Mormonen
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Wofür es sich zu leben lohnt

Der Tag war fast vorüber. Nur noch eine Viertelstunde, dachte ich, als ich auf dem Rückweg zum Polizeirevier über eine Brücke fuhr. Ich sah über das Geländer auf das Wasser hinunter; der Fluß sah in der untergehenden Sonne so friedlich aus. Da sah ich außen am Geländer einen Mann; sein Kopf war gerade noch zu sehen. Ich hielt an, gab meine Beobachtung an das Revier weiter und ging dann näher an das Geländer heran.
„Kommen Sie nicht näher,” rief der junge Mann, der sich an den Streben festhielt, mir zu. Unsere Augen trafen sich, und ich wußte, was er tun wollte, und er wußte auch, daß ich es wußte. Ich spürte, daß nicht viel fehlte, bis er losließ.
Was konnte ich sagen, um ihn davon abzuhalten, sich das Leben zu nehmen? Die Erinnerung an meine Polizistenausbildung schoß mir durch den Kopf: Nichts überstürzen. Sorg dafür, daß er redet. Reg ihn nicht auf. Ich hatte Angst, daß er sich wirklich umbrachte, wenn ich etwas falsch machte. Was sollte ich tun?
Ich begann so einfach wie möglich, um Zeit zu gewinnen. „Was für ein wunderschöner Tag heute, finden Sie nicht auch?” sagte ich so ruhig und gelassen wie nur möglich.
Als er „Das finde ich nicht” sagte, war ich erst einmal erleichtert.
Vielleicht war die Zeit mein Verbündeter, überlegte ich. „Ich heiße Gary. Und wie heißen Sie?”
„Steve,” antwortete er. „Warum wollen Sie das wissen?”
In diesen wenigen Sekunden dachte ich an jeden Erfolg und jeden Mißerfolg, den ich im Umgang mit Menschen erlebt hatte, und auch daran, wie kostbar ein Menschenleben ist. Es vergingen nur wenige Sekunden, aber mir kamen sie wie eine Ewigkeit vor. Still bat ich den himmlischen Vater um Kraft und Führung, und sofort spürte ich ruhige Zuversicht. Warum, dachte ich, kann Steve nicht die gleiche Zuversicht empfinden? Ich kenne keine bessere Möglichkeit, einem Menschen den Wert des Lebens deutlich zu machen, als ihm Zeugnis von den göttlichen Wahrheiten zu geben, die das Leben lebenswert machen. Deshalb begann ich: „Ich möchte gerne Ihr Freund sein, Steve, und Ihnen helfen.”
„Sie können mir nicht helfen. Niemand kann mir helfen.”
„Das glaube ich nicht, Steve. Erzählen Sie mir etwas von sich.”
„Was wollen Sie denn wissen?” fragte er ängstlich. „Sind Sie verheiratet?”
„Ja.”
„Haben Sie Kinder?”
Steve fing an, mir von seiner fünfjährigen Tochter zu erzählen, verstummte aber wieder, als er weitere Polizisten kommen sah. „Wer ist das?” fragte er, und die innere Spannung war seiner Stimme deutlich anzuhören.
Ich winkte den Beamten, sie sollten zurücktreten. „Das sind Freunde von mir. Sie machen sich ebenfalls Sorgen um Sie.”
„Sie dürfen aber nicht näherkommen”, sagte Steve. „Keine Sorge, ich achte schon darauf”, beruhigte ich ihn.
Steve und ich unterhielten uns weiter. Er hing immer noch in den Streben der Brücke. Ich saß auf dem Randstein, etwa zwei Meter von ihm entfernt. Wir sprachen über seine Familie und über seine Arbeit als Techniker in einer erfolgreichen Computerfirma. Alles hörte sich sehr vielversprechend an. Ich suchte nach Worten, um die Wurzel des Problems zu ergründen, und betete dabei, daß ich ihn damit nicht in Panik versetzen und er nicht von der Brücke springen möge.
Ich wußte, daß die übrigen Beamten versuchen würden, ihm zu helfen, aber dennoch hatte ich das Gefühl, daß Steve und ich uns bald gegenüberstehen und einander die Hand reichen würden – vorausgesetzt allerdings, ich konnte ihn weiter zum Reden bringen. Ich hoffte, daß dieses Gefühl vom Geist stammte. Deshalb wurde ich mutiger in meinen Fragen. „Steve, nach allem, was Sie mir erzählt halben, kann ich überhaupt nicht verstehen, warum Sie sich in so große Gefahr begeben haben.”
„Ich verstehe auch so einiges nicht”, antwortete Steve. „Ich verstehe nicht, warum Ihnen so viel an mir liegt.” Er machte eine Pause, dann brachte er hervor: „M-m-mir ist, als ob ich mit einem Geistlichen spräche. Am liebsten würde ich Ihnen alles erzählen, was ich noch nicht einmal meiner Frau sagen kann. Wie kommt das?”
Ich betete, während ich ihm zuhörte, und der Geist führte mich, während ich sprach. Ich war sehr froh, daß mir der Heilige Geist in dieser wichtigen Angelegenheit half. „Glauben Sie an Gott?” fragte ich.
„Eigentlich schon. Jedenfalls würde ich gerne daran glauben, daß es einen Gott gibt”, antwortete er.
„Es gibt einen Gott, Steve. Ich weiß das mit jeder Faser meines Wesens. Gott lebt, und er liebt Sie und mich. Unser Leben hier auf der Erde hat einen wichtigen, herrlichen Zweck.”
„Woher wissen Sie das alles?”, fragte Steve.
Ich stand auf und streckte ihm die Hand entgegen. Steve hob den Arm, nahm meine Hand und kletterte über das Geländer auf die Straße zurück. Dort reichten wir uns die Hand.
„Das können Sie auch wissen”, sagte ich. „Möchten Sie gerne mehr über Gott erfahren?”
„Ja, das würde ich gerne”, sagte er zögernd und fügte dann hinzu, „Gary.”
Mit der Hilfe des Herrn hatte ich Steve das Leben gerettet. Aber was noch wichtiger war – ich hatte angefangen, ihm Zeugnis zu geben, daß das Leben einen Zweck hat und daß Gott jeden Menschen liebt und sich um ihn kümmert. Diese Gewißheit hat Steve etwas gegeben, wofür sich das Leben lohnt.
Gary G. Feit, Oktober 1991
Gary G. Feit ist von Beruf Polizist. Er gehört zur Gemeinde Bend-Nord im Pfahl Renton Washington-Nord.

12:15 - 3 May 2008


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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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