Mormonen
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Zugunglück in Thailand

Yupha Thubthimthong starrte wie gelähmt auf die Szene vor ihren Augen. Angst und Ekel übermannten sie; sie wollte sich abwenden, nichts damit zu tun haben. nicht einmal helfen. Sie stand vor dem grausigen Chaos eines Zugunglücks. Ein Personenzug aus Bau Pong (Thailand) war in der Nähe des Bahnhofs mit einem Güterzug frontal zusammengestoßen; der Personenzug war entgleist und viele Tote und Verletzte waren in dem rauchenden Wrack eingeklemmt. Yupha, Mitglied des Frauenwohlfahrtsdienstes von Thailand. war zum Unglücksort gerufen worden. Sie hatte sich nur schnell ihre blaue Dienstuniform angezogen und war hingeeilt. Doch sie war nicht gefaßt gewesen auf den Anblick, der sich ihr bot. Sie zögerte, doch schien .,ein leises Flüstern” ihr zuzuraunen: „Du bist eine Heilige der Letzten Tage. Du mußt dein Licht vor der Welt leuchten lassen. Du mußt stark, geduldig und tapfer sein und helfen.” Gestärkt durch diese Stimme holte sie tief Atem und machte sich an die grauenhafte Arbeit: sie zog Leichen aus dem Wrack und fertigte Verletzte für den Transport ins Krankenhaus ab.

Überall klebte Blut, und ein ekelhafter Geruch hing in der Luft, doch Yupiha arbeitete entschlossen weiter und fand nach kukrzer Zeit eine FRau, die von einem schweren Gasbehälter zerquetsch worden war. Yupiha wollte ihr schnell helfen und merkte, daß die Frau hochschwanger war. Als der Tank hochgehoben wurde, kam das Kind zur Welt. Yupiha konnte nicht mehr. Sie brauchte einen Moment, um sich wieder zu fassen, und ging ein Stück weiter.
Blindlings tastete sie nach einem Ort, wo sie sich beruhigen konnte, als plötzlich eine wütende Frau mit einem Stock über sie herfiel und schrie: „Wegen euch sind meine Kinder tot! Wegen eurer Schlamperei ist das ganze Unglück geschehen!” Yupha taumelte zurück und war im ersten Augenblick durch die Anschuldigungen der Frau verwirrt. Die Frau hatte hei dem Unglück zwei Kinder verloren, aber nur eine der Leichen finden können und war vor Schmerz halb wahnsinnig. Sie hatte Yuphas Uniform gesehen und sie fälschlich für eine Eisenbahnerin gehalten.
Yupha erklärte ihr, so ruhig sie konnte, daß sie nicht bei der Eisenbahn angestellt sei, sie sei nur eine Helferin. Drei Polizisten sahen, was vor sich ging und drohten die rasende Mutter zu verhaften, wenn sie Yupha etwas zuleidetäte. „Was wäre, wenn ich diese Mutter wäre?” dachte Yupha. „Würde ich nicht auch vor Schmerz alle Sinne verlieren?” Sie wandte sich zu den Polizisten und sagte: „Lassen Sie sie bitte in Ruhe. Sie tut das nur aus Schmerz.” Die Polizisten waren erstaunt und wendeten ein, die Frau hätte Yupha fast geschlagen und könnte es wieder tun. „Ich fürchte mich nicht”, sagte Yupha. „Der Vater im Himmel lehrt uns, daß wir alle Brüder und Schwestern sind. Wir müssen einander lieben. Sie wird mir nichts tun.” Dessen waren sich die Polizisten nicht so sicher, doch sie ließen die Frau stehen. Yupha kehrte zu ihrer grauenvollen Arbeit zurück, die noch mehrere Stunden dauerte.
Schließlich wurde unter den Helfern jemand mit der Blutgruppe 0 gesucht. Ein kleines Mädchen sollte operiert werden, und im Krankenhaus waren die Blutkonserven zu Ende gegangen. Ohne Blutspende und Operation würde das Kind sterben. Yupha meldete sich und fuhr in die Klinik um Blut zu spenden. Sie hatte noch nie Blut gespendet. und weil der Fall so dringend war. wurde ihr mehr als der übliche halbe Liter abgenommen. In der Klinik und hei den Helfern herrschte eine Atmosphäre fieberhafter Spannung. Yupha wußte nicht, daß sie nach der Blutabnahme eigentlich ruhen sollte, und kehrte sofort an die Unglücksstelle zurück.
Am späten Nachmittag war das Gröbste getan, und Yupha dachte an ihre eigenen Kinder. Sie machte sich bereit, nach Hause zu gehen. aber noch bevor sie fortkam, verlautbarte ein Eisenbahner, alle freiwilligen Helfer sollten in das Krankenhaus kommen, wo Yupha Blut gespendet hatte. Der Direktor der Klinik wollte die Leute sehen und ihnen seinen Dank aussprechen.
Auch der Gesundheitsminister war da und dankte den Helfern und während man sich unterhielt, kam die trauernde Mutter vom Bahnhof in den Saal und suchte jemanden. Ein Arzt, der sie begleitete, rief: „lst eine Frau Yupha da?” (In Thailand spricht man die Leute mit dem Titel und dem Vornamen an, nicht mit dem Nachnamen wie in Europa.) Yupha wußte, sie mußte sich melden und nickte zögernd. Da hatte die Frau Yupha auch schon erspäht, rannte auf sie zu und fiel ihr unter Tränen um den Hals.
Yupha starrte den Arzt fragend an. „Ihre Blutspende hat die Tochter dieser Frau gerettet”. erklärte dieser. „Sie will ihnen nur danken…”
Yupha fiel ein Stein vom Herzen, als die Frau ihr weinend dankte und dann fragte: „Wie können Sie so ruhig bleiben? Ich war doch so wütend auf Sie und Sie bleiben so ruhig! Warum sind Sie so?”
Yupha sagte ungefähr dasselbe, was sie zu den Polizisten gesagt hatte: „Meint Kirche lehrt. daß wir alle Brüder und Schwestern sind gleich, wer es ist oder was er tut.” Dr. Martin, der Gesundheitsminister, war bei der ganzen Szene zugegen. Er war von Yupha sehr beeindruckt besonders von der Antwort, die sie der zuvor trauernden und nun glücklichen Mutter gegeben hatte.
Dr. Martin befand sich in einer ungewöhnlichen Lage. Er hatte früher das Unterrichtsministerium geleitet, dem das Kultusamt unterstand, und dieses Amt hatte Einreisebeschränkungen für Mormonenmissionare verhängt. Es war daher besonders erfreulich, wie Dr. Martin reagierte. Er hatte gesehen, wie Yupha in einer so schwierigen Situation gehandelt hatte. und erkannt, was für Früchte die Arbeit der Mormonenmissionare trug. Er versprach, daß er sich für eine Lockerung der Einreisebestimmungen einsetzen würde.
Die dankbare Mutter wollte inzwischen von Yupha mehr über die Kirche und ihre Lehre wissen.
„Darf ich nach dem Begräbnis meiner Tochter Ihre Kirche besuchen?” fragte sie. „Sie sind immer willkommen” versicherte Yupha ihr.
Endlich war der lange und ereignisreiche Tag vorüber. Yupha kehrte erschöpft zu ihren eigenen Kindern zurück. In ihrem Herzen brannte das Wissen. daß sie auf das „leise Flüstern” des Geistes gehört und ihren Glauben in die Tat umgesetzt hatte.

12:47 - 29 March 2008


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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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