Mormonen
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Dem Tornado entronnen

Als die Führer der Kirche ankündigten, daß in Madison in Wisconsin eine Gebietskonferenz abgehalten werden sollte, wußten wir, daß wir dort sein würden, obwohl wir das Geld für die Reise von 240 Kilometern nicht hatten. Und tatsächlich: Zwei Wochen später sagte der Chef meines Mannes, er brauche jemand, der einen Lastwagen nach Madison fahren würde. Von dem zusätzlichen Einkommen konnten wir unsere Ausgaben bestreiten.
Ich verfahre mich schon leicht, wenn ich nur einkaufen fahre. Als mein Mann aber sagte, ich solle mit den Kindern dem Lastwagen in unserem Auto folgen, wußte ich, daß alles gutgehen würde.
Die Fahrt nach Madison verlief ohne Zwischenfälle. Die Konferenz war eine großartige Segnung, die uns einander und dem Erretter näherbrachte.
Auf der Rückreise gerieten wir in ein schweres Gewitter und verloren den Lastwagen wegen der schlechten Sicht zehn Minuten aus den Augen. Wir hielten an und baten den Vater im Himmel, er möge uns wissen lassen, wo wir abbiegen müßten. Innerhalb von fünf Minuten waren wir wieder direkt hinter meinem Mann. Der Sturm hatte aber noch nicht nachgelassen, und da uns der Regen die Sicht nahm, verloren wir einander wieder aus den Augen. Ein zweites Gebet veranlaßte uns, eine Ausfahrt zu nehmen, die zu einer wenig befahrenen Nebenstraße führte. Wir waren nun praktisch isoliert, denn wir fuhren durch unbekanntes Gebiet, und das Unwetter wurde immer schlimmer. Ich hatte keine Karte und wußte überhaupt nicht, wie wir nach Hause finden sollten – und wir hatten noch mehrere Stunden Fahrt vor uns. Trotzdem fühlte ich eine innere Ruhe, die mich veranlaßte weiterzufahren.
Dreißig Minuten später war der Himmel pechschwarz, und auf unser Auto ging ein wahrer Wolkenbruch nieder. Die Kleinen waren ängstlich, obwohl ich ihnen immer wieder beteuerte, daß alles gutgehen würde. Ich versprach ihnen, beim nächsten Haus oder Geschäft würden wir anhalten und uns erkundigen, ob wir wirklich auf der richtigen Straße seien. Sie fürchteten sich aber noch mehr, als uns die Leute sagten, aus der Richtung, in die wir führen, würde ein Tornado gemeldet, und es wäre töricht, auf dieser Straße weiterzufahren.
Die Kinder waren sehr unruhig, und wir beteten noch einmal. Wir dankten dem Herrn für die zwei begeisternden Konferenztage und dafür, daß wir sie zusammen erleben durften. Auch dankten wir für das Priestertum. Wir beteten, die Kinder mögen getröstet werden und fühlen, daß der Vater im Himmel sie liebt und ihnen Sicherheit gibt.
Dann fuhren wir weiter, und ich kam zu dem Schluß, daß wir singen sollten. Wir fingen mit fröhlichen Scherz- und Volksliedern an. Schließlich sangen wir Kirchenlieder. Wenige Minuten nachdem wir mit Kirchenliedern begonnen hatten, breitete sich ein wunderbarer Frieden im Auto aus, und ein Kind nach dem anderen sank in ruhigen Schlaf.
Wunderbar war der Frieden, als ich weitersang. Dabei merkte ich die ganze Zeit, daß ich auf den schwärzesten Sturm zufuhr, den ich je gesehen hatte. Ich fühlte, wie mir der Geist zuflüsterte, ich solle geradeaus weiterfahren. Die Luft schien ganz still, und die einzigen Geräusche im Wagen waren meine Herzschläge und das ruhige Atmen der Kinder. Noch nie hatte ich solche Stille wahrgenommen. Plötzlich wurde es ringsherum schwarz, und ein alles verhüllender Regen und Böen von schrecklicher Gewalt trafen das Auto. Mir stockte der Atem. Da hörte ich, wie in meinem Innern ein himmlischer Chor erklang. Er sang die bekannten Zeilen:

„Wenn Wolken der Trübsal
uns ängst'gen,
Den Frieden des Lebens bedrohn, Dann blicken wir auf zu dem Himmel,
Denn er ist, o Vater, dein Thron.” (Gesangbuch, Nr. 67)

Tiefer Frieden erfüllte mich, der mich nahezu überwältigte. Ich merkte wieder einmal, daß ich gerade eine persönliche Offenbarung empfing.
Wir gelangten sicher nach Hause. Der Tornado hatte alles zerstört, was auf seinem Weg lag. Anhand der Nachrichten stellten wir fest, daß mein Mann ihm nur wenige Minuten voraus gewesen war, und ich wäre mitten hineingeraten, wenn der Geist mich nicht zu einer anderen Straße gelenkt hätte. Ich war dankbar für die so erlangte feste Gewißheit, daß der Vater im Himmel seine Kinder wahrhaft kennt und liebt, daß er sozusagen die ganze Straßenkarte überblickt und uns sicher zu unserem Ziel leitet, wenn wir nur auf ihn hören.
Kathy Wilcox, Mäz 1982

04:53 - 30 March 2008


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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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