Mormonen
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Ene Geburtstagsüberraschung
„Es war, als sagte die leise, feine Stimme in meinem Innern: ,Laß meinen Sohn einsteigen und bring ihn nach Hause.' "

Ein kalter, garstiger Regen prasselte herab. Meine 14jährige Tochter Holly war in einer 13 Kilometer entfernten Stadt beim Zahnarzt bestellt.
„Nun komm schon, Holly”, drängte ich. Meine Stimme klang ungeduldig. „Ich muß rechtzeitig wieder zu Hause sein.” Ich hatte nämlich noch viel zu tun.
Das Warten beim Zahnarzt dauerte ungewöhnlich lange. Es war schon Mittag, als Holly fertig war. Wir hatten beide Hunger, und so hielten wir bei einem nahegelegenen Restaurant an, um einen Imbiß einzunehmen. Dann machten wir uns auf den Heimweg.
Plötzlich tauchte die Gestalt eines älteren Mannes vor mir auf, der ganz verloren am Straßenrand stand. Er trug einen alten Filzhut, der sich mit Wasser vollgesogen hatte, und stützte sich mit der einen Hand auf einen Stock, während er im linken Arm einen durchnäßten Beutel mit Lebensmitteln hielt, aus dem oben etwas Brot herausschaute. Im Gedränge wurde er vorwärts gestoßen; dabei versuchte er tapfer, seinen Einkaufsbeutel festzuhalten und die Straße zu überqueren, die vom Regenwasser überflutet war und auf der dichter Verkehr herrschte.
In diesem Augenblick schien der Heilige Geist mein Herz mit Wärme und Güte zu erfüllen, und es war, als sagte die leise, feine Stimme in meinem Innern: „Laß meinen Sohn einsteigen und bring ihn nach Hause.”
Im ersten Augenblick wehrte ich mich dagegen und dachte: „Ich nehme nie Fremde mit; das ist mir zu gefährlich.” Die Eingebung kam jedoch wieder, und so fuhr ich an den Bordstein heran und hielt an. Ich drehte die Scheibe herunter und sagte, während mir Wind und Regen ins Gesicht schlugen: „Hallo, haben Sie einen weiten Weg?”
Er erwiderte: „Ich brauche nur diese Straße zu überqueren. Ich wohne bloß ein paar Häuser weiter auf der anderen Seite.”
Ich lächelte und sagte: „Schnell, steigen Sie ein.” Dankbar kam er der Aufforderung nach. Inzwischen hatte sich der Verkehr gestaut und ein Hupkonzert eingesetzt. Einen Augenblick saß ich hilflos da und wußte nicht, wie ich zur anderen Fahrbahn gelangen sollte, um den Mann in die entgegengesetzte Richtung zu bringen. Wie durch ein Wunder hielten mehrere Wagen an und winkten mir zu, damit ich vor ihnen wendete. Als wir von der Straße abbogen, um sein Haus zu erreichen, sagte er: „Oh, haben Sie vielen, vielen Dank. Wie freundlich von Ihnen! Meine Frau hat sich im vorigen Jahr die Hüfte gebrochen, und als ich sie vor einigen Wochen wieder nach Hause holen wollte, rutschte sie aus und brach sich die andere Hüfte. Wir sind gerade erst in dieses Haus hier draußen gezogen, und ich bin Mädchen für alles.”
Als er ausstieg, drehte er sich um und sagte sanft, ja, fast verschämt: „Wir würden uns freuen, wenn Sie uns einmal besuchten. Wir freuen uns so, wenn uns jemand Gesellschaft leistet.”
Ein plötzliches Gefühl des Mitleids machte mir klar, daß sie einsam waren und er das Bedürfnis nach Kontakt mit anderen Menschen hatte. Er brauchte jemanden, der seine bettlägerige Frau aufmunterte. Mit einemmal kehrte das warme Gefühl, vom Heiligen Geist ausgehend, zurück, und jetzt, als ich Eingebungen erhielt, die dieses Ehepaar betrafen, kam ich mit einer besonderen Kraft in Verbindung, die ich nie zuvor gekannt hatte. Worte können nicht beschreiben, was ich empfand, als mich der Heilige Geist erfüllte und mir eingab, was ich tun sollte. Schweigend kamen wir in unserem Ort an, wo ich zum Kaufhaus fuhr und etwas einkaufte. Als wir zu Hause anlangten, sagte ich: „Holly, möchtest du dich mit mir zum Beten niederknien?” Sie nickte, und so ließen wir uns, ohne zu zögern, auf die Knie fallen und beteten, der Herr möge uns beim Erfüllen dieser seltsamen Aufgabe führen, denn ich wollte keinen Fehler machen. Wohl hatte ich schon anderen Menschen Weihnachtsbescherungen bereitet und bedürftigen Familien geholfen, doch die Gegenstände, die ich für dieses Ehepaar ausgewählt hatte, hätte man normalerweise nicht Menschen geschenkt, die man überhaupt nicht kennt. Unter anderem hatte ich folgendes ausgesucht: eine Bettdecke, einen Blumenstrauß, eine Lampe und ein kleines Nachtlämpchen, ein Heilmittel gegen Katarrh und eines gegen Husten, eine Plastikschüssel zum Waschen, einen Wasserbehälter, Zeitschriften und sehr sorgfältig ausgewählte Lebensmittel für eine Woche — einige Fleischwaren, aber hauptsächlich Artikel aus meinem eigenen Speiseschrank.
Als ich mit der leuchtend weinroten Bettdecke ins Zimmer kam, wollte es Holly fast nicht glauben. „Eine Bettdecke?! Aber Mutti, du machst wohl nur Spaß!” Dennoch hatte ich das Gefühl, daß ich sie mitnehmen sollte, und so handelte ich entsprechend. Zufrieden damit, daß wir alles zusammen gerichtet hatten, was wir brauchten, knieten wir noch einmal nieder und baten den Herrn, er möge uns sicher zurück zum richtigen Haus führen und uns bei diesem Unterfangen leiten.
Vor jenem Haus zögerten wir einen Augenblick, und ich schlug vor, die Sachen im Auto zu lassen und die Lage erst einmal zu sondieren, denn ich fühlte mich unsicher und ängstlich. Nachdem ich angeklopft hatte, sagte die lieblichste Stimme, die ich je gehört habe: „Wer ist da, bitte?”
Ich sagte: „Haben Sie keine Angst. Ich bin die Frau, die Ihren Mann vor ein paar Stunden nach Hause gebracht hat.”
Da bat sie uns einzutreten, und wir gingen durch die Wohnung in ihr Schlafzimmer. Dort lag eine reizende ältere Dame in ihrem Bett. Ihr Gesicht war von Leid gezeichnet, und ich merkte sogleich, daß Schmerzen ihr nicht unbekannt waren. Ich lächelte und erklärte ihr den Grund meines Besuchs: „Nachdem wir Ihren Mann nach Hause gebracht hatten, hatte ich das starke Gefühl, daß ich einiges für Sie einkaufen sollte, was Sie brauchen.” Sie schien zu verstehen, daher fuhr ich fort: „Mein Gefühl sagte mir ganz deutlich, daß Sie eine Bettdecke brauchen; sie war das erste, was ich auf meine Liste gesetzt habe.” Holly holte inzwischen die Sachen aus dem Auto, und als ich der Dame die Bettdecke gab, wurden ihre Augen vor Freude und Erwartung ganz groß.
„Oh”, rief sie aus, „ich habe es so satt, hier immer dazuliegen ohne eine schöne Bettdecke, und ich habe immer wieder um eine gebetet.” Holly brachte die Blumen herein, und diese liebenswerte Frau bedeckte das Gesicht mit den Händen und lugte durch die Finger hindurch, während wir ihr einen Gegenstand nach dem anderen überreichten. Nun kam auch ihr Mann, der draußen gewesen war, dazu, und die nächste halbe Stunde brachte dem Ehepaar eine Bescherung, als würde man Kindern eine Weihnachtsüberraschung bereiten. Entzückt schauten wir zu, wie der Mann die Nachtlampe ergriff und sagte: „Oh, die ist für mich! Nun kann ich endlich etwas sehen, wenn ich nachts ins Badezimmer will.”
„Aber Liebling, ich brauche auch eine Lampe”, sagte sie. „Ich kann ja nicht einmal lesen.”
„Und ob Sie können”, platzte ich heraus und zeigte ihr die Lampe und die Zeitschriften.
Später erklärten sie, daß ihre Rentenanweisungen beim Umzug bei der Post verlorengegangen seien und daß sie eine Woche Hilfe brauchten, bis neue einträfen. Die Frau erzählte, sie habe gespürt, daß ein Erkältung im Anzug sei, doch habe ihr Mann vergessen, die notwendige Arznei zu besorgen, und die Erschütterung des Hustens verursache Schmerzen in den Hüften. Es sah so aus, als wäre jeder Artikel auf unserem Einkaufszettel nicht nur notwendig, sondern das Beste, was wir überhaupt für sie auswählen konnten.
Schließlich fragten sie, ob wir einer Kirche angehörten. Holly und ich lächelten; wir freuten uns, daß unsere erste Gelegenheit gekommen war, die „goldenen Fragen” zu stellen. „Wissen Sie etwas über die Mormonenkirche?” Nein, darüber wußten sie nichts. Wir erzählten ihnen, daß wir erst vor ganz kurzer Zeit zur Kirche bekehrt worden waren und schilderten die Wiederherstellung des Evangeliums. Ich sagte ihnen, daß ich 48 Jahre nach dem wahren Evangelium gesucht hätte und daß wir jeden Tag mehr darüber lernten. Wir fragten auch, ob wir ihnen Missionare schicken dürften, damit sie ihnen das Evangelium brächten und ihnen den Erlösungsplan des Herrn mitteilten, und sie antworteten, daß sie sich darüber freuen würden.
Bevor wir gingen, wandte sich die Dame ihrem Mann zu und sagte mit sanftem Tadel: „Du hast es ihnen gesagt!” Schnell erwiderte er: „Nein, das habe ich nicht.” Sie blieb aber bei ihrer Behauptung: „Doch, du hast es gesagt.” Wieder entgegnete er, diesmal mit Nachdruck: „Nein, ich habe nichts davon erwähnt.” Erstaunt fragte ich: „Wovon soll er denn etwas gesagt haben?”
Da brach die Frau in Tränen aus und langte hinter das Bett, wo sie eine vom Regen leicht verwaschene Karte hervorzog. Sie reichte sie mir und sagte mit schwankender Stimme: „Heute habe ich Geburtstag!”
Gay Galt, Oktober 1975

11:58 - 29 April 2008


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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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