Laurent auf Reisen

Das Ende der Reise - La fin du voyage - The end of the trip - El fin del viaje

Eingetragen am 12.6.2007 um 01:06

Das war's also. Ich habe beschlossen, mit dem untenstehenden Galapagos-Eintrag mit einem Hoehepunkt meiner Reise diesen Blog abzuschliessen. Es war mir eine Freude, mit Euch meine Eindruecke der letzten fuenf Monate teilen zu koennen. An dieser Stelle moechte ich mich fuer die zahlreichen Reaktionen in Form von Kommentaren und Emails herzlich bedanken. Euer reges Interesse hat mich immer wieder motiviert, weitere Eintraege zu machen. Am 23. Juni werde ich also wieder im heimischen Zuerich landen, und ich freue mich, viele von Euch dort wieder anzutreffen.

Herzlich

Laurent

12.6.07 FOTOS: Equador 2 - Die Galapagos Inseln

Eingetragen am 12.6.2007 um 00:58
 1. Die "Eclipse" (62 m lang, 48 Passagiere, 34 Crewmitglieder) auf der ich in Galapagos unterwegs war.
 
 2. Das Heck des Schiffes wo wir oft assen, an der Bar tranken, oder das Jacuzzi genossen.
 
 3. Eine Krabbe, an fast jedem Strand Bestand des Empfangskomitees.
 
 4. Ein Pelikan im Nest mit geschluepften, noch flugunfaehigen Jungen.
 
 5. Stummelkormorane in ihren Nestern und beim Flirten.
 
 6. Meeresleguane, wie sie zu Dutzenden an den Straenden vorzufinden sind. Sie sind etwa 80 cm lang.
 
 7. Sicht vom Gipfel der Insel Bartolome, auf 134 m.u.M.
 
 8. Eisenoxidhaltiger Sand auf der Insel Santa Cruz.
 
 9. Ein Landleguan, maennlich da mit gelbem Kopf. Sie sind etwas groesser als die Meeresleguane, und wenn man genau hinschaut, laecheln sie ganz leicht...
 
 10. Die Galapagos-Pinguine, welche nur etwa 30 cm gross sind.
 
 11. Eine Meeresschildkroete, ca. 80 cm Durchmesser weist ihr Haus auf.
 
 12. Nachtessen auf der Eclipse. Das Buffet war immer sehr reichhaltig.
 
 13. Die beruehmten Galapagos-Riesenschildkroeten, hier im Charles Darwin Forschungszentrum.
 
 14. Hier sind sie also, die fotogensten Tiere der Galapagos, die Seeloewen natuerlich. In allen moeglichen und unmoeglichen Positionen sind sie anzufinden, und sie lassen sich in keinem Fall von irgendjemandem stoeren. Das Kleine isst gerade zu Mittag.
 
 15. Dieses Bild um zu zeigen, in welcher Zahl sich die Seeloewen an den Straende tummeln.
 
 16. Die Blaufusstoelpel, gut 40 cm lang, hier beim brueten. Sie fuehren beim Balzen einen Tanz auf, indem sie von einem Fuss auf den anderen stehen.
 
 17. Albatrosse beim Schnabelfechten. Sobald der Schnabel zuschnappt, geht's los. Beim Fliegen weisen sie eine Spannweite von 1.70 m auf.
 
 18. Zurueck in Quito, abschliessendes Nachtessen mit meinen Freunden in der Praesidenten Suite des Hotels Plaza Grande.
 

12.6.07 TEXT: Equador 2 - Die Galapagos Inseln

Eingetragen am 12.6.2007 um 00:52

Ich bin zurueck aus dem Paradies auf Erden. Die Galapagos Inseln, das ist wenn man

  • aufpassen muss, nicht auf die Tiere zu stehen
  • in einer Woche mehr Fotos schiesst als vorher in einem Monat
  • nach drei Tagen nicht mehr vom Mittagessen aufsteht um einen weiteren Seeloewen zu sehen
  • morgens zum Bullauge raus eine Schildkroete vorbeischwimmen sieht
  • den Voegeln beim tanzen zusehen kann

Man soll ja beim Schreiben mit Superlativen sparsam umgehen, doch im Falle der Galapagos Inseln, ist dies schlicht unmoeglich. Es faellt mir augenblicklich schwer, all die Eindruecke, die ich in dieser einen Woche gesammelt habe, in einen kurzen Text zusammenzufassen. Dennoch moechte ich versuchen, Euch wenigstens ansatzweise zu praesentieren, was ich letzte Woche erlebt habe.

Fangen wir mal mit dem Fortbewegungsmittel an, einem Luxusschiff fuer 48 Passagiere, fuer welches ich mich nur zwei Tage vor Beginn der Reise einbuche. Ich habe sogar eine Doppelkabine fuer mich alleine. Das Schiff, die "Eclipse", hat neben dem edlen Esszimmer eine Bar innen, eine draussen beim Jacuzzi, ein Sonnendeck und eine Bibliothek. Zum Essen gibt es jeweils ein Riesenbuffet, ein Glas Wein inbegriffen. Natuerlich bin ich da der einzige Backpacker an Bord, das Durchschnittsalter der Passagiere ist sicher ueber 50, aber zum Glueck hat es auch noch ein paar Junge dabei, die mit ihren Eltern unterwegs sind. Fruehstueck ist jeweils um 7 Uhr, eine Stunde spaeter sitzen wir auf einem Schlauchboot (Panga genannt), um entweder eine Insel zu besuchen oder schnorcheln zu gehen. Nach dem Mittagessen lege ich mich jeweils auf einen Liegestuhl auf dem Sonnendeck und lese "On the Origin of Species" von Darwin, allerdings nur wenn ich nicht zu muede bin... Am Nachmittag dann weitere Ausfluege, nachdem das Schiff einen anderen Teil der Insel oder eine Nachbarinsel angesteuert hat. Zurueck auf dem Boot dann Apero, duschen und Nachtessen.

Die Galapagos Inseln sind auch durch Charles Darwin beruehmt geworden, der waehrend seiner fuenf Jahre dauernden Weltreise auf den Galapagos Inseln einige der wichtigsten Gedanken seiner Evolutionstheorie gesammelt hat. Das Spezielle an den Galapagos Inseln ist die Tatsache, dass sie nie mit dem Festland verbunden waren. So haben sich viele Tierarten entwickeln koennen, die sonst nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind. Die Inseln sich vulkanischen Ursprungs. Nach der Hot-Spot Theorie hat sie eine tektonische Platte mit der Zeit ueber einem Magmaherd bewegt, und so an verschiedenen Stellen Vulkane (sprich Inseln) entstehen lassen. Demzufolge sind die Inseln im Osten die aeltesten (3 Mio. Jahre), waehrend die Insel Fernandina im Westen mit 300 000 Jahren die juengste ist.

Die Empfangskomitees auf den Inseln sind jeweils imposant. Rote Krabben tummeln sich auf schwarzem Lavagestein, Leguane und Seeloewen sonnen sich im weissen Sand (Insel Santa Cruz), die Prachtfregattvoegel (welche ihrer Fluegelform wegen wie fliegende Dinosauriere aussehen) ziehen im blauen Himmel ihre Kreise. Jede Insel hat ihre Besonderheit, sei es punkto Feuchtigkeit und entsprechender Vegetation, Sandfarbe oder Fauna. In den ersten drei Tagen besuchen wir die Inseln Santa Cruz, Santiago, Bartolome und Rabida. Auf Santiago ist der Sand schwarz, man geht auf schwarzem, poroesem Lavagestein und hellbrauner, verdichteter Lavaasche, welche eine Schichtstruktur aufweist. Am Strand liegen Seeloewen, ein Kleines wird von der Mutter gesaeugt, ein Bulle heult ab und zu rum. Dann gehe ich zum ersten Mal schnorcheln. Schon unweit vom Ufer ist die Fischwelt faszinierend. Fische mit gelben Strichen auf der Seite, wie die Baeume in der Schweiz die zum gefaellt werden verurteilt sind. Andere sind roetlich, blaeulich, gruenlich leuchtend. Ploetzlich sehe ich es silbern vor mir aufblitzen: ein Schwarm von tausenden kleiner Fische, die sich, wenn ich mich bewege, innert Sekundenbruchteilen, wie Magnetstaebchen, in eine bestimmte Richtung ausrichten. Weiter hat es tellergrosse Seesterne. Auch ein paar Haie (30 - 100 cm lang) schwimmen vorbei, ohne mich zu fressen. Auf Santa Cruz sehen wir die beruehmten Darwin Finken, von denen es auf den Galapagos 13 verschiedene Arten gibt. Eine Art baut ihre Nester sogar auf Kakteen. Die Landleguane sind ca. 60 cm lang, die Maennchen mit gelbem Kopf, die Weibchen etwas kleiner und dunkler. Wir sehen fast 20 Stueck davon. Auf diesem Teil der Insel ist der Sand knallrot. Auf Rabida sehen wir auch ein Dutzend Pelikannester mit bereits geschluepften, aber noch flugunfaehigen Jungen. Spaeter am Abend ueberqueren wir zum ersten Mal den Aequator um zur Westseite der Insel Isabela zu gelangen.

Auf Fernandina sehen wir haufenweise schwarze Meeresleguane und Lavaeidechsen. Die Stummelkormorane (sie sind flugunfaehig, dafuer exzellente Taucher) sind am nesten, Maennchen und Weibchen loesen sich beim Nesthueten ab, die Maennchen bringen den Weibchen Geschenke in Form von Algen. Der naechste Schnorchelgang wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben. Ich stecke inmitten eines Fischscharmes, vor mir drei Meeresschildkroeten, die sich gemachlich mit ihren Armen schlagend vorwaertsbewegen, und da flitzt ein Pinguin vor mir vorbei! Es wimmelt nur so von Schildkroeten in dieser Gegend, und die Pinguine (nur 20 - 30 cm gross) sitzen zuhauf auf den Felsen.

Zurueck auf Santa Cruz besuchen wir das Charles Darwin Forschungszentrum, wo sie sich vor allem um Tierarten kuemmern, die vom Aussterben bedroht sind. Wir sehen die Galapagos-Riesenschildkroeten, 1 m Durchmesser und 250 kg schwer. Sich schwerfaellig, langsam bewegend fuehren sie ein ruhiges Leben, das gut ueber 100 Jahre dauern kann. Am naehsten Tag landen wir auf der Insel Espanola an einem mit Seeloewen uebersaeten Strand. Es ist wohl eine sichere Wette, dass diese die meistfotographierten Tiere auf den Galapagos sind. Sie liegen alleine oder in Gruppen im Sand, waelzen sich ab und zu, geben Laute vor sich, gehen mal schwimmen. Die Spottdrossel kommt bis auf wenige cm an einen heran. Angst gibt es bei diesen Tieren einfach nicht. Der abschliessende Schnorchelgang ist ein weiterer Hoehepunkt: Dutzende von Seeloewen scheinen nur auf einen zu warten um mit uns zu spielen. Sie schwimmen auf einen zu um im letzten Moment abzudrehen und gleich darauf unter einem durchzuschwimmen. Mit ihren grossen schwarzen Augen schauen sie einen an, beschleunigen dann und schlagen enge Kreise um einen rum. Einfach unglaublich. Am Nachmittag sehen wir auf der Inseln die Blaufusstoelpel, einige mit Eiern, andere mit bereits geschluepften Jungen. Wieder andere fuehren einen Tanz auf und breiten ihre Fluegel, begleitet von einem Pfeifgeraeusch, aus. Etwas weiter erreichen wir den Flugplatz der Albatrosse. Diese Riesenvoegel mit Spannweiten von 1.70 m sind im Flug punkto Eleganz kaum zu ueberbieten. Allerdings sollen sie beim Landen so ihre Schwierigkeiten haben. Bei den Nestern sehen wir, wie sie ein Schnabelfechten machen, begleitet von koordinierten Schnabelklapp-Geraeuschen. Absolut faszinierend!

Und schon ist diese Woche vorueber. Zurueck in Quito werde ich von einer 6-er Gruppe Luxustouristen zu einem abschliessenden Nachtessen eingeladen. Wir landen in kein geringerem Hotel als dem Plaza Grande, und da im Restaurant kein Platz ist, essen wir in der Praesidenten Suite. Vor zwei Wochen uebernachtete ich noch in Grashaeusern (Sangay Trek), und dann das. Das Leben bietet doch immer wieder Ueberraschungen. Jetzt bin ich noch ein paar Tage in Quito, dann eine Woche in Venezuela, und fertig wird meine Reise sein.


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