Zu gut
Eintrag vom 18 June 2007 um 08:25 in Alltag
Seit meinem letzten Eintrag habe ich keine Minute vergeudet, alle Bekannten nach ihrem Computermodell auszufragen, immer in der Hoffnung, dass mir jemand seinen Adapter borgen kann. Kandidatin 25, die ich in einer plötzlichen Eingebung vor ihrem INSPIRON sitzen sah, ist dummerweise gerade ausser Landes. Kandidat Nummer 64 war perfekt: Der ist diese Woche in der Pampa unterwegs, wo Strom rationiert ist. Meine Begeisterung hielt sich dennoch leicht in Grenzen, denn ich kam mir so richtig mies vor, als ich nach 10-fachem Dankeschön mit dem gewünschten Artikel aus seiner Haustüre trat. Fakt ist, dass ich besagter Person seit geraumer Weile aus dem Weg gehe, sprich tunlichst in eine andere Richtung sehe, wenn sie mir am Sonntag begegnet. Die wenigen intensiveren Begegnungen haben mir einfach gereicht. Sieht komisch aus, gibt Seltsames von sich, anhänglich – ein Fall wo sich mir die Nackenhaare sträuben. Ich könnte jetzt argumentieren, ich hätte ihm mit meiner „Enthaltsamkeit“ ein unglückliches Sich-in-mich-verlieben ersparen wollen. Diese Leute haben die Tendenz, genau das zu tun, wenn sich jemand mal um sie kümmert oder auch nur duldsam lächelt, wenn sie ihre Geschichten an die Frau bringen. Tatsache ist, ich fühlte mich zu gut für ihn. Und jetzt hilft mir ausgerechnet DER aus meiner riesengrossen Patsche. Rabenschwarz. Wäre ich konsequent gewesen, ich hätte die Gelegenheit an mir vorbeiziehen lassen. Wenn ich mich nicht definitiv zu den manipulativen Heuchlerinnen zählen will, werde ich diese Woche daran arbeiten, meine Einstellung zu korrigieren.
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