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| Mormonen |
David„Es kommt einem gar nicht vor wie im August”, murmelte David, als er sich ins Auto setzte, um an den See zu fahren. Aber als die Mitglieder sich alle am Ufer versammelt hatten, vergaßen wir bald, daß die Sonne zu unserer Feier nicht erschienen war. Mit einem stolzen Lächeln führte mein Mann lose unseren Sohn in das unbewegte Wasser.
Ich sah zu, wie mein Mann das Taufgebet sagte und David sachte im Wasser untertauchte. Als er ihn zu einem neuen Leben aus dem Wasser hob, lächelte auch ich. Mein kleiner Junge schwamm ans Ufer, wo er die Glückwünsche seiner Freunde entgegennahm und sich von uns abrubbeln ließ. Er wirkte gedankenverloren. Dann hob er den Blick, schaute mir in die Augen, lächelte mich groß an und sagte stolz: „So, jetzt bin ich endlich ein Mitglied der wahren Kirche!” Mir ging das Herz über vor Freude und Stolz. Dann kehrten meine Gedanken wie im Traum zurück zu der Zeit acht Jahre zuvor, als der Arzt uns mitgeteilt hatte, daß David, unser neugeborener Sohn, nicht am Leben bleiben würde. Ich hatte damals das Gefühl gehabt, die Erfüllung meines größten Wunsches würde wieder zunichte, bevor ich meinen Sohn noch in den Armen halten konnte. Ich lehnte mich auf gegen dieses grausame Schicksal, und nicht einmal mein Mann konnte meinen Schmerz mildern. Dann fand ich eine Quelle der Hoffnung. Mir wurde klar, daß ich jemanden. um Hilfe bitten konnte, der mächtiger war als die Ärzte. Ich wußte, daß Gott, der uns dieses Kind gesandt hatte, uns würde helfen können. Ich begann stundenlang zu beten. Nach und nach hatte ich das Gefühl, daß sich im Leben unserer Familie etwas ändern würde. Zweieinhalb Monate später erlaubten uns die Ärzte, David mit nach Hause zu nehmen, obwohl sein Zustand immer noch bedenklich war. Aber mein Mann und ich beteten weiter, und das Gefühl, daß sich bald etwas ändern würde, wurde stärker. Zwei Wochen nachdem wir David nach Hause gebracht hatten, mußte er wieder in die Klinik, und die Ärzte suchten uns darauf vorzubereiten, daß er sterben würde. An diesem Tiefpunkt kam endlich die Wende, auf die wir gewartet hatten. Mein Mann hatte einem Arbeitskollegen davon erzählt, dieser sagte, er kenne zwei Missionare, die behaupteten, sie hätten Macht, zu heilen. „Wenn es stimmt, was sie sagen, bitte sie doch, zu uns zu kommen. Wir brauchen sie”, hatte mein Mann daraufhin gesagt. Einige Tage später kamen die Missionare zu uns und nahmen ihre Lektionen durch. Innerhalb weniger Wochen empfingen mein Mann und ich ein Zeugnis vom Buch Mormon und vom wiederhergestellten Evangelium, und wir ließen uns taufen. Ich werde nie vergessen, wie ich unseren kleinen Sohn den Brüdern in die Arme gab, wie sie ihn salbten und ihm seinen ersten Segen gaben. Vom Augenblick dieses Segens an war ich sicher, daß David unter Gottes Schutz stand und daß nichts mehr sein Leben bedrohen konnte. Einige Tage nach dem Segen brachten wir David zur Untersuchung in die Klinik. Als der Kinderarzt die Röntgenbilder ansah, sagte mir seine verwunderte Miene, daß David geheilt war. „Es ist nicht zu glauben. Seine Lunge ist geheilt. Es ist keine Spur von Krankheit zu erkennen …, ein wahres Wunder”, sagte der Arzt staunend. „Ja, ein wahres Wunder”, murmelte ich mit feuchten Augen. Von da an entwickelte sich David ganz normal. Auch sein Zeugnis wuchs, denn er wußte von den Umständen seiner Geburt. Als ich nun in sein strahlendes Gesicht hinabblickte, hatte ich das Gefühl, als habe der Herr mit meinem Sohn etwas Besonderes vor. David spricht oft davon, daß er einmal auf Mission gehen wird. Vorläufig macht uns seine Entscheidung, sich taufen zu lassen, zu den glücklichsten Eltern der Welt. Mari Ramos, Mai 1988 02:24 - 29 March 2008
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