Niemandsland
Eintrag vom 15 June 2007 um 05:40 in Alltag
Abschied nehmen. Wer macht das schon gern? Am liebsten wuerd ich jeweils einfach weg sein. Einfach so verschwinden, ohne Haende schuetteln zu muessen und nach Worten zu suchen. Gerade jetzt – ueber etwas anderes schreiben, ueber einen platten Reifen in der mongolischen Steppe, von nervigen Schuelern, euch von mir aus von verlorenen Schluesseln im oasis erzaehlen. Irgendwas leicht Verdauliches. Abschied gehoert da eher zur Kategorie Schwerkaliber. Letzte Woche hab ich darauf herumgekaut, gleich mehrfach. Zwei meiner besten Freundinnen machen den Abflug, im wahrsten Sinn des Wortes. Ich bleibe hier, scheinbar jedenfalls, denn taeglich mache ich selbst einen Schritt hinein in dieses Niemandsland zwischen der Mongolei und der Schweiz, das aus zerrinnenden Tagen, Hotelbuchungen, Visa Antraegen und auslaufenden Kursen besteht. Nicht richtig weg. Nicht mehr richtig da. Der schleichende Abschied lauert sicher einmal pro Tag auf. Lieber einmal kurz und heftig. Lieber einmal Eis auf geschwollene Augen legen und dann mit dunklem Kajal optisch schrumpfen lassen als dauernd diese Wolke im Kopf rumtragen.
Manchmal taete Abschied nehmen aber auch gut. Dann, wenn es einem verwehrt bleibt, obwohl man noch nicht alles gesagt hat, was man haette sagen wollen. Wenn Abschied eigentlich nicht in der Agenda stand.
Vielleicht war es ja dieser Spagat zwischen den Versuchen, sich von ferne zu verabschieden und doch bewusst hier zu bleiben, der mich diese Woche so geschafft hat.
Nebst den weiblichen Hormonen.
Und dem Adapter zu meinem Notebook, der sich auch verabschiedet hat. gopferDELLi.
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