Mormonen
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Der Schokoladenbomber

Nachdem er sich eine ganze Stunde mit ihnen unterhalten hatte, wollte er gehen, aber nach ein paar Schritten wandte er sich um. Diese Kinder waren anders als alle anderen, die er als Soldat getroffen hatte.
„Die meisten Kinder umringten uns und bettelten um Schokolade oder Kaugummi”, berichtete er. „Doch diese Kinder waren anders. Sie hatten so viel durchgemacht — ihre Stadt war praktisch zerstört. Viele hatten im Krieg Angehörige verloren. Und keines von ihnen bettelte um Schokolade oder Kaugummi.”
Er langte in seine Tasche, um zu sehen, ob er etwas fände, was er ihnen dalassen könnte, aber er fand nur zwei Stück Kaugummi. Er steckte sie durch den Zaun und sah zu, wie sie das kleine Geschenk erwartungsvoll entgegennahmen, in noch kleinere Stücke aufteilten, ohne zu streiten, und wie sie, als die Stücke zu klein zum Teilen wurden, das Papier herumreichten, um daran zu riechen.
Als ein Flugzeug vorüberflog, kam Bruder Halvorsen eine Idee. Er sagte den Kindern, daß er am nächsten Tag zurückkommen würde. Wenn sie miteinander teilten, würde er bei seinem nächsten Flug nach Berlin von seinem Flugzeug Schokolade abwerfen.
Die Kinder hatten nur eine Sorge: „Wie erkennen wir Ihr Flugzeug?” fragten sie. Er erwiderte, er würde mit den Flügeln wackeln und dann Fallschirme aus Taschentüchern abwerfen.
Am nächsten Tag warf Bruder Halvorsen den Kindern, die unten warteten, drei Fallschirme mit Schokolade ab. .,Ich konnte die kleine Gruppe an demselben Ort ausmachen, wie ich sie am Tag zuvor getroffen hatte, als wären sie nie nach Hause gegangen. Als wir später am Tag aus Berlin wegflogen, standen sie noch immer da. Diesmal winkten sie uns mit den drei weißen Taschentüchern durch den Zaun.”
Das Unternehmen wurde ein paar Wochen lang in kleinem Rahmen fortgesetzt. Bruder Halvorsen warf bald nicht nur seine eigene Schokoladenration ab, sondern auch, was er von anderen Soldaten seiner Kompanie bekam. Eines Tages fand er im Hauptquartier einen Stoß Briefe an „Onkel Wackelflügel” und an den „Schokoladenflieger” vom Stützpunkt Tempelhof vor. Er war nicht sicher, wie seine Vorgesetzten reagieren würden, und so verließ er das Hauptquartier schnell. Ein paar Tage darauf wurde er jedoch zu seinem Kommandanten gerufen.
Was haben Sie denn getrieben?” fragte der Vorgesetzte. Bruder Halvorsen war völlig überrascht, als der Kommandant ihm mitteilte, daß ein Zeitungsreporter von einem Schokoladenriegel am Kopf getroffen worden war. In allen Berliner Zeitungen hatte es Schlagzeilen darüber gegeben.
Die Deutschen waren begeistert, und das rettete mich vor bösen Folgen.
Mein Kommandant lobte die gute Idee und erlaubte mir, die Schokoladenflüge fortzusetzen”, erzählt Bruder Halvorsen. Die Soldaten spendeten inzwischen nicht nur ihre Schokoladenration, sondern auch Taschentücher. Bald gab es keine Taschentücher mehr, und so wurden Hemdsärmel als Fallschirme verwendet. Schließlich wurden kleine Zettel mit der Bitte angebracht, die Fallschirme zurückzuschicken, damit man sie wieder verwenden könne. Die meisten kamen auch wirklich zurück.
Als das Unterfangen an Ausmaß zunahm, beteiligten sich immer mehr Leute. Im August spielten alle Radiosender im Osten der USA Wunschlieder, wenn man Taschentücher einschickte. Die Bevölkerung wurde über den Rundfunk aufgefordert, Taschentücher in Briefumschlägen nach Frankfurt zu schicken. Am Höhepunkt des Unternehmens trafen jeden zweiten Tag fünf Postsäcke voll Taschentüchern in Frankfurt ein.
Bruder Halvorsen kam nach Deutschland zurück und war vier Jahre lang, von 1970 bis 1974, Kommandant des Luftwaffenstützpunktes Tempelhof. Er ist seither noch öfter dort gewesen und hat sich mit einigen seiner nunmehr erwachsenen „Schokoladenkinder” getroffen. Während seiner Stationierung als Kommandant des Stützpunktes besuchten er, seine Frau und ihre fünf Kinder eine Soldatengemeinde der Kirche. Er ist überzeugt: „Wo immer man arbeitet, kann man ein guter Heiliger der Letzten Tage sein. Man darf nur nicht halbherzig sein, sonst ist man verloren. Man glaubt nicht, wie viele Leute einen beobachten.”
Bruder Halvorsen ist ein lebendes Beispiel für die Worte des Erretters: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.” (Mt 22:39.) Für den amerikanischen Soldaten, den Tausende noch als den Schokoladenbomber und als Onkel Wackelflügel kennen, ist dieses Gebot ein Teil seines Lebens geworden. „Die Leute aus Chicopee Falls in Massachusetts sandten viele große Pappschachteln mit Schokoladenriegeln, die bereits an Taschentüchern befestigt waren”, erinnert sich Bruder Halvorsen.
Auch eine Kinderzeitung, The Weekly Reader, leistete Hilfe. Die Zeitung forderte Schulkinder auf, für deutsche Kinder kleine Spenden einzusenden, und die Reaktion war gewaltig. Schokoladenhersteller in den USA gaben Beiträge. Insgesamt wurden 3000 kg Schokolade verschickt. Ein großer Teil wurde für Weihnachten aufgehoben und an Westberliner Kinder verteilt.
Bruder Halvorsen berichtet, daß manche Kinder ihm spezielle Wünsche schrieben. „Ich bekam einen Brief mit einem hübsch gezeichneten Plan. Das kleine Mädchen schrieb, ihr Haus sei das weiße mit den Hühnern im Hinterhof und sie würde um 2 Uhr auf mich warten. Ich konnte das Haus nicht finden, und so schickte ich ihr ein Paket per Post.”
Als er zwanzig Jahre später als Kommandant des Stützpunktes nach Tempelhof zurückkehrte, schrieb ihm dasselbe Mädchen wieder. Sie war inzwischen erwachsen, hatte selbst Kinder und lud ihn in dasselbe Haus, das er damals nicht hatte finden können, zum Essen ein.
Einen anderen Brief bekam Bruder Halvorsen von einem kleinen Jungen namens Peter Zimmermann, der im Krieg beide Eltern verloren hatte. Er fragte den Schokoladenbomber, ob er niemand in Amerika wüßte, der ihn adoptieren würde. Bruder Halvorsen half, eine Familie in Pennsylvanien ausfindig machen, die Peter bei sich aufnahm.
Bruder Halvorsen kam nach Deutschland zurück und war vier Jahre lang, von 1970 bis 1974, Kommandant des Luftwaffenstützpunktes Tempelhof. Er ist seither noch öfter dort gewesen und hat sich mit einigen seiner nunmehr erwachsenen „Schokoladenkinder” getroffen. Während seiner Stationierung als Kommandant des Stützpunktes besuchten er, seine Frau und ihre fünf Kinder eine Soldatengemeinde der Kirche. Er ist überzeugt: „Wo immer man arbeitet, kann man ein guter Heiliger der Letzten Tage sein. Man darf nur nicht halbherzig sein, sonst ist man verloren. Man glaubt nicht, wie viele Leute einen beobachten.”
Bruder Halvorsen ist ein lebendes Beispiel für die Worte des Erretters: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.” (Mt 22:39.) Für den amerikanischen Soldaten, den Tausende noch als den Schokoladenbomber und als Onkel Wackelflügel kennen, ist dieses Gebot ein Teil seines Lebens geworden.
Babuzanne Park, Januar 1984

01:25 - 29 March 2008


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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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