Mongolia

the place to be

Eintrag vom 24 February 2009 um 06:52

Kurios, wie sich die Dinge manchmal innerhalb von kurzer Zeit ändern. Ich liebe eigentlich Veränderungen, aber manchmal finde ich sie auch ein bisschen beängstigend. Beim Blättern in einer Zeitung sah ich ein Foto eines Bauernhaushalts in den 50ern. Mein Vati hat letzthin mal erzählt, dass seine Familie  früher bei Regenwetter mit den Nachbarn, samt Knechten und Mägden, in der Küche zusammen gesessen und gemeinsam Most und Käse gegessen und gesungen habe. Das ist noch nicht mal ein Menschenleben her, und schon scheint das Szenario Lichtjahre von meiner Realität entfernt.

Genauso zackig verändert sich das Image der Mongolei. Scheint mir jedenfalls. Vor mehr als zwei Jahren bin ich dahin los gefahren, und die meisten rissen ehrfürchtig die Augen auf und wollten lieber nicht an meiner Stelle sein. An meinem jetzigen Arbeitsort war immerhin schon jemand dort, und eine andere möchte unbedingt hin. Seit zwei Hollywoodgrössen in der mongolischen Steppe eine Woche ohne Duschen ausgekommen sind, das auch noch cool fanden und von der endlosen Weite schwärmen, wagt sich auch die Servelat-Prominenz der Schweiz für Flitterwochen in eine Jurte. Toll. Der neue Ort, wo man hingeht. Wisst ihr was? Ich möchte nicht, dass die Touris in "meine" Mongolei gehen. Zum Glück wird es nie so einen Andrang geben wie in Australien. Dazu ist die wunderbare Weite dann doch zu ungastlich.

Keine Angst

Eingetragen am 26 February 2009 um 11:18 von Zar
Mich werden die dort nie sehen. Auch nach Australien will ich nicht oder Afrika oder so. Was soll ich dort? Fremde Kulturen kennenlernen? Das sieht man doch alles bequem im Fernseher oder liest sich eins. Aber Du hast schon recht. Heute gehen alle immer in die Ferien. Wie wenn sie zu Hause keinen Frieden fänden.

Lichtjahre

Eingetragen am 1 March 2009 um 03:17 von Bisch
Vor einem halben Jahrhundert hat ein kleiner Knirps ab und zu zur Klavierbegleitung seines Vaters ein extraeinfaches Liedchen vortragen müssen. Meine fünf älteren Geschwister und ich mussten oft bei Besuch im „Schawi“ (=Schawalderhof) vorsingen – so schlimm war das gar nicht mal.
Liebe Güsse
Bisch

Katrin Luginbühls 'Mongolia'-Blog

Eingetragen am 26 April 2009 um 09:44 von Anonymous
Guten Tag, Kathrin Luginbühl
Mit Ueberraschung stellte ich fest, dass Ihr lesenswerter Mongolei-Blog noch immer im Netz ist. Und nun kommt noch mein Kommentar dazu.
Zur Erinnerung: Sie gaben mir im Januar 2008 telefonische Infos über Ihre Erfahrungen in der Mongolei (Schulen usw.), wir tauschten einige EM aus und ich las Ihren ganzen langen Blog durch. Anita Fahrnis Angebot (ein Semester lang in UB unterrichten) lehnte ich daraufhin dankend ab.
Einige Zeit später bot sie mir aber zwei Monate Unterricht an der Schule 19 (einem Privatinstitut) in Darchan an, und ich sagte sofort zu. Mit der Transsib fuhr ich Ende August in jenes nordmongolische Provinzkaff und gab dann im September/Oktober 2008 Deutsch (drei Klassen) und Englisch (Lehrererkolleginnen, -kollegen). Wie meine beiden St.Galler Kolleginnen (Absolventinnen der PHS Rorschach) hatte ich ein Zweidrittelpensum (Stundenlohn: rund CHF 2) und eine kostenlose Dienstwohnung (für mich allein, die beiden andern hausten zusammen). Auf Saras PC sah ich mir ihre vielen Erlen-Fotos an (auch drei Schüler waren 2008 dort gewesen). Zum Reisen blieb nicht viel Zeit, denn nach Ende meines Lehreinsatzes musste ich die MG verlassen (ein 3-Tage-Visum für Touristen wird nur einmal verlängert). Ich war aber doch mehrmals in UB (das ich weit besser als erwartet fand), in Erdenet, sah mit meinen Kolleginnen die Tempel Amarbayasgalant, Gandan usw. Nach meiner Rückkehr (via Südkorea, Hawaii und Nordamerika) zeigte ich meine Fotos zweimal öffentlich und viel öfter noch privat, unterrichtete zwei mongol. D-Studentinnen (Budschaav und Pudschee, sie sind 2008/09 an der PHS Rorschach) in E und machte viel Werbung für dieses ferne schöne Land.
Falls Sie den Blog meiner Kolleginnen sehen wollen (mit Beiträgen von mir und vielen Fotos), so melden sie sich bitte bei mir. (Die beiden wollen ihren Blog nicht weit streuen.)
Beste Grüsse! Walter Künzler
kuenzler84@bluewin.ch

Kathrins 'Mongolia'-Blog (1. Nachbemerkung)

Eingetragen am 26 April 2009 um 09:53 von Anonymous
Berichtigung: Ein mongol. Touristenvisum ist natürlich dreissig (nicht drei) Tage gültig und kostete im Juli 2008 CHF 60 (das Doppelte, wenn auf der Botschaft in Bellevue GE beschafft). Es kann im Lande einmal verlängert werden. Der Aufwand für ein Arbeitsvisum ist viel grösser (dazu brauchts u.a. einen HIV-Attest). Das russische Visum (Transsib, in meinem Fall fünf Tage gültig) ist viel teurer.

unbenannte Bemerkung

Eingetragen am 1 May 2009 um 03:58 von Anonymous
2. Nachbemerkung
Sehr schade, dass es beim (Nach-) Lesen Ihrer Seiten so oft, wenn man die nächste aufruft, heisst: 'Internet Explorer kann das Webseiten-Format nicht lesen!' Könnten Sie dies beheben, wäre ich Ihnen dankbar, denn jetzt habe ich beim Lesen dank MG-Erfahrung die entsprechenden Gerüche, Geräusche, Farben zur Verfügung...schön! Und für Ihre Schreibe gäbe ich selten etwas weniger als eine Sechs! (wk)

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Ich bin wieder zu Hause - die Mongolei und die dazu gehörenden Erlebnisse, die grösstenteils in diesem Blog festgehalten sind, gehören zur Kategorie "Erinnerungen". Viel Spass beim Lesen!