Mormonen
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Die Einflüsterungen des Heiligen Geistes

Im März 1976 ließen wir uns taufen, meine Frau, meine zwei Kinder und ich. Wir waren sehr glücklich und spürten, daß wir ein ganz neues Leben anfingen. In dem Sommer mieteten wir uns in den Ferien eine Blockhütte in Jotunheim, einer der malerischsten Gegenden Norwegens.
In dieser kleinen Hütte, umgeben von Norwegens höchsten Bergen, verbrachten meine Familie und ich wundervolle Tage miteinander. Obwohl wir ungefähr vierzehn Kilometer von unserem nächsten Nachbarn entfernt wohnten, fühlten wir uns nie einsam. Wir spürten sehr stark, daß der Geist des Herrn bei uns war. In jenem Sommer hatten wir ein Erlebnis, das mich sogar heute noch vor Demut und Dankbarkeit für die große Liebe erschaudern läßt, die der Herr seinen Kinder entgegenbringt.
Früh an einem schönen, wolkenlosen Morgen gingen wir auf eine lange Wanderung. Wir sahen tiefe Bergschluchten und verschneite Bergspitzen, die sich in blauen Bergseen spiegelten. Die Wanderung war ein wenig schwieriger, als wir sie uns vorgestellt hatten, aber wir genossen die Abgeschiedenheit und die großartige Landschaft. Drei oder vier Kilometer vor unserem Ziel mußten wir einen schmalen, abschüssigen Gebirgskamm überqueren, der Besseggen genannt wurde, um zum Berg Veslefjeldet zu gelangen. Ich war der Meinung, wir könnten ihn sicher überqueren, aber eine leise, feine Stimme in mir schien mir zuzuflüstern, daß wir diesen Weg nicht nehmen sollten. Ich hatte mich erst vier Monate zuvor taufen lassen und war noch nicht mit den Eingebungen des Heiligen Geistes vertraut, daher nahm ich keine Notiz von der Warnung.
Als wir uns dem Berg näherten, hörte ich wieder die Stimme, die mich warnte, deshalb hielt ich an und studierte die Landkarte. Wenn wir den kurzen Aufstieg über Besseggen und Veslefjeldet nicht nehmen würden, müßten wir um einen Berg und einen See herumwandern. Es würde bis Mitternacht dauern, bis wir unser Ziel erreicht hätten. Ich dachte an unsere müden Beine und die leere Provianttasche und beschloß, daß wir auf dem Weg, den wir eingeschlagen hatten, weitergehen sollten.
Als wir den Fuß des Berges erreichten, wiederholte die leise Stimme deutlich: „Hans, du darfst nicht über diesen Berg gehen.” Wieder blieben wir stehen und blickten zu dem schmalen Gebirgskamm auf. Die Sonne schien, und die Luft war ruhig, und ich sah noch immer keinen Grund, die Warnung zu beachten. Also begannen wir den steilen Aufstieg.
Ich ging voran, meine Frau Lise am Schluß, so daß wir die Kinder sicher zwischen uns hatten. Wir hatten kaum Schwierigkeiten beim Aufstieg, doch ich hatte immer noch das Gefühl, daß ich etwas Falsches tat. Auf halbem Wege nach oben hielten wir, um die Aussicht zu bewundern. Zu unserer Linken war ein steiles Gefälle von 150 Metern, während der Berghang zu unserer Rechten über fünfhundert Meter jäh abfiel.
Lise und die Kinder waren von der Stille und der wundervollen Aussicht begeistert, aber ich war immer noch besorgt. Plötzlich spürte ich einen Windstoß aus dem Norden und hörte ein rasendes Geräusch, das immer lauter wurde. Innerhalb von Minuten waren wir mitten in einem heulenden Sturm. Ich rief meiner Familie laut zu, daß sie sich hinlegen und festhalten sollte. Wir klammerten uns jeder verzweifelt an den Berg, indem wir versuchten, unsere Finger in die Erde einzugraben, aber die Windstöße waren so gewaltig, daß wir langsam auf den Berggrat zugeblasen wurden.
Plötzlich verstand ich alles. Ich erinnerte mich an das, was die Missionare über die leisen Einflüsterungen des Heiligen Geistes gesagt hatten, und ich begriff, daß ich in der letzten halben Stunde dreimal den Heiligen Geist ignoriert hatte. Ich betete darum, daß der Herr meine Frau und meine Kinder retten möge. Voller Reue schrie ich um Vergebung.
Dann hörte ich durch den heulenden Sturm hindurch eine tiefe und machtvolle Stimme in mir, die mich aufforderte, den Berghang hinunter zurückzugehen. Die Stimme ermahnte mich, daß derjenige, der nicht auf die Stimme des Herrn hört, aus seiner Gegenwart ausgestoßen wird.
Plötzlich hörte der Sturm auf, und es gab eine friedliche Stille. Erstaunt warf ich mich auf die Knie, um Dank zu sagen und die Macht des Herrn anzuerkennen. Meine Frau und die Kinder riefen mir zu, ich sollte mich beeilen, damit wir noch die Bergspitze erklimmen könnten. Aber nun wußte ich es besser. Wir müssen sofort hinuntersteigen, befahl ich, sofort! Meine Familie gehorchte, ohne zu wissen, warum. Als wir am Fuß des Berges angelangt waren, hörten wir wieder das rasende Getöse, und wenige Minuten später tobte der Sturm noch stärker als zuvor. Ich erzählte meiner Familie, was ich auf dem Bergkamm erlebt hatte. Wir knieten gemeinsam nieder, um dem Herrn zu danken, daß er uns das Leben gerettet hatte.
Bis zum heutigen Tag, mehr als zehn Jahre danach, vermag ich nicht ohne große innere Bewegung an dieses Erlebnis zu denken. An jenem Sommertag, als ich mich an einen Berghang klammerte, lehrte der Herr mich und meine Familie, wie wichtig es ist, auf die Einflüsterungen des Heiligen Geistes zu hören.

Hans Cohr, März 1988
Hans Cohr ist Bischof der Gemeinde Fredricia im Pfahl Aarhaus in Dänemark. Dieser Artikel hat den „Europäischen künstlerischen Wettbewerb 1986” in der Rubrik „Mein persönliches Erlebnis” gewonnen, der von der europäischen Ausgabe der internationalen Zeitschrift der Kirche veranstaltet wurde.

09:34 - 9 May 2008


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Hier veröffentliche ich besondere Erlebnisse von Mormonen aus alten Kirchenzeitschiften
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