Mongolia

Transsib

Eintrag vom 14 August 2007 um 01:24 in Ausflüge
Meine Fuesse haben schlapp gemacht, darum sitze ich im (wie alles andere hier) sauteuren Internecafe, statt die majestaetischen Gassen St. Petersburgs unsicher zu machen. Schuld sind die chinesischen Flipflops – da hab ich nur mit den Augen gekauft… Aber da ich ab Donnerstagabend schon wieder satt in der Schweizer Tretmuehle dabei bin, ist es durchaus sinnvoll, noch rasch ein paar Eindruecke zur Reise los zu werden, bevor die sich verfluechtigen und nur anhand der Fotos wieder heraufbeschwoeren lassen.

UB war alles andere als normal: Bei der Ankunft regnete es, durch Riesenpfuetzen manoevrierten wir unsere Gepaeck zu einem ehrlichen Taxifahrer, und ich versicherte Pekinghuhn 1, dass es in UB nie zwei Tage am Stueck regnet. Pustekuchen! Da sowieso Besuch auf dem Programm stand, fiel das Wetterpech nicht ins Gewicht. Abends dann 1. August, Schweizer Menuplan mit mongolischem Koch… das Resultat ueberzeugte nicht gerade. Mein Magen ist abgehaertet, aber P-huhn 1 lag flach, und zwar zuenftig! Ich jagte derweil meinem Exitvisum nach, wo man ploetzlich doch ein Foto brauchte (innerhalb von 2 Wochen geaendert) und im uebrigen doch alles in einem Aufwasch haette erledigen koennen. Jetzt zieren meinen Pass sage und schreibe 3 mongolische Visa. Visas. Visi? Visen? Latein hab ich noch nie gekonnt, aber nach einem Jahr von 95% Englisch laesst auch mein deutsches Sprachgefuehl nach. Ich spreche ‘Engtsch’ (Gegenstueck von ‘Germlish’) - es wimmelt von Anglizismen, existente und frisch erfundene… Macht euch auf was gefasst.

Ausflug nach Terelj, abseits vom Touristenstrom, war super, ausser dass der Magen nach kurzer Pause immer noch keine Ruhe gab und deshalb vor allem das Bett im Ger getestet wurde. Ich versuchte mich als Krankenschwester und bettelte schliesslich die einzigen zwei anderen Touristen im Camp, Amerikanerinnen, um Antibiotika an, weil ich nach 3 Tagen null input und massenhaft output, ums mal niedlich zu sagen, nicht mehr an eine blosse Magenverstimmung glaubte. Das half dann. Kaum zu Hause wurden unsere restlichen Plaene durch einen weiteren Regentag ueber den Haufen geworfen. Ist das denn zu fassen?!

Im Zug richteten wir uns in unserem Nest wohnlich ein und hatten es 4einhalb Tage lang sehr behaglich. Den Ural habe ich leider verschlafen, x Stunden Birkenwaelder beim Lesen verpasst, aber den Baikalsee, den hab ich gesehen! Dank zwei vollgestopfter Essenstaschen haben wir auch lecker gespiesen, und mit Bereicherung von unterwegs ergatterten Tomaten, geraeuchten Fischen und frischem Brot und Joghurt liessen sich sogar die Nudelsuppen zwischendurch ertragen. Das Personal wurde mit zunehmend kleinerer Distanz zu Moskau proportional freundlicher – am Schluss gab’s sogar ein Laecheln!

Moskau und St. Petersburg folgt spaeter. Meine Zeit laeuft hier ab. Eine Stunde kostet sage und schreibe 6.70 sfr!


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Ich bin wieder zu Hause - die Mongolei und die dazu gehörenden Erlebnisse, die grösstenteils in diesem Blog festgehalten sind, gehören zur Kategorie "Erinnerungen". Viel Spass beim Lesen!