Mormonen
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Auf der Robinson-Crusoe-Insel

Mein Zuhause ist die Robinson-Crusoe-Insel, ein kleiner Fleck im Pazifik – ungefähr 365 Seemeilen westlich von Chile. Die Insel wurde nach einem Roman aus dem 18. Jahrhundert benannt; dort wird von einem Seemann erzählt, der auf eine einsame Insel verschlagen wurde und dort viele Jahre zubrachte. Auf der Robinson-Crusoe-Insel leben 500 Menschen. Und es gibt dort sogar einen Zweig der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, dem etwa 60 Mitglieder und zwei Vollzeitmissionare angehören.
Um zu unserer Insel zu gelangen, muß man drei Stunden mit dem Flugzeug fliegen und zwei oder noch mehr Tage mit dem Boot fahren. Obwohl die Insel reich an natürlichen Rohstoffen ist, sind die Inselbewohner, was ihre Versorgung mit Lebensmitteln betrifft, doch auf Boote angewiesen. Viele haben auch gelernt, auf den Herrn zu vertrauen, denn die Erfahrung hat ihnen gezeigt, daß der Herr seine Kinder lieht und ihr Beten erhört.
Dies ist mir besonders bewußt geworden, als mein älterer Bruder Adrian einmal operiert werden mußte. Aber die Möglichkeiten der medizinischen Versorgung hier auf der Insel sind begrenzt, und deshalb mußte er seine Frau und seine Kinder verlassen und mir dem Flugzeug zum Festland fliegen. Er wollte zuerst nicht, weil er Angst hatte, das kleine Flugzeug könne abstürzen, aber schließlich half alles nichts mehr – er mußte fliegen. Mit an Bord befanden sich der Pilot und zwei Fernsehreporter.
Als ich das Flugzeug über mir hörte, schickte ich Adrian einen kurzen Gruß hinauf: „Du brauchst keine Angst zu haben, Adrian. Der himmlische Vater wird dich beschützen.” Dennoch fühlte ich mich gedrängt, in mein Zimmer zu gehen und um Schutz für Adrian zu beten.
Ich lag noch auf den Knien, als mein Mann hereinkam. „Ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll”, begann er.
„Was sagen?”
„Adrians Flugzeug ist abgestürzt. Wir wissen noch nicht, ob jemand den Absturz überlebt hat.”
Glücklicherweise überlebten alle vier Flugzeuginsassen den Absturz. Sie wurden von Fischern gerettet und so schnell wie möglich zur Insel zurückgebracht, wo sie in Sicherheit waren. Alle Bewohner kamen zum Empfang an den Strand. Wir klatschten voller Erleichterung und Freude in die Hände und vergossen manche Träne.
Am nächsten Tag besuchten mich die beiden Reporter an meinem Arbeitsplatz und erzählten mir, was geschehen war. Als das Flugzeug ins Trudeln geriet, befahl der Pilot, daß sie die Fenster einschlagen und so viel wie möglich von dem hinauswerfen sollten, was sich an Bord befand. Koffer, Kameras, Schuhe – alles wurde geopfert, damit das Flugzeug nach dem Aufprall so lange wie möglich an der Oberfläche trieb. Der Pilot gab noch ein paar letzte Anweisungen, und dann schnallten sich alle an.
Da begann Adrian laut zu beten. Er sagte dem Herrn, daß er das Gefühl habe, alle an Bord hätten noch wichtige Aufgaben zu erfüllen. Alle hatten eine Familie mit kleinen Kindern. Er bat den Herrn, ihnen noch eine Chance zu geben.
Als er zu Ende gebetet hatte, begann er, eins unserer Kirchenlieder zu singen: „Der Herr ist mein Licht; ich fürchte kein Leid.” (Gesangbuch, Nr. 21.) Die Reporter erzählten, daß sie das Lied zwar nicht kannten, aber trotzdem mitsangen. Das Lied und Adrians Gebet entfachten in ihnen die Hoffnung, vielleicht doch am Leben zu bleiben.
Ein paar Sekunden nach dem Aufprall sank das Flugzeug wie ein Stein. Aber diese wenigen Sekunden genügten. Es gelang ihnen, die Tür zu öffnen und ein Schlauchboot ins Wasser zu lassen. Als das Fischerboot sie aus dem Wasser geholt hatte, sah irgend jemand einen Koffer auf den Wellen schwimmen. Es war Adrians Koffer, und darin befanden sich unter anderem die Zehntengelder unseres Zweiges, die er den Führern der Kirche auf dem Festland hatte überbringen sollen. Außer den vier Männern und dem einen Koffer konnte nichts gerettet werden.
Obwohl wir an einem der abgelegensten Orte überhaupt wohnen, wissen wir, daß sich der himmlische Vater um uns kümmert. Wir haben seine allmächtige Hand gespürt, und er hat unser Beten erhört.
Patricia Covarubias Solar, März 1995

08:34 - 23 April 2008


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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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