Mormonen
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Rette mir das Leben, tröste meine Kinder

Es war in der Dämmerung eines kalten und regnerischen Oktobertages des Jahres 1968 in Kopenhagen. Ich war mit dem Fahrrad unterwegs, auf dem Heimweg von der Arbeit. Mein Mann war gerade auf Dienstreise in Kanada, und ich war mit unserem zehnjährigen Jungen und unserem siebenjährigen Mädchen allein.
Auf dem Heimweg mußte ich eine verkehrsreiche vierspurige Straße überqueren, an der auch ein Radweg entlangführte. Vorsichtshalber stieg ich an der Kreuzung immer ab und schob das Rad auf die andere Seite. An diesem Tag ging ich bis zur Straßenmitte und blieb dort stehen, um einige Autos vorbeizulassen. Ein kleiner Wagen blieb stehen, und der Fahrer bedeutete mir, ich solle hinübergehen. Auf der Fahrbahn neben dem kleinen Auto blieb ein Lastwagen stehen, und auch der Lastwagenfahrer deutete an, ich solle weitergehen, also überquerte ich die Straße weiter. Gerade als ich an dem Lastwagen vorbeiging, sah ich auf dem Radweg dahinter einen Volkswagen mit voller Geschwindigkeit auf mich zukommen. Es blieb mir keine Zeit, vorwärts oder rückwärts auszuweichen.
In diesem Sekundenbruchteil fuhren mir unzählige Gedanken durch den Kopf, an meine Kinder, meinen Mann, meine verwitwete Mutter, an meine Arbeit, und ich betete flehentlicher als jemals zuvor: „Bitte Herr, was immer auch geschieht - laß mich am Leben!”
Das Auto erfaßte mein Fahrrad und stieß mir die Lenkstange von links in den Leib. Ich lag hilflos auf der Straße und konnte vor Schmerzen kaum atmen. Ich wandte den Kopf und sah den Reifen des Volkswagens einen Fingerbreit vor mir. Als ich mein Fahrrad anschaute, das durch den Aufprall ein Stück weit fortgeschleudert worden war, sah ich, daß es auf die Hälfte seiner ursprünglichen Größe zusammengestaucht war.
Ich war sicher, daß ein Wunder geschehen war. Der Reifen hätte nicht näher kommen können, ohne mir den Kopf zu zermalmen. Ich hatte das Gefühl, als hätte eine unsichtbare Hand ihn genau an der Stelle aufgehalten, wo er stand. Mir liefen Tränen übers Gesicht, während ich meinem himmlischen Vater dankte, dass er mir das Leben gerettet hatte.
Ich lag auf der Fahrbahn und wartete auf den Rettungswagen. Was würden die Kinder denken, wenn ich sie nicht abholte? Würde ich von der Klinik aus das Tagesheim noch rechtzeitig anrufen können, bevor es schloß? Wen sollte ich verständigen? Weil ich wenig Zeit hatte, hatte ich kaum Kontakt zu meinen Nachbarn, und die Mitglieder der Kirche wohnten alle weit weg.
In der Klinikambulanz herrschte Hochbetrieb, und das Personal wollte mich erst telefonieren lassen, wenn die Röntgenaufnahmen fertig waren. Die Krankenschwestern hatten einfach zu viel zu tun, um für mich anzurufen. Bis die Polizei kam, um meine Schilderung des Unfallherganges zu Protokoll zu nehmen, waren vier Stunden vergangen.
Es waren die fünf längsten Stunden meines Lebens, als ich damals in der Klinik lag, während mehrere Leute mir halfen. Dabei hatte ich das Gefühl, daß allein der himmlische Vater mir die Hilfe geben konnte, die ich brauchte. Zum erstenmal im Leben betete ich ununterbrochen um eine einzige Sache, die mir Sorgen machte: meine beiden kleinen Kinder, die allein waren.
„Bitte laß sie wissen, daß mir nichts Schlimmes passiert ist”, betete ich. „Mach, daß sie ruhig bleiben und keine Angst bekommen, gib ihnen Geduld. Bitte sag ihnen, was sie tun müssen.” Ich spürte die Gegenwart des Heiligen Geistes, und ein allumfassender Friede erfüllte mich - genau das Gefühl, das, wie ich betete, meine Kinder erfüllen sollte.
Endlich teilte mir der Arzt mit, daß mir außer einer schmerzhaften Rippenprellung nichts geschehen war, und ich durfte gehen. Die beiden Polizisten boten an, mich nach Hause zu bringen. Viertel nach zehn kamen wir zu Hause an.
Zwei kleine, müde Kinder kamen Hand in Hand aus der Dunkelheit auf das Polizeiauto zu.
„Mama, wo warst du? Warum kommst du so spät? Was ist geschehen? Warum kommst du mit dem Polizeiauto?” fragten sie, sobald wir wohlbehalten in der Wohnung waren.
Ich erzählte ihnen alles und fragte: „Wie seid ihr nach Hause gekommen?”
Mein Sohn sagte: „Wir haben nicht gewußt, warum du nicht gekommen bist und uns geholt hast, da haben wir gedacht, du bist vielleicht spät von der Arbeit fortgekommen, und sind allein nach Hause gegangen. Es ist finster geworden, aber wir konnten nicht rein, wir hatten ja keinen Schlüssel.
Ich hab nicht gewußt, was wir tun sollen, aber da hab ich plötzlich gedacht, wir sollen beten, und wir haben uns auf dem Fußabstreife hingekniet und ich hab gebetet. Dann haben wir eine Weile nach dem Gebet dagesessen und haben nichts geredet, so, wie du’s uns immer gesagt hast, und dann ist etwas Schönes geschehen.
Ich hab gespürt, wie eine große, warme Hand mir über den Kopf gestreichelt hat, und eine freundliche Stimme hat gesagt: ,Eurer Mutter geht es gut, sie wird schon versorgt. Es dauert noch eine Weile, bis sie kommt, und es wird draußen dunkel werden, aber ihr könnt beruhigt sein. Nimm deine kleine Schwester bei der Hand. Bleibt in der Nähe der Wohnung und spielt. Dann wird die Zeit schnell vergehen, bis eure Mutter wieder da ist.’
Ich habe aufgeschaut, um zu sehen, wer mit mir spricht, aber da war niemand, und er hat auch nichts mehr gesagt. Ich hab mich ganz ruhig gefühlt.”
Im Lauf der Jahre habe ich öfters beobachtet, wie mein Sohn, als er älter wurde, mit dieser und jener Schwierigkeit zu kämpfen hatte. In schwierigen Zeiten zweifelt man zuweilen leicht daran, daß es einen lebendigen Gott gibt.
Immer, wenn er Schwierigkeiten hatte, fragte ich ihn: „Weißt du noch, was damals geschah, als ich den Unfall hatte?”
Dann entspannten sich immer seine Züge, und er sagte: „Mutter, es ist wahr, und ich werde es niemals leugnen können.”
Ich bin dankbar dafür, daß mein Sohn an so ein Erlebnis zurückdenken kann. Ich habe auch erfahren, wie wichtig es ist, daß wir unsere Kinder beten lehren. Denken wir an die Worte im 94. Psalm, Vers 9: „Sollte der nicht hören, der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht sehen, der das Auge geformt hat?”
Mette Hansen, Februar 1988

12:59 - 29 March 2008


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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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