Mormonen
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Auf Tonga

In einer Mission in Tonga habe ich zuerst mit einem einheimischen Mitarbeiter auf einer sehr kleinen Insel mit nur etwa siebenhundert Einwohnern gearbeitet. Das Missionieren enttäuschte uns sehr, da uns kaum jemand einlassen wollte. Manche Leute luden uns zum Essen ein, sagten aber: „Wir lassen euch bei uns essen, solange ihr nicht über eure Kirche redet oder uns Religion aufschwatzen wollt.”
Ein Dorf schien besonders feindselig zu sein. Oft gingen wir den ganzen Tag von Tür zu Tür und wurden nirgendwo eingelassen. Dann kamen wir eines Tages doch in ein Haus hinein. Die Familie war nett und lud uns wieder ein. Wir gingen immer wieder hin. Als wir die vierte Missionarsdiskussion durchnahmen, hatten sie viele Fragen, und es wurde an dem Abend sehr spät, bis wir fertig waren.
Das Haus dieser Familie stand direkt am Rand eines Dschungelstreifens. Unser Haus lag auf der anderen Seite, drei Kilometer entfernt. Es führte ein schmaler Pfad durch den Busch, auf dem wir normalerweise nach Hause gingen. Wir waren erst dreißig Meter von der Tür entfernt, als plötzlich hinter den Bäumen eine Gruppe von acht bis zehn kräftigen jungen Tongaer auftauchten. Sie hatten Prügel, Steine und zerbrochene Flaschen in der Hand und waren offensichtlich betrunken. Sie bildeten eine Art Halbkreis und kamen immer näher. Da stieß mein einheimischer Mitarbeiter mich hinter sich und sagte: „Ich zähle bis drei. Wenn ich drei sage, brülle ich, so laut ich kann, und springe mitten auf sie los. Du drehst dich um und rennst so schnell du kannst durch den Busch nach Hause. Es ist finster, und bis sie merken, daß du weg bist, bist du schon fast zu Hause.”
„Das kann ich nicht”, antwortete ich (obwohl es verlockend klang). Er erwiderte: „Ich bin hier der Senior. und du tust, was ich sage. Wozu soll es uns denn beiden an den Kragen gehen?” Dann fing er an: „Eins, zwei...”
Glücklicherweise kam er nicht bis drei, und ich brauchte die Entscheidung nicht zu treffen. Bei zwei ertönte nämlich hinter uns ein gewaltiges Krachen, und aus dem Busch trat der Mann, den auf der Insel alle am meisten fürchteten. Er war der Schlimmste von allen.
Mein erster Gedanke war: „Das wars — jetzt sind wir umzingelt.”
Er ging aber an uns vorbei und stellte sich vor uns. Er starrte die jungen Männer an und sagte: „Diese Männer stehen unter meinem Schutz. Wer sie anrührt oder auch nur etwas Schlechtes über sie sagt, kriegt es mit mir zu tun.”
Blitzschnell waren sie alle so leise in der Finsternis verschwunden, wie sie aufgetaucht waren.
Während wir mit unserem Beschützer nach Hause gingen, fragten wir ihn: „Warum haben Sie das getan? Warum haben Sie uns geholfen?”
Er erklärte es uns: „Irgend jemand, ich glaube ein Geistlicher, hat uns heute abend zusammengerufen und uns selbstgemachtes Bier spendiert und vorgeschlagen, wir sollten die Mormonenmissionare verjagen und dafür sorgen, daß sie nicht wieder zurückkommen. Ich war dabei, und als ich den Namen ,Mormonen' hörte, wurde tief in mir ein Gefühl wieder lebendig.”
Er erzählte uns dann folgende Geschichte: „Ich habe meine richtigen Eltern nicht gekannt, sondern bin bei irgendwelchen Verwandten aufgewachsen. Alles, was schiefging, wurde mir in die Schuhe geschoben. Niemand wollte mich wirklich haben. Als ich ungefähr zehn Jahre alt war, kam ich auf die Insel Vava'u. Da habe ich zwei junge Männer kennengelernt, die Englischunterricht gaben. Sie haben weiße Hemden und Krawatten getragen. Alle anderen haben mich nur herumgestoßen, aber sie nicht. Sie haben mich gefragt, ob ich in ihren Unterricht kommen wollte. Sie haben mir Liebe und Anteilnahme erwiesen, etwas, was ich bis dahin überhaupt nicht kannte.
Kurz danach bin ich auf diese Insel zurückgekommen und hatte keinen Kontakt mehr mit der Kirche. Hier gab es keine Missionare und auch keine Mitglieder, soweit ich wußte. Im Laufe der Jahre habe ich dann nicht mehr an sie gedacht Als aber der Geistliche von den Mormonenmissionaren gesprochen hat, fiel es mir wieder ein: Mormonenmissionare sind keine schlechten Leute, sie sind gut. Sie haben mich liebgehabt; sie haben mir geholfen; sie waren gütig zu mir. Ich habe überlegt, was ich tun sollte. Dann habe ich mir gedacht: ,Ich bleibe einfach in der Nähe ihres Hauses und beschütze sie.”'
John H. Groberg, Juli 1984

06:00 - 31 March 2008


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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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