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Koenigstoechter - Ermutigung zum biblischen Frausein | |||||||||||||||||||||
Spenden für JapanBitte unterstützt das Hilfswerk SENDAI durch die Überseeische Missionsgesellschaft um die grosse Not in Japan zu lindern.Vielen Dank! http://www.omf.org/omf/schweiz/aktuell/sendai_hilfsfond Ich bin die AmischeIch bin die Amische, die Dich liebt10. September 2009 von Mrs. Parunak, www.pursuingtitus2.com Es ist einfach, Menschen zu lieben, die genau gleich sind wie wir. Durch sie fühlen wir uns glücklich, beständig, in Frieden mit der Welt und unseren Entscheidungen. Es gibt so viel Bestätigung in der Gleichgesinntheit: Du siehst nie verrückt aus, du musst dich nie erklären, du bist zimlich sicher auf dem richtigen Weg, schau nur auf all die Menschen die mit dir einverstanden sind. Rosig. Unterschiede unter Menschen sind unbequem. Da ist das unangenehme, einem zusetzende Gefühl, dass jemand falsch sein könnte, oder sogar noch schlimmer, da ist die Sorge, dass jemand abfällig denken könnte wir seien falsch und der uns möglicherweise sogar verurteilt. Ich habe viel Erfahrung damit, denn ich bin so zu sagen eine „quasi-Amische“. Ich trage laaaange Röcke. Eine Kopfbedeckung. Ich bekomme alle 22 Monate ein Baby (wenigstens bis jetzt). Ich habe Hausgeburten. Ich stille. Ich unterrichte die Kinder zu Hause. Ich bin Teil einer sehr kleinen Hauskirche. Wenn die Leute über eine Fernsehshow sprechen, habe ich in der Regel keinen Schimmer davon, sofern sie nach dem letzten Millenium ausgestrahlt worden ist. Jahre sind vergangen, seit ich das letze Mal in einem Kino war. Ich höre kein Radio. Ich habe mich nie gross für weltliche Musik interessiert. Wie du siehst, isoliert und komisch. Doch es gibt viele Menschen in meinem Leben, die nicht alle diese Dinge tun oder sogar nichts davon. Und so frage ich mich, wie Menschen mit einem unüblichen Sortiment an Überzeugungen und Lebensweisen umgehen mit dem Rest der Welt, den „Normalen“, den weniger fanatischen Leuten dort draussen, ohne das Element der vermuteten Verurteilung hinzuzufügen, welches jedermann so unwohl fühlen lässt? Da meine Überzeugungen so unüblich sind, scheint es, dass ich nicht darüber sprechen kann, ohne dass viele Leute um mich herum sich verurteilt fühlen, schlicht und einfach aufgrund der Tatsache, dass sie andere Überzeugungen haben. Und ich kann nicht ehrlich sagen, dass meine Überzeugungen nur „persönliche“ Überzeugungen seien im Sinn von: „Ich fühle mich berufen, keinen Haferbrei zu essen, doch ich störe mich nicht daran, wenn ihr alle Bootsladungen von diesem Zeug esst – es ist nur eine persönliche Überzeugung.“ Ich hatte nie dass Gefühl, dass Gott mir irgend etwas aufzeigen würde als spezielle Berufung für mein Leben. Wenn ich etwas glaube, dann ist es, weil ich es tatsächlich glaube. Ich kleide mich nicht sittsam, weil ich glaube, dass es etwas sei, was ich tun sollte. – „Doch das macht nichts, meine Liebe, Gott interessiert sich nicht dafür, was du anziehst.“ Ich vermeide nicht die Mehrheit der TV-Sendungen, weil ich denke, dass es eine sinnlose, schlüpfrige, moralisch desensibilisierende Verschwendung der Zeit sei für mich, aber mit grosser Wahrscheinlichkeit gut und gesund für alle anderen. Nein, ich mache diese Sachen (und die meisten Sachen), weil ich glaube, dass sie in der Theorie wahr sind und dann wende ich sie für mich an. Brillant. Ich bin gut ausgerüstet, um erstklassig das Gericht und die Verurteilung über fast alle Menschen auf diesem Planeten zu posaunen. Weil, du weißt: mit meiner langen Liste von all den Wegen, die mich isoliert und komisch machen, ist es sehr einfach für beinahe jeden, einen springenden Punkt zu finden, ein Gebiet des Widerspruches, etwas, das ich wirklich glaube und die anderen einfach nicht. Was kann man da machen? Was kann man tun? Einige Menschen kommen um diese Debatte herum, indem sie sich mit Menschen umgeben, die alle dasselbe denken. Sie treten einer unterdrückenden Gruppe bei, die alle Überzeugungen diktiert, damit sie konservativ sein können ohne Kontroverse. Sie parkieren ihre Köpfe an der Tür, und verurteilen gemeinsam in einer behaglichen Gruppe. Doch dann? Wer wird ihnen helfen, zu sehen, wo sie falsch sind? Für niemanden von uns wäre es möglich, alles komplett richtig zu verstehen. Wir brauchen andere Menschen, die die Welt anders sehen, die uns herausfordern und uns helfen, diese unsere Überzeugungen zu überdenken. Dies dient zur Sicherstellung, dass wir nicht entscheiden, Haferbrei sei der Antichrist oder so etwas. Ein besserer Plan ist, wirklich zu glauben, was wir glauben, es in aller Freiheit miteinander zu teilen, und dann liebevoll einer dem anderen Raum geben, Gott zu folgen nach bestem Wissen und Gewissen. Wir sind nicht diejenigen, denen andere Menschen gefallen müssen. Sie müssen nur Gott gefallen und er wird jedem einzelnen die Dinge offenbaren, die er will, dass wir sie wissen, zu seiner Zeit. Lasst uns aufrichtig Menschen lieben, sogar wenn sie sich sittlich kleiden (oder nicht), oder Familienplanung machen (oder nicht), oder ihre Kinder in die öffentliche Schule schicken (oder nicht) oder sogar wenn sie Haferbrei essen (oder nicht). Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass Menschen sich durch die verschiedenen Überzeugungen von Zeit zu Zeit unangenehm fühlen. Doch wenn wir darin ausharren sie zu respektieren, wertzuschätzen, von ihnen lernen und sie lieben aber indem wir ausharren sie zu respektieren, sie wertzuschätzen, von ihnen zu lernen und sie zu lieben scheint dies mir eine viel bessere Lösung zu sein als einerseits so zu tun, als würden wir nichts glauben oder andererseits uns selbst auf Leute zu limitieren, die schon im Voraus mit uns einverstanden sind. Übersetzung von Leonie Keel HilfswerkeEinen fröhlichen Geber hat Gott lieb (2. Kor. 9,7b)Nachfolgend möchte ich einige Hilfswerke vorstellen, die mir besonders am Herzen liegen. Jedes von ihnen leistet einen einzigartigen Beitrag dazu, um die Leiden dieser Welt zu lindern und die frohe Botschaft von Jesus Christus zu den Menschen zu bringen.
Alle weiteren Informationen zu den verschiedenen Werken findet man auf den offiziellen Webseiten. Sende dein Brot übers Wasser, so wirst Du es nach langer Zeit wiederfinden. Prediger 11,1 Gedenket an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und derer, die misshandelt werden, als solche, die selbst auch noch im Leib leben. Hebräer 13,3 Sie tut ihre Hand dem Unglücklichen auf und reicht ihre Hände dem Armen. Sprüche 31,20 HausfrauenlebenHausfrauenleben Montag Waschtag Herr, hilf mir, alle meine Ichbezogenheit und Eitelkeit abzuwaschen, damit ich Dir in der bevorstehenden Woche dienen kann mit wahrer Demut. Dienstag Bügeltag Lieber Herr, hilf mir alle Falten der Vorurteile, welche ich durch die Jahre hindurch eingasammelt habe, auszubügeln, damit ich die Schönheit in den Anderen sehne möge. Mittwoch Flicktag Oh Gott, hilf mir meine Wege zu "flicken", damit ich nicht ein schlechtes Beispiel für andere bin. Donnerstag Putztag Herr Jesus, hilf mir, die vielen Fehler auszustauben, die ich in den geheimen Ecken meines Herzens verstaut habe. Freitag Einkaufstag Oh Gott, gib mir die Gnade, weise einzukaufen, dass ich ewige Freude erwerben möge für mich selbst und alle anderen, die Sehnsucht nach Liebe haben. Samstag Kochtag Hilf mir, mein Retter, einen grossen Topf brüderlicher Liebe zu sieden und dass ich es servieren möge mit sauberem, süssen Brot menschlicher Freundlichkeit. Sonntag……….. den du triffst, ist irgend einen Kampf am kämpfen." Diese hübsche Zusammenstellung habe ich in englischer Version einmal per E-Mail erhalten. Leider kenne ich den Urheber davon nicht.
Furcht und GnadeFurcht und Gnade von Mrs. Parunak Vor vier Jahren wäre ich beinahe an einer Lungenentzündung gestorben. Eine Erfahrung, zu der ich immer wieder zurückschaue, die mir hilft, die Kraftquelle im Angesicht von Prüfungen zu verstehen. Nicht meine eigene Kraft. Gottes Kraft. Es war nicht nur, dass Gott den Ärzten Weisheit gab, oder dass er mir ermöglichte, die richtigen Antibiotika zu bekommen oder sogar, dass er mein Leben verschont hat, wenn es auch wahr ist, dass er all dies getan hat und ich bin ungemein dankbar dafür. Doch die Ursache, weshalb ich ich so oft an dieses Ereignis zurückdenke, liegt darin, was es mich gelehrt hat über die Angst – und über den Unterschied zwischen der Vorstellung einer Prüfung und dem eigentlichen Gehen durch diese Prüfung. Ich habe ein sehr lebendiges Vorstellungsvermögen und eine wirklich miserable Gewohnheit, die Gedanken einfach laufen zu lassen. Früher war es noch schlimmer. Wenn mein Geist ruhig war, zum Beispiel während Gymnastikübungen oder auf Autofahrten, begann ich zu denken, und bevor ich es realisierte, verwandelten sich die Gedanken in Ängste. Was, wenn unser Haus abbrennen würde, während ich ausser Hause bin, oder wenn unser kleiner Hund eingeschlossen würde? Was, wenn ich einen Anruf bekäme, dass mein Vater diese Nacht eine Herzattacke hatte? Was, wenn mein Mann in einen Autounfall käme? Was würde ich tun, wenn Gott etwas so Schreckliches zulassen würde? Solche Dinge passieren anderen Leuten. Ich hatte keine Garantie, dass es mir nicht passieren könnte. Während ich durch mein friedli-ches, glückliches Leben ging, durchlebte ich einen schrecklichen Gedanken nach dem anderen. Eines der Dinge, vor denen die ich mich am meisten fürchtete war, dass ich auf irgend eine Weise sterben könnte und meine Kinder ohne Mutter zurücklassen würde. Der Gedanke, meine Babys zu verlieren, trieb mir fast jedes Mal Tränen in die Augen. Du magst dich fragen, weshalb ich wohl über so schreckliche Dinge nachgedacht habe, die nicht einmal wahr sind, insbesondere, da uns Bibelverse wie Philipper 4,8 gegeben sind. Die Antwort ist, dass ich einen undisziplinierten Geist hatte und auch Mangel an Glauben. Da mein Leben bis zu diesem Punkt relativ leicht und schön gewesen ist, war der Gedanke von Schwierigkeiten ein grosses Spektrum der Unbekanntheit. Dann bekam ich die Lungenentzündung. Ich wurde sehr krank, alles ging sehr schnell und eines Morgens konnte ich fast nicht mehr atmen. Ich war so ausser Atem, dass ich mich kaum noch anziehen konnte, um auf den Notfall zu gehen. Ich erinnere mich, wie meine flache Atmung wie mit schwachen Flügeln flatterte und wie mich die Hand meines verzweifelten Mannes auf meinem Rücken mich von hinten stiess, als ich langsam die endlosen wenigen Meter vom Randstein zum Eingang der Notfallstation schlurfte. Als ich dort ankam warf, die Pflegefachfrau einen Blick auf meinen Blutsauerstoffwert und rief: „Ich brauche ein Beatmungsgerät. SOFORT.“ Sie gaben mir eine Sauerstoffmaske. Ich sauge und saugte daran um bei Besinnung zu bleiben, während ich die Schwester darüber reden hörte, mich mit der Ambulanz in ein grösseres Spital zu verlegen und mich möglicherweise an einen Respirator zu hängen. Inzwischen kam meine Schwiegermutter, um meine Kinder in das Haus von Freun-den zu bringen. Ich konnte meinen viermonatigen Sohn nicht stillen. Er musste mit Milchersatznahrung versorgt werden. So etwas Undenkbares für ein LaLeche Ligue-Mitglied wie mich. Jetzt gehörte es zum Lauf der Dinge. Ich streckte meinen Arm aus zu meinem Baby-Sohn im Autositz neben mir und berührte sanft seine Wange. Er weinte. Und ich zog meine Hand wieder zurück. „Sagt Mama auf Wiedersehen“, sprach mein Mann. Und meine Kinder verschwanden aus der Tür. Einfach so. Ich liess sie gehen. In jenem Moment waren weder mein Mann noch ich sicher, ob sie mich jemals wiedersehen würden. Ich war nicht fähig zu sprechen. Ich konnte ihnen nicht sagen: „Ich liebe Euch!“, oder: „Auf Wiedersehen.“ Ich stand meiner schlimmsten Angst gegen-über. Und es war in Ordnung. Es war in Ordnung. In diesem schrecklichen Moment erlebte ich den vollkommenen Frieden. Martha Peace hat in einem ihrer Bücher (ich denke es ist „The Excellent Wife“) genau dies beschrieben. Sie machte darauf aufmerksam, dass, wenn wir uns entmutigende Szenarien einfach ausdenken, den schrecklichen Emotionen ohne jegliche stärkende Gnade Gottes begegnen. Immer, wenn wir uns so etwas vorstellen, bege-ben wir uns in Qualen einer Art, durch die wir niemals im richtigen Leben werden durchgehen müssen. Wenn furchtbare Sachen wirklich passieren, geht Gott mit uns durch sie und gibt uns seine Gnade und Kraft. Der Friede der Gegenwart Gottes durch eine Prüfung hindurch ist etwas, das ich nie in meiner Phantasie heraufbeschwören kann und etwas, was nur in wirklichen Schwierigkeiten kommt, nicht in Vortäuschungen, die ich mir selber während des Autofahrens zusammen bastle. Heute, wenn die „Was-wenn’s“ kommen, um den klaren Himmel eines ruhigen Mo-mentes zu verdunkeln, versuche ich mich daran zu erinnern, dass, wenn so etwas wirklich passieren sollte, es nicht so sein würde, wie ich es mir vorstelle. Ich habe keine Ahnung von dem Frieden, der Kraft und der Gnade, die der Herr mir geben würde. Sicher hast Du schon das banale kleine Sprichwort gehört: „Gottes Wille führt uns niemals an einen Ort, wo die Gnade Gottes uns nicht festhalten kann.“ Es ist wahr. Die englische Originalversion kann eingesehen werden unter: http://pursuingtitus2.com/2010/02/10/fear-and-grac/ HoffungsnetzHilfe für PakistanAllen, die es auf dem Herzen haben, notleidenden Menschen, die in Pakistan infolge der Überschwemmung ihr Haus und Habe verloren haben, finanziell zu helfen, möchte ich das Hilfswerk Hoffnungsnetz empfehlen. Dies ist eine Arbeitsgruppe aus fünf verschieden christlichen Organisationen, die es sich zum Ziel gemacht hat, bei grossen Katastrophen schnell und wirkungsvoll zu helfen durch die schon vorhandenen Kontakte zu einheimischen Christen. Hier ist der Link zur offiziellen Homepage vom Hoffnungsnetz. Spendenkonto: PC 46-7906-0 Vermerk: Pakistan CHF 35.- kosten ein Hygiene-Kit CHF 70.- sichern das Überleben einer 5-köpfigen Familie für eine Woche Herzlichen Dank für alle Solidarität! Einen Fremden liebenEinen Fremden lieben und bereit sein, sich zu verändernVon Mrs. Parunak, Pursuing Titus 2 Anlässlich ihres 10. Hochzeitstages wurde Frau Parunak gefragt, was sie jungen Menschen mit auf den gemeinsamen Lebensweg geben würde, etwas, was sie selbst gerne gewusst hätte, bevor sie heiratete. Frau Parunak antwortete darauf folgendes: Es wird eine Zeit in deiner Ehe kommen, vielleicht beginnt sie schon auf deiner Hochzeitsreise, viel eher jedoch nach einigen gemeinsamen Jahren, in der du in die Augen deines Ehemannes schauen und einen Fremden darin sehen wirst. Du wirst dich mit Schrecken und Verzweiflung darüber wundern, was mit der Person geschehen ist, die du glaubtest geheiratet zu haben, damals als ihr durch den Kirchengang geschritten seid, umhüllt von schimmerndem Satin und voller Hoffnung. Vielleicht vergisst der feinfühlige, liebevolle Mann zu sagen: „Ich liebe dich!“ und kalte, missmutige Tage werden zu kalten, missmutigen Jahren über einer Arbeit, die er hasst – oder möglicherweise liebt er seine Arbeit so sehr, dass er es vorzieht, endlose Stunden zu arbeiten, anstatt zu dir nach Hause zu kommen und zu den Babys, mit denen du dich den ganzen Tag abgemüht hast. Vielleicht wird der gottesfürchtige, geistliche Leiter teilnahmslos und möchte nicht mehr beten oder der romantische Gentlemen hört auf, vor dir die Tür zu öffnen und empört sich darüber, dass du nicht sichergestellt hast, dass er saubere Socken hat. Der noble Prinz, dessen Augen bezaubert nur auf dir ruhten, endet in der Mühle der Pornografie oder der fröhliche, lustige Kinderfreund schäumt vor Wut über die Marotten deiner Kinder und schlägt ein Loch in die Wand des Esszimmers. Dies betrifft natürlich beide Seiten. Auch dein Mann wird in die Augen einer Fremden schauen. Vielleicht wird seine grösste Anhängerin seine grösste Kritikerin oder der taubenäugige, sich ihm so eifrig unterordnende Liebling, fühlt plötzlich die Notwendigkeit über jede Entscheidung argumentieren zu müssen und sagt ihm unschöne Wörter und schlägt die Türen zu. Die herzige, kleine, leidenschaftliche Blume entpuppt sich im Bett als toter Fisch. Oder das gestylte Mädchen mit dem schlanken Körper und den zierlichen Sandalen nimmt durch das Gebären von Kindern 20 Kilo zu und entwickelt eine Vorliebe für bauschige Pullover oder das mutige Schätzchen mit dem balsamischen lächeln erliegt der Erschöpfung und runzliger Stirn. Niemand glaubt, dass es ihm passieren wird, wenn er jung ist und verliebt, wenn das Leben frisch ist und glänzend mit Verheissungen, wenn er die eine Person auf der ganzen Erde gefunden hat, die perfekt für ihn ist. Und wie könnten wir es wissen, wirklich wissen? Wenn wir die Liebesbeziehung beginnen, aufgeregt und voller Hoffnung, gleicht sie der Pflanzung eines Gartens im kühlen Sonnenschein der Frühlingszeit und es ist schwierig vorauszusagen, wie es sein wird, wenn das Unkraut wächst unter einer brütenden Sommersonne. Wir kennen uns selbst nicht wahrhaftig, wissen nicht, wie wir sein werden, wenn ein Baby nach dem anderen kommt und die Arbeit überhand nimmt, wenn die Rechnungen hoch sind und der Kontostand tief, wenn Gartenarbeit ansteht, und Staubsaugen und dazu die morgendliche Übelkeit. Und wenn wir den Fremden uns gegenübersitzen sehen, sind wir schockiert. Wir fühlen uns betrogen. Es war ein Lockvogelangebot. Nicht das, was wir ausgehandelt hatten. Einige mögen sagen, dass solche Sachen vermieden werden könnten durch sorgfältige Partnerwahl. Ich gestehe zu, dass dadurch das Schlimmste ausgeschlossen werden könnte. Aber die Gefahr darin besteht, dass, wenn der Fremde zum Vorschein kommt, die Versuchung besteht zu denken: „Ich habe ihn nicht gründlich genug kennengelernt. Ich werde mich von dieser Person, die so deutlich nicht zu mir passt, scheiden lassen und jemand besseren finden dadurch, dass ich dieses Mal vorsichtiger sein werde.“ Das Problem hierbei ist zweischneidig. Erstens: Gott hasst Scheidung (Maleachi 2,6). Und zweitens: Du wirst es das nächste Mal kaum besser machen, denn es gibt eine kleines Stück des Fremden in allen von uns und wir werden nie und nimmer die Person heiraten, die wir zu heiraten glauben. Die andere Seite der Medaille ist noch schlimmer. Das einzige, was härter ist, als mit einem Fremden verheiratet zu sein, ist herauszufinden, dass DU ebenfalls eine Fremde bist, eine Enttäuschung. Die Person von der du glaubtest, sie liebe dich mehr als irgendjemanden im ganzen Universum, wünscht plötzlich, dass du anders wärest. Die Versuchung hierin besteht, sich bitterlich zu verteidigen. Entrüstet und verwundet darüber, dass du nicht so geliebt wirst, wie du es erwartet hättest, dass derjenige, der deine Seele entblösst sieht, ebenfalls die Warzen sieht. Da ist das Verlangen, dich in Stahl zu hüllen, dich zu verstecken vor dem, der dich nicht wert achtet und ihn zu bestrafen für seine unfairen Erwartungen. Trostlos. Dies ist der Weg, wie eine Ehe scheitert. Doch hier ist, wie eine Ehe gelingt: Beide, Mann und Frau, verpflichten sich dem Gehorsam gegenüber der Bibel und verpflichten sich, einen Fremden zu lieben, auch wenn es hart ist. Die Frau respektiert ihren Mann, selbst wenn er sie anschreit und sich empört, der Mann liebt seine Frau ohne Bitterkeit, sogar wenn seine Frau stets wiederkehrende „Kopfschmerzen“ hat und nie lächelt. Und beide verpflichten sich der Selbstaufopferung, der Bereitschaft, sich zu verändern. Sie mögen heute Fremde sein, doch sie können morgen geliebte Freunde werden, wenn sie bereit sind, ihre eigenen Vorzüge aufzugeben und die Person zu werden, nach der sich ihr Ehegatte sehnt. Wenn jeder mit seinen Empörungen so umgeht, dass er den anderen seine Warzen sehen lässt mit der Bereitschaft, sie herausschneiden zu lassen. Wenn die Frau sich der Unterordnung verpflichtet, sogar wenn es dazu kommt in ihrer Schwitzhose zu verhandeln und dem Herrn zu vertrauen für die „unweisen“ Entscheidungen ihres Ehemannes und der Mann verpflichtet sich zu Christus-ähnlicher Kreuzigung, auch wenn es bedeutet, die Arbeit pünktlich zu verlassen, um zum Abendessen zu Hause zu sein und ein weiteres Paar Socken zu kaufen. Wenn sie dies tun werden, liebevoll und sich verändernd durch die harten Jahre, dann können zwei Fremde aufwachen und feststellen, dass sie die Ehe ihrer Träume haben, und dass sie sich weit mehr lieben als damals, als ihre Liebesbeziehung angefangen hat. Bemerkung: Wir müssen den Fremden, der unser Ehemann ist, lieben und willig sein, uns für ihn zu verändern, ob er sich revanchieren wird oder nicht. Wir tun, was richtig ist, um dem Herrn zu gefallen, nicht, weil wir jemand anderen manipulieren wollen, das Richtige zu tun uns gegenüber. Manchmal kann es Jahre andauern, in denen der eine Gatte das richtige tut, bis der Andere einrenkt, und manchmal wird der andere Gatte es nie tun. Aber der Herr lässt diejenigen nie im Stich, die ihr Vertrauen auf ihn setzen. Frau Parunak lebt in Nordamerika, ist verheiratet und Mutter von vier Kindern. Als überzeugte Christin betreibt sie einen Blog mit dem Ziel, andere Frauen zu ermutigen. Einige Themen ihres Blogs sind Hausarbeit, Heimschule, Sittsamkeit, Kopfbedeckung, Hausgeburt, Stillen und Ausscheidungskommunikation. Die englische Originalversion kann eingesehen werden auf: http://pursuingtitus2.com/2010/07/01/loving-a-stranger-and-being-willing-to-change/ Sinnvolles LeidenSinnvolles Leiden Bemerkung: Leider habe ich es in dieser Form nicht fertig gebracht, den Text in der ursprünglichen und idealen Formatierung zu speichern. Bei Bedarf kann ich gerne eine PDF-Version per E-Mail versenden. 1. Einleitung Wir leben in einer Gesellschaft, die das Thema Leiden ausradieren möchte und dennoch geplagt ist von Nöten und Ängsten, Sorgen, Schmerzen und Verzweiflung. Kann denn Leiden sinnvoll sein? Folgende Angaben und Zitate (Mit Anführungs- und Schlusszeichen versehen) sollen einige der Nöte unserer westlichen Welt aufzeigen. Ich beziehe mich dabei auf das Buch „Schluss mit Lustig- Das Ende der Spassgesellschaft“ von Peter Hahne: In der Gesellschaft in der wir leben, wird die Arbeit als unerträglich grosse Last empfunden. Deshalb werden die Arbeitszeiten immer kürzer, mehr Freizeit wird gefordert. Wenn man sie nicht von selbst bekommt, so muss man sich einen Weg dazu bahnen - immer mehr Menschen bleiben unnötigerweise durch Krankschreibung der Arbeit fern. Doch das Kranksein an sich und Schmerzen können dadurch nicht besser ertragen werden. Jüngere Menschen gehen viel mehr und viel schneller zum Arzt als Leute über 60 Jahren. Reichtum und Unabhängigkeit sind gefragt. In einer Zeit, wo keine Generation ihren Kindern mehr Gut und Geld vererbt wie in der heutigen, kann man sich keine Kinder mehr leisten. Mehr und mehr Paare verzichten willentlich auf Kinder. Mit Kindern bleibt einem so mancher Luxus vorenthalten und die Unabhängigkeit und Unverbindlichkeit wird beeinträchtigt. Familie bringt Verzicht mit sich - Leiden. Das Streben nach Selbstverwirklichung bedeutet, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse völlig in den Mittelpunkt zu stellen. Dadurch entsteht für viele Menschen eine Bindungsunfähigkeit. Jahr für Jahr wächst die Zahl derer, die durch Trennung, Scheidung, Todesfall oder freien Entschluss alleine durchs Leben gehen. Das Leiden muss in unserer Spassgesellschaft ausgeblendet werden und trotzdem sind die Nöte und Ängste, die die Menschen mit sich herumtragen, unbeschreiblich gross. Angst vor Arbeitslosigkeit, dem Zusammenbruch der Rente, der sozialer Sicherung und dem unsicheren Gesundheitssystem. „Die Gewöhnung an das unbeschwerte Leben zwischen Konsumgenuss und Egotrip stösst an ihre finanzielle Grenze.“ (Hamburger BAT-Institut) Durch die Informationsflut der Medien wird die Angst unter dem Volk gefördert: „Das geht weit über die einzelnen Wehwehchen hinaus und wird zum kollektiven, apokalyptischen Endzeitgefühl, zum Fünf-Minuten-Nach-Zwölf-Gefühl. Verfolgt man die Medien, ist alles Tod: Atomtod, Strahlentod, Kältetod, Hitzetod, Seuchentod, ausserdem: Waldsterben, Walsterben, Schildkrötensterben, Krötensterben... Gift im Auto, Gift im Abgas, Gift in der Kosmetik, Gift ohne Kosmetik, Gift in der Bionahrung Gift in der Milch, Gift im Salat, Gift im Spinat... Gift im Medikament. Sozusagen Gift im Gift.“ (K.R. Röhl) Menschen leiden unter Sinnkrisen, weil ihnen in der Familie keine bleibenden Werte vermittelt werden können. Kinder, die sich selbst oder Fremden überlassen werden, erfahren nicht, was es heisst, geliebt und getragen zu werden und haben keine Vorbilder, die ihnen vorleben, dass auch schwierige Lebenssituationen durch Glaube, Hoffnung und Liebe überwunden werden können. Der Hunger nach Liebe ist gross. Sind nicht liebende und führsorgende Eltern oder Mitmenschen da, folgt die Einsamkeit. „Das Schlimmste ist nicht Pest und Cholera, das Schlimmste ist, von niemandem beachtet zu werden.“ (Mutter Teresa) „Ein männlicher Mut erträgt sein Leiden; aber ein bedrücktes Gemüt - wer kann das ertragen?“ (Sprüche 18,14) In einer Gesellschaft, in der jeder glaubt, sich alles selbst zu verdanken, gibt es auch keinen Grund zum Danken mehr. Weder unseren Mitmenschen, noch Gott gegenüber, dem Geber aller guten Gaben. Was für ein trauriges Leben, wenn man niemandem etwas zu verdanken hat und auch selbst keinen Dank mehr bekommt. Wie geht unsere Spassgesellschaft mit all diesen Leiden von Ängsten, Sinnlosigkeit, Einsamkeit und Danklosigkeit um? Weit verbreitet ist das Selbstmitleid. Wehklagen, Nörgeln, Stöhnen und Seufzen- und das auf höchster Stufe. Wer sich nicht zurechtfindet, sucht die Flucht in den Rausch. Drogen und Alkohol, aber auch die Flucht in Überstunden und Hyperaktivität sind Mittel um sich abzulenken von der Realität. „Der hektische Wechsel von Themen, Thesen und Tagesordnung unserer schnelllebigen Spassgesellschaft lässt kaum Raum für Besinnung, zur Ruhe und zu sich Selbst zu kommen. Man pflegt den Stress und hegt die Hektik. Der Mensch hat Angst vor einer Pause, weil er in der Stille nur die innere Leere hört. Viele sind Opfer eines Zeitinfarkts. Ständig nervös, völlig überdreht, oft gereizt. Wir leben unter dem Diktat der Eile. Wir brauchen das Tempo, denn Zeitdruck lenkt ab.“ Das ist die Zeit, in der wir leben, und wer ist schon nicht davon betroffen? Tagtäglich begegnen uns Leiden, sei es an Mitmenschen oder an uns selbst. Wie gehen wir als Christen damit um? Was ist Gottes Absicht, dass Menschen leiden und was ist der biblische Weg, mit Leiden umzugehen? Diesen Fragen möchte ich in dieser Diplomarbeit nachgehen und die Antworten aus Gottes Wort schöpfen. 2. Die Leiden der Menschheit 2.1. Die verschiedenen Leiden Zahlreich sind die Leiden der Menschen schon jeher gewesen. Folgende Auswahl von Bibelstellen sollen einen Überblick geben über die verschiedenen Arten der Leiden, von denen uns Gottes Wort berichtet. Menschen Leiden infolge - von Hunger und Durst: Spr. 19,15; Hiob 24,11; Jes. 5,13 - des Todes: 1.Mo. 27,41; 37,34; 2.Sa. 1,12+26; 13,37; 2.Chr. 35,24 - von Mitmenschen: 1.Sa. 26,21; Ps. 10,2 - der Anteilnahme am Leid anderer: 2.Sa. 19,2 - von Krankheit/ Schmerzen: Hiob 14,22; Jes. 38,14; Mt. 17,15 - des Arbeitsdrucks: Pred. 2,22 - von Krieg/ Bedrohung: Jer. 6,26; Apg. 27,21 - von Misshandlung/ Bedrückung/ Gefangenschaft: Pred. 4,1; Jer. 50,33 - der Einsamkeit: 1. Kor. 7,9 - ihres sündhaftem Lebens: Jer. 31,19; 22,5; 30,15; Lk. 12,47; Offb. 18,7f Gottes Wort gibt uns nicht nur Auskunft über die verschiedenen Arten von Leiden, sondern auch welchen Stellenwert sie im Leben eines Menschen haben, wie sie sich auswirken und wie unterschiedlich die Menschen damit umgehen. 2.2. Das Leben ist geprägt von Freude und Leid Sprüche 14,13: „ Sogar beim Lachen kann das Herz Kummer empfinden, und das Ende der Freude ist (oft) Traurigkeit.“ Prediger 3,4: „das Weinen hat seine Zeit und ebenso das Lachen, das Klagen (oder: Trauern) hat seine Zeit und ebenso das Tanzen;“ Psalm 90,15: „Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, so viele Jahre, wie wir Unglück erlebten!“ 2.3. Das Leiden kann überaus hart sein Hiob 6,2f: „Ach, würde doch mein Unmut genau gewogen und legte man mein Unglück genau auf die Waage! Denn dann würde es schwerer erfunden werden als der Sand am Meere;“ Psalm 38,18: „ Denn nahe bin ich am Zusammenbrechen, und mein Schmerz ist mir allezeit gegenwärtig.“ Psalm 39,3: „So ward ich denn stumm, ganz stumm, mit Gewalt schweigsam, doch es wühlte mein Schmerz noch wilder.“ Jeremia 15,18: „Warum ist mein Schmerz endlos geworden und meine Wunde tödlich, dass sie eine Heilung zurückweist? Willst du mir wirklich wie ein trügerischer Bach sein, wie ein Wasserlauf, auf den kein Verlass ist?“ 2.4. Menschen gehen unterschiedlich mit ihren Leiden um Alle Menschen sind mit dem Thema Leiden konfrontiert. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. Schweigen wir und lassen Sorgen und Schmerz in unseren Herzen wühlen? (Psalm 39,3f) Wenden wir uns ab von Gott und vertrauen auf andere Mächte? (Jeremia 44,18) Oder gehen wir mit unserer ganzen Not zu Gott? „Herr, mir ist so bange! Nimm dich hilfreich meiner an!“ (Jesaja 38,14) Nehmen wir die Leiden aus Gottes Hand und sind wir bereit, sie zu tragen? (Jeremia 10,19+24) In all diesen Fragen ist es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, was Gott zu unserem Leiden denkt. 3. Wie reagiert Gott auf das Leiden der Menschen? 3.1. Gott wünscht uns keine Leiden Jeremia 29,11: „Denn ich weiss wohl, was für Gedanken ich gegen euch hege – so lautet der Ausspruch des HERRN -, nämlich Gedanken des Heils und nicht des Leids, euch eine Zukunft und Hoffnung zu gewähren.“ 3.2. Gott schickt Leiden als Gericht Als Gott die Welt betrachtete, die er geschaffen hatte, sah er nur Gutes: „und siehe: es war sehr gut“ (1. Mose 1,31) Gott schuf den Menschen in den für ihn zubereiteten Paradiesgarten hinein und setzte ihn zum Haupt über alle Lebewesen. Die ersten Menschen durften vor Gottes Angesicht ohne Leiden leben und arbeiten. Als der Mensch aber begehrte, mehr zu wissen und so zu sein wie Gott, zerbrach die enge Beziehung zu seinem Schöpfer. Durch die Erkenntnis des Guten und Bösen kam auch das Böse in ihn hinein, dass er nicht mehr vor Gottes gutem und heiligen Angesicht leben konnte. Durch die Sünde kam auch das Leiden auf die Menschen, es wurde zu einem festen Bestandteil des menschlichen Lebens. 1. Mose 3,16-19: „Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen wird nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein. Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorcht der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, - verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.“ In der Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel musste Gott es immer wieder das Leid erfahren lassen. Es war ein Mittel zur Umkehr, zur Strafe, zur Heiligung, zur Prüfung. Durch Leiden wurde das Volk immer wieder auf den rechten Weg gebracht. Die Prüfung bestand darin, dass sie ihr Vertrauen ganz auf Gott setzen mussten. Jeremia 30,12: „Ja, so hat der Herr gesprochen: „Tödlich ist deine Wunde, unheilbar der Schlag, der dich getroffen! Niemand nimmt sich deiner Sache an, für dein Geschwür gibt es keine Heilmittel, kein Verband ist für dich da! Alle deine Liebhaber haben dich vergessen und kümmern sich nicht um dich; denn wie ein Feind schlägt, so habe ich dich geschlagen mit erbarmungsloser Züchtigung wegen der Grösse deiner Schuld und wegen der Menge deiner Sünden! Was schreist du ob deiner Wunde, dass dein Schmerz unheilbar sei? Wegen der Grösse deiner Schuld und wegen der Menge deiner Sünden habe ich dir dies Leid angetan!“ 3.3. Gott nimmt sich unserer Leiden an Der Psalm 103 bringt das Erbarmen und die Hilfestellung Gottes in vielfältiger Weise zum Ausdruck: „Lobe den HERRN meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen! Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan! Der dir all deine Schuld vergibt und alle deine Gebrechen heilt; Der dein Leben erlöst vom Verderben, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen; Der dein Alter mit guten Gaben sättigt, dass, dem Adler gleich, sich erneuert deine Jugend. Gerechtigkeit übt der HERR, schafft allen Unterdrückten ihr Recht; Er hat Mose seine Wege kundgetan, den Kindern Israels seine Grosstaten. Barmherzig und gnädig ist der HERR, voller Langmut und reich an Güte; Er wird nicht ewig hadern und den Zorn nicht immerdar festhalten; Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsern Missetaten; Nein, so hoch der Himmel über der Erde ist, so gross ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten; So fern der Sonnenaufgang ist vom Niedergang, lässt er unsere Verschuldungen von uns sein; Wie ein Vater sich über die Kinder erbarmt, so erbarmt der HERR sich derer, die ihn fürchten. Denn er weiss, welch ein Gebilde wir sind, er denkt daran, dass wir Staub sind. Der Mensch – dem Grase gleicht seine Lebenszeit, wie die Blume des Feldes, so blüht er: Wenn ein Windstoss über sie hinfährt, ist sie dahin, und ihr Standort weiss nichts mehr von ihr. Doch die Gnade des HERRN erweist sich von Ewigkeit zu Ewigkeit an denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit besteht für Kindeskinder bei denen, die seinen Bund bewahren und seiner Gebote gedenken, um sie auszuführen. Der HERR hat seinen Thron im Himmel festgestellt, und seine Königsmacht umschliesst das All. Lobet den HERRN, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr sein Wort vollführt, gehorsam der Stimme seines Gebots! Lobet den HERRN, all seine Heerscharen, ihr seine Diener, Vollstrecker seines Willens! Lobet den HERRN, all seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele!“ Der Herr kennt die Leiden der Menschen, weiss um ihre Schwachheit und ihre Sündenschuld. Doch wer sich an ihn hält, dem wird Gottes Gnade und Vergebung überaus reichlich zuteil werden. Gott sieht und hört und rettet. Er ruft auch Menschen, die sich von ihm gebrauchen und führen lassen um anderer Nöte zu wenden. Dies wird am Beispiel von der Berufung Moses deutlich: „Ich habe die Misshandlungen meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Seufzen gehört; darum bin ich herabgekommen, sie zu erretten. Und jetzt komm: Ich will dich nach Ägypten senden! (Apostelgeschichte 7,34) 3.4. Gott versteht, was Menschen nicht verstehen können Hiobs Leiden waren eine Prüfung Gottes. Der Grund dafür wurde ihm in seiner ganzen Lebenszeit nie vollumfänglich erklärt. Wenn er es auch selbst nicht verstehen konnte, so wusste er sich doch mit seinem Leiden ganz an Gott zu wenden. 3.5. Das Vorrecht der Menschen, die in Gottesfurcht leben „Dem Gerechten widerfährt keinerlei Unheil, die Gottlosen aber trifft Unglück in Fülle“ (Sprüche 12,21) – Gotteskinder dürfen wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. (Römer 8,28) Wer nicht in dieser Gewissheit lebt, wird von Sorge und Leid in die Tiefe gezogen und kommt damit in echtes Leid. „Bei wem findet sich Ach? Bei wem Wehe? Bei wem Händel? Bei wem Klagen? Bei wem Wunden ohne Ursache? Bei denen, die noch spät beim Wein sitzen, die da einkehren, um den Mischtrank zu prüfen.“ (Sprüche 23,29f) 3.6. Gott will uns vor dem schlimmsten, ewigen Leid verschonen „Siehe da, die Hütte Gottes ist bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein; ja Gott selbst wird mitten unter ihnen sein und wird alle Tränen aus ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, und keine Trauer, kein Klaggeschrei und kein Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offenbarung 21,3f) Gottes Wille ist, dass alle Menschen gerettet werden. (1.Timotheus 2,4) Seine Gerechtigkeit kann allerdings nur die Menschen, die Jesus Christus angenommen und ihr Leben nach Gottes Wort ausgerichtet haben, zu sich in die Herrlichkeit nehmen. (1.Thessalonicher 1,6-8) Wer sich von seinem sündhaften Leben nicht reinigen lässt, von Feigheit, Unglauben, Unreinheit, Mord, Unzucht, Zauberei, Götzendienst, Lüge, und wer sein Leben für sich selbst in Reichtum und Freude lebt, wird als Lohn dafür ewige Qual zu erleiden haben, fern vom Angesicht und der Herrlichkeit und Kraft Gottes. (Lk. 16, 19-31; 2.Thess. 1,9; Offb. 21,8) „Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende; ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Lebens Wasser umsonst geben. Wer da überwindet, soll dieses erben, und ich will sein Gott sein, und er soll mein Sohn sein.“ (Offenbarung 21, 6f) 4. Der Leidensweg von Jesus Christus Jesus Christus hat alle Leiden kennengelernt, die uns Menschen je betreffen werden. (Hebräer 2,17) In Jesaja 53 ist ausführlich festgehalten, auf welch schweren Weg er von Gott geführt wurde aber auch wie er ihn ging und was sein leidensvoller Weg für Auswirkungen hatte. Mit folgenden Markierungen sind die betreffenden Punkte hervorgehoben: Die Leiden von Jesus Christus Wie Jesus Christus mit seinen Leiden umgegangen ist Die Auswirkungen infolge der Leiden von Jesus Christus Jesaja 52 + 53 Kap 52,13: Wisset wohl: Mein Knecht wird Erfolg haben; er wird emporsteigen und erhöht werden und hocherhaben dastehen. 14: Wie sich viele über dich entsetzt haben – so entstellt, nicht mehr einem Manne ähnlich war sein Aussehen und seine Gestalt nicht mehr wie die der Menschenkinder-, 15: ebenso wird er viele Völker in Erstaunen versetzen, und Könige werden über ihn den Mund verschliessen ( = verstummen); denn was ihnen nie erzählt worden war, das sehen sie (nun), und wovon sie nie etwas gehört hatten, das nehmen sie (nun) wahr. Kap 53,1: Wer hat unserer Verkündigung Glauben geschenkt, und wem ist der Arm des HERRN ( = das Wirken des göttlichen Armes) offenbar geworden? 2: Er (d.h. der Knecht des HERRN) wuchs ja vor ihm (d.h. dem ungläubigen Volk) auf wie ein Schössling und wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich; er hatte keine Gestalt und keine Schönheit, dass wir ihn hätten ansehen mögen, und kein Aussehen, dass wir Gefallen an ihm gehabt hätten; 3: nein, er war verachtet und gemieden von den Männern, ein Mann der Schmerzen und mit Krankheit (oder: Leiden) vertraut, ja wie einer, vor dem man das Angesicht verhüllt, verachtet, so dass wir ihn für nichts ansahen. 4: Jedoch unsere Krankheiten (oder: Leiden) waren es, die er getragen hat, und unsere Schmerzen hatte er sich aufgeladen, während wir ihn für einen gestraften, von Gott Geschlagenen und Gemarterten hielten. 5: Und doch war er verwundet um unserer Übertretungen willen und zerschlagen infolge unserer Verschuldungen: die Strafe war auf ihn gelegt zu unserm Frieden ( = uns zum Heil), und durch seine Striemen ist uns Heilung zuteil geworden. 6: Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich seinem eigenen (oder: selbsterwählten) Wege zu; der HERR aber hat unser aller Schuld auf ihn fallen lassen. 7: Als er misshandelt wurde, ergab er sich willig darein und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Mutterschaf, das vor seinen Scherern stumm bleibt; er tat seinen Mund nicht auf. 8: Aus der Drangsal und dem Gericht ist er hinweggenommen worden, doch wer unter seinen Zeitgenossen bedachte es, dass er vom Lande der Lebenden abgeschnitten war? Wegen der Verschuldung meines Volkes hat die Strafe ihn getroffen. 9: Und man wies ihm sein Grab bei Frevlern an und bei Missetätern seine Gruft, wiewohl er keine Gewalttat verübt hatte und kein Betrug in seinem Munde gewesen war. 10: Doch dem HERRN hatte es gefallen, ihn mit Krankheit (oder: Leiden) zu zerschlagen; wenn er sein Leben als Sühne einsetzen wird, soll er Samen ( = Frucht oder Nachkommenschaft?) sehen und lange Tage leben und der Wille des HERRN durch ihn gedeihen ( = zur Fortführung gelangen). 11: Infolge seiner Seelenqual wird er (Frucht erwachsen) sehen und satt werden; durch seine Erkenntnis wird als Gerechter mein Knecht den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, indem er ihre Verschuldungen auf sich lädt. 12: Darum will ich ihm die Vielen zuteilen, und mit Starken soll er Beute teilen zum Lohn dafür, dass er sein Leben in den Tod hingegeben hat und unter die Übeltäter gezählt worden ist, während er doch die Sünden der Vielen getragen hat und für die Übeltäter fürbittend eingetreten ist. Geschlagen durch schwere Krankheit und Seelenqual, verunstaltet, verachtet, gemieden, falsch verstanden, falsch beschuldigt, misshandelt und verurteilt, getrennt von Gott und für nichts geachtet über seinen Tod hinaus - das waren einige der Leiden von Jesus Christus. Er hat jedoch unsere Leiden willig auf sich genommen, ohne zu klagen, wandelte unsträflich vor seinem Gott, betete für seine Feinde und gab sein Leben als Opfer hin bis in den Tod. Darum hat der Vater ihn erhöht, ihn gesetzt über alle Völker und Könige, durch ihn wird der Wille Gottes ausgeführt, indem er als Gerechter nun vielen zur Gerechtigkeit verhilft. Durch sein Leiden wird uns Frieden und Heilung zuteil. 5. Komm und folge mir nach – Der Leidensweg der Jünger Jesu 5.1. Leiden durch eigene Sünden „Keiner nämlich von euch möge als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden, weil er unbefugt in fremde Angelegenheiten eingegriffen hat;“ (1.Petrus 4,15) Selbstverschuldete Leiden beginnen oft im Kleinen, etwa durch ein unbedacht ausgesprochenes Wort. Daraus können schwerwiegende Folgen entstehen. „Woher kommt Streit und Krieg unter euch? Kommt’s nicht daher: aus euren Wollüsten, die da streiten in euren Gliedern? Ihr seid begierig, und erlangt’s doch nicht; ihr hasset und neidet, und gewinnet damit nichts; ihr streitet und krieget. Ihr habt nicht, darum dass ihr nicht bittet; ihr bittet und nehmet nicht, darum das ihr übel bittet, nämlich dahin, dass ihr’s mit euren Wollüsten verzehret“ (Jakobus 4,1-3) Ist es nicht Realität, dass der grösste Teil der Alltagsleiden unserer Spass- und Wohlfühlgesellschaft aus selbstsüchtigen Wünschen und eigenwilligem Handeln entsteht? Dieses Wort ist nicht an die Welt gerichtet sondern an die christliche Gemeinde. Doch Gott lässt uns auch in dieser Not nicht alleine. Bei ihm besteht die Möglichkeit zur Veränderung. Die Bibel ruft uns zu: „So seid nun Gott untertänig. Widerstehet dem Teufel, so fliehet er von euch; nahet euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reiniget die Hände, ihr Sünder und machet eure Herzen keusch, ihr Wankelmütigen. Seid elend und traget Leid und weinet; euer Lachen verkehre sich in Weinen und eure Freude in Traurigkeit. Demütiget euch vor Gott, so wird er euch erhöhen.“ (Jakobus 4,7-9Lu) Wenn wir aufgrund unserer Sünden leiden, ist das eine gerechte Strafe und ein heilsames Mittel zur Besserung, doch Gott wird damit nicht geehrt. (1.Petrus 2,20) Christen sind vielmehr berufen, um Jesu Willen zu leiden: Es ist Gnade bei Gott wenn seine Kinder aufgrund von guten Werken leiden. (1.Petrus 2,20) Durch die Leiden, die wir durch den Glauben an Jesus Christus auf uns nehmen, erweisen wir uns als seine Nachfolger und ehren ihn damit. (1.Petrus 2,21) 5.2. Leiden aufgrund der Sünden anderer Wer gottesfürchtig ist, kann nicht zusehen, wie andere Menschen in Sünde leben, ohne dabei im Herzen Leid zu tragen, dass Gott der Herr mit Füssen getreten wird. Er leidet auch aufgrund der Tragik, dass ein unbussfertiger Mensch der Verlorenheit entgegengeht. „Hierauf stand Esra von dem Platz vor dem Gotteshaus auf und begab sich in die Zelle Johanans, des Sohnes Eljasibs; er brachte dort die Nacht zu, ohne Speise und Trank zu sich zu nehmen; denn er war tief betrübt über den Frevel der aus der Gefangenschaft Zurückgekehrten.“ (Esra 10,6) Siehe auch 1.Sam. 15,35; 1.Kor. 5,2; 2.Kor. 12,21, 2. Petr.2,7 5.3. Verfolgung um Jesus willen „Gedenket an mein Wort, was ich euch gesagt habe: „Der Knecht ist nicht grösser denn sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.“ (Johannes 15,20f) Verfolgung gehört zur Nachfolge Jesu. Es kann nicht anders sein, musste doch der Herr Jesus Christus selbst die grösste Verfolgung erfahren, indem er durch seinen völlig gerechten und aufopfernden Lebenswandel gehasst, verspottet und schliesslich ans Kreuz genagelt wurde. Jesus sagt zu jedem seiner Jünger: „Will jemand mein Nachfolger sein, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich: Dann kann er mein Nachfolger sein.“ (Matthäus 16,24) Verfolgung geschieht auf verschiedene Weise: -Verfolgung am Leib (Gefangenschaft, Schläge, Ausbeutung, Folterung, bis hin zur Todesstrafe) Apg. 5,40f; 7,54-60; 1.Thess. 2,2; Hebr.10,34) - Verfolgung durch Worte (Ausgrenzung, Verleumdung, Beschimpfung, Drangsale) Gal 5, 11f; Hebr. 10,32f In jeglicher Art der Verfolgung steht ein Nachfolger Christi jedoch nicht alleine da, hat doch der Leidendste aller Leidenden die Verheissung gegeben: “Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!” (Matthäus 28,20) „Werft also eure freudige Zuversicht nicht weg: Sie bringt ja eine hohe Lohnvergeltung mit sich! Denn standhaftes Ausharren tut euch Not, damit ihr nach Erfüllung des göttlichen Willens das verheissene Gut erlangt. Denn es währt nur noch eine kleine, ganz kurze Zeit, dann wird der kommen, der kommen soll, und nicht auf sich warten lassen. Mein Gerechter aber wird aus Glauben das Leben haben, und wenn er kleinmütig zurückweicht, hat mein Herz kein Wohlgefallen an ihm. Wir aber haben nichts mit dem Zurückweichen zu tun, das zum Verderben führt, sondern mit dem Glauben, der das Leben gewinnt.“ (Hebräer 10,35-39) 5.4. Gott ist es, der die Leiden bemisst „Nimm an den Leiden für die Heilsbotschaft teil nach Massgabe der Kraft Gottes, der uns errettet hat und berufen...“ (1.Timotheus 1, 8f) Ein Gotteskind darf die Gewissheit haben, dass Gott niemanden in mehr Leiden kommen lässt, als dass er mit Gottes Kraft tragen kann zu dessen Verherrlichung. Die Tage der Leiden sind bei Gott gezählt. (Offenbarung 2,10) Niemand wird über sein Vermögen hinaus versucht. (1.Korinther 10,13) Gottes Absicht ist nicht Zerstörung, sondern Läuterung. (Jesaja 48,10) 5.5. Umgang mit den Leiden Die Bibel gibt uns Hilfestellungen, wie ein Christ mit seinen Leiden umgehen kann. Wenn es auch viel schneller aufgeschrieben werden kann, als es dann in der Praxis umgesetzt wird, so dürfen diese Ermahnungen aus Gottes Wort doch helfen, das oft verzerrte Bild der Leidensbeseitigung in der heutigen Zeit zu korrigieren und den Gott wohlgefälligen Weg im Umgang mit den Leiden aufzuzeigen. - Leiden werden klein im Gedanken an die überaus herrliche Ewigkeit (Römer 8,18) - Vertrauen, dass Christus stark genug ist, seine Nachfolger durchzubringen. (2.Timotheus 1,12) - Leiden willig auf sich nehmen und mit ganzem Herzen im Dienste Gottes stehen. (2.Timotheus 4,5) - Geduldiges Ertragen unschuldiger Leiden bedeutet Gnade bei Gott. (1.Petrus 2,19) - Das sanftmütige Wesen Christi zum Vorbild nehmen. Nachahmen, was uns Christus vorgelebt hat. In der Wahrheit leben und reden, nicht schmähen, wer uns schmäht, nicht drohen denen, die uns Leiden zufügen, vielmehr ihnen Gutes tun und das Urteil ganz Gott anvertrauen und überlassen. (1.Petrus 2,21ff) „ Daher sollen auch die, welche nach dem Willen Gottes zu leiden haben, ihm, dem treuen Schöpfer, ihre Seelen befehlen, und zwar dadurch, dass sie Gutes tun. (1.Petrus 4,19) - Bewährte Glaubensmenschen zum Vorbild nehmen (Jakobus 5,10f) - Am Gebet festhalten (Jakobus 5,13) - Sich nicht fürchten vor den Angriffen des Teufels, sondern lernen zu überwinden im Blick auf die Ewigkeit. (Offenbarung 2,10) 5.6. Verheissung und Trost an leidende Gotteskinder Psalm 34,20: „Zahlreich sind die Leiden des Gerechten, doch aus allen rettet ihn der HERR.“ Matthäus 5,4: „Selig sind die Bekümmerten, denn sie werden getröstet werden!“ Jakobus 5,11: „Seht, wir preisen die selig, welche geduldig ausgeharrt haben. Vom standhaften Ausharren Hiobs habt ihr gehört und von dem Ausgang, den der Herr ihm bereitet hat; erkennet daraus, dass der Herr reich an Mitleid und voll Erbarmens ist.“ Offenbarung 21,3f: „Dabei hörte ich eine laute Stimme aus dem Himmel rufen: „Siehe da, die Hütte Gottes ist bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein; ja, Gott selbst wird unter ihnen sein und wird alle Tränen aus ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, und keine Trauer, kein Klaggeschrei und kein Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ 5.7. Die Leiden des Paulus Paulus war von Gott ein auserwähltes Werkzeug, Gott hatte für sein Leben vorgesehen, dass er aufgrund des Namens Christi viel leiden müsse. (Apostelgeschichte 9,16) In seinem Leben in der Nachfolge Christi begegneten Paulus übergewaltige und unerträglich schwere Lasten. (2.Korinther 1,8) Die Leiden, die er vereint mit den anderen Aposteln durchzumachen hatte, brachten ihn in völlige Abhängigkeit zu Gott. Er vermochte aus seiner eigenen Kraft heraus nicht einmal mehr zu leben, doch in dem allem durfte er die Kraft Gottes erfahren, die ihn durch schwerste Zeiten durchgetragen hat: „Wir haben aber solchen Schatz in irdenen Gefässen, auf dass die überschwängliche Kraft sei Gottes und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübsal, aber wir ängsten uns nicht; uns ist bange, aber wir werden nicht verlassen; wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um; und tragen allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserem Leibe, auf dass auch das Leben des Herrn Jesu an unserem Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf dass auch das Leben Jesu offenbar werde an unserem sterblichen Fleische. Darum ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. Dieweil wir aber den selben Geist des Glaubens haben, nach dem, das geschrieben steht: „Ich glaube, darum rede ich“, so glauben wir auch, darum so reden wir auch und wissen, dass der, so den Herrn Jesus hat auferweckt, wird uns auch auferwecken durch Jesum und wird uns darstellen samt euch. Denn es geschieht alles um euretwillen, auf dass die überschwängliche Gnade durch vieler Danksagen Gott reichlich preise. Darum werden wir nicht müde; sondern, ob unser äusserlicher Mensch verdirbt, so wird doch der innerliche von Tage zu Tage erneuert. Denn unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Masse wichtige Herrlichkeit uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“ (2.Korinther 4,7-17Lu) In seinem Leiden durfte Paulus täglich das von Gott empfangen, was er für sein geistliches Leben brauchte. Der glaubensvolle Blick auf die zukünftige und ewige Herrlichkeit, liessen ihm seine schweren Leiden als zeitlich und leicht erkennen. Paulus war nicht ein Sonderfall. Der Leidensweg der Nachfolge, aber auch die mächtige Hilfe des Herrn gehören zu jedem ernstlichen Christenleben: „Du aber hast dir zur Richtschnur genommen meine Lehre und Lebensführung, mein Streben, meinen Glauben, meine Langmut, Liebe und Geduld, meine Verfolgungen und Leiden, wie sie mir in Antiochia, in Ikonium und in Lystra wiederfahren sind. Derartige Verfolgung habe ich zu bestehen gehabt, und aus allem hat der Herr mich errettet; und so werden auch alle, die in Christus Jesus ein gottseliges Leben zu führen gewillt sind, Verfolgung zu erleiden haben.“ (2.Timotheus 3,10-12) Zahlreiche Gottesmänner durch alle Jahrhunderte hindurch bis in die Gegenwart haben durch ihre Leiden die Kraft Gottes erfahren, indem sie ihren Blick auf Jesus richteten. Verschiedene bezeugten inmitten schwerer Leidenserfahrungen ihre Glaubenszuversicht in Liedern: 1. Jesus, geh voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Soll’s uns hart ergehn, lass uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beidem; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesus, lebenslang. Führst du uns durch raue Wege, gib uns auch die nötge Pflege; tu uns nach dem Lauf deine Türe auf. Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, 1700-1760 6. Die Frucht des Leidens 6.1. Fähigkeit, andere zu verstehen und zu trösten „Selig sind die Bekümmerten, denn sie werden getröstet werden.“ (Matthäus 5,4) Wer nicht leidet, wird auch nicht getröstet. Wer nicht getröstet wird, vermag wiederum nicht andere zu trösten. Somit kann dem Nächsten nicht geholfen werden. Eine Frucht des Leides ist, den von Gott empfangenen Trost an andere weitergeben zu können, damit auch diese dadurch Standhaftigkeit im Leiden bekommen. „Gepriesen sei der Gott und Vater unsers Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und der Gott alles Trostes, der uns in aller unserer Trübsal tröstet, damit wir dann alle, die sich in irgend einer Trübsal befinden, mit dem Trost zu erquicken vermögen, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden. Denn wie die Leiden Christi sich überaus reichlich über uns ergiessen, so ergiesst sich durch Christus auch unser Trost überaus reichlich. Werden wir nun bedrängt, so dient das zur Tröstung und zum Heil für euch; und empfangen wir Trost, so dient das euch zum Trost, und dieser erweist sich dann wirksam in standhaftem Ertragen der gleichen Leiden, die auch wir durchzumachen haben; und so steht unsere Hoffnung für euch unerschütterlich fest, weil wir wissen, dass ihr wie an den Leiden, so auch am Troste Anteil habt.“ (2.Korinther 1,3-7) 6.2. Ausharren, Bewährung, Hoffnung und Liebe „Wir wissen, dass die Trübsal standhaftes Ausharren wirkt, das standhafte Ausharren Bewährung, die Bewährung Hoffnung; die Hoffnung aber führt nicht zur Enttäuschung, weil die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen ist durch den heiligen Geist, der uns verliehen worden ist.“ (Römer 5,3-5) Die Konfrontation mit Leiden jeglicher Art kann Auswirkungen haben, die für den Umgang mit Mitmenschen von zentraler Bedeutung sind. Es sind Gott wohlgefällige Leidensfrüchte. In ihrem Buch: „Lebensraum Familie“ beschreibt Edith Schaeffer, dass nur durch solche Leidensfrüchte eine Familie bestehen kann. „ Man findet keine Patentformel dafür, wie man mit der Realität fortdauernd bewiesener Liebe lebt, sei es innerhalb einer eigenen oder in der grösseren Familie derer, die Gottes Kinder sind, oder in der „Menschen-Familie“. Liebe erweisen, die Tiefe und Wirklichkeit besitzt, lernt man mit dem Ablauf der Dinge, die wir erleben: Trübsal – Ausharren – Erfahrung – Hoffnung. Härten, Beinbrüche, Krankenhauserlebnisse, Krankheiten überhaupt, Enttäuschungen; am Essen knausern müssen, weil man Geld verloren oder zuviel ausgegeben hat, also Joghurt und Käse selbst zubereiten, erfinderisch sparen; auf Unverständnis stossen, Angriffe von Aussen, Überschwemmungen und Lawinen überstehen, Autounfälle, Brände, die das Haus teilweise zerstören; gemeine, unwahre Anschuldigungen Dritter gegen uns oder andere Familienmitglieder – jede Art von Leiden ist hier gemeint. Leiden macht geduldig. Erst wenn man ein gewisses Mass an Leiden erlebt hat – und das braucht seine Zeit -, hat man soviel Geduld, dass man nicht die Fassung verliert und in die Worte ausbricht „Ach, nicht schon wieder! Du hast es doch nicht schon wieder vergessen? Ich habe dir doch gesagt-“, sondern vielmehr die Zähne zusammenbeisst, eine liebevolle Antwort gibt und dabei ein gewisses Mass an Geduld beweist. Man kann nur dann Geduld zeigen, wenn etwas da ist, was uns an sich ungeduldig machen würde. Aus einer Vielzahl von Gelegenheiten, Geduld zu haben, ergibt sich dann die Erfahrung. Immer wieder hat man Geduld gezeigt (nicht, damit andere Leute darüber sprechen, sondern um es selbst mit einem kleinen tröstlichen Gefühl im Innern festzustellen, im Bewusstsein dessen, was man eben nicht sagt), und so entsteht die Erfahrung, das Wissen, wie man mit einem anderen – ebenfalls unvollkommenen – Menschen umgehen kann; diese Erfahrung, die es möglich macht, eine fortdauernde Beziehung mit derselben Person aufrechtzuhalten (oder denselben Personen, wenn die Familie zu einer Mehrzahl wird). Geduld, die auf Leiden, und Erfahrung, die auf Geduld folgt, tragen kein Etikett, auf dem zu lesen wäre, ob sie für Vater oder Kind, Mutter oder Enkel, Ehemann oder Ehefrau bestimmt sind. So sollen Menschen mit andern Menschen umgehen. Und zuallererst gilt das für die Familie, und zwar für alle gleich. Nach der Erfahrung kommt die Hoffnung. Vielleicht sagen Sie: „Ja, natürlich, die Hoffnung auf das Kommen Christi.“ Ja, das auch – Hoffnung auf das Kommen des Bräutigams Christus, auf unseren vollkommenen Leib und die Befreiung von allen Leiden. Aber ich meine, es besteht auch für dieses Leben Hoffnung – die Hoffnung, die „nicht zuschanden werden lässt“, denn ihr Ergebnis ist es, dass die Liebe Gottes „ausgegossen ist in unser Herz“. Wenn wir fortfahren, in den verschiedenen Schicksalsschlägen, die wir als Familie erleiden, geduldig oder standhaft zu sein, dann wächst Gottes Liebe; und seine Liebe in uns wird durch uns anderen Menschen deutlicher. Auch unsere natürliche Liebe zueinander: sie wächst und reift zu einer Fülle, die es ohne die lange Reihe von Höhen und Tiefen, guten und schlechten Lebenslagen niemals geben könnte.“ 6.3. Durch das Leiden im Namen Christi finden viele Menschen zum ewigen Heil Die Annahme und Bereitschaft zum Leiden schafft einmalige Missionsgelegenheiten. In der Apostelgeschichte gibt es zahlreiche Beispiele, wie durch Verfolgung und Gefangenschaft Gottes Wort verkündigt werden konnte und viele Menschen zum Glauben an Jesus Christus fanden. John Mac Arthur, Jr. schreibt dazu in seinem Buch “Gefunden: Gottes Wille” folgendes: „Eines der Grundprobleme bei der Evangelisation heute ist, dass die Christen nicht bereit sind, der Welt Auge in Auge entgegenzutreten und ihr zu sagen, was Sache ist mit Jesus Christus. Das Evangelium ist verwässert worden, damit ja keiner Anstoss nimmt. Wir brauchen neuen Freimut. Es ist traurig, dass die Courage eines Petrus und Johannes so weit entfernt ist von der Realität im Leben der meisten Christen heute. Ich bete zu Gott, dass er uns mehr Bekennermut gibt.“ „Doch müsst ihr um der Gerechtigkeit willen auch leiden: Selig seid ihr zu preisen! So fürchtet euch denn nicht vor ihnen und lasst euch nicht erschrecken! Haltet nur den Herrn Christus in euren Herzen heilig und seid allezeit bereit, euch gegen jedermann zu verantworten, der von euch Rechenschaft über die Hoffnung fordert, die in euch lebt;“ (1.Petrus 3,14f) Zahlreiche Beispiele aus der Kirchengeschichte bezeugen, dass ganz besonders in Zeiten der Christenverfolgung die Gemeinde Jesu wuchs. 7. Wie können wir leidenden Menschen helfend zur Seite stehen? 7.1. Christus in den Mittelpunkt stellen „Denn eben deshalb, weil er selber Versuchung erlitten hat, vermag er denen zu helfen, die versucht werden.“ (Hebräer 2,18) Jesus Christus ist der Einzige, der wirklich versteht, wirklich nachempfindet und wirklich helfen kann. Er ist der treue und barmherzige Hohepriester Gottes, um für die Sünden der Menschen Vergebung zu erwirken. Er ist der beste Seelsorger und nur in seiner Gesinnung, nach seinem Vorbild und mit Hinweis auf seine Treue und Barmherzigkeit kann anderen Menschen wirklich geholfen werden. (Hebräer 2,17) 7.2. Mitleiden und Mittragen „Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit.“ (1.Korinther 12,26) Ein Christ ist nicht eine Privatperson, sondern ein Teil des Leibes der Gemeinde Jesu Christi. Wenn ein Christ Verfolgung erleidet, so betrifft das die ganze Gemeinde schmerzlichst. Durch liebevolle Anteilnahme, Fürbitte und materielle Unterstützung haben Gotteskinder die Möglichkeit, das Leid ihrer Geschwister mitzutragen und zu lindern. (Apg.12,5; 1.Kor. 16,1-3; 2.Kor.8, 1-4; Gal. 4,14; Hebr. 10,33) Die überfliessende Liebe und Barmherzigkeit Christi soll allen Menschen zuteil werden. Ein freundliches Gesicht und liebevolle Taten und Worte sind kraftvolle Mittel, um dem Nächsten in seiner Not beizustehen und zu trösten . Der vorbildliche Hirtendienst des gerechten Hiob und die stillen Taten der tüchtigen Hausfrau haben sicherlich bewirkt, dass manches Leid gelindert oder vermieden werden konnte: „Ich lächelte ihnen zu, wenn sie mutlos waren, und das heitere Anlitz vermochten sie mir nicht zu trüben. Sooft ich den Weg zu ihnen einschlug, sass ich als Haupt da und thronte wie ein König in der Kriegerschar, wie einer, der Leidtragenden Trost spendet.“ (Hiob 29,24f) „Sie tut ihm (ihrem Gatten) Liebes und kein Leid ihr Leben lang.“ (Sprüche 31,12Lu) 7.3. Ermutigung durch Zeugnisse und Glaubenslieder Zeugnisse und Glaubenslieder werden uns zur Ermutigung. indem wir sehen, dass auch andere Menschen durch Leiden gehen. Diese sind womöglich viel schwerwiegender sind als meine „Sörgeli“, die mir im Drehen um mich selbst so gross werden können. Ein Beispiel ist Paul Gerhard (1607 – 1676). Seine Glaubenslieder entstanden im Kampf durch die Härte des Lebens: „Als Paul Gerhardt sieben Jahre alt war, starb sein Vater. 1628 begann er das Theologiestudium in Wittenberg. Ab 1643 war er viele Jahre Hauslehrer und Erzieher in einer kinderreichen Familie. 1643 zog er nach Berlin, wo er schreckliche Dinge erlebte: Krieg, Hungersnot, Feuersbrunst und die furchtbare Pest. In dieser Zeit sank die Einwohnerzahl von Berlin von 14'000 auf 6000. Paul Gerhardt arbeitete in dieser Zeit immer noch als Hauslehrer und half befreundeten Pfarrern im Predigtdienst aus. 1647 schrieb er fünf seiner Lieder. Sechs Jahre später kamen 25 neue Lieder dazu. Mit 48 Jahren heiratete er die 32 jährige Anna-Maria Berthold. Seine Frau war ihm eine treue Gefährtin. Sie verliess das Haus nur um den Gottesdienst zu besuchen, Kranke zu pflegen oder andere Liebesdienste zu tun! Das erste Töchterlein starb mit 8 Monaten. Noch weitere vier Kinder wurden ihm und seiner Frau durch den Tod entrissen. 1668 starb auch seine innig geliebte, treue Frau. Nur noch der 6 jährige Knabe blieb am Leben. Als Paul Gerhardt 69 Jahre alt wurde, schrieb er: „Ich habe die fröhliche Hoffnung, dass mein lieber Gott mich bald aus dieser Welt erlösen wird, in ein besseres Leben. Ich danke ihm für seine Güte und Treue, die ER mir von Mutterleibe bis zu dieser Stunde an Leib und Seele und allem, was er mir gegeben, erwiesen hat.“ - Zwei Monate später starb er. Von Paul Gerhardt sind uns 130 Lieder erhalten. Wenn man seine Lieder hört, könnte man meinen, Anfechtungen und Leid hätten ihm nichts ausgemacht. Das war aber nicht so. Er ergab sich nicht dem Leid, blieb nicht im Sorgen, durch Entbehrung und Tod liess er sich nicht bitter machen und durch Trauer nicht gefangen nehmen. Immer wieder erlebte er Gottes Durchhilfe und konnte sich und anderen durch seine Lieder Mut machen. Für Paul Gerhardt war die Ewigkeit das Ziel und nicht das jetzige Wohlergehen!“ Aus dem Buch: „Den Kummer sich von Herzen singen“ von B. + W. Scheffbuch 1. Gib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens; In ihm ruht aller Freuden Fülle, ohne ihn mühst du dich vergebens; Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden. 2. Er ist voll Licht, voll Trost und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; Wo er steht, tut dir keinen Schaden auch die Pein des grössten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, Ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden. 3. Wie dir’s und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; Er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heissen Tränen Und fasst zuhauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden. 4. Wenn auch kein einziger auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem besten schauen. Er weiss dein Leid und heimlich Grämen, Auch weiss er Zeit, dir’s abzunehmen. Gib dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen; Er ist nicht fern, steht in der Mitten, Hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden. 6. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du’s halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, Dran See und Land sich müssen laben. Gib dich zufrieden. 7. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, Der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset: Der wird dir auch den Hunger stillen, nach Vaterbrauch die Hand dir füllen. Gib dich zufrieden. 8. Sprich nicht: „Ich sehe keine Mittel, wo ich such ist nichts zum besten“. Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am grössten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, Tritt er herzu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden. 9. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde vor dir dichten; Lass sie nur immer weidlich spotten, Gott wird’s hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, Was kann der Feind, der Mensch, gross machen? Gib dich zufrieden. 10. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen Leiden; Was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsere Lenden Bis in das Grab, da wird sich’s enden. Gib dich zufrieden. 11. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; Er wird uns reissen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen Und aus der Qual uns alle bringen. Gib dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, Die hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun in Frieden freuen, Da sie den Grund, der nicht kann brechen, Den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden. Paulus Gerhardt, 1607 – 1676 „Nehmt euch, liebe Brüder, für die Leiden und das gedulgige Ausharren die Propheten zum Vorbild, die im Namen des Herrn geredet haben! Seht, wir preisen die selig, welche geduldig ausgeharrt haben. Vom standhaften Ausharren Hiobs habt ihr gehört und von dem Ausgang, den der Herr ihm bereitet hat; erkennt daraus, dass der Herr reich an Mitleid und voll Erbarmens ist.“ (Jakobus 5,10f) 8. Dem Thema Leid nicht ausweichen – Ein Interview Ein Zeugnis aus der heutigen Zeit: „Die Geschichte ging um die ganze Welt: 1956 wurde der 28jährige Amerikaner Jim Elliot und vier weitere Missionare in Ecuador von Auca-Indianern getötet. Elliots Witwe Elisabeth, die wenige Monate zuvor das erste Kind geboren hatte, unterstützte trotz dieses furchtbaren Erlebnisses weiterhin die Mission unter den Indianern – und dort geschah eine Erweckung. Idea-Reporter Marcus Mockler sprach mit der 74jährigen über das Thema, das ihr ständiger Begleiter ist: Leid. Idea: Frau Elliot, Ihr erster Mann wurde ermordet, der zweite starb an Krebs. Kann man da noch an einen liebenden Gott glauben? Elisabeth Elliot: Natürlich waren die Nachrichten vom Tode meines Mannes Jim und meines zweiten Mannes Addison furchtbar niederschmetternd. Aber auch Ereignisse davor. Als ich mich auf den Missionsdienst vorbereitete, arbeitete ich mit einem Lehrer zusammen, der weltweit der einzige war, der die Sprache der Eingeborenen im Dschungel von West-Ecuador beherrschte. Ich hatte erst ein paar Wochen Unterricht gehabt, als dieser Mann ermordet wurde. Das hat meinen Glauben fast zerstört. Die Leiche dieses Mannes zu sehen, der von Weissen aus belanglosen Gründen getötet worden war, liess mich fast verzweifeln. Ich klagte Gott an: Was bezweckst du damit? Idea: Hat sie das Gefühl beschlichen, Sie könnten einem Gott nicht mehr vertrauen, der Ihnen so viel unverständliches Leid zumutet? Elisabeth Elliot: Ich hatte zu lernen, dass Gott viel grösser ist, als ich mir vorstellen kann. Denn ich wusste, dass ich in meiner Not zu niemand anderem als Gott gehen kann. Ich betete zu ihm: Herr, was soll ich jetzt ohne diesen Lehrer tun? Es stand für mich ausser Frage, dass Gott mich als Missionarin unter den Eingeborenen haben wollte. Und Gott hat mir dann auch geholfen. Idea: Waren Sie auf einen schweren Lebensweg vorbereitet? Elisabeth Elliot: Als ich ein Mädchen war, sass an unserem Esstisch eine Missionarin, die kurz vor ihrem Einsatz in China stand. Sie hatte ein Gebet der Hingabe an Gott niedergeschrieben, in dem es unter anderem hiess: „Verwirkliche dich in meinem Leben – koste es was es wolle“. Als sie 1934 mit ihrem Mann in China war, wurden die beiden von Kommunisten gefangengenommen. Man kettete sie aneinander, zog sie fast nackt aus und köpfte sie schliesslich. Ihre Lebensgeschichte hat mich darauf vorbereitet, dass im Leben eines Christen extreme Dinge passieren können. Idea: Was ging damals in Ihnen vor? Elisabeth Elliot: Ich war acht Jahre, als mein Vater mir den Zeitungsartikel zeigte, in dem der Mord an diesem Missionars-Ehepaar beschrieben war. Ich konnte zunächst kaum glauben, dass Gott uns Christen lieben sollte, wenn er solche Grausamkeiten an seinen Dienern zuliess. Ich habe seit jener Zeit intensiv in der Bibel gelesen. Und dabei begegnen einem jede Menge Anfechtungen, Auseinandersetzungen, Leiden. Natürlich geht man davon nicht aus, dass einem solche schreckliche Dinge selbst wiederfahren werden. Aber man lernt doch, dass es etwas mit einem Selbst zu tun hat. Idea: Aus mehr als vier Jahrzehnten Distanz: Was hat der Mord an ihrem Mann Jim Elliot Gutes bewirkt? Elisabeth Elliot: Ich habe hunderte Briefe von jungen Männern erhalten, die beschreiben, wie das Zeugnis von Jim Elliot ihr Leben verändert hat. Fünf der prominentesten amerikanischen Prediger haben mir gesagt, dass Jim Elliots Geschichte ihrem Leben eine völlig neue Richtung gegeben hat. Idea: Der Mord an dem einen Missionar Jim Elliot hat demnach andere Missionare hervorgebracht. Elisabeth Elliot: Ja, viele Missionare Idea: Dennoch machen solche Ereignisse auch Christen sprachlos. Was sagen Sie denn einer Mutter, die wenige Tage nach der Geburt ihren Sohn verliert? Oder einem jungen Mädchen, das seine Mutter verliert? Elisabeth Elliot: Viele Leute in solchen Situationen haben mir geschrieben, nachdem sie meine Radiosendungen gehört hatten. Wir müssen zuerst feststellen, dass Leiden untrennbar zum Leben gehört. Nach dem Sündenfall hat Gott das Leiden zugelassen. Leiden bedeutet: bekommen, was man nicht wünscht- und wünschen was man nicht bekommt. Ich erinnere diese Leute daran, dass Jesus am Kreuz für sie gestorben ist und damit selbst allerschlimmste Trübsal durchlitten hat. Jesus hatte zuvor gebeten: Vater, wenn es möglich ist, lass diesen Kelch an mir vorübergehen. Er weinte. Er wollte diesem Leiden ausweichen. Aber Gottes Antwort war nein. Und Jesus akzeptierte das und betete sogar um Vergebung für seine Peiniger, die gottlose Menschen waren. Das hätte ich nie tun können. Idea: In vielen evangelikalen Gemeinden wird bewusst oder unbewusst ein Wohlfühl-Evangelium verbreitet nach dem Motto: Komm zu Jesus und es geht dir gut. Ist das biblisch? Elisabeth Elliot: Einerseits schon. Viele Lobpreislieder in solchen Gemeinden speisen sich ja aus Bibelversen. Nur: Das ist nicht alles. Gott liebt uns, schenkt uns Freude, will unser Bestes. Dennoch leben wir in einer gefallenen Welt voller Seufzen, voller Leiden. Küken fallen aus dem Nest, Mütter weinen um ihre Kinder. Einige der Menschen, die mein Leben am tiefsten beeinflusst haben, hatten schwerstes Leid ertragen. Auch im Neuen Testament taucht permanent das Thema Leiden auf. Manchmal, weil Menschen ungehorsam gegen Gott waren. Manchmal, weil sie gehorsam waren. Denken Sie an Paulus, der oft unschuldig im Gefängnis sass und gleichzeitig eine grosse Freude in seinem Herzen hatte. Idea: Beten leidende Menschen mehr als nichtleidende? Elisabeth Elliot: Es gibt viele Leidende, die Gott hassen. Die beten nicht. Die heben die Faust gegen den Himmel. Christen allerdings haben die Pflicht, auch das Leiden von Gott anzunehmen. Mein Leiden hat mich letztlich Gott näher gebracht und mich befähigt, zu leidenden Menschen zu sprechen. Und ich halte mein Leiden für gering verglichen mit jenen, die andere Menschen ertragen mussten- etwa Richhard Wurmbrand, der jahrelang in Rumänien von seinen Kommunistischen Verfolgern gefoltert wurde. Solche Leiden kann ich mir nicht einmal vorstellen. Idea: Was ist in unseren Kirchen und Gemeinden passiert, dass uns die Leiden von Jesus und Paulus so fremd sind, dass wir sie für unser Leben zurückweisen? Elisabeth Elliot: Vermutlich haben die Pfarrer Angst, sich mit diesem Thema bei den Gemeindegliedern unbeliebt zu machen. Aber warum sich dies alles so entwickelt hat, weiss ich letztlich auch nicht. Idea: Wie könnte das Thema wieder mehr ins Bewusstsein von Christen rücken? Elisabeth Elliot: Das muss von der Kanzel ausgehen. Die Prediger müssen wieder einen Anfang machen. Idea: Sollen christliche Eltern bereits ihre Kinder mit demThema Leiden konfrontieren? Elisabeth Elliot: Ja. Es beginnt mit einem aufgeschürften Knie, dass auch ein christliches Kind merkt, dass es Schmerzen aushalten muss. Als ich neun Jahre alt war, starb meine beste Freundin. Da habe ich den Tod erstmals richtig kennengelernt. Wir hatten in den Wochen, als das Mädchen im Krankenhaus war, gebetet und gebetet. Aber sie kam nicht durch. Das war ein Trauma. Idea: Kann man gegenüber Kindern vom “lieben Gott” sprechen? Elisabeth Elliot: Als meine Tochter noch nicht mal drei war, fragte sie mich: Hatte Gott meinen Papa lieb? Ich sagte: Ja. Sie fragte: Warum hat er zugelassen, dass Papa ermordet wurde? Ich konnte nur sagen, dass wir nicht alle Gründe Gottes kennen müssen. Papa ist heute beim Herrn, Gott wollte ihn einfach früher bei sich haben. Damit war meine Tochter zufrieden. Wir müssen sehr offen über solche Fragen reden. Wir leben in einer schlechten, gefallenen Welt. Schreckliche Dinge passieren, und Gott lässt sie geschehen. Wir brauchen das nicht alles zu verstehen. Wir müssen aber wissen, dass Gott uns unendlich liebt. Zu diesem positiven Aspekt müssen wir immer zurückkommen, ohne zu ignorieren, durch welches tiefe Leid Menschen zu gehen haben.“ Idea 41/2000 (Das Interview ist gekürzt) 9. Nachwort Die Aussagen aus Gottes Wort zum Thema Leid stehen in völligem Gegensatz zur Einstellung zum Leid in der heutigen Zeit. Die Bibel zeigt auf, wo der Ursprung des Leides - in der Versündigung des Menschen - liegt. Dem kann auch mit modernsten Möglichkeiten nicht abgeholfen werden. Wir können das Leiden nicht beseitigen. Doch wir dürfen lernen, damit umzugehen. Jesus ist der grösste Leidtragende aller Zeiten. Er ist seinem Leiden nicht ausgewichen, sondern hat es getragen. Dadurch bewirkte er Versöhnung zwischen den Menschen und Gott. „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingegeben hat, damit alle die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16) Auch wir dürfen die Gewissheit haben, dass unser Leiden nicht umsonst ist. Wenn wir es auch nicht verstehen können, so hat Gott doch einen Plan mit jedem Leben. Er überschaut alles und macht keine Fehler. Die Bibel ermahnt uns im Leiden zu beten, zu beten anstatt zu klagen. In aller Not dürfen wir nie vergessen, den Blick von der jetzigen Situation auf die Ewigkeit zu richten. Das Allerwichtigste für einen Menschen ist, dass er die Gewissheit hat, nach Ablauf des irdischen Lebens die Ewigkeit bei Gott in seiner Herrlichkeit zu verbringen. Dieser Ort ist so wunderbar, dass es nichts Besseres gibt, als schon in der kurzen Zeit, die wir auf dieser Erde verbringen, durch Verfolgung und Trübsal, aber in der ständigen Verbindung mit Jesus, auf dieses Ziel hin zu leben – und letztlich auch zu sterben. Diese Diplomarbeit schöpft das Thema Leiden bei weitem nicht aus. Gottes Wort geht noch viel weiter und tiefer darauf ein. Beim Schreiben über ein solches Thema besteht die Gefahr, dass das Ganze aufgrund mangelnder Erfahrung zu einer theoretischen Abhandlung wird, die hoch erhaben über dem realistischen Christenleben schwebt. Dem sollen die praktischen Beispiele, Zeugnisse und Lieder abhelfen. Diese Arbeit soll für mich und für alle, die sie lesen, eine Ermutigung sein, wegzusehen von den Strömungen unserer Zeit, und es zu wagen, jedes kleinste Leid aus Gottes Hand zu nehmen und es im Blick auf ihn willig zu tragen im festen Glauben, dass es nicht umsonst ist, sondern Frucht bringt für die Ewigkeit. Von Leonie Keel, Diplomarbeit 2006, Bibelschule Hasliberg Hohfluh Bibelzitate sind der Übersetzung von H. Menge entnommen. Windelfrei-InterviewDein Baby macht ins WC? Das ist komisch genug für ein Interview!Viele Babys wachsen auf, ohne jemals eine Windel getragen zu haben. Dass sich nicht alle Menschen auf dieser Welt Windeln leisten können, ist nicht der einzige Grund dafür. Sie habe eine Erfahrung, die in Europa und Nordamerika grösstenteils verloren gegangen ist. Diese Erfahrung ist, dass ein Baby schon sehr früh über seine Ausscheidung kommunizieren kann und es auch tut, sofern man darauf eingeht. Mittlerweilen praktizieren auch manche Familien in unserer modernen Zivlisation die windelfreie Säuglingspflege bzw. Ausscheidungskommunikation mit Überzeugung. Ob mit oder ohne Windel - das Ziel dieser Methode ist, dass ein Baby schon früh auf natürliche Art und Weise lernt, mit seiner Ausscheidung umzugehen und in seiner Entwicklung positiv gefördert wird. Diese Methode hat nichts mit Zwang zu tun. Es ist ein individueller Weg zwischen einer Mutter und ihrem Kind. Vor einigen Monaten durfte ich ein Interview mit einer gläubigen Frau aus den USA durchführen, die sowohl mit der herkömmlichen Windelpraxis als auch mit der Ausscheidungskommunikation ihre Erfahrungen gemacht hat. Weiterführende Informationen zum Thema Ausscheidungskommunikation gibt es hier. Das Interview mit Frau Parunak In der Übersetzung habe ich für den englischen Begriff „Elimination Communication“ (Ausscheidungskommunikation) die übliche Abkürzung EC beibehalten, die im Zusammenhang des Interviews treffender ist als der Begriff „windelfrei“. 1. Was war Ihre Motivation, mit EC zu beginnen? Meine ursprüngliche Motivation, mit EC zu beginnen, war meine Hoffnung, dass das Töpfchen-Training leichter werden würde. Als eine dreifache Mutter in Erwartung mit dem vierten Kind kämpfte ich zutiefst mit dem Töpfchen-Training-Trauma angesichts der Wäsche, der Teppichreinigung, den von Pfützen wegführenden Fussstapfen und, am schlimmsten von allem, der elenden Frustration eines Kleinkindes, welches sich seiner schmutzigen Hosen bewusst ist. Befürworter von EC behaupten, dass Babys mit dem gleichen Widerstand, sich schmutzig zu machen, geboren würden, wie ihn Erwachsene haben. Dieser Widerstand würde ihnen jedoch wegtrainiert, weil wir sie rund zwei Jahre zwängen, in ihrer Ausscheidung in den Windeln zu sitzen. Dann, eines Tages, entscheiden wir, dass es nun für das Kind an der Zeit sei, es abzulehnen, in die Windeln zu machen und stattdessen das Töpfchen zu bevorzugen. Doch weshalb sollte es? Wir haben gerade die vergangenen zwei Jahre damit verbracht, das Baby zu lehren, sich nichts daraus zu machen. Nachdem ich mich mit meinen zwei älteren Kindern durch das traditionelle Töpfchen-Training hindurch gerungen habe und eine dritte Runde mit meinem Kleinkind begann, welches immer noch in Windeln war, war ich sehr interessiert daran, den Stand der Dinge zu verbessern, indem ich das Baby nicht daran gewöhne, in die Windeln zu machen. Doch jetzt, nach fast neun Monaten mit EC, habe ich eine andere Motivation. (Auch wenn ich immer noch sehr interessiert bin zu sehen, wie es mit dem Töpfchen-Training weitergeht.) Als ich mit EC anfing, war ich auf das „E“ [Elimination – Ausscheidung] konzentriert, jetzt jedoch ist mein Schwergewicht mehr auf dem „C“. [Communication – Kommunikation] Das Gefühl, aufs Töpfchen gehen zu müssen, ist für mein Baby unangenehm und ich kann ihm helfen, sich besser zu fühlen. Es ist eine weitere Not, der ich begegnen, ein weiterer Ruf, den ich beantworten kann. Meine Tochter spricht, in grunzenden kleinen Baby-Worten, und ich verstehe es, genau so, wie wenn sie Wärme oder Nahrung oder Liebkosung braucht. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, es nicht zu tun. 2. Wie ist es in Ihrem Arbeitsalltag neben den vielen anderen Aufgaben möglich, EC zu praktizieren? Bevor ich anfing war ich wirklich besorgt bezüglich des Zeitaufwandes. Doch in der Regel brauche ich nur eine Minute, um meine Tochter im Badezimmer abzuhalten und das fliesst problemlos in meinen Arbeitsalltag hinein, genauso wie das Stillen oder Windeln wechseln. Wenn sie fertig gestillt ist, von einem Schläfchen aufwacht oder ihre Position ändert (zum Beispiel vom Babytragtuch zum Spielen auf dem Boden), bringe ich sie ins Badezimmer um zu sehen, ob sie ein Ausscheidungsbedürfnis hat. Der Zeitverlust ist nicht grösser als bei meinen älteren Kindern, wenn ich ihnen helfe, auf die Toilette zu gehen. 3. Hat die Tatsache, dass Sie mit EC angefangen haben, viel an ihren Gewohnheiten der Säuglingspflege geändert, zum Beispiel, in der Bekleidung? Meine Babykleidervorzüge haben sich ein bisschen geändert. Ich versuche, meinem Baby Kleider anzuziehen, welche einen schnellen Zugang auf dem Weg zum Badezimmer ermöglichen. Somit kann ich auch leicht überprüfen, ob es möglicherweise schon in die Windel gemacht hat und ich sie wechseln muss, statt einen Ausflug zur Toilette zu machen. Im Sommer waren Röcke ideal, doch jetzt, wo es kalt ist, benutze ich meistens Schlafanzüge mit Druckknöpfen an beiden Beinen, welche leicht geöffnet werden können. Und am wichtigsten sind die althergebrachten Stoffwindeln (im Gegensatz zu den super absorbierenden modernen Varianten). Das Baby braucht die Verbindung zwischen dem Gefühl der Nässe und dem „in die Windeln machen“. Doch die grössere Veränderung liegt darin, wie ich meinem Baby begegne. Wenn meine älteren Kinder ein Schläfchen gemacht hatten, wartete ich in der Regel, bis sie anfingen zu weinen, bevor ich ging, um sie aufzunehmen. Jetzt, da ich aufmerksam bin auf die Ausscheidung, habe ich gelernt, dass mein Baby nach dem Aufwachen ein bis zwei Minuten ruhig liegt, in die Windeln macht und dann weint. So, wenn immer ich kann, versuche ich, meine Tochter aufzunehmen, bevor sie mit Weinen beginnt. Der richtige Zeitpunkt ist natürlich schwieriger zu erwischen, doch wenn immer ich ihre kleinen Äuglein sich öffnen sehe, nehme ich sie auf und bringe sie zur Toilette. Ich versuche ebenfalls, aufmerksamer zu sein gegenüber ihrem Quengeln. Meine Tochter macht ein Getue und ist unruhig, bevor sie ausscheidet. Wenn ich das nicht wahrnehme, macht sie zuletzt in ihre Windeln, und dann wird sie wirklich weinen. Wenn ich das Quengeln bei meinen älteren Kindern gehört hatte, wiegte ich sie oft ein bisschen in meinem Arm, so als ob es ihnen langweilig wäre und sie eine Ablenkung bräuchten. Jetzt versuche ich, mein Baby zur Toilette zu bringen. Alte Gewohnheiten sterben jedoch schwer. Und ich entdecke häufig, dass es nass ist. Wenn ich dann zurückdenke, stelle ich fest, dass ich es gewiegt habe, ohne etwas dabei zu denken. 4. Wie kommunizieren Sie und Ihr Baby zusammen? Mein Baby kommuniziert mit mir durch Quengeln und Drehen und Winden und ich kommuniziere mit ihm, indem ich den Schlüsselsatz: „Möchtest du aufs Töpfchen gehen?“, ausspreche. Die meisten Leute, die EC praktizieren, verwenden eine Art von Geräusch wie „Psch, psch“, doch das passt einfach nicht zu meiner Persönlichkeit. Ich bin ein Mensch der Worte. Ich wollte etwas Echtes verwenden. Ich habe jedoch festgestellt, dass mein Baby eine lange Zeit braucht, bis es die einzelnen Wörter des Satzes heraushören kann. Deshalb bemühe ich mich, immer denselben Klang und Tonfall zu verwenden. Meine Tochter hat klar gelernt, dass dies ihr Schlüssellaut ist und zwar bereits im Alter von wenigen Wochen. Soweit ist sie willig, sich abhalten zu lassen an vielen verschiedenen Orten allein durch die Tatsache, dass sie keine Windeln trägt und mich diesen Satz sagen hört. (Ich muss jedoch darauf achten dass die Umgebung nicht zu interessant ist, ansonsten schaut sie herum und vergisst, sich zu entspannen und es fliessen zu lassen.) Ich habe auch die harte Lektion gelernt, ihr nicht den Schlüssellaut zu geben, ehe alles komplett bereit ist. Als sie ein paar Wochen alt war, eilten wir zur Toilette hin, welche jedoch besetzt war von meinem 3-jährigen Sohn. Er war gerade am fertig machen und ich begann, die Babywindeln auszuziehen, damit wir dann bereit wären, wenn wir an die Reihe kämen. Abwesend, als ich sie auszog, sagte ich: „Möchtest Du aufs Töpfchen gehen?“ und dieses Mal meinte ich es wörtlich und nicht als Schlüssellaut. Doch mein kleines Mädchen liess es umgehend fliessen – direkt auf den Kopf ihres Bruders. 5. Gibt es ein verlässiges Zeitmuster, wann Ihr Baby aufs Töpfchen gehen muss, und wie finden Sie es heraus? Das Timing ist ziemlich zuverlässig. Ich begann mit dem Ratschlag meiner EC-praktizierenden Freundin, dass ich mein Baby unmittelbar, nachdem es aufwacht, abhalten soll. Und als es ein Neugeborenes war, schlief es so oft, dass dies hauptsächlich das einzige Zeitmuster war, das ich kennen musste. Während es wuchs und längere Zeiten wach blieb, habe ich einfach beobachtet, wann seine Windeln nass waren und nach Mustern gesucht. Die Zeiten, von denen ich herausgefunden habe, dass es oftmals abgehalten werden muss, sind nach dem Aufwachen, sofort nach dem Essen und direkt vor dem Wechsel einer Position. (Diese Zeitmuster gleichen sehr denen von älteren Kindern oder gar Erwachsenen, wann diese ebenfalls auf die Toilette gehen müssen.) 6. Erleben Sie, dass Sie den richtigen Moment erwischen ohne Zeichen und Zeitmuster, einfach durch Intuition? Dies beängstigte mich, bevor ich begann. Immer wieder las ich Dinge, die EC mystisch machen liessen, wie: „du weisst einfach“, wann dein Baby abgehalten werden muss. Einige Leute sprechen sogar davon, Wörter in ihrem Kopf zu hören. Das was der springende Punkt, bei dem für mich die ganze Idee von EC vorerst gestorben war. Ich dachte: „Das ist unmöglich, Ich werde nie und nimmer „einfach wissen“. Doch es hat sich herausgestellt, dass man das gar nicht zu tun braucht. Vielleicht, vielleicht, ein oder zweimal habe ich mein Baby abgehalten durch Intuition alleine, doch es könnte auch sein, dass ich einfach realisiert habe, dass es schon eine Weile seit unserer letzten Badezimmer-Tour her war. Für mich ist es nie mystischer gewesen als jeder andere Bereich der Babypflege, wie herauszufinden, wann mein Baby hungrig ist und gestillt werden muss. Schlicht und einfach Muster realisieren, Signale und Zeitpunkte beachten, da ist nichts Magisches daran. 7. Sind Ihr Mann, Ihre Kinder und Ihre nahen Freunde auch involviert in das Töpfchentrainig ihres Babys? Mein Mann ist mein Beifallspender und das Haupt meines PR-Departements. [Public Relations – Öffentlichkeitsarbeit], Nichts könnte motivierender sein, als zu hören, wie er den Leuten erzählt, auf welche Weise unser Baby im Badezimmer abgehalten wird. Und am Anfang, als ich mich erst noch an meines Babys Signale gewöhnen musste, waren meine Kinder gute Helfer im Hören auf dieses spezielle grunzende Quengeln. Freunde sind auch eine grosse Unterstützung gewesen, und wenn es nicht meine Freundin gewesen wäre, die mich sehen liess, wie sie ihr Baby abhielt, weiss ich nicht, ob ich EC je überhaupt nur ausprobiert hätte. Doch in der eigentlichen Handlung, nämlich unser Baby zur Toilette zu bringen, (ausser einzelnen Malen, als ihr Vater dies tat), bin ich diejenige, die dieses Vergnügen hat. Mein Baby wird auch recht abgelenkt, wenn andere Personen zuschauen und das einzige Mal, als eine Freundin versuchte, es abzuhalten, ist mein Baby nicht darauf eingegangen. 8. Unterstützt EC eine gute Gesundheit? Der hauptsächliche Gesundheitsvorzug von EC, den ich gesehen habe, ist, dass mein Baby praktisch keinen Windelausschlag hat. Meine ersten drei Kinder brauchten Tube um Tube von Desitin [Salbe zur Behandlung von Windelausschlag]. Doch jetzt, da ich EC praktiziere, bleibt die Haut meines Babys fast die ganze Zeit trocken und wir sind nach neun Monaten noch an der selben angebrauchten Tube Desitin, welche aus den Tagen der Windelausschläge meines dritten Babys übrig blieb. 9. Glauben Sie, dass EC einen positiven Einfluss auf die Entwicklung Ihres Kindes hat? Nun – ich denke, dass es sein könnte. Dieses Baby ist sicherlich viel glücklicher als meine ersten drei und auch kommunikativer. Es gibt keinen Weg, es sicher zu wissen, doch es scheint mir Sinn zu machen, dass sich wohler zu fühlen und mehr Gelegenheiten zu haben, sich bedeutungsvoll ausdrücken zu können, eine kleine Person glücklicher macht und motivierter, aus sich herauszukommen. Tatsache ist, dass meine Tochter ihr erstes Wort lernte, als sie achteinhalb Monate alt war. Sie sagt sehr klar „Mama“, wenn sie von mir gestillt werden möchte. Es ist möglich, dass sie einige stark ausgeprägte sprachliche Gene hat und auch ohne EC früh zu sprechen angefangen hätte. Doch der eine Erfolg führt zum Nächsten und ich kann nicht anders, als mich zu wundern, ob meine Aufmerksamkeit all ihrem kleinen Geplapper gegenüber einen bedeutenden sprunghaften Auftakt gegeben habe. 10. Ist Ihre Entscheidung, EC zu praktizieren im Einklang mit Ihrer christlichen Überzeugung und dem Lebensstil? Ich bin gewiss nicht der Meinung, dass alle christlichen Mütter EC praktizieren sollten. Die Bibel sagt nirgends etwas darüber, somit ist es im sehr weiten Sinn nur eine persönliche Bevorzugung. Doch dadurch, dass ich Christ bin und mein Glaube alle Aspekte meines Lebens und Denkens durchdringt, gibt es eine Bedeutung, in welcher die EC-Praktik von meinem Christsein berührt wird. Insbesondere ist dies meines Herrn Gebot, den Nächsten so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte. Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch. Das ist das Gesetz und die Propheten. (Die Bibel, Matthäus 7,12) Wenn ich unfähig wäre, selbst zur Toilette zu gehen, ich weiss, es wäre mir viel lieber, jemand würde mich dorthin bringen, statt mich in eine Windel machen zu lassen und sie nach seiner Beliebigkeit zu wechseln. (Wie ich es mit meinen ersten drei Kindern tat.) Das ist eine grosse Sache, die mich anspornt, auf diesem aussergewöhnlichen Weg weiterzugehen. Ich behandle mein Baby in der Weise, wie ich selber auch behandelt werden wollte. In eckigen Klammern [ ] geschrieben sind Anmerkungen zur Übersetzung. Die englische Originalversion des Interviews kann eingesehen werden unter: http://pursuingtitus2.com/category/loving-our-children/ec/ Frau Parunak lebt in Nordamerika, ist verheiratet und Mutter von vier Kindern. Als überzeugte Christin betreibt sie einen Blog mit dem Ziel, andere Frauen zu ermutigen. Einige Themen ihres Blogs sind Hausarbeit, Heimschule, Sittsamkeit, Kopfbedeckung, Hausgeburt, Stillen und Ausscheidungskommunikation. Links für FrauenkleidungPersönliche Empfehlungen für alle Frauen, die auf der Suche nach schönen, weiblichen und sittsamen Kleidungsstücken sind:Lilies of the Field Ein Familienunternehmen aus den USA. Wunderschöne Stoffe und Schnittmuster stehen zur Auswahl. Auchtung: Bei einer Bestellung kommen noch die Zollgebühren für den Export dazu! Dennoch, für jeden, der es sich leisten kann, eine lohnenswerte Anschaffung! Simply Modest Das etwas andere Badekleid. Eine echte Alternative für alle, die sich nicht in Bikini und Co. der Öffentlichkeit präsentieren wollen. Entworfen und Verarbeitet von einer jungen Frau in Kananda. Bezüglich Zollgebühren gilt das gleiche wie oben. Man kann auch das Schnittmuster kaufen und selber nähen. Cornelia Ein weltliches Unternehmen, bei dem man jedoch eine grosse Auswahl an sehr schönen, weiblichen Kleidern findet, zum Teil auch preiswert. Intenet-BuchhandlungenEinige Links zum Kauf von christlichen Büchern auf dem Internet:CLKV: Christliche Literatur- und Kassettenvermittlung Besonderheiten: - Ausgewählte, gute christliche Literatur - Kalender mit den Vorträge und Bibelstudientage des bekannten Theologen Dr. Roger Liebi Beröa-Verlag Besonderheiten: - Wertvolle Zeitschriften für die tägliche Bibellese für Jung und Alt - Grosses Sortiment an Monats- und Abreisskalendern in vielen Sprachen Dynamis-Buchhandlung Besonderheiten: - Occasions-Buch-Markt - Grosse Auswahl an Hörspielen für Kinder Ex Libris Besonderheiten: - Portofreie Lieferung - 20 % Rabatt auf deutsche Bücher - grosses Sortiment an englischen, christlichen Büchern Das Eva PrinzipZUSAMMENFASSUNG DES BUCHESDAS EVA PRINZIP – FÜR EINE NEUE WEIBLICHKEIT 1. Zur Verfasserin: Geboren 1958 in Emden, Deutschland, wuchs Eva Herman in einem gastronomischen Betrieb auf und wurde eine Hotelkauffrau. Beim Bayrischen Rundfunk machte sie danach die Ausbildung zur Sprecherin, im Jahre 1986 zur Journalistin. Ab 1988 arbeitete sie für den Norddeutschen Rundfunk (NDR), wo sie neben der Tagesschau eigene Talkshows und Quizsendungen moderierte. Eva Herman ist verheiratet und hat einen Sohn. Von Kindesbeinen an wurde sie von der feministischen Bewegung geprägt und strebte einen Weg der Karriere und Selbstverwirklichung an. Trotz grossen Erfolgen musste sie die bittere Erfahrung machen, dass dieser Lebensstil ihr keine bleibende Freude und Erfüllung zu geben vermochte. In der Geburt ihres Sohnes machte sie die beglückende Erfahrung von Nähe und Bindung, die das Leben so lebenswert macht. Darauf begann sie sich intensiv mit den Eigenschaften und Fähigkeiten der Frauen zu beschäftigen und wurde zu einer Stimme für eine Rückbesinnung auf weibliche Tugenden. Das öffentliche Bekenntnis zu einer „unbequemen Wahrheit“ kostete ihr im Oktober 2007 nach fast 20 Jahren die Arbeitsstelle beim NDR. 2. Zusammenfassung Prolog Im Jahre 2006 erschien im Cicero, einem politischen Magazin Deutschlands, ein Artikel unter der Überschrift: „Der Feminismus – ein Irrtum?“. Verfasst wurde er von der Moderatorin Eva Herman. Der Artikel löste in ganz Deutschland ein unüberhörbare Welle der Entrüstung aus, gefolgt von Vorwürfen, Hohn und Spott. Aber auch ein stille Welle der Dankbarkeit, Erleichterung und Anerkennung von Frauen, denen dieser Artikel aus dem Herzen sprach. Nicht um der Entrüsteten willen, welche ihre Gegensätzlichen Ansichten zu genüge kundgeben, entstand dieses Buch. Sondern um der Fülle von leisen Stimmen willen, denen die Möglichkeit oder der Mut fehlt, an die Öffentlichkeit zu treten. Und auch um all derer Willen, die im Strom der Zeit mitschwimmen, ohne sich bewusst zu sein, wo das Glück und die Erfüllung, die sie vermissen, gefunden werden könnte. Das Buch handelt sich nicht um eine theoretische Abhandlung über eine gesellschaftliche und politische Streitfrage, sondern um eine persönliche Lebenserfahrung. Eva Herman schreibt über das, was sie selber durchlebt und durchlitten hat. Und sie möchte suchenden Menschen den Weg zeigen, der ihrem Leben Frieden und Harmonie gebracht hat. Es wird folglich das Eva Prinzip genannt. Es soll Frauen dazu bewegen, sich auf ihre wahren Stärken zu besinnen und sie auszuleben. Diejenigen, oftmals verborgenen Stärken, welche seit Urzeiten – eben seit Adam und Eva – in ihnen verwurzelt sind. Lebenslüge Selbstverwirklichung Die Hochgepriesene Selbstverwirklichung, die in unsere Gesellschaft tief eingedrungen ist und uns möglicherweise mehr prägt, als wir denken, hat schon in vielen Menschen tiefe Wunden hinterlassen. Eva Herman beschreibt als Beispiel ein ihrer Bekannten, hier Simone genannt. Für Simone ist die Selbstverwirklichung das Wichtigste und Bestrebenswerteste ihres Lebens. Für sich selbst erkämpft sie sich bei unerbittlich harter Arbeit Lob, Respekt und Neid. Sie geht weder mit ihrem Freund noch mit Kolleginnen engere Bindungen ein, denn die Gefahr ist zu gross, dass jemand von ihr mehr fordern könnte, als sie selbst zurückbekommt. Etwa Lob, Anteilnahme und Unterstützung. Trotz allem für sich selbst Leben und sich nur das Beste gönnen, bekennt Simone, dass in ihrem Herzen eine undefinierbare Sehnsucht zurückbleibt. Was wird aus Simone werden, wenn Komplimente und Anerkennung einmal ausbleiben werden? Wenn sie einmal hilfsbedürftig werden sollte, ohne eine Gegenleitung geben zu vermögen? Sind es nicht die kleinen, selbstlosen Liebesdienste, die unser Leben erleichtern und beglücken? Der freundliche Wirt, der sein Restaurant für einen hungrigen Gast noch etwas länger geöffnet lässt und die geduldige Kassiererin im Supermarkt, die lächelnd hinnimmt, dass die Kundin beim Bezahlen nochmals zurückrennt, um die vergessene Butter zu holen? Kinder, die mit Feuereifer Weihnachtspäckchen für die Dritte Welt packen und Jugendlichen, die freiwillig an Ölverseuchten Stränden Seevögel retten, erfahren eine Freude, die aus dem Geben, und nicht aus dem Nehmen kommt. Und das Licht, mit dem sie durch eine sinnvolle Tat andere beglücken, strahlt leuchtend auf sie zurück. Der geleugnete Unterschied In den sechziger Jahren wurde die revolutionäre Überzeugung bekantgegeben, dass nichts von der Natur vorbestimmt sei, alles sei formbar, selbst die Geschlechterrolle von Mann und Frau. Auf diesem Fundament baute sich die damals formierende Frauenbewegung. Heute gehört die Gleichheit der Geschlechter zum Selbstverständnis unserer Gesellschaft. Gleichberechtigung wird als Gleichheit verstanden, selbst wenn die Wissenschaft schon längst das Gegenteil feststellen konnte. 1966 wurden in Kanada Zwillingsbrüder geboren - Bruce und Brian. Im alter von sieben Monaten wurde der Penis von Bruce bei einer Beschneidungsoperation irreparabel verletzt. Auf der Grundlage der neuen Theorie, dass Männer und Frauen grundsätzlich gleich seien und nur durch die Erziehung in die Geschlechterrollen hineingeführt würden, folgten die Eltern dem ärztlichen Rat und vollzogen an ihrem Sohn eine Geschlechtsumwandlung. Aus Bruce wurde Brenda. Das Kind wurde mit Operationen, Hormonen und Kleidung zum Mädchen gemacht; die Frauenbewegung triumphierte. Inzwischen kam Bruce-Brenda in die Pubertät. Er lehnte seinen Körper ab und musste ständig psychiatrisch behandelt werden. Mit vierzehn Jahren wurden die Probleme so heftig, dass man keinen anderen Ausweg mehr wusste, als dem verzweifelten Jungen die Wahrheit zu sagen. Der Schock sass tief. Bruce-Brenda zündete als erstes seinen Kleiderschrank an, liess sich in qualvollen Operationen die Brüste entfernen und bestand auf einen Kunstpenis. Im Alter von achtunddreissig Jahren nahm er sich das Leben, zwei Jahre nach seinem Bruder Brian, der das Mitleiden nicht mehr ertragen konnte. Und was sagten die Feministinnen dazu? Sie schwiegen. Bis heute. Das Drama der Kinder Durch wirtschaftlichen Druck, lange Ausbildungen und Karriereplanung sowie soziale Unsicherheit und das Fehlen eines Wunschpartners wird die Entscheidung, Kinder zu bekommen für viele Frauen ein Opfer durch Einschränkung der persönlichen Freiheit und finanziellen Möglichkeiten. Frauen, die sich dennoch für Kinder entschliessen, werden genötigt, die Kinder „Wegzuorganisieren“ durch möglichst frühe Fremdbetreuung. Krippenplätze werden gefördert. Es scheint die Ideale Lösung für Politiker, Eltern und Unternehmer zu sein. Nur die Kleinsten, die Kinder, welche am meisten davon betroffen sind, werden nicht gefragt. Ein Blick in Deutschlands Kinderkrippen bringt verheerende Tatsachen ans Licht. Nicht was die Quantität betrifft - während ein stetiger Ausbau der Krippenplätze gefördert wird, werden Qualitative Massstäbe vernachlässigt. So gibt es kein Gesetz in Deutschland welches regelt, wie viele Kinder höchstens von einer Erziehungsperson versorgt werden dürfen. Wissenschaftliche Studien empfehlen bei Kindern unter drei Jahren eine Betreuerin für maximal drei Kinder. In der Realität ist es jedoch keine Seltenheit, dass auf zehn Kinder nur eine Betreuerin kommt. Von individueller Förderung der Kinder kann dann nicht mehr die Rede sein. Forschungen eines Kinderarztes ergaben: Kinder, die ihre ersten drei Lebensjahre bei ihrer Mutter verbringen, sind ihren Altersgenossen aus den Krippen sowohl sprachlich als auch im sozialen Verhalten und in der motorischen Entwicklung weit voraus. Säuglinge und Kleinkinder haben ein ausgeprägtes Bindungsbedürfnis. Sie brauchen die Gewissheit, ständig in der Nähe einer Vertrauensperson zu sein. Übergibt die Mutter ihr Kind in die Krippe, wäre eine Ausreichende Angewöhnungszeit in der Anwesenheit der Mutter von wesentlicher Bedeutung. Leider gewähren die Krippen den Kindern diese Eingewöhnungszeit viel zu selten. Sowohl Erzieherinnen als auch Mütter wollen die unangenehme Übergabephase so schnell wie möglich hinter sich bringen. Der daraus resultierende Trennungsstress wirkt sich negativ auf die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes aus. „Gewalt beginnt dann, wenn Kinder nicht gewollt, nicht akzeptiert, nicht verstanden werden.“ (Dr. H.J. Maaz) Unsere Gesellschaft braucht Mütter, die sich Zeit nehmen, ihre Kinder liebevoll zu erziehen und hohe Qualitätsnormen für Betreuungsplätze. Die bindungslose Gesellschaft Heutige Verhaltensmuster und Selbstverständlichkeiten haben ihren Ursprung oftmals in der Geschichte. So bringt auch die Frage, weshalb Mütter ihre Kleinkinder bedenkenlos in fremde Hände geben können, interessante Schlüsse mit sich. Schon im 18. Jahrhundert war es bei den Adeligen üblich, ihre Kinder von Ammen betreuen zu lassen. Der Einfluss vom Philosophen Jean-Jacques Rousseau bewegte sie, ihre Kinder wieder selbst zu stillen, jedoch nur mit geregelten Stillzeiten, um ihre üblichen Verpflichtungen nicht zu vernachlässigen. Diese Gewohnheit wurde vom aufstrebenden Bürgertum übernommen als Ausdruck eines fortschrittlichen, energischen Erziehungsstils. 1866 kam das erste Nestlé-Babynahrungsprodukt auf den Markt – ein Geschenk für die industrielle Revolution, die immer mehr Arbeitskräfte forderte. Die räumliche und emotionale Distanz zwischen Eltern und Kinder wurde immer stärker und bahnte letztlich auch den Weg in die jüngste Geschichte. Sowohl der Hitler-Staat als auch der DDR-Sozialismus setzten alles daran, jeden Gesellschaftlichen Bereich zu kontrollieren und individuelle Lebensformen zu unterbinden. Dies war nur möglich indem die Gruppe, die Volksgemeinschaft über den einzelnen Menschen gestellt wurde. Das Problem in der Verwirklichung dessen lag jedoch in den emotionalen Bindungen der Eltern an ihre Kinder. So lag es nahe, diese Konsequent in Frage zu stellen und zu zerstören. Schmerzstillende Medikamente während der Geburt wurden verboten. Schreiende Säuglinge durften nicht auf den Arm genommen werden, Körperkontakt war generell zu vermeiden. Soldatische Tugenden wie Disziplin und Gehorsam wurden den Kindern vom ersten Schrei an abgefordert. Die politischen Folgen sind bekannt. Aus diesen Kindern wurden die heutigen Mütter Deutschlands. Während sich die Zeit und der Lebensstil grundlegend verändert hat, wird doch noch die selbe „Opferbereitschaft“ von ihnen abverlangt, wie von den damaligen Müttern des Nationalsozialismus: Sie müssen die eigenen Gefühle unterdrücken und ohne Sehnsucht und schlechtes Gewissen der gesellschaftlich geförderten Erwerbstätigkeit nachgehen. Eine Gegenreaktion auf selbst erfahrene Lieblosigkeit, ist der in der heutigen Zeit sehr stark zu beobachtende Hang zur Übermutterung. Er resultiert auch nicht selten aus dem schlechten Gewissen heraus, für die Kinder keine Zeit zu haben. Diese Eltern wollen ihren Kindern alles gewähren, was sie sich wünschen. Doch Freiheit ohne Mass und Geborgenheit führt das Kind in die Gefangenschaft der eigenen Zwänge und Orientierungslosigkeit. Ständig müssen sie erproben, welche Abmachungen nun tatsächlich Gültigkeit haben. In dieses Spannungsfeld zwischen Härte und Lieblosigkeit sowie Verwöhnung und Grenzenlosigkeit hinein sind es vor allem die Eltern, welche Grenzen brauchen. Sie müssen lernen, sich konsequent zu verhalten, aber auch stets für das Kind ansprechbar sein. Sie müssen vermeiden, in der Gegenwart des Kindes zu streiten und es durch einen ungeordneten und unberechenbaren Tagesablauf zu verunsichern. Auf dass durch ihr gutes Vorbild ein Same in die Kinderherzen gestreut wird, der mit ihrem Wachstum gedeiht und sie später dazu befähigen wird, Liebe und Verbindlichkeit an die zukünftige Generation weitergeben zu können. Die Krise der Sexualität Freie Liebe, Sexualität als Selbstausdruck, Genuss mit Pille ohne Reue, das sind Parolen, die vor einigen Jahrzehnten ausgerufen worden sind und heute noch allgemeine Gültigkeit haben. Und dennoch hat gerade die vermeintliche Loslösung der Sexualität von Bestimmungen, Moralvorstellungen und nicht zuletzt von ihrem eigentlichen Sinn und Zweck, der Zeugung, mehr Verwirrung gestiftet als Freiheit gegeben. So machen Lustlosigkeit, Ängste und Partnerschaftsprobleme die Sexualität zum Problem. Es liegt auf der Hand, dass die umfassende Sexualisierung unserer Gesellschaft, die Überflutung mit Pornographie, Erwartungen weckt, die im Alltag nicht annähernd erfüllt werden können. Warum ist ausgerechnet die sexualisierte Gesellschaft eine zunehmend kinderlose Gesellschaft? Wir tragen ein uraltes Verhaltensmuster in uns, welches in uns wirkt und uns bestimmt, jedoch mit dem heutigen Selbstverständnis und den verlorenen Werten nicht harmoniert. Der Kinderwunsch ist ein fester Bestandteil unseres Menschseins, wird er unterdrückt, entstehen Probleme. Wir leben in einer Zeit der Scheinwelt. Viele verbringen Nächte in Chatrooms, vermeiden aber direkte und verbindliche Kontakte. Die Angst vor Nähe und Verbindlichkeit ist gross. Dabei sind es gerade eigene Kinder, die oftmals ungenutzte, positive Eigenschaften von Männern und Frauen erst zum Vorschein bringen: Frauen verlieren ihre Ichbezogenheit und sind bereit, vorbehaltlos zu lieben, Männer verspüren eine nie gekannte Verantwortungsbereitschaft und Nachgiebigkeit. Es liegt an uns Frauen, uns aus dieser Sackgasse zu befreien. Durch ein Bekenntnis zum Kinderwunsch, zu Schamgefühlen und Intimität – zur Weiblichkeit. Die Machtansprüche des Feminismus Die Geschichte der Frauenbewegung kann man auch als Entwertungsgeschichte schreiben, in der Frauen die spezifische Identität ihres Geschlechts verloren haben. Sie begann Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts Fuss zu fassen. Diese Entwicklung nahm in Deutschland unter der Nationalsozialistischen Regierung ein jähes Ende. In den Siebzigerjahren kam es zu einem erneuten, weltweiten Aufbruch. Ganz gewiss hat die Frauenbewegung auch entscheidende Verbesserungen gebracht, wie der Schutz vor sexueller Gewalt und vor Missachtung. Auch Gleichbehandlung in der Politik und in den Ausbildungsmöglichkeiten. Aus dem ursprünglichen Ansinnen, allgemeine Menschenrechte für Frauen durchzusetzen ist jedoch ein erbitterter Geschlechtskampf geworden. Wir Frauen sind entwertet worden und haben selber massgeblich dazu beigetragen, dass uns jene Werte genommen wurden, die uns als weibliche Wesen leiten können, die uns helfen, unsere weibliche Rolle zu finden und zu leben. Alice Schwarzer beschreibt die Frauen in ihrem Buch „Der kleine Unterschied“ und seine grossen Folgen, als immer und überall unterdrückt und unfrei. Sowohl die Herrschaft der Männer, als auch die Sexualität sei ein Instrument der Unterdrückung. Simone de Beauvoirs Buch Das andere Geschlecht, wird auch als die Bibel der Frauenbewegung bezeichnet. Ihre Behauptungen sind, dass man nicht als Frau zur Welt komme, sonder dazu gemacht werde. Die Berufstätigkeit sei der einzige Weg, sich des ungeliebten Frauseins zu entledigen. Die Mutterschaft mache Frauen zu Sklavinnen. Geht man dieser Frauenbewegung auf den Grund, muss man feststellen, dass es sich nicht um eine eigentliche Frauenbewegung, einer Initiative der Mehrheit aller Frauen handelt. Vielmehr kommt sie von wenigen Frauen, denen es gelungen ist, ihr Gedankengut durch die Medien und in der Politik als allgemein gültig in der Gesellschaft zu verankern. Bedenklich jedoch ist, dass mehr und mehr Frauen, die sich keineswegs als Feministinnen bezeichnen, dennoch deren Gedankengut tief verinnerlicht haben, was sich zeigt durch ein Misstrauen gegenüber den Männern und durch den Glauben, einzig durch Berufstätigkeit einen Selbstwert erlangen zu können. Der Zeitgeist der Befreiung aus der Weiblichkeit fand seinen Ausdruck auch in der Mode. Die Modedesignerin Coco Chanel erfand den Anzug und die Krawatte für die Damengarderobe. Nach kurzer Zeit war die Selbstverständlichkeit für das Tragen von Röcken bei den Frauen beendet. Unter der öffentlichen Erklärung „J’ai avorté“ und „Wir haben abgetrieben“ lancierten Simone de Beauvoir und Alice Schwarzer in Frankreich und Deutschland den Kampf für die Legalisierung und Verharmlosung der Abtreibung. Sie haben ihr Ziel erreicht, die Abtreibung wird heute als unbedenkliches Mittel der Geburtenkontrolle gewertet. Über die Folgen einer Abtreibung und das sogenannte „Post-Abortion-Syndrom“ wird kaum gesprochen und wenige Frauen sind sich bewusst, dass eine Abtreibung neben körperlichen Beschwerden oftmals auch grosse Trauer und seelische Schädigung bewirkt. „Das schwere Recht der Freiheit“ - uns Frauen wird es aufgebürdet mit dem Hinweis, dass alles befriedigender sei als nur Ehefrau und Mutter zu sein. Der Krieg gegen die Männer Eine alte Dame soll in den Aufblühungszeiten des Feminismus einmal gesagt haben: „Die Emanzipation wird die Männer unhöflicher machen.“ Ist es nicht so, dass Männer es heute oftmals gar nicht mehr wagen, höflich und respektvoll mit Frauen umzugehen, weil sie missverstanden werden könnten? Manche Männer werden massiv kritisiert und von ihren Frauen unter Druck gesetzt. Es wird ihnen aufgezwungen, nach deren Wünschen zu leben und eigene Interessen zurückzustellen. Viele Partnerschaften zerreiben sich in Rechten und Pflichten, wenn es um eine „gerechte“ Einteilung der Haushaltsarbeiten geht. Im Krieg der Geschlechter wird vergessen, dass auch Männer Probleme und Ängste haben, Anerkennung suchen und von Normen bedrängt werden. Und es führt dazu, dass sie ihnen zugeschriebene, negative Klischees, am Ende tatsächlich übernehmen. Viele Frauen sprechen mit Misstrauen, Geringschätzung und Hass über die Männer. Was nützt es uns? Wir alle sind fehlbar. Es gibt keine perfekte Beziehung, keinen perfekten Mann. Doch könnte eine Frau sich als fehlerlos bezeichnen? Es ist Zeit, die Waffen abzulegen und zu lernen im Miteinander zu reden und zu verhandeln. In einer gleichberechtigten Elternschaft zu leben unter Berücksichtigung der verschiedenen Fähigkeiten von Mann und Frau. Der Vater ist Vorbild und Identifikationsfigur für den Jungen und für das Mädchen ist er der erste männliche Mensch, von dem es sich ermutigt oder abgewiesen fühlt. Der Weg zur Versöhnung Wir Frauen besitzen ein tiefes Wissen, wie Bindungen und Gefühle entstehen, wie ein Netz der Geborgenheit gespannt wird, wie wir als Partnerin und Mutter zwischen den verschiedenen Bedürfnissen vermitteln können. Wir haben den Blick, sowohl für Probleme, die in der Gemeinschaft anliegen, als auch für ihre Lösungen. Und das ist unsere Lebensaufgabe. Es ist eine Stimme in unserem Inneren, die ein zuverlässiger Ratgeber für unser Glück ist. Leider wird sie in der Hektik dieser Zeit oft überhört. Wir haben einen Auftrag. Etwa, für unsere Eltern zu sorgen. Und dann wird für uns selber einmal gesorgt werden, vorausgesetzt, dass wir uns nicht für ein Leben im Alleingang, in der Unabhängigkeit und Unverbindlichkeit entschieden haben. Wir haben das Recht auf Denkfreiheit und sind nicht gezwungen uns unter der Meinung der spätfeministischen Politik zu beugen. Doch eines tut Not! Frieden zu stiften. Frieden mit den Männern und Frieden mit den Frauen. Frieden mit den frauenbewegten Familien- und Kinderlosen Eiferinnen. Es lohnt sich nicht, sie zu bekämpfen. Denn wahre Entscheidungsfreiheit beinhaltet auch, dass man sich für Familie und Kinder entscheiden kann. Wir sind der Staat. Jeder kann selbst Initiative ergreifen. Einer „Nur-Hausfrau“ stehen eine Vielzahl Möglichkeiten offen, sich in gemeinnütziger Arbeit einzubringen und in der Gesellschaft aktiv zu sein, und dies gilt auch für Frauen, die keine eigenen Kinder haben. All dies könnte der Beginn eines neuen, gesellschaftlichen Aufbruchs sein. Die neue Weiblichkeit lehrt uns Sorgfalt und Entschlossenheit. Zu geben, ohne Anspruch auf Bezahlung. Zu leben in Demut, Zugewandtheit, Nähe, inniger Liebe und Treue. Nur das wird schliesslich auch zu einer Veränderung der Gesellschaft führen. Zu einer Abkehr vom Anspruchsdenken und vom Egoismus. Zur Versöhnung mit dem Eva Prinzip. Mit der Welt und mit uns selbst. 3. Persönliche Stellungnahme Die Aufgabe, über ein Sachbuch eine Zusammenfassung zu schreiben, hat sich für mich als sehr schwierig erwiesen. Viele Aspekte konnte ich nicht berücksichtigen und ich war genötigt, Dinge als Tatsachen hinzustellen, denen im „Eva Prinzip“ ausführliche Begründungen zugrunde liegen. Diesbezüglich möchte ich für alle diese Stellen zurück auf das Buch verweisen. Von einer christlichen Grundlage ausgehend, beschreibt Eva Herman viele Dinge, die auch meiner Überzeugung entsprechen. Ich glaube allerdings, dass wahre Lebenserfüllung erst dort gefunden wird, wo ein Mensch nach Gottes Willen fragt und sein Leben nach Seinem Wort ausrichtet. Ich glaube auch, dass in der Beziehung zu Gott eine persönliche und Gesellschaftliche Veränderung überhaupt erst möglich wird. Für den Mut, den Eva Herman hat, unpopuläre Dinge auszusprechen, ohne auf die eigene Ehre und Karriere Rücksicht zu nehmen, achte ich sie sehr. Vielmehr aber noch für ihre Gabe, allen Menschen, auch ihren Gegnern, mit einer ehrlichen Offenheit zu begegnen, mit der Bereitschaft zum Gespräch und mit viel Verständnis. Ich wünsche mir, diese Eigenschaften mitzunehmen, damit ich das Eva Prinzip nicht nur lese, sondern auch lebe. 4. Weitere Bücher der Verfasserin: - Dann kamst du - Aber Liebe ist es nicht - Fernsehfrauen in Deutschland - Vom Glück des Stillens - Mein Kind schläft durch - Gedanken zu Brustkrebs - Liebe Eva Herman! - Das Prinzip Arche Noah 5. Quellenangaben: DAS EVA PRINZIP – Für eine neue Weiblichkeit Von Eva Herman Erschienen im September 2006 beim Pendo Verlag GmbH & Co. KG 264 Seiten ISBN: 3-86612-105-9 Preis: 32 Franken http://www.eva-herman.de/ http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Herman Die Quellenangaben wissenschaftlicher Studien, die ich in der Zusammenfassung übernommen habe, sind im „Eva-Prinzip“ enthalten. Zusammenfassung von Leonie Keel - Im Januar 2008 Ermutigende BibelworteTitus 2, 3 - 5... dass sich die alten Frauen gleicherweise so verhalten sollen, wie es Heiligen geziemt, dass sie nicht verleumderisch sein sollen, nicht vielem Weingenuss ergeben, sondern solche, die das Gute lehren, damit sie die jungen Frauen dazu anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben, besonnen zu sein, keusch, häuslich, gütig, und sich ihren Männern unterzuordnen, damit das Wort Gottes nich verlästert wird. ![]() Sprüche 31, 10 - 31 Eine tugenhafte Frau - wer findet sie? Sie ist weit mehr wert als Perlen! Auf sie verlässt sich das Herz ihres Mannes, und an Gewinn mangelt es ihm nicht. Sie erweist ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens. Sie kümmert sich um Wolle und Flachs und verarbeitet es mit willigen Händen. Sie gleicht den Handesschiffen; Aus der Ferne bringt sie ihr Brot herbei. Bevor der Morgen graut ist sie schon auf; Sie gibt Speise aus für ihr Haus und bestimmt das Tagewerk für ihre Mägde. Sie trachtet nach einem Acker und erwirbt ihn auch; vom Ertrag ihrer Hände pflanzt sie einen Weinberg an. Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und stärkt ihre Arme. Sie sieht, dass ihr Erwerb gedeiht; Ihr Licht geht auch bei Nacht nicht aus. Sie greift nach dem Spinnrocken, und ihre Hände fassen die Spindel. Sie tut ihre Hand dem Unglücklichen auf und reicht ihre Hände dem Armen. Vor dem Schnee ist ihr nicht bange für ihr Haus, denn ihr ganzes Haus ist in Scharlach gekleidet. Sie macht sich selbst Decken; Leinen und Purpur ist ihr Gewand. Ihr Mann ist wohlbekannt in den Toren, wenn er unter den Ältesten des Landes sitzt. Sie fertigt Hemden und verkauft sie und liefert dem Händler Gürtel. Kraft und Würde sind ihr Gewand und sie lacht angesichts des kommenden Tages. Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit, und freundliche Unterweisung ist auf ihrer Zunge. Sie behält die Vorgänge in ihrem Haus im Auge und isst nie das Brot der Faulheit. Ihre Söhne wachsen heran und preisen sie glücklich; ihr Mann rühmt sie ebenfalls: "Viele Töchter haben sich als tugendhaft erwiesen, du aber übertriffst sie alle!" Anmut ist trügerisch und Schönheit vergeht, aber eine Frau, die den Herrn fürchtet, die wird gelobt werden. Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke werden sie rühmen in den Toren. Zitiert aus der Bibel, Schlachter Version 2000 |
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