Mormonen
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Eine Kraft - größer als ich

Ich wohne in Taipeh in Taiwan. Als ich dort zusammen mit einer anderen Schwester als Sonntagsschullehrerin für die Jungen Erwachsenen eingesetzt wurde, verhieß mir mein Bischof, der Heilige Geist werde mir helfen, wenn ich ihn brauchte. Damals war mir nicht bewußt, wie wichtig diese Verheißung eines Tages für mich sein sollte.
Weil ich zu den Jüngeren in der Klasse gehörte, war ich nervös und empfand es deshalb sehr hilfreich, eine Mit-Lehrerin zu haben. Eine Woche unterrichtete sie, die nächste Woche ich. Ich bereitete meinen Unterricht immer sorgfältig vor, und die Jungen Erwachsenen sagten mir, daß sie gerne daran teilnähmen. Deshalb dachte ich, ich hätte alles im Griff.
Aber dann ging ich eines Sonntags zum Unterricht und mußte feststellen, daß meine Mit-Lehrerin nicht da war. Dabei hätte sie den Unterricht halten sollen. Blaß vor Schreck lief ich zum Telefon, um sie anzurufen.
„Es tut mir leid”, sagte sie schläfrig. „Wie spät ist es denn? Ich muß wohl verschlafen haben." Sie lag noch im Bett, und dabei hätte der Unterricht schon längst anfangen sollen.
Als ich über den Flur zurück ins Klassenzimmer ging, sah ich den Pfahlpräsidenten lächelnd auf mich zukommen. „Meine Frau und ich würden heute gerne Ihren Unterricht besuchen", sagte er fröhlich. Zu überrascht, um ihm zu antworten, nickte ich nur leise mit dem Kopf und quälte mir ein schwaches Lächeln ab. Ich aber konnte an nichts anderes denken als an die Lektion, die – soweit ich mich noch erinnern konnte – auf 3 Nephi, Kapitel 15 bis 19, aufbaute.
Sieben Minuten Unterrichtszeit waren bereits verstrichen, als ich den übervollen Raum betrat. Die Klassenpräsidentin sprach ein Gebet, und dann schlug ich mit zitternden Händen das Buch Mormon auf. Eigentlich hatte ich die Teilnehmer Zeugnis geben lassen wollen, weil mir sonst nichts anderes eingefallen war. Aber als ich anfing, aus der heiligen Schrift vorzulesen, spürte ich eine Kraft – größer als ich –, die mir half, die passenden Verse für den Unterricht auszuwählen. Mir wurde die Zunge gelost, genauso wie der Herr es Oliver Cowdery verheißen hatte: „Und zu allen Zeiten und an allen Orten soll er den Mund auftun und mein Evangelium wie mit Posaunenstimme verkünden, Tag und Nacht. Und ich will ihm Kraft geben, wie sie unter Menschen unbekannt ist.`(LuB 24:12.)
Noch niemals zuvor war ich so von Demut erfüllt gewesen. Ich wußte, daß nicht ich unterrichtete, sondern der Heilige Geist. Mir war, als sei ich des Herrn Instrument, mit dessen Hilfe er den Klassenraum mit herrlicher Musik erfüllte. Ich war so überwältigt, daß mir die Knie ganz weich wurden.
Voller Freude las ich mit den Teilnehmern, wie der Erretter den Nephiten im Rahmen seiner Belehrungen sagte: „Gesegnet seid ihr wegen eures festen Glaubens. Und nun siehe, meine Freude ist voll.
Und als er diese Worte gesagt hatte, weinte er.” [3. Nephi 17:20,21)
Im Raum war es ganz still, und jeder hatte Tränen in den Augen.
Für mich bedeutete die Stelle, die wir gelesen hatten, mehr als nur Worte. Vor meinem inneren Auge sah ich den Erretter und seine getreuen Jünger, die sich um ihn versammelt hatten. Ich konnte spüren, daß er uns und daß wir ihm nahe waren.
Schließlich las ich noch das Gebet vor, das der Erretter für die Nephiten gesprochen hatte, und in dem er den Vater bat, daß sie um ihres festen Glaubens willen „in mir rein gemacht werden, damit ich in ihnen sei, wie du, Vater, in mir bist, damit wir eins seien, damit ich in ihnen verherrlicht werde” (3. Nephi 19:29). „Denken Sie einmal darüber nach”, forderte ich die Teilnehmer auf, „der Erretter kann in uns verherrlicht werden, wenn wir uns rein machen und eins mir ihm werden. Welch große Segnung!”
Und dann mußte ich weinen.
Mit diesem Erlebnis hatte sich die Verheißung des Bischofs erfüllt. Mir war deutlich geworden, daß der Herr uns sehr liebt und daß der Heilige Geist immer da ist, um uns zu helfen, vorausgesetzt, wir sind würdig und halten uns an die Ratschläge derjenigen, die in Rechtschaffenheit über uns präsidieren.

Cassandra Lin Tsai, Mai 1994

06:14 - 27 April 2008


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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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