Mormonen
<%PostCommentPage%> <%PhotoAlbumPage%> <%ProfilePage%>

„Horche, horche!"

Es war ein unangenehmer, ärgerlicher Tag gewesen — und ich hatte das Gefühl, niemand wisse das, was ich für die Familie tat, überhaupt zu schätzen. Die Planung, die Vorbereitung und das Packen für unseren diesjährigen Campingurlaub waren allein an mir hängengeblieben. David, mein Mann, der gerade seine Fortbildung zum Chirurg machte, hatte es für selbstverständlich gehalten, daß ich für alles sorgen würde. Er war noch bis lange nach der vorgesehenen Abfahrtszeit im Krankenhaus geblieben.
Noch ehe wir aus der Stadt hinaus waren, rutschten die Kinder schon unruhig auf dem Rücksitz hin und her und langweilten sich. Als David mir vorwarf, ich hätte nicht genug Spiele eingepackt, um die Kinder während der Fahrt zu beschäftigen, antwortete ich ihm mit einer ärgerlichen Bemerkung.
„Sie ist nur wütend auf Papa”, erklärte der zehnjährige Owen seiner kleinen Schwester. Ich legte für die Kinder eine Kassette mit PV-Liedern ein und versank in wütendes Schweigen.
Aber die Freude, die aus den PV-Liedern sprach, war ansteckend, und einer nach dem anderen begann meine Familie mitzusingen, bis sich mein Ärger schließlich legte und auch ich einstimmte. „Horche, horche, der Heil'ge Geist will sprechen. Horche, horche auf den Heil'gen Geist.” Wie schnell die Musik doch die Stimmung in unserer Familie veränderte, während wir auf der Landstraße dahinfuhren. Wie schnell und wie rechtzeitig.
„Wir müssen umkehren”, sagte David, als der letzte Ton des Liedes verklungen war.
„Warum?” fragte ich. „Was habe ich denn vergessen?”
„Nichts”, sagte er lachend. „Ich habe einfach das dringende Gefühl, daß wir umkehren müssen.”
So wie wir es im Lied gesungen hatten, spürten wir plötzlich alle, daß wir umkehren mußten. So verrückt uns das auch vorkam, wir folgten der Eingebung, kehrten um und machten uns auf den Weg zurück. Bald darauf sahen wir einen Wagen am Straßenrand stehen; der Fahrer stand neben dem Auto und winkte uns, anzuhalten. Als wir langsam bei ihm zum Stehen kamen, schrie er:
„Es hat einen Unfall gegeben. Eine junge Motorradfahrerin ist von der Straße abgekommen. Ich glaube, sie stirbt!” Damit wies er auf eine bewegungslose Gestalt, die im Gras neben der Straße lag. Daneben war ein völlig zerbeultes Motorrad zu sehen. Wir hielten an, und mein Mann stieg aus.Bisher hatten wir noch nie einen Erste-Hilfe-Kasten im Auto gehabt, aber dieses Mal hatten wir zufällig einen dabei. David hatte nämlich vor drei Wochen bei einem Verkauf im Krankenhaus einen Arztkasten gekauft. Es war das erste Mal, daß wir einen solchen Kasten im Auto hatten! Hilflos und ängstlich drückte ich die Kinder an mich, während David den Kasten nahm und auf das Unfallopfer zueilte.
Als er die reglose Gestalt erreicht hatte, sagte meine Tochter: „Kommt, wir wollen beten.” Dankbar für diesen Vorschlag neigten wir den Kopf. „Lieber himmlischer Vater”, baten wir, „bitte, hilf Papa. Hilf ihm, damit er weiß, was er tun muß, um dem Mädchen das Leben zu retten....”
Als ich zusah, wie sich mein Mann neben das Mädchen kniete und sie untersuchte, empfand ich große Demut. Das Mädchen lag wirklich im Sterben — sie war bewußtlos und atmete nicht mehr. David nahm die beiden letzten Gegenstände, um die er den Kasten ergänzt hatte, heraus — ein röhrenähnliches Gerät, das man in die Luftröhre schieben kann, und eine Art Blasebalg, mit dem der Arzt für den Patienten „atmen” kann. Es ist wahrscheinlich auf diese Geräte und seine medizinischen Kenntnisse zurückzuführen, daß es ihm gelang, dem Mädchen das Leben zu retten.
Als der Krankenwagen eintraf, fuhr mein Mann mit dem Mädchen ins Krankenhaus. Unterwegs sprach er über Funk mit der Notaufnahme und bereitete alles für die Einlieferung vor.
Ich fuhr hinter dem Krankenwagen her und fragte mich: Was wäre geschehen, wenn wir keinen Erste-Hilfe-Kasten gehabt hätten? Wenn David nicht zum Verkauf im Krankenhaus gegangen wäre? Wenn er nicht gewußt hätte, was in einem solchen Notfall zu tun ist? Und vor allem: Was wäre geschehen, wenn wir uns weiter gestritten hätten, statt zu singen? Hätten wir auch dann die sanfte, leise Stimme hören können, die uns zum Umkehren drängte? Hätten wir sie erkannt?
Während der ganzen Zeit spielte die Kassette im Auto weiter. Still und voller Staunen hörten die Kinder und ich zu: (No 228) Drum dank ich ihm inniglich für all seine Schöpfung, wozu ich gehör; ja, ich weiß, Gott der Herr liebt auch mich."
Deborah Smoot, April 1991
Deborah Smoot gehört zur Gemeinde Olympus 1 im Pfahl Olympus in Salt Lake City

05:56 - 4 May 2008


Last Page Next Page
Description
Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
Home
User Profile
Archives
Friends
Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Mormonwiki
FairWiki
FAIR
Jesus
Das Buch Mormon überzeugt
mehr zum Buch Mormon
Bekehrungsgeschichten
HLTs in aller Welt
Berichte der Pioniere
Abenteuer der Mormonen
Geschichte der Kirche
Propheten
Joseph Smith
Offenbarungen (Ersatz für BP-Streik)
Der Geist des Elija
Genealogie
Tempel und Tempelarbeit
Missionsarbeit
Die Gebote
Gedenke des Sabbats
Gesetz der Keuschheit
Der Zehnte
Wort der Weisheit
Fasten
Kontroversen
Der Glaube der Mormonen
Recent Entries
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Sie haben im Traum mein Kind gesalbt
- Das Gedicht
- In Tennessee
- Nicht meine Zeit
- „Schlag auf den Stahl!“
- Meine Last wurde leicht
- Tornado
- Es gibt ein Gesetz
- Wunder sind Zeichen der wahren Kirche
- Die Einflüsterungen des Heiligen Geistes
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Betet immer
- „Horche, horche!"
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Unser Kartoffelgebet
- Eine Stimme im Nebel
- Karolinas Gebet
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Kannst du Johnny beten lehren?
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Auf der Robinson-Crusoe-Insel
- Das Abendmahl
- Ich bin nur deinetwegen hier
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Auf der Robinson-Crusoe-Insel
- Sie ging in den Tempel
- Siehe, ich bin bei euch”
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Aus der Finsternis kam das Licht
- Auf Tonga
- Sechs Tage nach der Taufe
- Dem Tornado entronnen
- Im Feuer bewahrt
- Frieden inmitten des Krieges
- Mein Bruder wohnt da
- In Licht getaucht
- Nicht Geld sondern Glauben
- Missionarin durch Beispiel
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Ein gewonnener Kampf
- Sag ihr, ich habe dich gesandt
- Ben vorlesen
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Der Schokoladenbomber
- David
- Der Schatten des Todes lag auf ihrem Gesicht
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Folgt mir nach
- Onkel Jacks wichtigstes Hilfsmittel
- Mutter, sei nicht traurig
- In Liebe, Ihre Besuchslehrerinnen
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Schweizer Samariter
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- Warnung in der Nacht
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert
- dieser Titel wurde von CH-Blog zensiert