen, trudeln nach der Begruessungszeremonie ins Klassenzimmer ein. Mit dem Schlagstock des Klassenlehrers kehrt jeweils der 'Normalzustand' ein. Der Klassenlehrer war aber an diesem Montag nicht da, einfach nicht aufgetaucht. Ich versuchte vieles, irgendwann hatte ich halbwegs Ruhe. Also so, dass immerhin ich mich und die vordersten Reihen etwas verstanden. Und dann kam auch schon der gefuerchtete Lehrer Sir Joe der Klasse 2 mit Stecken ausgeruestet ins Schulzimmer gerannt. Mucksmaeuchschen still wurde es. Er verkuendete laut Hals: "Schulgebuehren, Schulgebueren: Wer hat sie hier? Wer hat sie schon bezahlt?". Augenblicke spaeter sassen noch 8 Kinder hinter den Schulbaenken. Alle anderen wurden nach Hause geschichkt. Haben sie das Geld zusammen, duerfen sie wieder lernen kommen...

Ich war perplex: "Was soll ich bitte mit 8 Schueler anfangen?" Lernte es aber schnell zu schaetzen und genoss eine wunderbar angenehme und ruhige Schulstunde. Ich uebernahm gleich noch die naechste Stunde dazu, weil der Klassenlehrer noch immer verschollen war.

Die Atmosphaere war den ganzen Tag ueber speziell. Eine Schule mit einem Bruchteil Kindern ist irgendwie komisch. Heute sind schon wieder mehr da und bis Ende Woche wird die Schueleranzahl drastisch ansteigen.

Diese Schulwoche ist auch sonst eine der spezielleren fuer mich. Am Freitag ist meine Zeit rum. Ich werde die Schule und meine Schwester Janet verlassen. Was ich mit der Zeit bis zur Rueckkehr anfange? Das weiss ich noch nicht im Detail. Herumreisen, mal da mal dort, Freunde treffen, immer mal wieder zurueck nach Kumasi (ist halt schon der beste Fleck in Ghana...), Vorfreude auf zu Hause geniessen und und und


Posted: 01:20, 17 June 2008
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Hochzeitsvorbereitung ghanaisch

Wenn mich ein Ghanaer fragt, was so der Unterschied Ghana-Schweiz sei, dann sage ich "einfach alles ist anderst". Und es ist so, wiedermal richtig aufgefallen ists mir am Samstag und die Tage davor.

William, unser Chef von ICYE-Ghana, und Joyce (kenne ich sogar auch, sie arbeitet bei ICS, meiner vorherigen Schule) haben sich am Samstag in Kumasi das JA-Wort gegeben. Wir Austauscher und ICYE-Mitarbeitende waren auch auf der Gaesteliste (in Ghana ist uebrigens fast jeder zur Hochzeit eingeladen den man kennt, Hauptsache die Kirche ist voll!!).

Was schenkt man in Ghana zur Hochzeit? Keinen Schimmer. Wir sammelten blindlings Geld ein von allen Obronis und unseren Kumasi-Kontaktpersonen und hiessen die zwei Einheimischen auch, das Geschenk bitte aufzutreiben. Ich war fuers Geld zuestaendig und so hab ich Freitagabends mal nachgefragt, wie es aussaehe mit dem gemeinsamen Hochzeitsgeschenk. Es war unmoeglich, keine Zeit, hektisch... aber kein Problem, morgen vor der Kirche. Ich solle um sieben bei der einten Kontaktperson vor der Tuere stehen. Gemeinsam werden wir wohl was finden in der Stadt. HILFE. Kurz nach Acht waren wir in einem Auto stadteinwaerts. Schon ganz schick in traditionellen Kleidern. Was als erstes? Alle Laeden und Staende waren logo noch zu. Eine Hochzeitskarte mit Geschenktuete konnten wir auftreiben. Dann gingen wir ins Internetkaffee. Da habe ich meine Digitalkamera fuer Hochzeitsfotos entlehrt. Geschafft, um neun Uhr waren wir vor dem 'Einkaufszentrum fuer alles'. Aber dies hat erst um zehn Uhr aufgemacht. Genau zum Zeitpunkt des Hochzeitsfeierbeginns. Mir standen die Haare z'Berg. Na gut, so hatten wir gemuetlich Zeit, was zu essen. Um die Ecke gabs Reis und Bohnen mit Fisch. Puenktlich auf die Ladenoeffnung kamen wir zurueck. Schon X Leute draengelten sich um den besten Ansteheplatz. Die Tueren gingen auf. Auchtung, fertig, los. Innerhalb von wenigen Sekunden war der Laden voll. So etwa, wie der Globus kurz vor Weichnachten.

Der schwierigste Teil des Geschenkauftreibens: meine ghanaische Begleitperson hatte eine total andere Vorstellung von einem Hochzeitsgeschenk. Sachen die ich mir nicht mal im Traum Vorstellen koennte! Wir stoeberten alle Regale und Stockwerke durch. Kopfschuettelnd. Und dann endlich konnten wir uns auf einen transportablen Backofen einigen. Der Groesste. Mein Lachanfall war ueberhaupt nicht angezeigt...

Mit Monsterkartonschachtel machten wir uns zur Kirche auf. Auf dem Weg dahin Manschettenknoepfe fuer Malte besorgen und um halb zwoelf waren wir Gott sei Dank in der Kirche. Zum Glueck dauern die Gottesdienste soooo lange. Wir haben von der eigentlichen Hochzeitszeremonie nichts verpasst.

Die kleine Feier danach war auch ganz nett. Speziell fuer mich, weil ich viele bekannte Gesichter von der ICS erblickte. Mitarbeitende, Lehrer und sogar Schueler waren da. Um vier Uhr (nachmittags) war alles vorueber und wir gingen zurueck in die Stadtmitte, wo wir eigentlich den EM-Eroeffnungsmatch sehen wollten. Wegen heftigen Niederschlags aber leider keinen Empfang.


Posted: 01:52, 9 June 2008
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Baby Boy gesund auf der Erde angekommen

Die Freundin meiner Gastschwester Janet hat heute ihren ersten Sohn zur Welt gebracht. Um 6 Uhr morgens hat das Handy geklingelt. Es sei soweit, Janet soll so geschwind wie nur moeglich zu Sinthia fahren. 2 Minuten spaeter war sie auch schon auf dem Weg.

Und tatsaechlich. Gerade eben erhielt ich die Nachricht, dass das Baby, ein herziger Bub, gesund auf die Welt gekommen ist. Dies freut mich riesig. Besonders weil sie eine schwierige Schwangerschaft mit Hexengeschichten hinter sich hat...

Eine Frau aus Sinthias Quartier hat Sinthias Nichte zur Hexe benannt. Dies geschah, als die Nichte mit einem Sack Kohle auf dem nach Hause weg von der Frau angehalten wurde. Die Frau nahm ein Kohlenstueck heraus und erklaerte dem achjaehrigen Maedchen, dass sie nun eine Hexe sei und sie alles machen muesse was sie sage. Ansonsten werde sie einen grausamen Tod erleiden. Eingeaengstigt ging das Kind nun jeden Tag zu dieser Frau und gemeinsam haben sie irgendwelche komischen Gedankenspielchen getrieben. Das Ziel: Das Baby in Sinthias Bauch umzubringen. Eines Tages in der Kirche ist das Maedchen eingeschlafen und hat getraeumt. Eine Stimme von weit weg habe ihr gesagt, wenn sie nicht alles sofort Sinthia erzaehle, werde sie selbst und Sinthia mit dem Kind sterben. Zu Hause angekommen weihte sie Sinthia ein. Eine fuerchterliche Geschichte kam dabei heraus, sie probieren seit geraumer Zeit das Baby umzubringen. Sie wollen es haben. Und dann auf offenem Feuer braten, das Blut trinken und so weiter. Sinthia war am Boden zerstoert. Die Familie besuchte Kirchen und Pfaerrer. Aber leider konnten die nicht weiterhelfen ohne finanziellen Zustupf. Und das war nicht moeglich, weil kein Geld da ist. So blieb nur noch das Beten und Hoffen. Das Maedchen wurde in eine andere Stadt zu Verwandten gebracht.

Wuerde mir jemand diese Geschichte so erzaehlen, haette ich muehe alles zu glauben. Weil ich aber hier in Ghana schon aehnliche Geschichten gehoert habe ueber misterioese Kraefte und ichs halbwegs miterlebt habe, habe ich auch mitgebetet. Deswegen bin ich uebergluecklich, dass das Kind auf der Welt ist und beide leben.

Sobald die Zeit im Internetcafe abgelaufen ist, werde ich sie besuchen gehen in der Klinik. Anscheinend macht man das hier so. Ich muss mich noch kurz schlau machen, was man da mitbringt. Bestimmt Geld.


Posted: 03:51, 28 May 2008
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Kampf gegen die Wuermer

Abenteuerlich, spannend, lustig und einfach schoen ist auch die zweite Haelfte meines Aufenthaltes. Ich geniesse jeden einzelnen Moment. Leider kaempfe ich zwischendurch mit meiner Gesundheit. Magen- und Darmprobleme machen sich bemerkbar. Kuerzlich ziemlich heftig.

Nach einer Woche Non-Stop-Durchfall war es zuviel geworden. Samstagabends mitten in Accra in einem gutbesuchten Spot bin ich kolabiert. Zaeg bumm Schuettelattake und weg. Dipl. Pflegefachfrauen Carmen und Sabrina (Glueck gehabt, die waren genau seit 3 Stunden in Ghana angekommen) haben mich wieder 'zurueckgeholt', Beine hoch gelagert,  Eiswasser auf die Stirne und nach kurzer Zeit zurueck ins Gasthaus. War ich froh, sind sie dagewesen, ansonsten waere ich bestimmt in einem Krankenhaus gelandet.

Die ueblichen Medis haben nichts gebracht, noch am Dienstag war es um meine Darmgeschichte nicht besser geworden. Zum Arzt wollte ich keines falls, weil der eh ohne Test Malaria diagnostiziert haette... Und dann traff ich eine ICYE-Kollegin und habe ihr meine Krankheitsgeschichte erzaehlt. Sie meinte: Antibiotika und Entwurmung. Es hat mich geschuettelt. Brrrr. Auf die Antibiotika verzichtete ich, die Entwurmung wurde in Form einer einzelner Tablette (0.2 $) durchgefuehrt. Und es  hat gewirkt,  schon am naechsten Morgen fuehlte ich mich um Welten besser. Abends  konnte ich gar wieder auf den Tanz. Ziel erreicht.

*** Dass die Ghanaer alle drei Monate eine Entwurmung machen, wusste keiner von uns... ***

Noch nicht genug, vor drei Tagen im Molenationalpark habe ich ein schlechtes Ei erwischt (selbst mitgebracht, nicht vom MoleMotel!!). Das war dann vielleicht uebelst. 3 Stunden nach dem Picknick musste ich erbrechen und erbrechen und wieder erbrechen. Der Rest des Tages verbrachte ich liegend, voellig kraftlos, schlafen konnte ich nicht. Um Mitternacht packte ich meinen Ruchsack und machte den Colatest. Der verhebte nicht. Wieder Toilette. Um 4 Uhr morgens fuhr der Bus zurueck nach Tamale. Mit uns. Die Fahrt ging, der Tag in Tamale war nicht besonders cool. Aber als wir dann abends auf den Car nach  Accra warteten gings ploetzlich besser. Ja und jetzt bin ich wieder gesund. Alle anderen Schwestern auch. Grandios. Dafuer ist Malte mit uns dabei und der ist grad krank.



STC Busstation: Swiss n Finish Sisters am warten.

Posted: 12:10, 3 May 2008
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Mit 40 km/h nach Tamale

Wer in diesem Land plant, plant immer wieder von neuem. Wir hatten 'geplant', am Sonntag mit Reisegruppe 'Swiss n Finish Sisters' nach Tamale in die Stadt des heissen Nordens zu fahren. Emilia's gesundheitliche Zustaende liessen einen Reisetag nicht zu. So starteten die drei Frischankoemlinge Carmen, Franziska und Sabrina alleine los. Ich begleitete sie zur Station und siehe da, ein Trotro stand abfahrbereit da. Herrlich.

Emilias Bauch schien am Montag mitzuhalten und so machten auch wir uns auf den Weg. 9 Uhr morgens. Montagsverkehr und unverzeihlicher Fehler meinerseits (wollte andere Station ausprobieren) liessen uns kurz vor 12 Uhr (!) in die nun richtige Station einfahren. Meinten wir jedenfalls. Gerade konnten wir einem vollgepackten Trotro mit Ziel Tamale nachwinken. Aber das naechste kam ja schon. Da wir die ersten waren, durften wir die besten Plaetze aussuchen. Und wir haben sie - Gott sei dank - auch gefunden. Laaaangsaaaaam fuellte sich das Fahrzeug und puenktlich auf den Abendverkehr um 17 Uhr waren alle 30 Tickets verkauft. Die Reise ging los *freu*. Auch wir vollgepackt: Drinnen und auf dem Dach. Das Gepaeck dort oben war so hoch aufgestapelt wie der Wagen selbst war. Das erklaert dann auch der Temporausch:

Gemaechlich kamen wir vorwaerts. Stunde um Stunde verging. In der Haelfte gabs Verschnaupfpause. Das war ja ein Treiben. Ein ghanaisches Glarnerland um die Ferienzeit. Das Essensangebot war riesig aber einfaelltig: Gepratene Eier, gekochte Eier, Huehnchen und Porridge. So war dann Ei Nummer 4 und Ei Nummer 5 angesagt (nicht Kopf schuetteln, war nicht so vorgesehen...) Sage und schreibe 10 Stunden spaeter waren die 390 und etwas Kilometer ueberwunden. Mitten in der Nacht um 3 Uhr nahm uns Tamale in Empfang. Neuer Tag neues Glueck: Taxis hatte es genuegend und das Gasthaus hatte ein freies Budgetzimmer.

Guenstig ghanaisch reisen... nun haben wir diese Erfahrung auch. Das gute: wir haben 3.5 $ gespart und hatten keine Geschwindigkeitsaengste aushalten muessen. Naechstes Mal wenn ich nach Tamale reise, buche ich fruehzeitig den STC Bus (eine art staatliche Busgesellschaft, die regelmaessig bestimmte Ort anfaehrt) oder warte auf den CAR also Reisebus, wie es eigentlich jeder Ghanaer auch macht... *smile*


Posted: 05:41, 2 May 2008
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Zeitreise: Zwei Monate spaeter…

Schulkram
In der ersten Aprilwoche testeten wir unsere Schueler auf Wissen und Koennen. Ich war mehr aufgeregt als die Kids. Denn vor den Pruefungen war ich zwei Wochen nicht in der Schule und mich plagte die leise Vorahnung, dass in dieser Zeit alles gelehrte wieder vergessen gegangen sein koennte. Mit Extrastunden, ultra schnellen Auffrischkursen und zwei, drei Hilfeleistungen hats geklappt. Die meisten haben die 50-%-Marke - also bestanden - erreicht. Einmal tief Durchatmen. Nach dem Korrigieren und Aushaendigen der Zeugnisse rannten die Kinder (und Lehrer) in die laaang ersehnten Ferien. Eine grosse Ueberraschung war das Meeting am Tag vor Schulschluss: Die Schulbesitzerin beschloss, die Tueren eine Woche frueher als vorgehabt zu oeffnen… Welcome to Ghana

Rein theoretisch waere ich nun zu diesem Zeitpunkt bereits wieder in der Schule. Aber da die erste Woche benoetigt wird, um anzukommen, sich neu zu ordnen und Hallo zu sagen, werde ich erst nachste Woche wieder Franzoesisch unterrichten. (PS: habe den Schuelern voller Stolz das Lied ‘Le coq est mort’ beigebracht… falls Ghana mal gegen Frankreich Fussball spielen sollte).


Aus zwei Gruempelkammern wird eine
Schwester Janet und ich teilen uns zwei Raeume. Im einten wohnen wir mit Bett und Sofa und meinen Sachen und im anderen Raum sind alle Sachen von Janet. Kleider, Schuhe, Stoffe, Saecke voll Stoffresten, fertig genaehte Kleider, die von den Besitzern wegen Geldmangels nicht abgeholt werden, Kochutensilien und und und. Aus mir (noch) nicht ganz begreiflichen Gruenden musste sie die Gruempelkammer vorgestern abgeben. Sie hats mir per Telefon mitgeteilt, bin ja gerade unterwegs. Sie habe die Sachen in unseren Raum gestopft… ich solle nicht erschrecken, wenn ich nach Hause komme. Bin ja mal gespannt was mich erwartet! kann mir nie im Leben vorstellen, wo und wie das Zeugs Platz haben kann. Carmen und Franziska (zur Abwechslung mal die 'richtigen Schwestern'... die sind gerade zu Besuch) haben mich laut Hals ausgelacht…


Wie ich mich gefreut habe
Herzlichen Dank an alle, die meinen Schwestern Gruesse und Briefe und Karten und Mitbringsel mitgegeben haben. Das war Weihnachten zum Dritten! Richtig Schoen.


Posted: 12:28, 2 May 2008
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Von alltaeglichem und skrupellosen Muecken

Malaria zum Zweiten

Das war ja eine Woche! Letzten Sonntag haben mich wieder Schwaecheanfaelle, Schuettelfroste, Hitzewellen und Schweissausbrueche heimgesucht. Habe die Nacht auf den Montag stoehnend vor Schmerzen ueber mich gebracht. Am Morgen entschied ich mich ein Spital aufzusuchen, denn sowas habe ich noch nie erlebt. Eine Erfahrung mehr, obs die gebraucht haette oder nicht sei dahingestellt. Ich weiss nun uns Schweizer mit unserem Aerzte- und Spitalsystem gluecklich zu schaetzen. In Ghana funktionerts so: Die Wartehalle ist mit gut 60 Stuehlen, die in zwei Gruppen eingeteilt sind, ausgeruestet. Kommt man hinein, einige wenige Stuehle waren noch frei, setzt man sich zuhinterst bei der 'Einschreibegruppe' hin. Hat sich der Vorderste eingeschrieben, rueckt die ganze Sitzschaft eins nach. Bis man schlussendlich beim Stuhl naechst zum Anmeldetisch sitzt, wo einem Fieber gemessen wird und Personalien aufgenommen werden. Diese Huerde ueberstanden wurde ich geheissen, mich den anderen Wartenden fuer die Arztkonsultation anzuschliessen. Das brauchte vielleicht jedesmal Ueberwindung, Kraefte sammeln, bis auf drei zaehlen, auf die Zaehne beissen, aufstehen und Stuhl wechseln. Eben gegen die 60 mal.

Die Aerztin hat mich nach gut 4 Stunden Warten mit 'why?' empfangen. Und hat dann auch sogleich Malaria festgestellt. Diesem Befund wollte ich nicht recht glauben und so ging ich eins weiter zum Medilap. Der Laborant hat mir Blut abgezapft und mir mitgeteilt ich solle doch fuer die Ergebnisse am Dienstagmorgen vorbeischauen. Sie werden in kuerze Feierabend machen (es war 15.15 h). Aufsteller des Tages. Am Dienstag habe ich dann sofort die Malariamedikamente genommen. Denn das Resultat war positiv. Die uebrigen Wochentage habe ich schwitzend (wir haben kein Fan oder so was) zu Hause verbracht. Es ging mal besser und mal schlechter. Aus langeweile eine Fieberstatistik erstellt. Stuendlich piepste es unter meiner Achselhoehle. Einmal 35 und etwas und dann wieder 38 Grad Celsius und etwas. Zickzackverlauf.

Seit Samstag bin ich wieder wohlauf. Ohne Rueckschlaege.

Haelfte liegt hinter mir

Ohne dass es mir gross aufgefallen waehre, ist Mitte Februar die Aufenthaltsmitte an mir vorbeigesaust. Komisches Gefuehl.

In Tanoso ist der Alltag eingekehrt. Die Schueler haben sich an Madam Tamara gewoehnt und ich mich an sie. Aber ein umbemerktes in die Schule schleichen oder frueher nach Hause gehen ist noch immer undenkbar. Kaum sehen sie mich (Kindergarten bis 4 Klasse) wird mein Name losgebruellt und gewunken. Und die Lehrer muessen von neuem Ordnung in die Schaar einbringen, ich entschuldige mich jeweils mit einem Achselzucken und breiten Laecheln. Die Freie Zeit nach der Schule verbringe ich meistens zu Hause. Kochen mit der Schwester, Gaertnern, Quatschen mit der Nachbarschaft oder Naehen. Mein neues Hobby: Stoffresten zusammensuchen und was auch immer daraus nahen oder basteln. Die Einheimischen schuetteln Koepfe und grinsen. Es ist schon soweit, dass wenn meine Schwester nicht Daheim ist und etwas dringendst zu flicken ist, ich diejenige bin die es macht. Abends ist Verschnaufspause angesagt: Ich fahre mit dem Radel (wenn es nicht gerade Stuermt und regnet, die Regensaison macht sich wieder bemerkbar) nach Tanoso und Treffe den einten oder andern Freund. Auch das geht nicht einfach so. Die Leute auf der Strasse kennen mich. Von jeder Ecke hoehre ich meinen Namen, wohin ich denn um diese Zeit noch gehe und wie mein wohlbefinden sei. Manche sagen einfach nur 'Willkommen'. Unschreibliche Gefuehle werden da ausgeloest. Logo gibts auch Tage an dem ich mich unsichtbar wuensche, hat aber bis jetzt noch nicht geklappt. 

Mama und Papa besuchen mich!!

Noch 5 Tage, und meine Liebsten sind hier. Ich bin grausam nervoes. Reiseroute ist in etwa erstellt, Mietauto fuer den Nordentripp zum Molenationalpark ist reserviert, Unterkuenfte werden wir spontan finden. Ich bekam von der Schule frei, so kann ich die ganzen zwei Wochen mit meinen Eltern verbringen, ihnen meine Lieblingsplaetze, meine Freunde, mein Arbeitsplatz und mein zu Hause ganz einfach mein Leben hier zeigen. Grandios.

Morgen kommt Emilia nach Kumasi. Wir reisen am Mittwochmorgen nach Cape Coast (Donnerstag ist Nationalfeiertag und Freitag frei) und spannen uns ein paar Tage am Meer aus. Hoffentlich haben sie dort unsere Gesichter vergessen... Weihnachten ist ja schon eine Weile her!


Posted: 03:39, 3 March 2008
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Nervenkitzel vor und waehrend der Spiele

Ghana hat am Samstag um den dritten Platz gespielt. Wir waren mit dabei. Kurz vor der zweiten Halbzeit habens wir ins Stadion geschafft. Puh.

Wie man Polizisten an der EM in der Stadionregion einsparen kann
Man nehme 2 Roesser, setze je ein moechtegern Polizist drauf und gebe jedem eine Peitsche in die Hand. Man staune, wie schnell sich Meschenmassen im nichts aufloesen koennen. Schadenfreudig haben wir mitgegroellt, als dann ein solcher gewalttaetiger Polizist von seinem hohen Ross fiel. Uns gleich zu Fuessen.

Wenn man Tickets vor den Stadiontueren verteilt

Dass war vielleicht eine eher bloede Idee von mir. Ich verteilte unsere Tickets als wir schon im Eingangsbereich waren. Zaegbum, hunderte ticketlose Buben rangen sich um uns und zaegbum wir waren in einer beinahe Massenschlaegerei verwickelt. Die haben tatsaechlich geglaubt wir verschenken Eintritte... Zum Glueck habe ich meine Stimme in der Schule etwas trainieren koennen. Mai haben sich die Buben zurueckgezogen (immerhin fuer zwei Schritte) als ich sie angeschrien und aufs groebste zusammengestaucht und meine Faeuste ausgepackt habe. Kein Witz. Einfach erstaunlich was sich da fuer negative Energien aufladen koennen.  Nach gut 20 Minuten  und minus zwei Tickets (sie wurden in der Hitze des Gefechts zerrissen) standen wir in der Endlos-Schlange. Anpfiff. Gerangel und gewuerge. Um so naeher bei den Tueren um so enger und um so gefaehrlicher wurde es. Immer mit der Angst im Nacken, ein Polizist koennte hergaloppieren und den Sauhaufen aufloesen. Vor der Tuere war es dann nahezu Panik.  Wir habens geschafft. Voellig am Ende fanden wir freie Plaetze zum Sitzen. Pause.

Zweite Halbzeit tanzend miterlebt

Die Ghanaer sind gut, waren sie doch 1:2 im Rueckstand. Nicht lange. In der zweiten Haelfte fiel Tor um Tor. Wir gewannen 4:2. Und das gegen unsere Nachbarn, Cote Ivoir. Das war dann vielleicht cool. Das Tanzen und das Jubeln entschaedigten die vorherigen Strapazen um das Dreifache.


Die Stimmung am letzten Sonntag, als Ghana noch eins weiterkam war grandios. Das Land hat gebebt. Ich habe noch nie sooo viele Menschen sooo krass jubeln sehen. Die Stadt war nicht mehr zu halten (auch die Diebe nicht: minus ein Handy und minus ein Portemonnai, dass aber ohne Geld wieder zurueckgegeben wurde... nett, oder?). Am Donnerstag hat Ghana im Halbfinal verlohren. Traurige Sache. Traurig fand ich auch, als einer mit dem Messer im Pub auftauchte, nur weil ein anderer ihm die Sicht gestohlen hatte!!! Unglaublich was Fussball fuer Emotionen ausloesen koennen. Der zweite Match des Abends erlebten wir im Stadion.

Liebe Leute, sonst ist Ghana ganz okay. Ich denke der Fussball hat die Gemueter erhitzt... und der CAN ist jetzt vorbei, also keine solche Probleme mehr... *smile*

Posted: 07:23, 11 February 2008
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Von allem etwas

Fussballfieber
Ghana ist eine Runde weiter. Am Sonntag spielen 'wir' gegen Nigeria. Das koenne man mit Schweiz-Tuerkei vergleichen... Also von mir aus gesehen, logo wer gewinnt: GHANA. Und dann wirds echt hart. In Kumasi werden die Black Stars jedoch nicht spielen, das war eine der Fallschmeldungen. Aber auch auf Grossleinwand machts Spass.

Malariaprojekt
Gestern verbrachten wir den ganzen Tag im einten Malariadorf. Als erstes begruessten wir den Dorfchief, das macht man hier so. Dann besuchten wir die Schueler in den Klassenzimmer und klaerten sie ueber unser Projekt auf. Sie sollen die News nach Hause tragen... Spaeter begannen wir die Einwohner zu zaehlen. Irgendwie ein Ding der Unmoeglichkeit. Wir wandern von Haus zu Haus. Es wohnen zwischen 10 und 30 Leute in einem Haus. Pro Haus haben sie entweder gar keine Moskitonetze oder dann hoechstens eins bis zwei. Aber es war eine schoene Arbeit, wir wurden herzlich willkommen geheissen. Das absolut beste finde ich, dass wir dadurch die Moeglichkeit erhalten haben, in die Innenhoefe zu schauen. Das ist ein Riesenprivileg, normalerweise sind die Tueren immer geschlossen und nun werden wir dort jeweils empfangen *freu*.

SCHMUDO
Liebe Haegglinger Fasnaechtler, ich bin gedanklich bei euch. Geniessts einfach! *Konfettigruess* und *smile*.


Posted: 04:13, 31 January 2008
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Eroeffnungsspiel Africa Cup of Nation: Ghana siegt

Gestern hat der Africa Cup of Nation begonnen. Und Ghana hat gewonnen! Die Party danach war super. Die Leute haben auf den Strassen getanzt und gefeiert. Wir mittendrinn.

Morgen gehen wir die Maetche (die gibts nur im Zweierpack) Egypt - Cameroon und Sudan - Zambia im Baba Yara Stadium in Kumasi schauen. Der Ticketvorverkauf startete letzte Woche, unglaublich wenn man bedenkt wie das bei der Europameisterschaft zu und her geht. Und das absolut erstaunlichste finde ich, dass das Ticket nur umgerechnet 5 CHF kostet. Ein Schnaeppchen, oder? Sollte Ghana eine Runde weiterkommen, spielen sie in Kumasi. Dann werde ich fuer die Tickets rennen...

Posted: 07:21, 21 January 2008
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Mit dem Velo durch Kumasi

Seit heute Nachmittag bin ich stolze Besitzerin eines Fahrrades *smile*. Diese Dinger sind echt teuer. Wir haben 2 Stunden lang das Velo- und Mofa-Quartier abgeklappert, bis ich mit dem Preis-/Leistungsverhaeltnis 'einigermassen' einverstanden war. Ich habe mir eine koenigblaue Dreigaengerin mit Koerbchen und Gepaecktraeger gekauft, dazu ein knallrotes Schloss.

Die Heimfahrt war der absolute Wahnsinn. Zuerst durch den dichten Stadtverkehr: Fussgaenger, Verkaeufer, Taxis, Trotros, Busse, Huup und ueberhaupt. Nicht ganz ungefaehrlich. Klingel haben wir keine, aber das typische (bei uns unhoefliche, hier X-weit zu hoerende) Sssssssst funktionert und die Leute gehen aus dem weg. Den Autos klopft man einfach auf die Haube. Und dann der laaaange Weg bis nach Tanoso. Das war spassig. Ghanaer treffen selten Weisse auf Fahrraedern an. Wir wurden gefeiert. Es ist ein aehnliches Gefuehl aufgekommen, wie zu Beginn des Aufenthaltes.

Posted: 07:01, 21 January 2008
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Tamara lernt Fufu 'kochen'


Ja, da sitze ich mit meiner Schwester Janet in unserem Garten. 3 Stunden harte Arbeit hat sich gelohnt. In der Schüssel ein frisch gestampfter Fufukloss mit Suppe.

 

Plantain (Kochbananen) und Kasava vom Garten hinter dem Haus, der Schweinsfuss und das Gemüse vom Laedeli nebenan, der Fisch vom Markt in Tanoso. Zuerst wird gerüstet und dann gekocht. Mit Kohle. Der Dampfkochtopf könnt ihr vergessen liebe Hausfrauen, ein Plastiksack über den Kochtopf stülpen funktioniert prima. Das Gemüse vermoersern wir ganz klein (ca. 30 Minuten lang…) und pressen es dann durch ein Sieb. Das Fleisch wird mit Zwiebeln angebraten, Gemüsepaste und der Fisch dazugegeben. Währenddessen die Suppe auf dem Feuer steht wird zuerst die Kasava verstampft und danach die Plantains, zum Schluss vermischt man die zwei Klumpen zusammen. Fufu stampfen ist effizienter als jeder Fitnesszenterbesuch, ich sage euch, da kommt man wirklich ins Schwitzen J. Wie es schmeckt? Ich liebe es, beschreiben kann man es nicht.

Posted: 03:20, 19 January 2008
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Um die Wette Schreien

Die erste Woche unterrichten in dem Great Achievers Education Center liegt hinter mir. Die Schule ist klein aber fein, ca. 400 Kinder gehen da zur Schule. Mir gefällts. Und auch die Arbeitskollegen sind mehr als okay.

Ich bringe den Erst- bis Viertklässlern zweimal die Woche je eine Stunde lang Französisch bei. Ich darf ihnen beibringen was ich will. Sie muessen in 12 Wochen, am Ende des Semesters, je 3 Pruefungen und 4 Hausaufgaben gemacht haben. Zum Abschluss schreiben sie die Jahrespruefung, die von mir aufgesetzt wird *smile*. Ich bin zwar längstens noch nicht so ausgelastet wie in der I.C.S (ich werde mir noch andere Arbeit aufhalsen…) aber diese paar Stunden sind äusserst anstrengend. Puh. Ohne Stecken geht da meist gar nichts. Ich schlage die Kinder nicht und deswegen haben sie das Gefühl, sie können die `Säue` rauslassen. Das geht über singen, schreien, tanzen bis hin zu einander verprügeln und Fussball spielen im Klassenzimmer. Ich kann dann so laut schreien wie ich will, einfach zukucken und nichts sagen oder aus der Klasse hinauslaufen, ich werde schlicht und einfach ignoriert. Oder ich kann warten bis ein Lehrer vorbeischaut und zwei, drei von den Kindern schlägt. Die Geschlagenen weinen vor Schmerzen (ich zucke selbst bei jedem einzelnen Schlag zusammen) und die Übrigen lachen schadenfreudig. Aber es nützt. Die nächsten 10 Minuten über habe ich ausschliesslich Lämmlein in der Klasse.

So richtig gut habe ich mich nach der vierten Klasse gefühlt. Ich war in der Lage, 46 Schüler eine Stunde lang ohne grössere Komplikationen zu unterrichten. Alleine und ohne Schläge und das wichtigste, sie haben was gelernt. Ich hoffe zumindest *smile*.

Ein anderes Problem sind die Räumlichkeiten. Die Klassenzimmer sind getrennt aber die Mauern sind nicht bis ganz hochgezogen worden. Das bedeutet, dass wenn die Klasse nebenan gerade Party hat, am Singen, Beten oder am Vokabeln aussprechen lernen ist, ist das Unterrichten ebenfalls unmöglich. Wir sind dann alle am Schreien. So kommts dass ich nach einer Stunde unterrichten fixfertig bin und mir eine Lutschtablette fuer meinen Hals einwerfe.

Man gewoent sich an alles... *smile*




Beliebte Pausenbeschaeftigung: Fussball spielen. Im Hintergrund die Klassenzimmer.



Posted: 02:55, 19 January 2008
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Tamara erreichen (neue Adresse)

+23327 434 68 71 (SMS ohne Gewaehr...)
tamara.voser@live.com

Great Achievers Education Center
Tamara Voser
P.O. Box KS 10938
Adum, Kumasi
Ghana


Posted: 09:38, 12 January 2008
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Gastfreundschaft kennt keine Grenzen

Mein neues zu Hause, ganz afrikanisch-ghanaisch. So wie ichs mir eigentlich gewuenscht habe. Aber ein paar Sachen waren mir im Vorherein nicht ganz Bewusst *smile*.

Meine neue Schwester Janet ist grossartig. Sie ist im selben Alter wie ich. Von Beruf Schneiderin. Haette sie 200 Cedis auf der Seite (ca. 250 Franken) koennte sie einen Shop eroeffnen und dort naehen. Stattdessen naeht sie zu Hause und kann dafuer nur die Haelfte oder gar nur ein Drittel der eigentlichen Preise verlangen. Als Schneiderin verdient man soviel, dass man sich Essen kaufen kann, Geld hat fuer die taeglichen Gebrauchsmittel wie Seife, Trinkwasser, Kleider und sich Trotro leisten kann. Aber anstatt WC-Papier wird Zeitungspapier verwendet und anstatt mit Gas wird mit Kohle gekocht usw.

Ghanaisch wohnen heisst alles teilen und alles zusammen machen. Das geht ueber Kochen, Putzen und waschen bis hin zum Bett teilen. Waere ich nicht schon seit geraumer Zeit hier, haette ich wahrscheinlich die Flucht ergriffen... Ich-brauch-mal-5-Minuten-fuer-mich gibts hier nicht, kennt man nicht.

Meine erste Nacht liegt hinter mir und meine Sachen sind auch ausgepackt. Ich habe mich in einer Zimmerecke breitgemacht (Moebel wie Schrank oder Gestell sind nich da). Zum Kochen sind wir noch nicht gekommen, weil ich bis zum jetzigen Moment keinen Appetit hatte (Malaria...) Aber morgen wollen wir zusammen Fufu kreieren *freu*.

Was mich unbeschreiblich beruehrt, ist, dass die eigentlich nichts haben und das was sie haben teilen sie. Die ghanaische Gastfreundschaft ist unermesslich. Ich zaehle mich gerade zu den gluecklichsten Menschen auf Erden. Hoffen wir, es bleibt so *smile*.

PS: Montags beginne ich in der neuen Schule zu arbeiten. 

Posted: 03:01, 9 January 2008
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