Mormonen
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Karolinas Gebet

Karolinas lange blonde Haare wehten, und sie stemmte sich gegen den Wind, als sie oben auf dem Hügel stand und hingerissen die Aussicht genoß, die sich ihren Augen bot. Dort unten sah sie ihre Heimatstadt Gavle, gelegen in einer schmalen Bucht der Ostküste Schwedens. Das Meer, das schimmernd hinter der kleinen Stadt lag, war mit kleinen Booten und großen Schiffen übersät.
Karolinas kleiner Bruder Erik riß voller Eifer an ihrer Hand. Er war begierig darauf, ihren Spaziergang über den grünen bewaldeten Hügel fortzusetzen, der sich am nördlichen Rand der Stadt erhob. Karolina war so daran gewöhnt, auf den vierjährigen Erik aufzupassen, daß sie ihn als einen Teil ihrer selbst betrachtete und ihn überall mitnahm.
„Schau, Lena, schau mal das Schiff!” sagte der kleine Erik. „Lena” war Eriks besonderer Name für seine Schwester.
"Ja, es ist schön", antwortete Lena. Sie beobachteten, wie weit unter ihnen ein Frachter langsam in das Hafenbecken einfuhr. Ihr Vater arbeitete als Werkmeister dort unten am Anlegeplatz. Es war seine Aufgabe, darauf zu achten, daß seine Arbeiter fleißig die Fracht entluden, die dann auf Eisenbahnwagen geladen und weiter ins Land gefahren wurde.
„Ich weiß was, Erik; gehen wir hinunter und schauen wir zu, wie die Männer die Fracht entladen.”
„Ja, gehen wir”, antwortete Erik begeistert. Solange sie nicht im Wege waren, hatte Papa nichts dagegen, daß sie sich dort aufhielten. Sie hatten einen günstigen Aussichtspunkt auf einem großen Packkorb, und die Männer pflegten zu lächeln und mit ihnen zu scherzen, während sie arbeiteten.
Die Kinder wandten sich um und eilten den Hügel hinunter, voller Erwartung, das große Frachterbecken und das Entladen sehen zu können. Als sie vom Hügel herunten waren, sagte Karolina: „Gehen wir die Eisenbahnschienen entlang zum Hafen. Das ist kürzer.”
Unterwegs sah Karolina ein paar hübsche Wildblumen und beschloß, sich einen Strauß zu pflücken. Sie ließ Eriks Hand los, bückte sich und begann, die schönen blauen Blumen zu pflücken. Erik sprang vor ihr herum und spielte sein eigenes kleines Spiel, nämlich sorgfältig zwischen jeder Eisenbahnschwelle einen Schritt zu machen. Plötzlich hörte Karolina einen Schmerzensschrei. Erik schrie: „Lena, Lena, mein Fuß, mein Fuß!” Karolina ließ die Blumen fallen und lief, um ihm zu helfen. Eriks Fuß hatte sich unter einer der Eisenbahnschwellen fest eingeklemmt.
„Hilf mir, Lena!” Der kleine Erik weinte vor Schmerzen. Karolina riß und riß an seinem Arm mit dem Gedanken, sie könnte so seinen Fuß aus dem Loch ziehen. Als das nichts nützte, legte sie beide Arme um seine Taille und versuchte, ihn herauszuheben. Erik schrie laut vor Schmerz. Sein Fuß war verletzt worden, als er sich in dem Loch festgeklemmt hatte.
„Erik, wenn du aufhören würdest zu schreien, hätte ich dich gleich draußen”. Aber je mehr Karolina zog und zerrte, desto mehr schluchzte Erik. Schließlich sagte sie: „Erik, ich muß jemand suchen gehen, der mir hilft, deinen Fuß herauszuziehen. Ich kann ihn einfach nicht freibekommen. Ich bin gleich zurück.”
Karolina fing an, die Gleise entlangzulaufen, die um den Fuß des Hügels eine Kurve bildeten. Als sie die Biegung hinter sich hatte, sah sie, noch weit entfernt, einen Zug. Sie hatte keine Zeit mehr, Hilfe zu holen! Der Zug würde in Minuten hier sein, und der Lokomotivführer würde vielleicht den kleinen Erik nicht rechtzeitig genug sehen, um den Zug anzuhalten. Diese schrecklichen Gedanken trieben ihre Füße an, als sie zu Erik zurückeilte. Was konnte sie tun? Als Erik ihre Tränen sah und ihre Angst fühlte, schluchzte er stärker und warf seine Arme um ihre Taille.
Karolina fürchtete sich sehr. Während sie an Eriks Fuß zerrte, betete sie um Hilfe: „Lieber Vater im Himmel, hilf mir! Ich weiß nicht, was ich machen soll. Hilf mir!” Plötzlich hörte sie eine Stimme, eine leise Stimme, die sagte: „Binde den Schuh auf!” „Ja, ja”, sagte sie, beugte sich gehorsam nieder und löste mit zitternden Händen die Schuhbänder, so daß sie Eriks Fuß aus dem Schuh ziehen konnte, der noch immer fest unter der Eisenbahnschwelle eingeklemmt war. Sie zog so stark, daß Erik gegen sie fiel und sie beide umstürzten. Die beiden Kinder sprangen von den Gleisen, da kam auch schon der Zug um die Kurve und donnerte an ihnen vorbei.
Als der Zug vorbei war, schrie Erik: „Oh, wie sieht mein Schuh aus!” Der Schuh war ganz zerdrückt, aber Karolina konnte ihn freibekommen. Dann sagte sie beruhigend zu Erik: „Mach dir nichts aus dem Schuh. Sei nur dankbar, daß mein Gebet erhört worden ist. Ich wäre selbst nicht darauf gekommen, was ich tun konnte.” Sie umarmte ihren Bruder vor Erleichterung und Freude. Nachdem der Schuh angezogen war, stapften sie zusammen weiter, um ihrem Papa zu erzählen, was geschehen war.
Ruth Swanson, Oktober 1974

06:32 - 1 May 2008


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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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