Ich stand im Flur des Gemeindehauses und plauderte nett mit einer neuen Schwester, die vor kurzem in unsere Gemeinde gezogen war. Als FHV-Leiterin hatte ich die Aufgabe. alle neuen Schwestern zu begrüßen und sie unserer Liebe zu versichern. Als ich mich wenige Augenblicke später abwandte, um mich anderen dringenden Angelegenheiten zu widmen, hatte ich das unbehagliche Gefühl, daß mit dieser Schwester nicht alles in Ordnung sei, doch tat ich dies als Einbildung ab.
Zwei Wochen später - ich war gerade bei der Hausarbeit – kamen die folgenden Worte: .,Geh und sprich mit Schwester …” Ich antwortete, indem ich laut sagte: „Was soll ich ihr sagen?” Und es kam die Antwort: „Sag ihr, ich habe dich gesandt.” Ich wußte, diese Worte kamen vom Herrn, und ich konnte die Eingebungen des Geistes nicht unbeachtet lassen.
Am nächsten Sonntag suchte ich diese Schwester und bat sie um ein Gespräch unter vier Augen. Was sollte ich ihr sagen? Die Worte des Geistes zu wiederholen erschien mir ziemlich theatralisch, und ich fragte mich, ob mir meine Sinne nicht einen Streich gespielt hatten. „Ich glaube, etwas ist nicht in Ordnung”, sagte ich schließlich. „Der Herr hat mich zu Ihnen gesandt.” Zu meiner Verwunderung stiegen ihr Tränen in die Augen und liefen ihr die Wangen hinab – keine Tränen des Selbstmitleids, sondern der Freude und Dankbarkeit.
„Seit zwei Monaten frage ich den Herrn, mit wem ich über meine Schwierigkeiten sprechen soll”, erklärte sie.
Ich konnte ihr direkt in die Augen sehen und sagen: „Schwester, ich weiß zwar nicht, was Sie für Schwierigkeiten haben, aber ich weiß, daß Sie darüber mit mir sprechen sollten.”
Als sie dann erzählte, warum sie sich unglücklich fühle, wurde mir klar, daß ich gerade die Schwester war, die sich in ihre Schwierigkeiten hineinversetzen konnte. Da ich etwas Ähnliches erlebt hatte, konnte ich ihr Mut machen und Anteil nehmen. Zwar erkenne ich an, daß gewisse vertrauliche Angelegenheiten selbstverständlich an den Bischof zu verweisen sind – er hat die Weisheit und die Vollmacht dafür, doch hat mich diese Begebenheit daran erinnert, daß man in anderen Angelegenheiten einfach dadurch Erleichterung verschaffen kann, daß man verständnisvoll zuhört. Auch bei anderen Gelegenheiten hat mich der Geist angewiesen, in ähnlicher Weise meine Hilfe anzubieten. Immer wenn dies geschieht, bin ich davon überrascht, und ich staune über die Ergebnisse. Wie soll der Herr aber sonst seine Arbeit ausführen, wenn nicht dadurch, daß er sich derer bedient, die auf ihn hören und gehorchen?
Kathleen Scott, November 1981
Zwei Wochen später - ich war gerade bei der Hausarbeit – kamen die folgenden Worte: .,Geh und sprich mit Schwester …” Ich antwortete, indem ich laut sagte: „Was soll ich ihr sagen?” Und es kam die Antwort: „Sag ihr, ich habe dich gesandt.” Ich wußte, diese Worte kamen vom Herrn, und ich konnte die Eingebungen des Geistes nicht unbeachtet lassen.
Am nächsten Sonntag suchte ich diese Schwester und bat sie um ein Gespräch unter vier Augen. Was sollte ich ihr sagen? Die Worte des Geistes zu wiederholen erschien mir ziemlich theatralisch, und ich fragte mich, ob mir meine Sinne nicht einen Streich gespielt hatten. „Ich glaube, etwas ist nicht in Ordnung”, sagte ich schließlich. „Der Herr hat mich zu Ihnen gesandt.” Zu meiner Verwunderung stiegen ihr Tränen in die Augen und liefen ihr die Wangen hinab – keine Tränen des Selbstmitleids, sondern der Freude und Dankbarkeit.
„Seit zwei Monaten frage ich den Herrn, mit wem ich über meine Schwierigkeiten sprechen soll”, erklärte sie.
Ich konnte ihr direkt in die Augen sehen und sagen: „Schwester, ich weiß zwar nicht, was Sie für Schwierigkeiten haben, aber ich weiß, daß Sie darüber mit mir sprechen sollten.”
Als sie dann erzählte, warum sie sich unglücklich fühle, wurde mir klar, daß ich gerade die Schwester war, die sich in ihre Schwierigkeiten hineinversetzen konnte. Da ich etwas Ähnliches erlebt hatte, konnte ich ihr Mut machen und Anteil nehmen. Zwar erkenne ich an, daß gewisse vertrauliche Angelegenheiten selbstverständlich an den Bischof zu verweisen sind – er hat die Weisheit und die Vollmacht dafür, doch hat mich diese Begebenheit daran erinnert, daß man in anderen Angelegenheiten einfach dadurch Erleichterung verschaffen kann, daß man verständnisvoll zuhört. Auch bei anderen Gelegenheiten hat mich der Geist angewiesen, in ähnlicher Weise meine Hilfe anzubieten. Immer wenn dies geschieht, bin ich davon überrascht, und ich staune über die Ergebnisse. Wie soll der Herr aber sonst seine Arbeit ausführen, wenn nicht dadurch, daß er sich derer bedient, die auf ihn hören und gehorchen?
Kathleen Scott, November 1981



