Der Weg ist das Ziel
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Whistleblower = Nestbeschmutzer?

Erstellt am 28 July 2010 at 08:02
Nein die deutsche Übersetzung für Whistleblower ist nicht Nestbeschmutzer. Obwohl die Wahrnehmung dieser so genannten Hinweisgeber oft einem Nestbeschmutzer gleichkommt. Ihre Geschichten sind oft tragische Geschichten und dies obwohl ihre mutigen Taten innerhalb der Wirtschaft zu mehr Ethik führen. Der wohl bekannteste Whistleblower der Schweiz war und ist ein gewisser Christoph Meili. Was auch immer sein Motiv war, Akten vor dem Schredder zu retten, es war im ethischen Sinne eine mutige und richtige Tat. Die Fortsetzung der Geschichte aber wird jeden potentiellen Whistleblower abschrecken. Von vielen als Nestbeschmutzer beschimpft, von anderen hoch gelobt, instrumentalisiert und danach fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel. Zwischen Tisch und Stuhl gefallen. Kein Trost dürfte für Christoph Meili sein, dass er sein Schicksal mit vielen anderen Hinweisgebern teilt. Also lieber Klappe halten und sich dem System anpassen. Wenn sich das schlechte Gewissen meldet, sich vor Augen führen, dass man dieses Schicksal mit vielen anderen Personen teilt. Alle wollen mehr Ethik in der Wirtschaft, so lange diese den Profit nicht gefährdet, also nichts kostet. Es gibt viele sehr umstrittene Indikatoren, wie heute Ethik in der Wirtschaft gemessen wird. Ein wichtiger ist für mich, der Umgang der Volkswirtschaften und Gesellschaften mit Whistleblowern. Und es reicht nicht, zahnlose Gesetze zu verabschieden und die Hinweisgeber gleichzeitig zu ächten. Ich denke nicht, dass dies der Staat regeln kann, sondern diese Impulse müssen direkt aus der Gesellschaft kommen. Gibt es keine Whistleblower mehr, sind zwei Erklärungen möglich. Entweder die Unternehmen machen konsequent ihre Hausaufgaben oder das System der Angst und Profitgier hat die Ethik vollends im Würgegriff. Die Interpretation überlasse ich Ihnen.

Und alles gut mit MbO

Erstellt am 28 July 2010 at 07:57

Gemeinhin habe ich das Gefühl Management by Objectives oder auf gut deutsch Führen mit Zielen sei die Zauberformel für gute Führung. MbO mag aktuell die beste Methode respektive das beste Instrument sein, um Mitarbeiter zu führen, jedoch kann das Instrument „nur“ so gut sein, wie derjenige, welcher es in den Händen hält. Auch ein mittelmässiger Chirurg wird mit dem besten Skalpell nicht plötzlich top.

 

Das Herunterbrechen von Unternehmenszielen bis hin zum einzelnen Mitarbeiter macht durchaus Sinn und wenn die einzelnen Zahnrädchen mit dem grösseren Unternehmensrad funktionieren, so kumuliert sich die Zielerreichung des einzelnen Mitarbeiters zu einem grossen Unternehmenserfolg. Um die Zahnrädchen aber optimal einander zu verzahnen, so muss ich als Führungskraft sowohl meine Mitarbeiter – ihre Stärken und Schwächen – als auch ihre tatsächlichen Aufgaben kennen. Logisch? Ja natürlich…Wie viele Führungskräfte wissen tatsächlich, was ihre Mitarbeiter/innen tagtäglich leisten? Oft ist es so, dass Anfang Jahr drei oder vier Pseudoziele definiert werden und der fein säuberlich ausgefüllte Zielerreichungsbogen ein Jahr später zum gemeinsamen Qualifikationsgespräch ausgewertet wird.

 

Wahrscheinlich haben die Zahnräder in genau dieser Periode im Leeren gedreht. Vielleicht hat der Mitarbeiter alle seine Ziele auch erreicht, doch weil sich die Ausgangslage in der Zwischenzeit schon dreimal verändert hat, war dieser Efforts unter dem Strich für die Katz. Vielleicht hat der Vorgesetzte vergessen, seine Mitarbeiter darüber zu informieren. Tagtäglich wird in vielen Firmen so ganz viel Potential verschenkt, eigentlich ein Wunder, dass wir uns dies noch leisten können. Doch während alle anderen Einflüsse und Katastrophen auf Unternehmungen minutiös in Plänen und Strategien festgehalten werden, fristet die Personal- und Karriereplanung der Mitarbeiter nach wie vor ein Mauerblümchendasein. Hier dominiert Schönwettermanagement, wichtige Mitarbeiter dürfen einfach nicht krank werden oder verunfallen, so dass auch eine effiziente Stellvertretungsplanung getrost vernachlässigt werden dürfen.

 

Viele Unternehmungen haben zwar ein Human Resources Management aber wenige ein solches, welches diesen Namen tatsächlich verdient. Viele Firmen gebrauchen zwar Management by Objectives, nutzen dies aber nicht.

Eine Steilvorlage von Avenir Suisse

Erstellt am 28 July 2010 at 07:55
Es erstaunt, wie unsachlich unsere Zusammenarbeit mit der EU nach all den Jahren diskutiert wird, ja gelegentlich schon tabuisiert wird. In anderen Politbereichen werden die Entwicklungen regelmässig sachlich und nüchtern analysiert. Hingegen ist eine Bewertung unserer Beziehungen mit der EU oft ideologisch gefärbt. Statt einer Gesamtschau dominiert Detaildrescherei. Entweder dafür oder dagegen. Dabei wissen wir alle, dass jede Medaille zwei Seiten hat und wirtschaftliche Beziehen mit einem Land zumeist einem Kompromiss mit Vor- und Nachteilen gleichkommt. Anschauungsunterricht dazu bieten nicht nur die verschiedenen Anläufe für einen EU-Beitritt aus der Vergangenheit sondern auch die Reaktionen auf die neuesten Publikationen von Avenir Suisse zu Zukunftsmöglichkeiten. Statt einer sachlichen Würdigung, dominiert auch hier wieder Vergangenheitsbewältigung und Ideologie. Wir stehen tatsächlich an einem Scheideweg. Der Bilaterale Weg wird immer beschwerlicher, weil immer mehr Mitgliedsstaaten auf Seiten der EU am Verhandlungstisch sitzen. Und wir müssen uns tatsächlich heute fragen, was und wo wir morgen sein werden. Es ist ja schon heute so, dass wir viele Gesetze und Vorlagen der EU automatisch nachvollziehen müssen, da ansonsten unsere Wirtschaft benachteiligt werden kann. Insofern ist unsere Unabhängigkeit in vielen Bereichen heute schon eine Utopie. Also brauchen wir als Exportland mit fehlenden natürlichen Ressourcen eine Zukunftsstrategie. Der Bilaterale Weg ist es sicher nicht mehr. Der EU Beitritt ist heute nicht mehrheitsfähig. Die SVP Lösung der Isolation ist keine und war nie eine. Also brauchen wir doch heute eine Strategie für in 5 oder 10 Jahren. Die Initiative von Avenir Suisse ist ein Steilpass für eine konstruktive und tiefgreifende Debatte um unsere zukünftige Zusammenarbeit mit der EU. Unsere Politiker aber scheinen wie unsere Stürmer an der Fussball-WM nicht in der Lage zu sein, das Tor zu machen.

Afghanistan bräuchte ein Wunder

Erstellt am 28 July 2010 at 07:54
Korruption in der Regierung, starke Unterstützung des pakistanischen Geheimdienstes für die Taliban in Afghanistan, die geschönten Zahlen der toten Zivilisten und die Mär vom gerechten und sauberen Krieg. Die allerneuesten Enthüllungen von Insidern aus dem Afghanistan Krieg machen das einigermassen bekannte Bild in den Dimensionen noch dunkler und gleichzeitig klarer. Und sie torpedieren – um in der militärischen Sprache zu bleiben – die Zensuranstrengungen der Kriegs führenden Nationen. Was früher noch viel besser funktioniert hat, ist Dank Internet und anderen modernen Informationstechnologien beinahe unmöglich geworden. Auf der anderen Seite birgt diese schnelle und globale Informationsverbreitung auch sehr viel Gefahr für falsche Propaganda. Jedenfalls braucht es trotz modernen Technologien nach wie vor unseren kritischen und gesunden Menschenverstand im Umgang mit Informationen. Doch was bringt all die willkommene Aufklärung den Menschen in Afghanistan? Ihre Option lautete die letzten Jahrzehnte immer Krieg, „nur“ die Feinde und angeblichen Unterstützter wechselten. Der Tod und die Zerstörung blieben, wie auch der Drogenanbau, der von allen Kriegsparteien angeblich immer bekämpft worden und trotzdem stetig gewachsen ist. Nichts beweist das Dilemma mehr als der Umstand, dass der Drogenanbau eine der wenigen Einnahmequellen für die verarmte Landbevölkerung geworden ist; jedoch gleichzeitig der kriegstreibenden Parteien garantiert, dass sie das Töten und die Zerstörung fortsetzen können. Afghanistan bräuchte ein Wunder zur Verbesserung, dieses heisst aber weder Taliban, Karzai, Nordallianz, Pakistan noch NATO.

Profit auf Kosten der Selbstregulierung

Erstellt am 28 July 2010 at 07:53
Das Schwarze Meer hat einen kleinen Bruder bekommen, er ist im Golf von Mexiko beheimatet. Der kleine Bruder wird täglich grösser und mit seinem Wachstum, gehen Flora und Fauna zugrunde. Was auch der Auslöser war, Bilder von Katastrophengebiet erscheinen nur noch spärlich. Nicht, dass sich die Situation gebessert hätte im Gegenteil, doch die tägliche Informationsflut lässt die Aufmerksamkeitsspanne für solche Ereignisse immer kürzer werden. Die Folgen dieser Ölverschmutzung hingegen werden wohl in gewissen Bereichen irreparabel sein. Was für die Natur und die betroffenen Bewohner einer Katastrophe gleichkommt, ist für die globale Erdölindustrie höchstens ein Kollateralschaden. Vielleicht verschwindet BP als Firma und wird von einem anderen Konzern einverleibt. Doch solange wir uns dem Rausch nach Erdöl weiterhin ausliefern, wird die Jagd nach dem schwarzen Gold mit oder ohne BP und allen Mitteln weitergehen. Auch Präsident Obama und seine Regierung haben ausser Ankündigungen in dieser Beziehung noch nicht viel Brauchbares umgesetzt. Zwar ist der aktuelle Präsident im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht direkt mit der Erdölindustrie verbandelt, trotzdem wurden die Erdölfirmen weiterhin an der langen Leine gehalten. Was euphemistisch Selbstregulierung genannt wurde, war in der Realität gut Deutsch ein Witz. Ob im Endeffekt das Schmiermittel Öl oder Geld die Hauptrolle spielte, ist nicht mehr von Belang. Nach Öl können wir weiterhin bohren, Geld können wir drucken und zur Not auch die Bilder der von uns ausgerotteten Tiere und Pflanzen.

Tausche Fussballspiel gegen 4x 20Minuten...

Erstellt am 15 June 2010 at 08:19
Schnelle Kopfrechner werden feststellen, dass bei 90 Minuten – (4x 20Minuten) 10 Minuten übrig bleiben. Diese könnten wir noch mit einem „20Minuten-in-der-halben-Zeit“ Leser füllen oder wir setzen die 10 Minuten für alle Zugsbegleiter und SBB Angestellten ein, welche mein und dein, ihre und unsere 20Minuten Exemplare fein säuberlich für mich und dich sammeln. Ist dies nun einfach ein weiteres Phänomen unserer Wegwerfgesellschaft oder hat die saubere Entsorgung der Gratiszeitung in den berechneten 20Minunten keinen Platz mehr? Dagegen gäbe es grundsätzlich zwei Ansätze. Dem Spruch was nichts kostet ist nichts wert entgegen zu treten und bei jedem 20Minuten Leser eine Entsorgungsgebühr einzukassieren oder aber eine Namensänderung. Beispielsweise 20Minuten + 2Minuten Entsorgung. Kein guter Vorschlag? Nun die 20Minuten Redaktion könnte eine Leserumfrage dazu starten. Liebe Leserin, lieber Leser nehmen Sie sich bitte noch 5% oder in Zahlen 1Minute mehr Zeit für eine wichtige Umfrage. Ansonsten wird die SBB zu drastischeren Methoden greifen müssen und in all ihren Zügen ein 20Minuten Leseverbot durchsetzen. Mit einer Kompetenzerweiterung der Zugbegleiter lässt sich dessen Einhaltung sehr gut kontrollieren. Natürlich würde die 20Minuten Redaktion zu den so genannten 20Minunten Demos aufrufen und die Leser bitten von ihrer kostbaren Zeit noch einen weiteren Prozentsatz für die Unterschriftensammlung gegen das Verbot einzusetzen. Ob es hilft? Alle IPhone Besitzer werden sich derweil ins Fäustchen lachen. Der geniale Steve Jobs ist ihnen sofort zu Hilfe geeilt. Mit einem 20Minuten Selbstzerstörungs-App löst sich die gedruckte Zeitung, just nach 20Minuten lesen auf. Wie dies funktioniert, darf im Rahmen des Patentschutzes leider an dieser Stelle nicht aufgelöst werden. Die gute Nachricht daran ist, dass Google schon an einer Alternative für alle nicht IPhone Besitzer arbeitet. Für mich jedoch ist dies definitiv zu spät. Ich habe meine drei abonnierten Zeitungen abbestellt und mir damit ein IPhone gekauft. Bedeutet für mich mehr Lebensqualität in dreifacher Hinsicht. Ich bin kein Aussenseiter mehr, der erstens für seine Zeitung noch Geld bezahlt und zweitens kein IPhone besitzt. Zusätzlich brauche ich ab heute „nur“ noch 20Minuten um täglich über die Welt informiert zu sein.

Wer A sagt, der müsste auch B sagen

Erstellt am 6 June 2010 at 05:51
Der Nationalrat bestätigt mit knapper Mehrheit das vorgeschlagene Klimaziel des Bundesrates für 2020, so dass die Treibhausgasemissionen um 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 im Inland gesenkt werden sollen. Soweit so gut. Doch „nur“ mit Däumchen drehen sind diese Ziele nicht zu erreichen. Auch mit technischen Weiterentwicklungen werden wir diese Ziele kaum erreichen. Es braucht Verzicht, dies sagen die Politiker aber nicht gerne oder gar nicht. Schliesslich wollen sie wiedergewählt werden und das Wort Lenkungsabgabe ist dazu kaum förderlich. In diesem Kontext ist es irgendwie logisch, dass der gleiche Rat einen Tage später eine mögliche CO2 Lenkungsabgabe auf Treibstoff mit einer komfortablen Mehrheit ersatzlos gestrichen hat. Die Politiker formulieren Ziele und verneinen die Mittel, um diese Ziele zu erreichen. So funktioniert die globale Klimapolitik. Hehre Worte stehen fehlenden Taten gegenüber. Wohin dies führt, der ölverschmutzte Golf von Mexiko bietet praktischen Anschauungsunterricht. Die unbequeme Wahrheit – Al Gores Film dazu – ist der perfekte Titel für dieses Trauerspiel auf Kosten unserer Umwelt und unseren zukünftigen Generationen.

Die Dimensionen rechtfertigen eine PUK mehrfach

Erstellt am 6 June 2010 at 05:50
Diese Finanzkrise hat die globale kapitalistische Welt in ihren Grundfesten erschüttert. Mit der staatlichen Rettung der UBS in letzter Sekunde hat der Bundesrat unsere Volkswirtschaft vor einem Kollaps bewahrt. Die Finanzindustrie schafft es in regelmässigen Abständen, solche Krisen zu fabrizieren. Und gerade darum ist es jetzt höchste Zeit, die Too Big to Fail Problematik zu lösen. Dass es wie so oft nicht „nur“ bei Absichtserklärungen bleibt, muss der Druck auf den Bundesrat und das Parlament weiterhin hoch gehalten werden. Eine PUK trägt ganz sicher dazu bei, das Thema nicht einfach unter den Teppich wischen zu können. Auch die UBS, die unter der aktuellen Führung liebend gerne wieder zur Tagesordnung übergehen möchte, hat noch Aufarbeitungsbedarf aus der Vergangenheit. Was uns zum zweiten wichtigen Punkt mit dem teils unglücklich reagierenden Bundesrat führt. Die Kritik und Vorwürfe der GPK an den Bundesrat sind nicht neu, jedoch damit nicht weniger brisant. Der Bundesrat ist mit seinen aktuellen Strukturen ist für die herrschende globale Entwicklung nicht mehr zeitgemäss. Einzelne Mitglieder des Gremiums verstärken durch ihr Handeln diese Tendenz. Es ist daher allerhöchste Zeit, dass der Bundesrat sich reformiert, um für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewappnet zu sein. Die PUK würde helfen den Verantwortlichen die Handlungsfelder noch einmal schonungslos aufzuzeigen.

Netanjahus „Strategie“ der militärischen Abschreckung

Erstellt am 6 June 2010 at 05:50
Auf die Gefahr hin wieder in die Ecke der Antisemiten gestellt zu werden, kritisiere ich Israel jetzt trotzdem. Denn dies ist allzu oft der Gegenreflex, wenn jemand das Handeln des Staates Israel kritisch betrachtet. Dabei ist ganz klar festzuhalten, Israel ist zumindest teilweise eine Besatzungsmacht im Nahen Osten und damit hält Israel im Konflikt mit den Palästinensern auch die Zügel in der Hand. Wie dabei der Staat – und vor allem die Regierung Netanjahu – vorzugehen pflegt, wurde am israelischen Militäreinsatz gegen den Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für die Palästinenser augenscheinlich. Völlig übertrieben und mit eiserner Hand. Militärische Abschreckungstherapie. Währenddessen viele Palästinenser im Gaza-Streifen eingesperrt ein perspektivloses Leben in der Armut führen müssen. Die Hamas verstehen es sehr gut, diesen Zustand für sich zu nutzen und die Schuld auf Israel abzuwälzen, jeden Tag werden in Gaza darum neue Selbsttötungsattentäter geboren. Und so dreht sich die Spirale der Gewalt und des Hasses weiter und weiter. Beide Konfliktparteien sind daran Schuld, doch Israel alleine ist genug mächtig, diese Spirale zu durchbrechen. Doch statt die Lage zu entspannen, setzt die aktuelle Regierung weiterhin auf Abschreckung und militärische Machtdemonstration. Dass die israelischen Verstösse gegen die Menschenrechte immer wieder durch die USA gedeckt werden und worden sind, ist ein weiteres trauriges Kapitel dieses Konfliktes.

Erdöl ist endlich, unsere Sucht danach jedoch immer noch unendlich

Erstellt am 6 June 2010 at 05:50
Der Name Schwarzpeterspiel passt vortrefflich zum schwarzen Gold, welches für die hiesige Flora und Fauna im Golf von Mexiko zum Überlebenskampf geworden ist. Wir haben drei Protagonisten, die sich mehr oder weniger gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, währenddessen Sekunde für Sekunde mehr und mehr Öl in den Ozean sprudelt und die Umgebung verunreinigt. Derweil schiesst sich die US Regierung auf BP ein und BP wiederum reicht den schwarzen Peter an die Inhaberin der Plattform Transocean weiter. Die US Regierung unter Barack Obama versucht mit markigen Worten, die Verfehlungen seines Vorgängers George W. Bush zu kompensieren. Erdöl und Bush haben eine lange gemeinsame Geschichte und darum erstaunt es nicht, dass die Erdölindustrie die letzten Jahre mit Samthandschuhen angefasst worden ist. Was sich im Golf von Mexiko nun ereignet hat, ist ein Skandal, jedoch mit all den Vorgeschichten ein logischer. In unserer Erdölsucht müssen wir – insbesondere die USA – immer grössere Risiken eingehen, um uns den „Stoff“ zu besorgen. Doch auch wenn wir immer tiefer bohren und noch grössere Risiken eingehen, irgendwann wird das Erdöl zu neige gehen und bis dorthin müssen wir unsere Sucht im Griff haben. Leider scheint dies noch nicht wirklich bis in unsere Köpfe gedrungen zu sein. Dabei kann dies auf einen sehr einfachen Nenner gebracht werden. Erdöl ist endlich und unsere Sucht danach ist immer noch unendlich. Entweder schaffen wir jetzt eine Weichenstellung und investieren in erneuerbare Alternativen oder wir gehen früher oder später an unserer Erdölsucht zugrunde.

Je höher der Aufstieg, desto tiefer ist der Fall

Erstellt am 6 June 2010 at 05:49
Wer mag sich noch an das Bild erinnern, als Floyd Landis nach drei harten Wochen an der Tour de France in Paris zuoberst auf dem Podest stand? Heute ist Landis ein gefallener Dopingsünder. In seinem Kamp, die Wahrheit abzustreiten, hat er zwar viel länger durchgehalten als andere Rennfahrer, doch grundsätzlich ähnelt sein Fall denjenigen von anderen Dopingsündern. Viele bekannte und starke Velorennfahrer hat es in den letzten Jahren erwischt. Die zwei stärksten unter ihnen, Miguel Indurain und Lance Armstrong, jedoch gelten bis heute als sauber. Aber warum sollten wir ihnen mehr glauben, als denen, die auch sie des Dopings bezichtigt haben. Floyd Landis ist am Boden, was hat er noch zu verlieren? Natürlich ist seine Glaubwürdigkeit ebenfalls im Keller, doch wie sieht es mit deren des Radsports aus? Wenn die Nr. 2 und 3 des Dopings überführt werden, währenddessen die Nr. 1 diese Fahrer am der härtesten Rundfahrt in Grund und Boden gefahren hat, muss ich doch unser gesunder Menschenverstand kritisch melden. Immerhin ist es tröstlich zu wissen, dass jedes Lügengebäude irgendwann in sich zusammenfällt. Dies wird zwar nicht das Ende des Radsports sein, aber wahrscheinlich das definitive Ende seiner Glaubwürdigkeit.

Gesunder Menschenverstand oder auf nach mir die Sintflut?

Erstellt am 6 June 2010 at 05:49
Ihr gesunder Menschenverstand wird kräftig durchgerüttelt, wenn ich Ihnen erzähle, dass ich einen neuen Kleinkredit aufgenommen habe um den zur Rückzahlung fälligsten zu begleichen. Auf direktem Weg würden Sie mich zur Schuldenberatung schicken, um in meine finanzielle Schieflage Ordnung zu bringen. Natürlich müsste ich entsprechend meinen Lebensstil ändern und mich einschränken. Hat sich Ihr gesunder Menschenverstand inzwischen wieder beruhigt? Angenommen ich überbringe Ihnen die gute Nachricht, dass mein ebenfalls finanziell angeschlagener Kollege bei einer Bank einen Kleinkredit bekommen hat und mir mit diesem Geld ausgeholfen hat, damit ich einen meiner Kredite begleichen konnte. Halten Sie sich fest, es kommt noch schlimmer. Nehmen Sie dieses Beispiel und legen es auf Nationalstaaten um. Mit dem kleinen Unterschied, dass Nationalstaaten respektive deren Nationalbanken bei Bedarf noch Geld nachdrucken könnten. Egal ob im Grossen oder Kleinen irgendwann muss irgendjemand diese Schulden zurückzahlen. Und je länger diese Misswirtschaft aufrecht erhalten wird, desto massiver und schmerzhafter werden die Einschnitte sein. Bevorzugen Sie lieber das Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende? Vielleicht hilft eine Portion Zynismus. Bei Staatsschulden wie auch bei meinen privaten Schulden können wir diese eventuell der Nachwelt überlassen, sollten wir genug schlau sein. Sie sind zu tiefst erschüttert? Dann appelliere ich an Sie. Wir brauchen Sie und Ihren gesunden Menschenverstand unbedingt und weiterhin, sonst können wir hier und jetzt die Solidarität für beendet erklären und auf nach mir die Sintflut im Kanon anstimmen.

Ein journalistischer Weck-Ruf

Erstellt am 6 June 2010 at 05:48
Eine Persönlichkeit mit Weitblick , Integrität und vielleicht das wichtigste Zeichen; ein Journalist. Die Wahl von Roger de Weck zum neuen SRG Generaldirektor ist definitiv überraschend aber die Überraschung ist positiv. Ein Mensch mit Ecken und Kanten und durchaus streitbaren politischen Positionen. Doch ich bin überzeugt, dass de Weck als integre Persönlichkeit und mit seiner langjährigen publizistischen Erfahrung die Meinungsvielfalt auch innerhalb der SRG durchaus zu respektieren weiss. Gerade in diesen Zeiten von übersteigertem Infotainment bin ich als regelmässiger Konsument der verschiedene SRG Programme froh um diesen weisen Entscheid der Delegierten.

Ein zartes Pflänzchen namens Alliänzchen

Erstellt am 13 May 2010 at 04:52
Zwei Parteien an welchen immer noch das Verliererimage haftet und eine neue Kraft, die sich noch zu bewähren hat, diskutieren über eine Mitteallianz. Aufgerieben von den politischen Polen an der linken und rechten Seite suchen die Mitteparteien den Befreiungsschlag. Nach mathematischen Grundsätzen wird ein Doppelminus zum Plus, ob dieser Grundsatz auch für die Politik gilt, es ist zu bezweifeln. Vor allem die Konstellation Darbellay und Pelli klingt nicht nach einer gemeinsamen und harmonischen Erfolgsformel. Anschauungsunterricht bietet dazu das Zweckbündnis Westerwelle und Merkel. Funktioniert mehr schlecht als recht. Natürlich macht mit Blick auf die Entwicklungen der CVP und FDP eine stärkere Zusammenarbeit und die Bündelung der Kräfte Sinn, doch wie weit die Basis für eine solche Allianz tatsächlich bereit ist, steht in den Sternen. Ich sehe zu viele eigenwillige Köche, die den Brei zu verderben drohen. Was am Schluss dazu führen dürfte, dass ein Kompromiss vom Kompromiss übrigbleibt. Oder es entsteht ein zartes kleines Pflänzchen namens Alliänzchen. 

Griechenland ist „nur“ das Akutbeispiel

Erstellt am 13 May 2010 at 04:52
Was passiert, wenn jemand über seine Verhältnisse lebt. Er geht in den meisten Fällen Konkurs. Eine Mehrzahl von westlichen Staaten – schlechtes Vorbild sind diesbezüglich sicher die Vereinigten Staaten – leben seit geraumer Zeit über ihre Verhältnisse. Griechenland ist das aktuelle Akutbeispiel Europas. Bei weitem jedoch nicht der einzige Staat mit diesen Problemen. Aber eindrücklich illustrierend, was mit einem solchen über seine Verhältnisse lebenden Staat im Endeffekt passiert. Und wie so oft haben viele Politiker die Dimensionen unterschätzt obwohl die Rechnung schlussendlich ganz einfach ist. Ich kann nicht mehr ausgeben, als ich grundsätzlich habe. Ein Faktum. Doch auf diesem einfacher Rechnung aufbauend, leben alle westlichen Staaten – also auch wir in der Schweiz -  tagtäglich über ihre Verhältnisse. Und diese Entwicklung wird bedingt durch die Demographie und Überalterung unserer Gesellschaften immer schlimmer. Wir leben auf Kosten unserer kommenden Generationen. Die Lösungsansätze liegen auf dem Tisch, aber jeder bedingt Einschnitte. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht. Vielleicht bringt uns das Beispiel Griechenland zur Besinnung und wir finden zurück zum gesunden Menschenverstand. Was mich zusätzlich stört, ist der hohe Einfluss der Ratingagenturen auf die Kreditwürdigkeit der Staaten. Deren Unabhängigkeit ist sowieso stark in Fragen gestellt. Und waren es nicht Ratingagenturen die damals die heute als toxisch bekannten beinahe wertlosen Papiere als sehr sicher eingestuft haben?  

22'000facher selbstgemachter Weltuntergang

Erstellt am 13 May 2010 at 04:50
22'000 an und für sich „nur“ eine Zahl. Diese Zahl steht in etwa für die Anzahl Hungertoten, die wir tagtäglich zu beklagen haben. Gleichzeitig ist dies gemäss Expertenmeinung die Zahl an Atomwaffen, die auf unserem Planeten existieren. Eine Zahl, zwei Aspekte mit indirektem Zusammenhang. Während jährlich zig Milliarden für Rüstung ausgegeben wird, bleiben für die Hungerbekämpfung höchsten Krümmelchen davon übrig. In unserem Wahn und Irrsinn haben wir uns den x-fachen selbstgemachten Weltuntergang erschaffen. Eine Meisterleistung während wir es mit allen unseren fortschrittlichen Entwicklungen nicht schaffen, den Hunger zu bekämpfen. Nicht schaffen wollen, ist wahrscheinlich die richtige und gleichermassen zynischere Bemerkung dazu. Der Präsident, der ersten und einzigen Nation, die jemals Atombomben gegen Menschen eingesetzt hat, will diese nun abrüsten. Gar atomwaffenfrei soll unsere Welt sein. Ein hehres Ziel, welches wohl viele Menschen auf unserem Planeten ebenfalls unterschreiben. Doch genau jene Nation ist nicht die Lösung sondern das Problem. Dies hängt nicht unbedingt am aktuellen Präsidenten, sondern am Selbstverständnis dieser Supermacht.

Von grossen und kleinen Verlierern

Erstellt am 13 May 2010 at 04:50
Grossbritannien ist anders. Koalitionsregierungen sind in beinahe allen europäischen Ländern eine Realität, doch in der britischen Verfassung ist diese nicht wirklich vorgesehen. Und doch ist eine Mehrheitsregierung nach den Parlamentswahlen „nur“ noch über eine Koalition zu erreichen. Die Briten haben gewählt und „nur“ Verlierer erkoren. Die Hauptunterscheidung kann höchstens in der Intensität der jeweiligen Niederlage gemacht werden. Gordon Brown und Labour sind die Hauptverlierer, die Liberaldemokraten haben ein bisschen weniger verloren und die konservativen Tories, als wählerstärkste Partei am wenigsten. Gewonnen haben die Instabilität und die Unsicherheit. Der Patient Grossbritannien liegt auf dem Krankenbett und nun sollen zwei rivalisierende Ärzte diesen retten. Beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Und vielleicht blicken wir nach ein paar Jahren zurück und stellen fest, dass Gordon Brown nach seinem Abgang gar nicht der Hauptverlierer war. Denn Grossbritannien und seine Politiker müssen den Gürtel nun definitiv enger schnallen, was zu schmerzhaften Einschnitten führen muss, was sich alles andere als positiv auf die politische Beliebtheitsskala auswirken dürfte.

So lange der Rubel auf konventionelle Art rollt

Erstellt am 13 May 2010 at 04:49
Die Parallelen einer untergegangenen Bohrinsel und der globalen Umweltpolitik sind auf den ersten Blick vielleicht nicht deutlich erkennbar, aber sie sind da. In beiden Bereichen ist oft Schönwettermanagement angesagt. Die Risiken und Gefahren sind bekannt und benannt, doch beim Eintreffen eines solchen Szenarios wirken wir zumeist hilflos und unvorbereitet. Global gesehen hat das Unglück im Golf von Mexiko beschränkte Auswirkungen, doch für die hiesige Tier- und Pflanzenwelt wie auch für die dort lebenden Menschen ist sie eine Katastrophe. Doch blasen wir dieses Mikro theoretisch zum Makro auf. Für beide Dimensionen gilt, wir kennen zwar die Gefahren und Risiken, sind aber nicht wirklich willens oder fähig, diese zu minimieren oder gar zu vermeiden. Schliesslich kostet Umweltschutz viel Geld. Und warum sollen wir etwas ändern? So lange der Rubel auf konventionelle Art rollt, ist Nachhaltigkeit und Umweltschutz sekundär und auf Neudeutsch höchstens nice to have. Sobald Unvorhergesehenes passiert, was die herrschende Praxis gefährdet, dominieren Hysterie und hehre Worte, dann lässt man Gras über die Sache wachsen oder wartet, bis der Ölteppich nicht mehr sichtbar ist und geht tatenlos zur bewährten Praxis über.

Abfallmarketing…

Erstellt am 22 April 2010 at 03:46

Haben Sie sich schon einmal überlegt eine primäre Marktforschung anhand von gefüllten Abfallsäcken zu machen. Sie finden dies abstrus, ein bisschen eklig? Mag sein, aber es liesse sich sehr viel über einen Haushalt respektive deren einzelne Personen herausfinden. Wie schält der betreffende sein Obst beispielsweise. Oder isst er den Apfel inklusive seinem Innenleben? Ist der Betreffende Vegetarier. Wird der Abfall getrennt oder einfach alles weggeschmissen? Spinnen wir diesen Ansatz weiter, so verfügt eine Kehrichtverbrennungsanlage über ein riesiges Datenpotential. Im Rahmen einer erweiterten Diversifikation könnten diese Anbieter über ihre Kernkompetenzen hinaus, empirische Marktforschungsdaten über die ganze Schweizer Bevölkerung erheben. Nun die Vorstellung statt riesiger elektronischer Datenbanken, das Konsum- und Sozialverhalten über Abfallsäcke zu erheben, mag auf den ersten Blick vielleicht komisch daherkommen, doch was spricht eigentlich dagegen? Auch das Duftmarketing dürfte bei dieser Art der Datensammlung nicht zu kurz kommen und wer weiss, vielleicht liesse sich auch über dieses noch so einiges über den Verursacher herausfinden. Die Kehrrichtverbrennungsanlagen hätten im tagtäglichen Wettbewerb um Auslastung und Effizienz in ihrem Kernbusiness plötzlich einen zusätzlichen Wirtschaftszweig erschlossen. Mit ungeahntem Entwicklungspotential. Vielleicht fände diese Art von kombinierter Marktforschung auch noch Einzug in die Marketingliteratur insbesondere die Zielgruppen- und Marktsegmentierungserhebungen. Wir richten unser Produkt auf die Zielgruppe der Äpfelohneschalenesser mit einem Hang zur fruchtfarbigen Mannigfaltigkeit und einem Schuss exotisch-scharfsinnigen Abgangs aus. Sie finden dies alles blöde. Tja dann schauen Sie sich mal zwei Stunden hintereinander Werbespots an, die uns alle penetrant versuchen unsinnige Produkt zu Hammerpreisen anzudrehen. Und nun die Quizfrage, wo landen diese Produkte, wenn Sie nach dem Kauf festgestellt haben, dass Sie wieder einmal einen Einkauf getätigt haben, den die Welt nicht braucht? Richtig im Abfallsack.

Gefangen im Vergangenheitsschema

Erstellt am 19 April 2010 at 04:39
Ein Bundesrat; nein mehrere Bundesräte haben ihren Abgang verpasst. Vielleicht steht Moritz Leuenberger als sozialdemokratischer Bundesrat sinnbildlich für die Krise der Partei. Auch die SP hat gewisse Weichenstellungen verpasst. Doch die Schweizer Sozialdemokraten sind mit ihrer Entwicklung in guter Gesellschaft mit vielen europäischen Pendants. Nach dem sich die Zukunft der Sozialdemokratie geprägt von Blair und Schröder im sogenannten dritten Weg zu artikulieren schien, ist diese Hoffnung heute der Illusion gewichen. Labour steht vor einer Wahlniederlage, die Ära Schröder ging schon vor einiger Zeit zu Ende. Die Schweizer Sozialdemokratie positionierte sich schon immer linker als viele ihrer europäischen Pendants. Sie fuhr in ihrer näheren Vergangenheit einzig unter Peter Bodenmann einen pointiert progressiveren Kurs und konnte so auch sehr viele Mittewähler für sich gewinnen. Das Konstruktive ist leider der populistischeren Alternative gewichen. Doch diese ist schon beim Original der SVP gut aufgehoben. Und Kopien sind zumeist nie so gut wie das Original. Die SP hat respektive hätte durchaus profilierte und progressive Köpfe, leider sind diese aktuell im Hintergrund. Leider weil eine starke und progressive SP wäre heute durchaus wünschenswert oder doch nicht?

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