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Chinesische Hochzeit3 February 2013
Meine Arbeitskollegin hat geheiratet und das so richtig chinesisch. Am Samstag hatten sie den Termin beim Standesamt, am Samstag ist das Brautpaar in die erste gemeinsame Wohnung gezogen.

Die grosse Hochzeitsfeier fand am Sonntag statt.

Es werden Grundsätzlich viele Leute eingeladen und da man nicht schriftlich eingeladen wird und nicht um Antwort wird gebeten drin steht, weiss man nie wie viele kommen.


Dank meiner anderen Arbeitskollegin kamen wir zu spät und „unser“ Tisch war schon besetzt. Also standen wir am Eingang wie bestellt und nicht abgeholt.

Die Musik war unglaublich laut. Es wurden kurze Popeinlagen gespielt, was die Stimmung, wie bei einer Fernsehshow, heben sollte. Meiner Meinung nach waren völlig deplatziert. Zum Beispiel die Melodie von Pirates of the Caribien gehört für mich nicht unbedingt zu einer gelungenen Hochzeit dazu.

Ein Talkmaster war auf der Bühne und wies das Brautpaar an sich vor den neuen Schwiegereltern zu verbeugen. Die auch auf der Bühne auf Stühlen sassen. Die Braut und die Mutter der Braut weinten.

Dann wurde mit Alkohol angestossen, die Schwiegereltern sagten einige Worte, die Braut warf ihren Brautstrauss den unverheirateten zu und Licht und Musik wechselten sich wie in einer Disco ständig ab.

Wir wurden dann in einen anderen Stock gebracht wo auch Essen aufgetischt wurde.

Das Schlimmste war dass die meisten der Gäste nach dem Essen so schnell wie möglich das Weite suchten.

Mir ist auch aufgefallen dass traditioneller Weise über das Essen gemeckert wird.

Ich wartete auf die Braut und den Bräutigam. Nach einiger Zeit kamen sie dann auch zu uns. Sie hatten sich umgezogen und ich stiess mit ihnen auf ihr Wohl an.

In Gedanken war ich bei meiner eigenen Hochzeit und beschloss alles ganz anders zu machen.


Am Eingang konnte man dann die Hochzeitsgeschenke abgeben. Eigentlich schenkt man nur Geld. Das kam man in rote Umschläge stecken oder man gibt das Geld ohne Covert ab und hinterlässt seinen Namen im Hochzeitsbuch.


Ich verliess die Hochzeit mit gemischten Gefühlen.

In Gedanken war ich bei meiner eigenen Hochzeit und beschloss alles ganz anders zu machen.

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Autos in China14 January 2013
Ich habe mir China immer mit vielen Fahrrad fahrenden Menschen vorgestellt. Diese Zeiten habe ich leider nicht mehr mitbekommen. Ich sehe nur selten jemanden mit einem Fahrrad. Dann ist es meistens eines dieser Elektrofahrräder, die fast so schnell wie die Elektromotorräder sind und mit einer Hupe ausgestattet sind.

 

Der berühmte Satz einer Frau die im Fernsehen einen reichen Ehemann gesucht hat war ungefähr folgender: „Ich will einen reichen Mann, weil ich lieber in einem Auto weine, als auf einem Fahrrad lache.“

Dies hat zu Protesten geführt. Ein junges Ehepaar hat sogar die ganze Hochzeitsgesellschaft zu einer Radfahrtour eingeladen um China zu zeigen, dass Glücklich sein wichtiger ist als Geld.

Auch die Autoindustrie hat reagiert. Sie haben Plakate entworfen auf denen der Autofahrer Freudentränen weint.

Das Auto ist nicht nur Statussymbol. Viele Frauen verlangen von ihrem Zukünftigen Ehemann dass er vor der Hochzeit eine Eigentumswohnung und ein Auto kauft. Nur so kann die Familie ein gutes Leben führen.

Wir denken vermutlich dieser Gedanke ist naiv. Aber China hat zu viele Bürger, die Einkind-Poltik lässt Familien das beste aus ihren Kindern herausholen, da sie ihre Altersvorsorge sind.

Ich fahre jeden Tag Bus. Die Busse sind überfüllt, die Strassen sind schlecht und viele Chinesen können nicht Autofahren.

Wirklich. Sie fallen 3 Mal durch die Fahrprüfung und bestechen dann einen Beamten der ihnen die nötigen Papiere fälscht.

Einige Beispiele die ich täglich sehe: Es ist dunkel, aber die meisten Autofahrer schalten ihre Scheinwerfer nicht an. Sie fahren mit Nebellampen, Standlichter oder Fernlicht herum. Die Blinken nicht bevor sie abbiegen, oder schauen in die Rückspiegel bevor sie abbiegen.

Ein Grund warum so viel Gehupt wird. Ich hupe, damit der Hinter mir weiss dass ich abbiege. Ich hupe, damit der vor mir weiss dass ich komme.

Es ist also gefährlich auf den Strassen und die Kinder müssen beschützt werden. Leider haben die meisten Chinesen die Auffassung, wenn man sich anschnallt bedeutet das dass man den Fahrkünsten des Fahrers misstraut. Oft kann man sich auch gar nicht anschnallen.

Babys oder Kinder werden nicht in Kindersitze geschnallt, sie werden auf dem Schoss mitgeführt und dies meist auf dem Beifahrersitz.


Ein Paradies für Autofans ist China aber alle Mal. Ich habe noch nie so viele schöne Autos gesehen. Es ist alles erlaubt wenn man das Geld zum tunen hat. Neonlichter, farbige Scheinwerfer oder farbige Blinklichter. Ausgefallene Kühlerfiguren, kein Problem. Und die Fensterscheiben werden gleich rundum verdunkelt.


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Krank in China3 January 2013
Im Oktober war ich Mal wieder krank. Es fing alles mit einer harmlosen Erkältung an, die immer schlimmer wurde. Eines Abends hatte ich solche Kopf- und Magenschmerzen, dass ich und mein Freund die nächste kleine Klinik aufsuchten. Die in unserem Viertel hatte schon geschlossen, also gingen wir zu Nachbarquartier. Dort wollten sie aber auch gleich zumachen, also wollte mich mein Freund ins nächste Spital bringen.

Gehen war die Hölle. Mir war so schlecht. Bei jedem Schritt brannte mein Magen und mein Kopf drohte zu explodieren.

“Schatz, gleich hier hat es doch eine traditionelle chinesische Praxis, gehen wir doch dort hin.“

Er war nicht sonderlich begeistert, aber auf mein flehen hin, schlurften wir wie ein altes Ehepaar zur Praxis.


Die Ärztin liess nicht lange mit sich reden. Sie packte mich gleich auf eine Liege und fing an an mir herum zu drücken.

“Soso, Kopfweh, Magenschmerzen. Sonst noch was? Fieber vielleicht? Haben sie ihre Periode.“

“Nein, kein Fieber, keine Periode.“

“Gut, gut. Tut das weh?“

Sie presste ihren Finger in meinen Magen. Ich schrie auf und drehte mich zur Seite. „Wollen sie sich übergeben?“ fragte sie völlig routiniert.

“Wenn sie so weiter machen bestimmt.“

Sie holte Nadeln, Schröpfgläser und eine Kiste hervor. Sie stach mir ein paar Nadeln in den Magen und in den Bauch.

“Öffnen sie ihre Hose und ziehen sie runter.“ Sie drückte mir ihre Nägel ins Schienbein.

“Tut das weh?“ Komischerweise tat es nicht weh. Sie drückte noch einbisschen an meinem Bein herum, bis sie die Richtige Stelle fand. Sternchen tanzten vor meinen Augen auf und ab.

Das gleiche tat sie auch beim meinen Ellbogen.

Als sie damit fertig war, stülpte sie eine Schröpfkugel über jede Nadel und legte mir eine Holzkiste auf den Bauch.

Das Gewicht der Kiste drückte auf die Gläser.

Dann fing sie an meinen Kopf zu behandeln. Zuerst Massierte sie ihn etwas grob, dann nahm sie zwei Löffel und klopfte mir damit auf Gesicht und Kopf herum. Sie strich die Löffel mit etwas ein dass nach Kräuter roch und schabte mir damit Haut vom Gesicht, Hals und Nacken. Es tat verdammt weh und hinterliess mir eigenartige Male die nach Knutschflecken aussahen.

Dann folgte das Schlimmste. Sie stach mir kleine Wunden in Schläfe und Augenbrauen, damit Blut heraus fliessen konnte.

Zum Schluss durfte ich mich noch auf den Bauch drehen und wurde noch einmal so richtig verdroschen. Mit Hand und Löffeln.


Am nächsten Morgen hatte ich Ringe und rote Punkte auf meinem Bauch, Knutschflecken an meinem Hals, Blutergüsse an meiner Stirn und ich fühlte mich schlimmer denn je.

Also gingen wir dann noch einmal in die Praxis, wo sich herausstellte dass ich Fieber hatte. Sie gaben mir ein paar Spritzen und Infusionen.


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Mein erster Yoga Unterricht21 December 2012
Ich und meine Arbeitskolleginnen gingen in unserer Mittagspause in den Yoga Unterricht.

Die Yoga Lehrerin hat mich gleich gefragt ob ich den Atmen kann. Ich dachte zuerst ich habe sie falsch verstanden, dann hat sie meine Hand auf ihren Bauch gelegt und mir gezeigt was sie meint.

Dannach hat sie ihre Hand auf meinen Bauch gelegt und ich habe versucht tief und ruhig einzuatmen wie sie das gemacht hat.

“Noch etwas holperig.“ sagt sie zu mir auch Chinesisch.

Der Unterricht beginnt. Wir sitzen nur alle im Schneidersitz und Atmen.

Die Lehrerin spricht ununterbrochen, doch ich verstehe nicht viel. Wir wechseln die Stellung. Ich schiele immer nach links und rechts damit ich mitkomme.

Nach jeder schweren Übung machen wir eine Pause, in dem wir in einer enspannenden Stellung verharren. Ab und zu fallen mir dabei die Augen zu.

Die Übungen sind zum Glück nicht alle leicht. Beine stecken, Arme stecken, dann die linke Hand neben den rechten Fuss legen. Neben mir jammern meine Kolleginnen leise. Kein Problem für mich, ich bin beweglich.

Aber dann gibt es andere Verrenkungen bei denen man das Gleichgewicht nicht verlieren darf, dabei für 5 Minuten verharren und dazu nach ruhig Atmen, das war eine Herausforderung. Es hat gerade desswegen viel Spass gemacht.

Nach der Yoga Stunde, dürfen wir und in Decken einwickeln und schlafen lagen. Das Licht wird ausgeschaltet und es dringt nur noch spärlich etwas Sonnenschein von Lücken im Vorhang herein.

Die Lehrerin redet immer noch, die Indische Musik wechselt in ein Französisches Schnultzenlied. Neben mir erklingen Schnarchgeräusche, vor mir furzt eine Frau immer wieder laut vor sich hin. Ich versuche so leise wie möglich hinaus zu schleichen.

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Winterzeit in China17 December 2012
Es ist Winter in China und arschkalt. Die Kälte hier unterscheidet sich von der Kälte in der Schweiz. Ich nehme an es liegt daher, dass nicht überall geheizt wird.

Das grosse Shopping Zentrum auf der anderen Seite meines Arbeitsplatzes hat ein riesiges Glasdach. Im Sommer drückt da die Hitze rein, im Winter die Kälte.

Überhaupt legen die Chinesen ihre Winterjacken ungern ab. Dazu tragen sie gerne einen Armschutz, damit der Ärmel nicht so schnell schmutzig werden und diese werden wirklich schnell schmutzig.


Ich fahre jeden Tag Bus. Mein Lieblings Bus ist die Nummer 16, weil er alt ist und nicht beheizt wird. In den neuen Bussen wird so stark geheizt, dass es schon fast Sauna Qualität erreicht.

Der Bus fährt auch immer an den Stadt Gärten vorbei wo man jeden morgen hunderten von Menschen dabei zuschauen kann wie sie sich körperlich ertüchtigen. Einige üben Tai Qi, andere Wushu, sie tanzen, machen Gymnastik, malen mit Wasser Schriftzeichen auf den Boden, füttern die Tauben, lassen Drachen steigen, lassen sich die Haare schneiden oder musizieren.


Um die Strassen herum wächst jetzt Blumenkohl, statt der üblichen Blumen. Wieso eigentlich nicht. Es sieht schön aus und man kann es essen. In der Schweiz würde das sicherlich als komisch betrachtet werden. Was für eine Essensverschwendung.


Von der Busstation zu meiner Arbeit wartet immer eine Katze auf mich. Sie miaot mich schon an wenn sie mich sieht. Dann springt sie auf meinen Schoss und lässt sich streicheln. Katzen sind hier allgemein viel scheuer als in der Schweiz. Es brauchte mich ungefähr 4 Wochen um ihr vertrauen zu gewinnen. Jetzt würde sie mir nach laufen wenn sie könnte.

Sie gehört einem Ladenbesitzer der sie immer an die Felgen seines Autos anbindet. Ich nehme an er tut dies damit sie etwas raus kommt und nicht immer zu Hause sitzt. Muss chinesische Katzenliebe sein.


Bei der Arbeit treffe ich dann auf meine Kollegen die natürlich auch nur ungern ihre Winterjacken ablegen, egal wie warm es im Büro ist. Sie tragen fast jeden Tag eine andere tolle Jacke. Manche Frauenjacken haben unten einen Rock angenäht. Viele Dauenmäntel sehen auf den ersten Blick wie Kleider aus. Sie sind reich verziert mit Rüschen, Strasssteinen, Fell oder Emblemen.

Auf der Toilette wird natürlich nicht geheizt. Dafür werden immer alle Fenster geöffnet. Jedes Mal schliesse ich sie und jedes Mal sind sie wieder geöffnet wenn ich die Damentoilette betrete.


Sehr viele Chinesen tragen einen Mundschutz gegen die Kälte. Die langweiligen sind einfach nur aus weisser Gase. Die modernen, die es überall zu kaufen gibt, haben alle bunte Stickereien oder lustige Motive.

Ich bin schon in Versuchung gekommen mir einen zu kaufen, aber bis jetzt hatte ich noch nie kalt im Gesicht. Ein Kollege hat mir das erklärt.

„Weisst du wieso du so eine grosse Nase hast?“

Ich denke mir sofort: Meine Nase ist nicht gross! Ich brech dir gleich deine!

Dann denke ich: Oh, Moment. Ich bin in China, hier ist das ein Kompliment. Die finden meine Nase toll, meine bleiche Haut, mein kleines Gesicht...

Ich also: „Hihi, nein. Wieso?“

Er: „Europäer haben eine lange Nase damit die kalte Luft die sie einatmen wärmer in der Lunge ankommt.“

Vielleicht hat er recht, wer weiss...

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Eine Schildkröte17 August 2012

Seit meinem Geburtstag im Mai, habe ich eine Albino-Schildkröte in meinem Aquarium schwimmen. Da sie keine reine Wasserschildkröte ist, lasse ich sie oft in meiner Wohnung herum krabbeln. Ich habe ihr den Namen Kamako gegeben, obwohl ich nicht weiss ob sie ein Weibchen oder ein Männchen ist.


Mein Chef hatte gestern Abend Geburtstag. Er lud uns alle zu einem teuren Essen ein. Es war wie erwartet langweilig und wir waren wie immer bei solchen Essen, zu viele an einem Tisch. Da immer spontan noch Freunde eingeladen werden, oder dann doch mehr kommen als erwartet.


Nach einer Weile kam dann noch ein Freund von mir. Er quetschte sich gleich neben mich und quatschte mich voll. Leider kann er kein Englisch und sein chinesischer Dialekt versteh ich nur schlecht. Dann scherzt er: „Immer wenn ich mir ihr reden will, versteht sie mich nicht. Und wenn ich mit meinen Kollegen über etwas spreche, dass sie besser nicht verstehen sollte, reagiert sie darauf.“ Allgemeines Lachen.


Er hat recht. Ich bin wie eine Oma, die schwerhörig ist und nie etwas versteht wenn man mit ihr spricht. Doch wenn sie etwas nicht hören sollte, hört sie so gut wie eine Eule.


Nach der Vorspeise, werden die warmen Gerichte serviert und Jeder bekommt ein kleines weisses Töpfchen, angefangen beim Geburtstagskind.

Ich finde das Töpfen wunderschön und bewundere von weitem die Flamme, die darunter brennt. Mein Chef und seine Frau heben den Deckel und lassen den Inhalt etwas abkühlen. Von meinem Platz aus kann ich erkennen, dass der Inhalt etwas Schwarzes ist. Ich lasse in meinem Kopf alle asiatischen Rezepte die ich kenne revue passieren. Mir fallen auf Anhieb einige japanische Gerichte ein die so serviert werden. So viel ist sicher, es ist etwas teures.


Mehr und mehr Gäste bekommen ihr Töpfen und als drei Plätze neben mir im Töpfchen gestochert wird, werfe ich einen Blick auf einen Panzer mit Konchen. „Was ist das?“ Meine Stimme überschlägt sich und ich weiss die Antwort, sobald die Frage einen Mund verlässt.

Mir wird schlagartig übel. Ich fühle wie die Farbe aus meinem Gesicht weicht. Weg hier, nur weg, bevor ich den Geruch der gekochten Schildkröte rieche. Ich versuche so schnell wie möglich aus dem Raum zu gehen, doch mein Stuhl lässt sich dank des dicken Teppichs nicht schnell genug nach Hinten schieben. Ich stehe dennoch auf und verfange mich im langen Tischtuch und stolpere beinahe über meinen Tischnachbarn.


Ich suche verzweifelt die Toilette. Jeder Speisesaal hat seine eigene Toilette, aber dort will ich jetzt auf gar keinen Fall wieder in. Ich finde eine andere Toilette gleich neben dem Aufzug. Sie ist grosszügig mit einem Sofa und einem Urinal für Frauen ausgestattet.

Ich bin sofort abgelenkt und frage mich wie man dieses benutzt.


Als ich wieder zurück ins Esszimmer will, sehe ich gerade wie alle über das Töpfchen herfallen. Würgereize überkommen mich, ich renne dieses Mal zur Toilette. Ich würge ins Lavabo. Ich fühle mich so als würde jemand eine Katze essen.

„Miss? Geht es ihnen nicht gut?“ Die unglaublich hübsche Oberkellnerin kommt durch die offene Toilettentür.

„Ist ihnen schlecht?“ fragt sie mich auf chinesisch.

„Ja mir ist schlecht.“ antworte ich.

„Haben sie zu viel Alkohol getrunken?“ Ich würge wieder. „Haben sie Bier getrunken? Schnaps?“

„Nein, es ist nicht was ich getrunken habe, es geht um das Essen.“ Ich sehe wieder den Panzer vor meinem geistigen Auge und muss an meine kleine Albino-Schildkröte denken.

„Oh! Vertragen sie etwas nicht? Was haben sie denn gegessen?“

„Nein, ich hab nur zugesehen wie die Andern...“ und wieder muss ich würgen. Sie klopft mir auf den Rücken.

„Ah! ich weiss schon, die Schildkröte nicht war?“ Ich nicke. „Ich weiss Ausländer haben Probleme damit. Manchen sie sich nichts daraus, das ist hier ganz normal. Wir alle essen Schildkröte.“ Ich huste. Sie reicht mir ein kaltes Tuch und begleitet mich zurück zu unserem Speisesaal. Das macht die Sache nicht gerade einfacher, denke ich.

„Ihr Chinesisch ist wirklich gut! Hier ist meine Karte, wenn etwas ist, melden sie sich gleich bei mir. Sie sind wirklich hübsch.“

„Danke“ sage ich und denke: und Danke für die Ablenkung.

Ich warte noch etwas bis alle Töpfchen wieder aus dem Saal gerollt kommen und schleiche mich dann zu meinem Platz zurück, wo zum Glück kein Töpfchen steht. Die Oberkellnerin hat sich darum gekümmert.


Eigentlich bin ich nicht so sensibel was Essen angeht. Ich ass schon Schlange und diverse Würmer und Insekten, aber mir wurde klar dass ich kein Haustier essen kann zu dem ich eine Beziehung aufgebaut habe.

China ist für Hunde und Katzenfleisch berühmt. Ich habe aber noch nie jemanden kennen gelernt der schon welches gegessen hatte oder der wusste wo welches serviert wurde.

Seit einigen Jahren ist es zudem verboten.

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Gesundheitstest21 June 2012
Firmen schicken ihre Mitarbeiter zu einem Gesundheitstest. Die Kosten übernimmt in den meisten Fällen die Firma. Auch wenn man in China lebt und ein Arbeitsvisum beantragt muss man diesen Test einmal im Jahr über sich ergehen lassen.

Ich lies einen ersten Test in der Schweiz machen, im Inselspital Bern. Sie fanden das ganze Prozedere höchst merkwürdig. Zudem verletzt dieser Test den persönlichen Datenschutz, da alle Einsicht in ihn haben können und vertrauliche Testergebnisse weitergeben werden.

In China ist es noch viel schlimmer.


Die Tests werden nur von 9-12 von Montag-Freitag durchgeführt. Man muss Bar bezahlen. 3 Passfotos, den Reisepass, Geduld und eine Begleitperson mit viel Ellbogenstärke sollte man mitbringen. Jegliches Schamgefühl gleich am Eingang abgeben.

Es gibt nicht wirklich ein klar ersichtliches System und keine Linie wo man anstehen kann. Ohne eine Begleitperson die sich auskennt, ist man da etwas aufgeschmissen.


Getestet wird das Blut, HIV, Syphilis, Anti-HCV und Andere. Diese Tests werden in der Schweiz streng vertraulich verhandelt. Hier nicht.

Die Begleitperson die sie mitbringen, ist auch dafür da, die Türe zu zuhalten, damit nicht andere Personen in den Raum platzen können. In China wird zwar angeklopft, man wartet aber nicht auf das „herein“, sondern platz einfach in den Raum und stellt sich dann ganz ungeniert vor den Doktor, in dem man ihn mit Fragen überhäuft und die mitgebrachten Dokumente vor seiner Nase herum fächert. Ganz egal ob da jetzt schon ein Patient liegt.


Bei meinem EKG Test war es leider unmöglich die Tür zu zuhalten, da mehrere Personen in einem Raum getestet wurden.

In der Schweiz hat sich die Ärztin vom mir weggedreht, als ich mich frei machte, sie hat sich dafür entschuldigt dass ich meinen BH ausziehen musste. Die Betten waren mit Vorhängen abgetrennt.

In China hat die Ärztin gleich selbst Hand an mir angelegt. Sie hat auch auch meine Brüste gestarrt, genauso wie die 2 weiteren Ärztinnen die „vorbeigeschaut“ haben und die Patientin die darauf wartete, bis sie an die Reihe kam. Es gab auch keine Vorhänge die als Sichtschutz gedient hätten können. Nur eine niedrige Wand um das Bett herum.

Als die wartende Patientin sich frei machen musste, hatte sie tatsächlich die Nerven zu sagen: „Ich will nicht dass alle meine Brüste sehen.“ Schon klar, aber andere anstarren ist okay, oder was?


Beim Sehtest musste man Buchstaben lesen, was ich viel schwieriger fand. Eine 6,8,9 sind bei einer bestimmten Grösse kaum zu unterscheiden.

Ich wartete bis die Frau vor mir fertig war. Sie musste ihre Brille abnehmen und sah so gleich nichts mehr. Die Ärztin schaltete höher und sie las die drei Zeilen vor. Die Ärztin notierte etwas, gab ihr den Zettel und ich konnte mich setzen. Sogleich stellte die Ärztin auf 1.5 runter.

Meine Augen sind gut, ich brauche keine Brille, doch bei der letzten Reihe musste ich raten. Ist das jetzt eine 9 oder eine 8? Ach sagen wir 9.

Kommentarlos gab sie mir den Zettel.

„Sind wir fertig?“ fragte ich auf Chinesisch.

„Ja, sie können in den nächsten Raum gehen.“


Im nächsten Raum unterhielten sich zwei ältere Herren.

Meine Begleitperson fragte laut und deutlich: „Macht ihr gerade Pause?“

Keine Reaktion bei den Herren.

Meine Begleitperson betritt das Zimmer und stellte sich vor sie auf. „Hey! Seit ihr frei? Können wir mit der Untersuchung fortfahren?“

Einer der Herren setzte sich und winkte ab. „Ja, ja. Gleich.“


Wir warteten. Ich setze mich vor ein merkwürdiges Gerät.

„Stecken sie den Arm hier rein.“

Ich hielt meine Hand hinein. „Weiter nach vorn.“

Das nicht sehr saubere Tuch darin schloss sich um meinen Arm und vollführte das selbe Prozedere das ich schon von der Schweiz her kenne.

Damit haben sie vermutlich nicht nur meinen Puls gemessen, sondern auch gleich meine Körpertemeratur, oder auch nicht. Denn in meinem Gesundheitsausweis, denn ich jetzt habe, stehen auch Körpertemperatur, Gehör, Urin Testergebnisse, Hals und Nacken-Testergebnisse, Haut und Lymphknoten Resultate die nie getestet wurden.

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Lebensmittel aus dem Supermarkt4 June 2012

Es gibt nicht nur andere Früchte und Gemüsesorten, welche die gleich sind, schmecken auch anders. Natürlich nicht alle, aber zum Beispiel die Äpfel.

Es gibt Äpfel die sind parfümiert und schmecken auch so.

Wenn ich eine Rose essen will, dann kaufe ich mir doch nicht einen Apfel. Aber es gibt bestimmt Menschen die das toll finden.


Manche Äpfel halten im Innern auch eine Überraschung bereit, desshalb schneide ich sie immer in Schnitze, so wie alle Chinesen hier.

Seit meiner Kindheit ass ich keinen Apfel mehr mit Wurm. Gibt es das überhaupt noch Äpfel mit Würmern in der Schweiz?


Speziell „gute“ Äpfel sind hier einzeln Verpackt. Mal in Plastik, was sie schön strahlen lässt, mal in einem Netzen.


Es gibt hier auch beide Sorten Zitronen zu kaufen. Welche wir in der Schweiz kennen und eine die es bei uns nicht gibt und ich weiss auch warum; in einer halben Zitrone hatte ich Mal 26 Kerne. Der Geschmack war fantastisch und saftig war sie auch, aber 26 Kerne? Da würde doch jeder in der Schweiz reklamieren.


Ich würde so einiges Reklamieren, aber bei den Chinesen stiesse ich nur auf Unverständnis. So wie die junge Kassiererin, bei der ich ein Brot kaufen wollte. Es hatte keine Preisetikette, also rannte ich schnell, zurück und holte ein anderes Brot. Dann wollte sie mir aber dieses Brot mitgeben, was ich nicht gutheissen konnte, denn das mit Preisetikette war trocken und alt.

“Nein, ich will dieses Brot.“

“Aber es hat keinen Preis.“

“Ich weiss, ist doch aber egal, ich hab ihnen ja ein anderes geholt.“

“Aber das hat keinen Preis.“

Ich dachte schon, ich spinne, also wurde ich lauter und drückte ihr das neue Brot in die Hand.

“Hier schauen sie: Dieses Brot ist alt! Dieses ist frisch! Ich will das Frische!“

Ich quetschte das alte Brot in ihrer Hand zusammen und schon rieselte es Staubkrümel in der Verpackung.


Sie holte einen Kollegen zu Hilfe, der sagte dann: „Ist schon in Ordnung.“ und ich bekam mein frisches Brot.


Besonders gewöhnungsbedürftig ist die Fleischabteilung im Supermarkt. Das Fleisch liegt meistens auf Tischen mit Eis. Glasschutz, Fehlanzeige. Das Personal trägt Handschutze und berührt das Fleisch fast nur mit Plastiktüten, aber die Kundschaft leider nicht.

Die betatscht munter alles was sie will. Auch wenn sie es dann nicht kaufen.

In der Fischabteilung ist es nicht anders.

In manchen Supermärkten kann man auch lebendige Frösche und Schildkröten kaufen.


Zum Glück gibt es auch abgepacktes Fleisch. Die Stücke sind manchmal schwer zu zuordnen, da sie völlig anders geschnitten werden als bei uns. Man kennt das ja aus den verschiedenen Europäischen Küchen. Die Franzosen Teilen das Fleisch anders ein als die Österreicher usw.

Beliebt in China ist das Kotelette ohne Knochen, mit den grossen Fettstreifen und einem fleischigen Anhang, die Grösse könnte man mit einer Elle vergleichen. (Unterarm lang)

So gut wie jedes Fleisch wird in kleine Stücke geschnitten. Man kann den Metzger darum bitten, dies zu tun. Aber vielleicht trägt er keine Handschuhe.


Beim Gemüse ist es ähnlich. Es gibt abgepacktes und es gibt offenes. Wenn man sich für offenes entscheidet muss man zu einer Wage gehen. Nicht wie in der Migros und im Coop kam man hier selbt wägen, es hat spezielles Personal dafür. Wenn man sich nicht auskennt, kann man schon mal an der falschen Station schlangestehen, oder bei der falschen Person.


Brot und Gebäck gibt es im Supermarkt auch. Chinesen können gut nachahmen. So sieht eine Hefeschnecke oder ein Beinenstich gleich aus, schmeckt aber völlig anders als in der Schweiz. Wirklich gute Backwaren findet man nur beim Becker.


Der Supermarkt ist auch anders Eingeteilt als bei uns.

Zucker findet man meist bei der Schokolade, Salz meist bei den Suppen und nicht wie erwartet bei den Gewürzen. Dafür befinden sich aber oft die Mayonnaise und die Marmelade bei den Gewürzen.


Etwas gewöhnungsbedürftig sind auch die Markenfiguren (Marskottchen) auf den Produkten. Da gibt es ein Baby das auf Mayonnaisen Gläsern klebt. Oder die unglückliche Hausfrau, die traurig auf den scharfen Saucen-Etiketten herunter schaut.


Allgegenwärtig ist der Kitsch. Es ist sehr schwierig ein Glas für die Zahnbürste zu finden, die kein Kindersymbol aufgedruckt hat.

(Im Lift war neulich eine Werbung: Mögen sie Snoopy? Es gibt ihn jetzt als Kreditkarte!)


Haushaltsgegenstände gibt es in drei Kategorien:

Die einen haben in lustige Motive, knallige Farben und sind Kitsch pur. Alles was junge Leute ansprechen soll.

Die anderen sind traditionell. Mit typischen Mustern und Farben, etwas was ältere Leute ansprechen soll.

Und dann gibt es noch die, welche ich haben möchte. Die neutralen, simplen und einfachen. Ohne Hello Kitty oder Rosenmuster und die ist nicht einfach die zu finden.


Beim Eingang eines grossen Supermarkts müssen sie ihre vorher getätigten Einkäufe und grosse Taschen in ein Schliessfach schliessen. Es hilft aber wenn sie ausländisch aussehen, vielleicht spricht sie dann niemand auf ihre Taschen an.


Beim Zahlen wird sie die Verkäuferin immer auf die Bonus Karte aufmerksam machen, wie in der Schweiz auch. Tragtaschen kosten auch hier extra. Den Einkaufswagen stellt man beim verlassen einfach irgendwo ab, dafür gibt es hier Personal.


In jedem Fastfood Restaurant gibt es Personal, die die Tische abräumen. Selbstbedinung kennt man hier nicht. Es gibt nicht einmal Parkuhren. Dafür gibt es auch wieder Personal, sogar in Tiefgaragen.


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Taxi in Xian9 May 2012
Taxi fahren.

Ich hatte letztes Jahr einen jungen Studenten als Lehrer, der etwas Erfahrung sammeln wollte. Es war eine kleine Katastrophe. Nicht nur dass er dachte, alle Europäer Englisch sprechen und wollen keine Chinesischen Schriftzeichen lernen, auch sagte er uns Mal: „Ich bringe euch jetzt was über Ökologie bei! Wie wäre es wenn wir alle nur noch das Taxi nehmen würden? Hey! Ist doch viel einfacher und schneller und ÖKOLOGISCHER!“

Husten. Mein Kollege meldete sich: „Das ist in Deutschland viel zu teuer. Das kann sich keiner leisten.“

Ich dann: „In der Schweiz muss man ein Taxi bestellen, die fahren nicht einfach sorum wie in China. Taxi findet man im täglichen Leben eigentlich nur an Bahnhöfen.“


Chinesen haben nicht viel Ahnung von Ökologie und Ökonomie, aber hier geht es um Taxis.


Wenn man in China in der Nacht unterwegs ist, sieht man zu 90% Taxis die durch die Strassen fahren. Oder zumindest hier in Xian.


Wie halte ich ein Taxi an?

Das geht so:

Stehen sie an den Strassenrand, wo sie gut sichtbar sind.

Stehen sie nicht an einer Kreuzung, denn dort dürfen Taxis nicht halten.

Halten sie ihren Arm waagrecht nach vorne. (Nicht so wie bei uns, wo man den Arm senkrecht in die Luft streckt)

Winken sie etwas mit der Hand.

Ein freies Taxi erkennen sie am roten Lämpchen hinter der Windschutzscheibe.


Einsteigen können sie aus Sicherheitsgründen nur auf der rechten Seite.

Wenn sie hinten sitzen, können sie Fernsehen schauen, der Bildschirm befindet sich in der Kopfstütze des Beifahrersitzes. Der Bildschirm funktioniert per Touchscreen.

Sie können sich Filme, Musikvideos, Werbung oder Attraktionen der Stadt anschauen. Zudem erfahren sie wie das Wetter der kommenden Tage sein wird, was im Sport so lief, ect.


Wenn sie Pech haben, zeigt der Bildschirm nur Werbung an oder er ist kaputt.


Im Winter sind die Sitze mit Kunstfell ausgestattet, im Sommer mit einer Bambus matte. Was durchaus Sinn macht.

Leider sieht man nicht auf den ersten Blick ob das Taxi Klimaanlage hat, oder nicht.

Bei Regen empfiehlt sich die Fenster zu schliessen. Ich sass schon mehrere Male im Taxi und wurde durch unglaubliche Zufallstreffer mit Strassenwasser, direkt ins Gesicht getroffen.


Versuchen sie nie zu aufregt in einem Taxi zu sitzen. In den meisten können sie sich nicht anschnallen. Die Fahrer denken es sei eine Beleidigung wenn man sich anschnallt. Man würde ihrem Fahrstil nicht vertrauen. Nun ja, wer vertraut schon dem Fahrstil eines Fremden?

Gefahren wird aber nicht vorsichtiger.

Dank den miserablen Fahrkünsten anderer Verkehrsteilnehmer und dem sämtlichen Missachten simpler Verkehrsregeln, wird oft scharf gebremst. Wenn sie da aufrecht sitzen, werden sie nach vorne geworfen.


Taxi fahren ist ein Abenteuer für sich. Man kann viel von der Stadt sehen, ab und zu nimmt der Taxifahrer auch mehrere Leute mit ins Taxi, die das gleiche Ziel haben.

Manchmal ist der Taxifahrer sehr gesprächig, manchmal hört er einfach nur laut Musik.


Einer hat sogar einmal eine Kassette mit Europop für mich reingelegt und laut mitgesungen, das fand ich ganz süss.

Einer hatte eine buddhistische CD laufen, die immer und immer wieder das Selbe monotone Lied wiederholte.

Oft Fluchen sie wie Stall knechte, aber ich auch schon ein Paar die perfekt Englisch konnten. Dann hatte ich einen der seinen Vater in Taxi herum chauffiert hatte und wieder andere, die einfach nur telefoniert haben.

Einmal habe ich das Taxi wütend verlassen, weil der Taxifahrer rechts ran gefahren war und nicht aufhören wollte zu telefonieren. Ich hab ihm kein Geld hinterlassen, doch auch das hat ihn nicht davon abgehalten weiter zu quatschen.

Einer fuhr in ein stehendes Auto hinein, wobei das stehende Auto für mich unübersehbar war.


Je nach dem wo man hin fahren will, verweigern die Taxifahrer die Fahrt. Oft sind es Orte wo der Verkehr zu dicht ist und man nur im Schneckentempo voran kommt. Jemandem die Fahrt zu verweigern, ist zwar gegen das Gesetz, aber sie tun so einiges, was nicht wirklich legal ist.

Einer dachte wirklich, weil ich mich von meinen Freunden mit Küsschen recht und links verabschiedete, dass er diese Verabschiedung jetzt auch bekäme.

Ich versuche immer höflich zu sein, da ich der Ausländer hier bin. Also steige ich in so einem Moment einfach aus und werfe das Geld auf den Sitz.


Wie bezahlen?

Nicht wie in London kann man hier mit Karte bezahlen. Versuchen sie immer Kleingeld in der Tasche zu haben. 100.- Scheine sind nicht gern gesehen, oft haben die Taxifahrer kein Wechselgeld, oder sie wollen sie nicht annehmen, da sie fürchten es könnte sich um Falschgeld handeln.

Auf den Taxitüren steht immer das „Benzingeld“ also, das was sie extra bezahlen müssen. Meist ist es zwischen 1.- und 3.- Yuen.

Das müssen sie also addieren wenn sie auf den Taxometer schauen.

Trinkgeld ist nicht üblich.

Am Abend ist die Grundtaxen etwas höher und auch da unterscheiden sich die Städte.

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Nachtleben25 April 2012

Nachtleben.

 

Plötzlich sind die Strassen wie ausgestorben. Die U-Bahn ist zu, die Staus nur noch eine Erinnerung.

Die grossen Restaurants sind geschlossen, die kleinen Strassenimbisse geöffnet.

Meine Freunde luden mich zum Essen ein, doch dort angekommen ist es den Herrschaften zu heiss, also steigen wir in ein Taxi und fahren durch die halbe Stadt zu einem anderen Restaurant, das keinen freien Tisch mehr hat. Wir warten wir Draussen auf kleinen Alustühlen.

Mein Kollege von Beijing kauft uns Tee und Trockenfleisch.

Unsere Nummer wird aufgerufen. Der Tisch den wir bekommen steht gleich neben dem Klo. Das geht gar nicht. Also wird diskutiert und gemeckert, bis wir einen anderen Tisch bekommen.

 

Es wird viel aufgetischt. Alles direkt vom Grill, in Alufolien Päckchen gegart. Pilze, Tintentisch, Fisch, Crevetten, Gemüse, Fleisch, Nudeln und allerlei Muscheln.

Eine besonders grosse Muschel wird serviert. Auf dem Muschelfleisch türmt sich der Chili. Alle nehmen sich eine Muschel. Der Chili ist überwältigend.

Ich bin mir scharfes gewohnt, also kaue ich ruhig, schlucke, nehme einen grossen Schluck Tee und esse ein paar Nudeln. So ist es gar nicht mehr so schlimm, denke ich mir noch, da beginnt das grosse Husten um mich herum.

Alle beginnen zu jammern, es sei zu scharf. Sie schwitzen, ihre Köpfe werden rot, die Tränen fliessen.

 

Etwas erstaunt lehne ich mich zurück und geniesse die Show.

 

Nach dem Essen kommt die grosse Diskussion wo wir jetzt hin gehen. Chinesen Diskutieren ohne hin gerne. Bei allem.

 

Vor der Bar prügeln sich sich zwei Männer und plötzlich nimmt das ganze ungeahnte Dimensionen an. Zwei fallen samt Plakatständer die Treppe hinunter und landen in einer Autotür.

Später, als der Fahrzeuginhaber auftaucht, wird der Falsche verdächtig und festgenommen.

Die Schlägerei ist etwas lustig anzuschauen, denn leider ist sie nicht wie in einem dieser Kong-fu Filmen, die Herren erinnern mich eher an Schulmädchen die nicht mit ihren Nägeln und nicht mit ihren Fäusten kämpfen wollen, oder können.

Dennoch waren sie erstaunlich schnell und aggressiv.

 

In so einem Moment denkt man leider nicht an die Handykamera.

 

Ich treffe immer wieder auf Ausländer die sich über das Tanzverhalten der Chinesen lustig machen.

Chinesen gehen auch nicht in die Disco um zu tanzen, sie gehen dort hin um zu spielen.

Wort wörtlich wird auch gefragt: "Gehst du heute abend spielen?"

Sogar wenn man einen andere Stadt besucht hat, erzählt man wie das "Spielen" war.

 

Einige Chinesen haben sich sogar bei mir beschwert. Europa sei so langweilig, es gibt nicht zu spielen.

Spielen?

Wir nennen das Ausgehen.

Wir gehen aus um zu tanzen, zu trinken, neue Menschen kennen zu lernen oder mit unseren Freunden zu tratschen.

Tun Chinesen eigentlich auch.

Aber dies geht nicht ohne zu spielen.

 

In den chinesischen Discos stehen Tische auf der Tanzfläche und es gibt in dem Sinn keine Bar, die Bar kommt zu dir an den Tisch. Am Tisch werden die Drinks gemixt, das Eis aufgefüllt, die Gläser gefüllt. Nur in den westlichen Discos gibt es Tanzflächen, die sind aber immer klein im vergleich zu unseren Tanzflächen. 

 

So wollte eine junge Frau mit mir, über einen anderen Tisch, ein Trinkspiel mit mir spielen.

Ich kannte sie nicht und ich wollte auch kein blödes Trinkspiel mit ihr spielen.

Ich versuchte höflich abzulehnen, da zeigte sie mir den Stinkefinger.

In Europa hätte ich nicht gezögert und wäre zu ihr hin gegangen um zu fragen: "Was ist dein Problem Bitch?!"

 

Ich versuchte mich zu beruhigen. Sie wissen nicht was sie tun.

Wie in England. Ich und meine Schwester standen an der Bar und wollten etwas bestellen, da kam eine Frau und zeigte mit dem Handrücken nach vorn, den Zeigefinger und den Mittelfinger. Sie wolle zwei Bier. Der Barkeeper wies sie dann darauf hin dass dieses Zeichen unserem Stinkefinger gleich komme.

 

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Hautpflege12 April 2012

Hautpflege für die Grossstadt.

Nicht nur für Frauen.

 

Grossstädte in China sind schmutzig. Ob Winter oder Sommer, die Hautpflege kann man immer gleich gestalten.

Waschen sie sich die Hände so oft sie können. Meistens haben sie nur kaltes Wasser zur Verfügung, deswegen ist es nie schlecht ein Definfektionsmittel dabei zu haben.

Was sie aber immer dabei haben sollten sind Taschentücher. Die können sie für alles mögliche verwenden. Für die Toilette, denn nur selten ist Toilettenpapier vorhanden, beim Essen, denn nur selten sind Servietten vorhanden, meist müssen sie die speziell verlagen und sie kosten extra.

 

Waschen sie sich jeden Morgen die Hände und dann das Gesicht. Eine einfache Waschlotion reicht völlig aus. Die Herren können dies mit dem rasieren verbinden. Wenn sie keine Waschlotion haben, benutzen sie herkömliche Seife.

Befeuchten sie ihr Gesicht mit Wasser. Dann cremen sie ihr Gesicht und die Ohren gründlich mit Seife ein. Reiben sie die Seife in ihre Haut und waschen sie sie danach gründlich aus.

 

Nach dem Waschen, benutzen sie eine Feuchtigkeits Creme. Speziell im Winter und Frühling ist die Luft sehr trocken, verwenden sie desshalb etwas mehr Creme an  den Augen. Wenn sie zu schnupfen tendieren, verwenden sie etwas Creme an den Nasenlöchern. Ihre Nase wird so weniger jucken.

Dafür können sie eine ganz normale Nive Creme verwenden.  

 

Wiederholen sie diesen Vorgang abends.

 

In den Supermarks gibt es für diesen Waschvorgang ganze Sets zukaufen.

Wenn sie nicht sicher sind ob sie darauf Allergisch sind, testen sie das Produkt vorher in ihrer Arminnerseite.

 

Ihre Haut wird es ihren danken. Sie werden sich frischer und wohler bei Kälte fühlen und sie werden bei Hitze weniger schwitzen.

 

In China gibt es für die Körperreinigung ganze Wellness Tempel.

Gemeinsames Baden, entspannen und Mahjong spielen gehört dazu. Etwas ungewöhnlich für uns, man wird von Spa Mitarbeitern abgeschruppt. Der ganze Körper wird dabei gründlich gereinigt.

Dabei wird ein Waschlappen verwendet, der im Innern Frottestruktur hat und Aussen eine körnige Oberfläche hat. Nach dem Bad, oder Duschen, wird der Körper damit abgerieben, bis alle Poren frei von Schmutz sind.

Man kan das ganze natürlich auch zu Hause durchführen. Die ersten paar Male schmerzen und fühlen sich doch so befeiend an.

 

Auch ein guter Tipp: Im Supermarkt kann man feuchte Tücher kaufen, die sind nicht nur zum Händereinigen nützlich. Kürzlich kam ich aus dem Bus und wurde vom einem dreckigem Wind, der von einer Baustelle kam, überrascht. Sand war in meinen Augen, ich begann zu husten, also hielt ich mir eines dieser feuchten Tücher vors Gesicht. Damit konnte ich mir im Nachhinein auch das Gesicht, Hals und die Augen reinigen.  

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Meine Tochter31 March 2012

Ich habe keine Kinder, trotzdem verhandeln ein paar Freunde über meine Tochter.

 

Hier die Erklärung:

Meine chinesischen Freunde, die Kinder haben, haben alle zufälligerweise Söhne. Es sind 6 Paare, die tatsächlich meine Tochter möchten.

 

Das traditionelle Denken besagt, dass die Braut nach der Heirat zur Familie des Bräutigams gehört. Einer der Gründe warum viele einen Sohn möchten. Ein Anderer ist dass chinesische Frauen immer noch nicht den selben Karriereweg wie ein Mann einschlagen kann. (Ein weiterer Beleg zu meiner Theorie, China befinde sich auf dem Level unserer 50iger 60iger Jahren)

 

Meine Freunde stritten sich also in der Bar über meine Tochter, die ich nicht habe.

Einer schreite: "Wir haben es zuerst gesagt!"

Eine meinte: "Ihr könnt die zweite Tochter haben."

 

Ich habe dann die Diskussion beendet in dem ich sagte: "Wenn sie so ist wie ich, lässt die sich ganz bestimmt nicht einfach so verheiraten."

 

Schweigen.

 

Doch die zweite grosse Diskussion liess nicht lange auf sich warten. Wir trafen wieder alle aufeinander und schon gings wieder los.

Bis ich fragte: "Wieso habt ihr alle Söhne. Ist das nicht ein krasser Zufall?"

Eine Antwort bekam ich nicht und das brachte mich zum nachdenken.

 

Zufall? Wirklich? Kein Land der Welt hat so viele Männer wie China. Dicht gefolgt von Indien.

Ich hatte eine Ultraschalluntersuchung und es war die einzige Untersuchung die ich hatte, wo ich nicht auf den Bildschirm schauen konnte. Ich musste so weit nach Hinten auf den Untersuchungstisch rutschen, dass ich nie und nimmer auch nur hätte darauf schielen können und das obwohl ich diese Untersuchung nichts mit einer Schwangerschaft zu tun hatte.

 

Schmieren sie die Ärztinnen/Ärzte? Oder gibt es einen geheimen Ort wo all die Illegalen Dinge geschehen?

Denn laut Gesetz darf die Ärztin, der Arzt, der werdenden Mutter nicht sagen welches Geschlecht ihr Kind hat.

 

Das alles wäre gar nicht schlecht. Zu viele Männer, zu wenig Frauen, so sollte die Bevölkerung schrumpfen. Nein? Sie sagen jetzt vielleicht: "Aber was ist mit den vielen Frauen die in den Entführt werden und zur Heirat gezwungen werden, weil es zu wenig Frauen gibt?"

Ja das ist ein Problem, ganz klar.

 

Aber wissen sie was? Ich habe noch nie so viele Homosexuelle Frauen gesehen wie in China. Ein heikles Thema für all die Eltern, die nur ein Kind haben können. In vielen Köpfen ist immer noch der Gedanke: Wenn mein Kind verheiratet ist und der Nachkomme gesichert ist, muss ich sich keine Sorgen mehr machen. Ich kann mich zurück lehnen und meine Familie kümmert sich ab jetzt um mich.

Ich sehe sie täglich viele Pärchen auf den Strassen. Eine ist wie bei den meisten Homosexuellen Paaren eher der männliche Part und eine mehr der weibliche. Die offensichtlichen sind also die, die sich wie Männer kleiden, sich so bewegen und so sprechen.

 

Wenn sie jetzt denken ich verguck mich da bestimmt, muss ich sie enttäuschen, ich kenn mich da aus.

Zudem haben Chinesen weibliche Züge und so gehen Homosexuelle Männer eher als Frauen durch, als Frauen als Männer.

 

Ja es gibt auch Homosexuelle Männer, die sind nicht auf den ersten Blick zuerkennen. Viele Chinesinnen mögen zudem wenn der Mann wie Justin Bieber aussieht.

 

Das ist in der westlichen Welt auch der Fall. Nur verliert sich das mit dem Alter und die meisten Frauen beginnen mehr die männlichen Männer zu mögen. Zum Beispiel: Barthaare, Brusthaare, breite Schultern ect.

 

Das haben die Chinesischen Männer ohne hin nicht. Ich bin eine Frau und ich habe mehr Haare an den Beinen (wenn ich sie nicht weg rasiere) als ein chinesichen Mann. Meine Schultern sind genauso breit wie die eines chinesischen Mannes. Ich passe wunderbar in jeden Männer Blazer.

 

Und es muss erwähnt werden dass die Farbe Pink hier keine Farbe nur für Mädchen ist. Also nicht jeder Mann der Rosa mag ist gleichzeitig auch Homosexuell. So wie ein Freund von mir einmal dachte.

War es bei uns auch nicht! Das Alles änderte sich um die Jahre um 1900 und es ist bis heute geblieben. In der westlichen Welt ist Rosa für Mädchen und Hellblau für Jungs.

 

Dann gibt es da noch die Zweite Ehefrau. Unsere Gesellschaft würde diese Verbindung Affäre nennen. Es sind meistens junge Stundentinnen, die einen älteren Mann bevorzugen. Warum einen älteren Mann der bereits verheiratet ist? Er sorgt gut für sie, kauft ihr Geschenke, bezahlt ihr die Wohnung, das Telefon, die Kleidung und sonstiges. Oft verlieben sich diese Frauen aber in diesen Mann. Das weiss ich, weil in der Nähe meiner Wohnsiedlung viele Wahrsager ihre Dienste anbieten. Dort treffe ich immer auf Frauen die um Rat suchen, oder sich die Zukunft voraus sagen lassen. 

Laut Statistik bleibt der Mann aber meist bei seiner Frau. Aus gesellschaftlichen und familiären Gründen.

Manche aber auch nicht. In den Medien war eine grosse Diskusion über die Legalisierung, exklusiv für Politische Leitfiguren, mehr als eine Frau heiraten zu können. Das Argument war: Der Kaiser hatte zu seiner Zeit mehrere hundert Frauen zu seiner Verfügung.

 

Heute leben in China 20%mehr Männer als Frauen. Im Jahr 2020 wird es vermutlich 24Milo Frauen zu wenig haben.

Zu wenig Frauen? Nicht jede Frau will heute heiraten und Kinder kriegen. 

Und was ist mit den Frauen die einen Ausländer bevorzugen?

Wenn man in der Schweiz bei Googel.ch Chinesische Frau eingibt, kommen viele Kontakt Seiten wo man eine chinesische Frau kennen lernen kann.

Wenn man das Selbe in China macht, erscheint nur eine dieser Partnersuchseiten.

 

Ist das schlecht? Für die Frauen die Entführt werden und die Männer die alleine bleiben, bestimmt. Ich lebe in einer Stadt mit 8Milo Einwohnern. Mein Stadtviertel hat so viele Leute wie ganz Bern.

Die Welt ist im Ständigen wandel und das ist auch gut so. Denn Früher war nicht alles Besser, es war nur Anders.

Willkommen in China, meine persönliche Zeitreise.

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Designers27 March 2012

Ich habe mir ein tolles Outfit zusammen gestellt.

Mein dunkelblaues Kleid von E-Land (Süd Koreanische Marke), schwarze Legins von H&M, der neue Trench Coat von H&M und meine braunen Schuhe von Hot Wind (Im Ausverkauf gekauft nur 99.- umgerechnet CHF 16.-)

Normalerweise trage ich keine braunen Schuhe, in China aber schon. Ich habe braune Stiefel und jetzt auch braune High Heels, mit kleinen, weissen Punkten und oranger Sole. Die orange Sole passt perfekt zu meinen Fischohrringen.

 

So ging ich in die Luxus Shopping Mall.

Vertreten sind dort grössen wie: Marc by Marc Jacobs, Prada, Yves Saint Laurent, Louis Vuitton, Tods, Versace, Giorgio Armani usw.

 

Zuerst ging ich in den YSL Shop und war überrascht wie viel Sicherheitspersonal im Verkaufsraum stand.

Ich wurde so gleich auf Englisch begrüsst und beraten. Ich fühlte mich etwas wie im Museum.

Zumal weil ich bei jedem Stück dachte:

Das hab ich doch schon gesehen... 

Uh, ich fasse besser nichts an. Hände in die Taschen!

Und ich fühle mich vom Sicherheitspersonal beobachtet.

 

Also ging ich zu Prada. Die Atmosphäre war super. Niemand sprach mich an, ich konnte mir in Ruhe alles Anschauen. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl alles schon zu kennen. Ist diese Tasche nicht vom letzten Jahr? Habe ich dieses Muster nicht schon vor 2 Jahren gesehen?

 

Kleine Bemerkung: Auf der Strasse ist mir ab und zu der Peugeot 307 aufgefallen. Er fällt mir immer auf, weil ich in diesem Auto fahren gelernt habe. (Ein absolut furchtbares Auto um fahren zu lernen!) Dieses Auto gibt es seit 2001 in Europa. Nach China kam dieses Fahrzeug aber erst letztes Jahr. Ein Fakt der mich zum nachdenken brachte.

Verkaufen sie also Luxus Artikel in China die in Europa keiner mehr will?

Ich dachte immer die chinesischen Touristen sind so verrückt nach Handtaschen, weil in China eine extrem hohe Luxussteuer erhoben wird.

Wer schon Mal vor Chanel und Co in Paris war und zufällig eine Reisegruppe mit Chinesen gesehen hat, die alle hysterische Anfälle hatten, weil es ihnen erlaubt ist nur 2 Taschen zu kaufen, um die Exklusivität der Marke zu wahren, weiss was ich meine.

 

Ich ging weiter zu Tods. Ich war sogar im Armani Darkroom.

 

Am besten hat mir Marc by Marc Jacobs gefallen. Die Kleider sahen zwar aus als wären sie aus bunten Flicken zusammengenäht, aber dort hätte ich mir vorstellen können etwas zu kaufen. Besonders gut fand ich die Accessoires. Die tollen Sonnenbrillen, Handtaschen, Schals, Schmuckstücke und sie hatten sogar iPhone Hüllen.  

 

Versace hatte eine limitierte Sonderedition zum Chinesischen Neu Jahr. Eine Handtasche mit einem Drachen in schwarz/gold.

Versace hat mich beeindruckt. Aus der Ferne betrachtet finde ich immer die Kleider, Schuhe und Taschen sehen so aus wie das Outfit einer Frau die billig schreit.

Aber wenn man sie in echt sieht, wirken die goldenen Nieten, Plaketten und Verzierungen teuer und luxuriös.

 

Im Möbelhaus gibt es ein Versace Badezimmer-Ausstatter. Das ist dann zu viel des Guten für meinen Geschmack. Ich bin da vielleicht zu schweizerisch.

 

In der Luxus Shopping Mall traf ich nur auf ältere Kundschaft. Sie alle waren leicht untersetzt und gaben nicht viel auf ihr Aussehen.

Eine Schade. Wenn man schon bei den Top Designers einkauft, sollte man doch entsprechend gut gekleidet sein.

Nein. Wer reich ist, braucht sich nicht mehr um sein Aussehen zu kümmern. -sagt man in China. 

 

Als ich so durch die Halle lief, fliel mir die Klaviermusik auf. Die hörte sich nicht an, als ob sie vom Band kam. Ich blickte mich um und fand die, im Abendkleid spielende, Musikerin. Sie sass da, an ihrem schwarzen Flügel, und spielte ein Lied nach dem Anderen. Ich hab mir die Zeit genommen und ihr einfach nur zugehört.

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Chinesische Haare25 March 2012

Ich war mal wieder beim Frisör und dieses mal, habe ich mir die Haare scheiden lassen.

Dieser Coffeur Salon, in dem ich war, ist einer der Trendsetter der Stadt. Alle jungen Studenten, die etwas à la mode haben wollen, gehen dort hin. Der Salon sieht auf den ersten Blick toll aus, aber das ist so üblich. Wenn man einen kritischen Blick riskiert entdeckt man wie überall Schönheitsfehler.

Sowie die Pfusch Konstruktion der Steckdosen, die dreckigen Wände unter den Spiegeln, die Haare zwischen den Dekos, um nur einige Beispiele zu nennen.

Alles normal.

 

Ich bin noch nicht bereit, mir die Haare kurz schneiden zu lassen. Immer wenn ich das tue, brauche ich zuerst das Vertrauen des Frisörs. Also habe ich mir nur die Spitzen schneiden lassen. 

 

Die nette Frisöse wollte mir gleich zu beginn eine Haarkur aufschwatzen.

Dann wollte sie mir die Haare färben.

Da läuten meine Alarmglocken.

 

Meine Wushu Lehrerin sagt immer: "Die in der Schweiz haben keine Ahnung von chinesischem Haar."

Sie wird wohl recht haben, denn die in China haben keine Ahnung von europäischem Haar.

Ich habe mir letztes Jahr die Haare färben lassen. Nach langem hin und her hatte ich mich für ein dunkelbraun entschieden.  Ich bemerkte noch: "Keine Bleichung! Das ist nicht nötig."

Aber die Angestellten dachten, sie wissen es besser.

Zuerst hatten sie mir den Ansatz gefärbt! (Da muss ein Ausrufezeichen hin!)

Die Farbe die sie dafür verwendeten war karotten farben.

Ich habe nichts gesagt, bis mein Film zu Ende war. (Bei Coiffeur schaut man sich Filme an, damit man sich nicht langweilt. Zurecht!)

"1 Stunde 15 Minuten?! Seit ihr noch ganz dicht?! Runter mit der Farbe!"

Auch da glaubten sie mir nicht. Ich hatte angst, all meine Haare würden sich von meiner Kopfhaut lösen.

Nachdem die Tortur endlich zu Ende war, hatte der Frisör die Nerven zu sagen:" Oh, das ist ja gar nicht die Haarfarbe die wir erreichen wollten."

Ich hatte rote Haare und nicht dunkelbraune. Oh Wunder. Ich habe auch nicht pechschwarzes Haar. Und mein Haaransatz war natürlich auch gut zu sehen.

Zu Hause habe ich mir dann die Haare ca 5 Mal gewaschen, bis die Farbe erträglich war.

 

Zurück zur Gegenwart. Die Frisöse hab mir ein Buch, in dem ich mir eine Frisur aussuchen konnte. Nach 10 Seiten war mir dann klar, dass es sich eigentlich um 3 Frisuren handelt, die nur eifach mit verschiedenen Models dargestellt wurden.

Keines der Models hatte schwarzes Haar. Alle trugen ihr Haar gelockt und alle hatten Strinfransen.

Toll. Ich wollte keine Strinfransen, die hatte ich doch erst.

Ich hatte also die Wahl zwischen:

Lange Haare, Strinfransen, gelockt.

Schulter lang, Strinfransen, gelockt.

Kurz, auch kurze Strinfransen, gelockt.

 

"Kurzes Haar würde dir stehn." meinte die Frisöse strahlend.

Ich schüttelte den Kopf. Diese Models haben alle runde Gesichter. Ich habe ein langes Gesicht. Wenn sie mir einen kurzen, runden Bob schneidet und die Locken raus sind, sehe ich aus wie ein weibliches Mitglied der Beatles.

Kurze Haare ja, aber nicht diesen Schnitt und etwas Anderes hatten sie ja nicht zur Auswahl.

 

"Bitte nur die Spitzen" sagte ich dann.

Locken bekam ich trotzdem.

Da war ich beeindruckt. Sie zauberte mir mit ihrer Rundbürste Zapfenlocken.

 

"Du siehst aus wie eine Prinzessin!"

Ich blickte in den Spiegel.

Nein, ich sah aus wie eine Country Sängerin. Fehlte nur noch der passende Hut.

Zum Glück sind meine Haar nicht blond, sonst wäre ich jetzt ein wandelndes Klischee.

 

Ich bin etwas enttäuscht. Sie hätte mir die Spitzen schneiden sollen, doch sie hat gleich die ganze Form herausgeschnitten. Jetzt sind meine Haare nicht mehr gestuft, sondern gerade. Wie langweilig. So viel zum Trendsetter.

 

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Uniformen14 March 2012

Neulich war ich in einem Cosplay Restaurant. Das Ambiente war westlich, inklusive Weihnachtsdekoration und Valentinstagsherzen. Die Bedienung trug die schwarz/weisse Bediensteten Uniform des 19. Jahrhunderts nur etwas kürzer geschnitten.

Das Restaurant war zudem mit romantischen Schaukeln ausgestattet, auf die mich nur eine Flasche Tequila hätte bringen können.

Das Essen, nur so nebenbei, sah westlich aus, schmeckte aber nicht so.

 

Aber es gibt auch schreckliche Uniformen. Wie die Schuluniformen. Leider sehen die nicht so aus wie in Japan. Genauer gesagt sind es Trainingsanzüge und die werden, warum auch immer, 3 Nummern zu gross getragen. Vielleicht damit man genug Platz für die Kleider darunter hat. Jede Schule hat selbstverständlich einen eigenen Trainigsanzug, den alle Schüler tragen müssen, sonst werden sie zum umziehen nach Hause geschickt.  

 

Ich habe mir den Kopf darüber zerbrochen warum die Schule solche Trainingsanzüge als Schuluniform wählt. Ich habe auch einige Leute gefragt. Und das kam dabei raus:

Es ist bequem.

Jeder passt rein, also keine Sonderanfertigungen.

Sie sind leicht zu reinigen.

Sehen modern und hip aus. (Ja, das denken sogar einige in Europa)

Und sie müssen mit stolz getragen werden, denn nicht jeder kann jede Schule besuchen. Einige Schulen sind nur für fleissige Schüler und/oder sind teurer als andere.

Die Beste ist da natürlich auch die Teuerste.

 

Einige Schulen halten es sehr simpel. Dort besteht die Uniform nur aus einem Halstuch, dieses erinnert stark an ein Pfadfinder Halstuch, wie ich sie immer in der Schweiz sehe.

 

Sicherheitsangestellte tragen hier militärähnliche Uniformen. Oft sind diese mit goldenen Emblemen geschmückt. Auch da varieren die Kleider je nach Firma und Person. Manche sind simpler als andere und manche sind zerknitterter als andere.

Auch die Morgengymnastik variert da stark. (Morgengymnastik wird bei gutem Wetter im Freien ausgeführt)

Doch ich teile sie in 2 Kategorien: In einer wird zu 90iger Jahre Eurodance Musik getanzt und in der anderen wird laut geschrien und marschiert.

Beides ist sehenswert und auch bestimmt darauf ausgelegt. Denn ich denke kaum das diese Performance wirklich dazu da ist um der Ertüchtigung und Gesundheit des Mitarbeiters zu dienen. Es ist doch mehr ein: Hey! Schaut her! Wir sind ein super Team! Oder: Bei uns macht arbeiten Spass! Wir sind eine innovatife Firma.

Alles PR

 

Es gibt sogar Militär-Fun-Wochenend-Seminar für Firmen. Ich konnte es kaum glauben als ich die Fotos sah.

In Amerika schicken sie dort die Unverbesserlichen hin...

 

Hier tragen so viele Leute eine Uniform dass ich sie erst auf den zweiten Blick als eine Uniform erkenne.

Wie zum Beispiel die Krankenschwestern. Im Winter tragen sie alle die selben Daunenmäntel. (Ja, es is,t aus mir unerklärlichen Gründen, kalt im Krankenhaus)

Ihre Standart Kopfbedeckung, die man in der Schweiz vermutlich zuletzt in den 60iger Jahren getragen hat, finde ich besonders chic.

Aber auch die Ärzte kommen im old fashioned look. Wenn ich so darüber nachdenke erinnert mich diese Kleidung stark an die verrückt gewordenen Ärzte in Bioshock. Was ich super finde.

 In den billigen Spitäler tragen sie oft nur diesen grünen OP Kittel aus Plastik.

 

Ich war mit meinem guten Freund Lei in einer Zahnklinik, die mich sehr an schweizer Zahnpraxen erinnerte. Die Ärzte und ihre Assistenten trugen alle blaue Uniformen, die ich gerne in meiner Freizeit tragen würde.

 

Fast alle Service Angestellten tragen eine Uniform. Meist ist diese mit Essensflecken geschmückt. Das liegt daran, dass man hier grundsätzlich alle Kleider mit kaltem Wasser wäscht. Da gehen die Flecken nur schwer raus.  

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Schönheitwahn8 March 2012

In Asien ist das Schönheitsideal der westlichen Welt angepasst. Das was wir am wenigsten in unserer Umgebung sehen, wird als exotisch und schön empfunden. Natürlich empfindet jeder Schönheit anders. Aber selbst den Glöckner von Notre Dam findet niemand wirklich schön, wenn da seine Innere Schönheit nicht wäre.

In der westlichen Welt empfinden wir kindliche Gesichtszüge bei Frauen und eine Mischung aus kantigen und kindlichen bei Männern als schön.

In Asien nicht unbedingt. Hier besitzt jeder zweite eine niedliche Stubsnase.

 

Vor einigen Monaten sah ich im Fernsehn eine Miss Wahl. Ich war schockiert dass so viele Frauen gleich aussahen und viele hatten diese Hackennase mit einem kleinen Buckel auf den Nasenbein. (Ich kanns nicht besser Beschreiben)

 

"Die sind alle operiert." sagt eine Kollegin vom mir. "Schau dir mal ihre Brüste an."

"Oh die ist sooo schön!" Hör ich von einer anderen Kollegin. Sie meint die mit dem Hintern aus Silikon, der aber für die Jury zu üppig ist. Sie kommt nicht weiter.

Nur böse Mädchen färben sich die Haare, desswegen hat die Hälfte nur ein bisschen geschummelt und sich die Haare dunkelbraun gefärbt. 

Ins Finale schaffen es nur die Hässlichen. Um ehrlich zu sein, ich mag keine Miss Wahlen, die sind doch alle getürkt.

 Die Gewinnerin hat eine Nase wie eine Hexe, sie ist bleich wie eine Leiche, hat lange schwarze Haare und lange Beine.

 

Ich habe eine Freundin, ich finde sie wunderschön, doch sie findet ihren Kiefer ist zu gross und zu eckig. Sie möchte lieber einen wie ich, desshalb hat sie sich etwas in den Muskel spritzen lassen. Der Muskel ist dadurch leider nicht kleiner geworden, dafür kann sie jetzt nur noch mit einer Gesichtshälfte lachen. Und ich dachte immer das sei ihr verschmitztes Lächeln.

Doch sie will es auf jeden Fall noch ein Mal versuchen. Der Arzt kann ihr den Muskel leider nicht heraus nehmen, da sie sonst ihr Mund nicht mehr öffnen und schlissen kann.

 

Diese Freundin hat eine Kollegin die alle ihre Operationen mit grossem Erfolg durchgeführt hat. Sie war ein hässliches Entchen (kam ich mir nicht vorstellen).

Sie hat sich gleich alles machen lassen. Die Brüste, die Augen, die Lippen, die Wangenknochen, die Nase, das Kinn. Alle Männer finden sie jetzt so schön und einen besseren Job hat sie auch gleich gekriegt.

 

Ich bin auf drei junge Frauen in einem Restaurant gestossen. Wir sassen gleich gegenüber, so konnte ich sie die ganze Zeit anstarren und sie mich.

Das war eine sehr komische Erfahrung. Sie sahen alle nicht mehr asiatisch aus, aber auch nicht europäisch. 

Eine hatte rotbraunes Haar wie ich, eine hatte blonde Haare doch alle hatten die selbe Hautfarbe, die selbe Nase und sie trugen alle farbige Kontaktlinsen.

(Die sind mir aber immer noch lieber als diese unheimlichen schwarzen Kontaktlinsen. Die tragen bei uns doch nur Dämonen in Horrorfilmen. Schwarze Kontaktlinsen sollen diesen Doll-Effekt erzielen. Ich erschrecke immer noch wenn mir Eine so in die Seele schaut)

Wir haben uns alle angesehen als wären wir geohrfeigt worden.

Das dritte Mädchen aber sah mich besonders an. Sie schämte sich und ich schämte mich. 

Sie hatte ihre Augen operiert und so wie es aussah hatten sie ein Muskel verletzt, denn das linke Auge öffnete sich immer nur mit Verzögerung.  Ganz schlimm war es wenn sie versuchte zu blinzeln. Ich schämte mich dass ich sie so anstarrte und sie schämte sich für das Auge.

 

Ich höre immer wieder von Asiaten wie hübsch ich doch bin. Ich selbst finde mich nicht so toll, was vielleicht daran liegt dass ich mich jeden Tag im Spiegel sehe. Ich wollte mich auch schon operieren. Ich wollte eine Stubsnase, ich wollte ein breiteres Kinn, ich wollte einen kleineren Arsch, ich wollte vollere Lippen. Jetzt bin ich froh dass ich nichts davon hab machen lassen. Man muss nur in ein anders Land gehen. (Natürlich alles Quatsch! Man muss sich selbst lieben!)

 

Letzten Sommer wollte ich mir eine Hautcreme kaufen. Es war schwieriger als ich gedacht hatte, denn es gab keine ohne Bleichmittel. Ein paar Mal haben mich sogar die Verkäuferinnen gefragt welches Bleichmittel ich denn verwende. Sie wollten das gleiche kaufen um auch so schön bleich zu werden.

Ich bin kein Fan des Sonnenbadens, das ist alles.

Ich finde das "Ich leg mich an die Sonne und lass mich brutzeln wie ein Stück Fleisch auf den Grill" einfach nicht so berauschend.  

 

Ich war schon in asiatischen Krankenhäusern, doch eine Frauenklinik bot auch kleine Schönheitsoperationen und Anderes an. Zum Beispiel das Bleichen der Brustwarzen damit sie nicht mehr braun, sondern rosa aus sehen.

Ich hab gehört dass jetzt das Bleichen des Anus zur Zeit sehr populär in Amerika sei...

 

Die beste (teuerste) Klinik hier heisst My Fun Hospital. Kein Scherz!

Wer sich operieren lässt verheimlicht das nicht etwa, sie sind alle stolz darauf. Wie oft habe ich in der Schweiz Fern geschaut und hab den Promis dabei zugehört wie sie ihre OPs abgestritten. Hier steht alles in der Zeitschrift. Exklusiv mit Fotos aus dem Operationssaal. Vorher und Nachher Bilder. (Vorher tieftraurig, Nachher glücklich und erfolgreich in Liebe und Beruf)

 

 

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Später darüber lachen...2 March 2012

Vielleicht kann ich später Mal darüber lachen. Eine Weisheit aus meinem Geburtsort, die sich oft bewahrheitet.

 

Ich habe ein iPhone. Es ist ein echter Segen, denn es ist mein Handliches Wörterbuch, dass ich immer dabei habe. Jetzt nicht mehr.

Ich wurde nicht beraubt.... etwas Anderes ist geschehn.

Es gibt da einen Ort, dort steht die schlimmste Toilette von der ganzen Stadt. Es ist eine der schlimmsten Toiletten die ich je gesehen und gerochen habe.

Und ich hab schon so einiges gesehen. Ich habe schon Waschbecken gesehen da schwammen Kreaturen drin die konnten nicht identifiziert werden. Plumpsklos mit Schanze wo der Unrat einer Woche hängen geblieben war. Ein Loch im Boden, wo man nicht wusste wo man hin stehen soll, da der ganze Rand nass und schlammig war. Bodenkacheln die voller Spucke glänzten. Menstruations-Blut und Binden die einfach irgendwo hin geklebt wurden. Toiletten die vermutlich noch nie geputzt wurden und ich nicht weiss wo und was ich anfassen konnte ohne von einer Krankheit angesteckt zu werden. Hände waschen? Fehlanzeige. Wenn du Glück hast gibt es kaltes Wasser ohne Seife. Und der Gestank erst, da gabt es verschiedene Duftnoten die mich flach haben Atmen lassen, so dass ich nicht das Bewusstsein verliere.

 

Ich kenn mich also aus mit schlimmen Stillen Örtchen.

Ja in so eine Toilette ist mein iPhone hinein gefallen.

Und siehe da es konnte schwimmen!

Zu erst dachte ich noch. Was war das für ein Geräusch? Und da sah ich es schon, es war mein iPhone. Es war mein iPhone 3s. Aber ich konnte es hier gebrauchen! Für das Neue gibt es immer noch keine Unlogkarte.

Jetzt gebrauche ich wieder mein Hello Kitty Handy from Hell. (siehe letzter Blog auf blogigo.ch)

Ich hasse dieses Handy!

Zuvor hatte ich noch ein paar Bilder von unserer Geburtstagsfeier für Lee gemacht. Die sind jetzt weg.

Mein iPhone habe ich zuhause geföhnt und in einen Sack mit Reis gesteckt. Am liebsten hätte ich es gleich mit viel Seife gewaschen, denn es stinkt nach Scheisse.

Zum Glück gibt es hie so viele Apple Shops. Ich frage mich nur wie viele davon echt sind.

Ich schäme mich etwas mit meinem stinkenden iPhone in einen Apple Store zu gehen, die sind ja alle in diesem Lackweiss, sauber und irgendwie futuristisch klinischem Touch.  Ich will auch gar nicht wissen was sie finden werden wenn sie es öffnen.

 

Das Schlimme ist, es funktioniert noch! Mehr oder weniger. Das Licht ist irgendwie aus, aber ich kann noch erkennen was auf dem Display erscheint. Ich kann, und das ist das furchtbare, noch damit telefonieren. Ich hör nur nichts vom meinem GesprächspartnerIn. Es klingelt, ich nehme ab... ja ich hab abgenommen, ich hab mir das stinkende, mit Kot und Urin verschmutzte iPhone mein Ohr und meine die Backe gehalten.

Es war ein Reflex.

Ich habe Stunden in meinem Badezimmer verbracht.

 

Ich gebe es zu, ich hab für ein paar Minuten die Nerven verloren.

Apple ist hier das neueIn- Ding. Im Starbucks sieht man zu 99% iPhones 4 und iPads (Siri kann man hier nicht wirklich gebrauchen, trotzdem wollen alle die Neueste Version haben)

Das Apfel Symbol ist überall, auch auf Kleidungsstücken und anderen Alltagsgegenständen.

 

Als ich mich auf die Suche nach einer Unlogkarte machte, wurde ich Zeuge eines Beziehungsdramas. Leider habe ich davon nicht viel verstanden, nur so viel dass die Geliebte kein iPhone wollte das zur Zeit 7900Yuen kostet. Sie hat es voller Zorn auf den Boden geworfen wo die Hülle in kleine Einzelteile zersplitterte .

Ihr Geliebter hat mehr Geduld bewiesen als ich je hätte aufbringen können. Er hat verständnisvoll auf sie eingeredet, während sie vor sich hin schmollte.

Den Versuch das iPhone umzutauschen schlug dann fehl, da ja alle mit angesehen hatten wie sie es vor dem Apple Store auf den Boden geschmettert hatte.

Dumme Sache...

Manchmal habe ich das Gefühl Männer mögen solch ein Verhalten bei Frauen.

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Highspeed Bahnhof, Metro und Bus23 February 2012

Es gibt seit einiger Zeit einen  neuen Bahnhof nur für Highspeed Züge. Dieser ist bequem mit der Metro zu erreichen und das noch auf meiner Linie. Von meiner Station bis zur Endstation (Bahnhof) sind es ca. 40 Minuten.

Der Bahnhof wirkt wie ein Flughafen. Am Eingang wird man Durchsucht und das Gepäck wird geröntgt.

Im der grossen Wartehalle gibt es umsonst kaltes und warmes Wasser. Das warme Wasser kann man wunderbar für die Fertigsuppen verwenden die es an den Kisok's zu kaufen gibt.

Ansonsten gibt es die üblichen Standands. Fastfood Ketten und Sicherheits-Personal.

 

In zwischen liebe ich die Metro. Lei und ich trafen uns zum Haare schneiden. (er schneiden, ich waschen) Wir verabredeten uns in der xiao zhai Station und so machte ich mich auf zu der Metro Station in meiner Nähe. Ich habe zuerst gar nicht bemerkt dass ich mich bereits in der verabredeten Station befinde und so ging ich zu einem der Fahrkartenmaschinen. Die Englische Version hat mich mehr verwirrt als die Chinesische, so weit so gut.  

Ich wartete also auf Lei, während ein uniformierter Mann ständig vor mir auf und ab lief.

Darf ich hier nicht warten? Ich könnte ja gefährliche Substanzen mitführen...

Doch dann kam eine nette uniformierte Frau auf mich zu. Sie fragte mich auf Englisch ob ich Hilfe benötige. Ich hätte doch versucht eine Fahrkarte zu lösen.

Ich war gerührt.

Nein ich habe eine Karte, vielen Dank. Ich warte nur auf einen Freund.

 

Ich bin im Besitz einer elektronischen Karte, wie es sie in London gibt. Nur kann ich sie hier noch nicht in den Geschäften als Zahlungsmittel verwenden.

Ich bin der Ansicht dass sich hier viel verbessert hat, die Metro, so nehme ich an, ist unter anderem dafür verantwortlich. Sie spielen Informationsvideos ab wie sich der ideale Bürger verhalten sollte.

Wie fahre ich Rolltreppe. Wie benutze ich korrekt einen Aufzug. 

Das urinieren und sich erleichtern, so wie das rauchen, essen oder den Abfall auf den Boden werfen ist untersagt.

Fast alles wird mit Manga-Filmchen dargestellt. Meine Lieblinge sind der Polizist mit den blauen Augen und das fliegende Maskottchen mit der Kinderstimme das lustig erklärt was man tun soll wenn eine Naturkatastrofe die Metro lahmlegt.

Aber meine absolute Nummer 1 ist die Bekanntmachung dass man keine Hühnerkäfige unter den Metro-Pfeilern halten soll.

Ja, der Grund und Boden gehört der Metro, aber es stört doch niemanden wenn ich hier meine Hühner halte. Wer hat mir zu sagen wo ich meine Hühnerkäfige hinstellen soll und wo nicht!?

 

Fast alle Durchsagen sind sowohl auf  Chinesisch wie auch auf Englisch (mit niedlichem Akzent).

Die Metro ist auch zur Rushhour nicht wirklich voll. Ich denke das ist so, weil der Bus immer noch erheblich billiger ist und die Metro noch nicht voll ausgebaut.

Bus 1.- mit elektronischer Karte .-50

Metro 4.- mit elektronischer Karte 2.-

Wie auch beim Bus bezahlt man nicht die Strecke ansich sondern eine Pauschalgebür.

 

Ich hasse es Bus zu fahren. Die Busse werden zwar durch Neue ersetzt, die kosten dann aber doppel so viel, weil sie mit einer Kilmaanlage ausgestattet sind. Natürlich sind sie viel langsamer und meistens voll. Manchmal so voll dass Einsteigen ummöglich ist und manchmal so voll dass Aussteigen unmöglich scheint. Und dann ist man auch noch der Willkür der Busfahrer ausgeliefert. Die halten Mal, Mal nicht, Mal nur für 2 Sekunden, Mal bremsen sie und fahren so an dass die stehenden Fahrgäste alle auf die Fresse fliegen. (Da ist es von Vorteil wenn der Bus rappelvoll ist)

 

In der Schweiz unvorstellbar.

Letztes Mal als ich in Bern Bus fuhr bemerkte ich wie sehr ich mich an den Stangen im Bus festhielt und das völlig unnötig.

Vor ein paar Jahren ist ein Mann in einem Berner Tram gestürtzt weil er sich nicht gleich nach dem Einsteigen hingesetzt hat. Wütend hat er sich beim Tramfahrer beschwert.

In China hast du gar keine Zeit um einen freien Sitzplatz zu finden.

Oft ist es nur ein gnädiger Rollstop in dem sich die Fahrgäste rein springen dürfen.

Zwei alte Frauen haben einmal versucht langsam den Bus zu verlassen. Nach dem der Busfahrer drei Mal die Tür geöffnet und geschlossen hat, haben es die Damen dann geschafft ca 50 Meter nach der eigentlichen Bushaltestelle den Bus zu verlassen und dies auch nur weil sie lauthals geschriehen haben.

 Jaja, das Alltag Abenteuer Bus zu fahren, da bevorzuge ich doch die schnelle und saubere Metro.

 

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Wieder da :-)15 February 2012

vom 8.2.2012

Hainan Airline ist eine sehr gute Fluggesellschaft. Die hatten sogar Deutschsprechende Crewmitglieder. Es hatte kaum Passagiere auf meinem Flug. Ich hatte das Glück eine ganze 4er Reihe für mich alleine zu haben. Ich schlief noch nie so gut in einem Flugzeug. Mit 4 Kissen und zwei Decken.

Im Grossen und Ganzen fand ich Hainan Airline besser als China Air. Das Essen ist etwas besser, ich musste nicht in Deutschland umsteigen, der Fernseher hatte Touchscreen, mein Gepäck ging für ein Mal nicht verloren und der Flug kostete um einiges weniger.

Meine Freunde in Beijing brachten mich zuerst in ein Restaurant. Es war 5 Uhr Morgens, sie hatten die Nacht durch gefeiert und wollten frühstücken. Leider hatte ich mir schon den Bauch im Flugzeug vollgeschlagen, aber einige Jiao zi und Hühnerbeine musste ich trotzdem essen.

Danach fuhren wir nicht wie besprochen zu ihnen nach Hause, sondern wir quartierten uns alle im Crystal Orange Hotel ein.

Zuerst begriff ich gar nicht warum wir jetzt ins Hotel einzogen, später erfuhr ich aber dass dieses Paar das mich zu sich einlud, eigentlich gar nicht mehr verheiratet ist. Sie hat einen neuen Ehemann und er eine neue Freundin. Da misch ich mich nicht ein ;-)

Sie kannten das Hotel dank eine TV Serie in der Männer Frauen abschleppen. Und ich muss wirklich sagen, dieser Ort ist perfekt dafür!

Beim Eintreten in das Zimmer geht gleich die Musik an. Sie hat einen etwas eigentümlichen, erotischen Rhythmus... Aber das iPhone oder iPod lässt sich daran anschliessen.

Ich hatte einen Fisch als Mitbewohner :-)

Einen riesigen Fernseher

Eine Badewanne! Ich hatte bis jetzt nur in Hong Kong eine zu Gesicht bekommen.

Vom Badezimmer konnte man direkt ins Schlafzimmer blicken. Wer also duschte wurde freiwillig/unfreiwillig beobachtet.

Überall hingen Spiegel. Manche an merkwürdigen Orten... bis der Aha-Effekt kam.

Den Abend danach ass ich Frosch. Den Ganzen (ohne Kopf). Die waren aber so scharf gewürzt dass ich den eigentlichen Geschmack nicht wirklich heraus schmecken konnte. Die Konsistenz erinnerte mich an Kaninchen.

Ich war in 5 Shoppingcenter, viele sehr stilvolle Restaurants, 3 Discos, 2 Bars, 2 Parks und einen Strip Club. Das letzte war einfach nur verwirrend. Ich denke meine Freunde wollten mir eine Freude bereiten und nachdem ich ihren Vorschlag KTV nicht so berauschend fand, gingen ihnen vermutlich die Ideen aus. Sie haben nicht viel Ahnung was Europäern so gefällt. Bestimmt nehmen sie an dass ich mir an Stangen tanzende Frauen alle paar Wochen anschaue.

Ich sah erstaundlich viele Ausländer in Beijing. Ich verstehe den Pekingerdialekt auch viel besser (oh wunder) und es hat mir sonst so gut gefallen (bis auf die herrschenden -20Grad) dass ich gerne geblieben wäre.

Und wieso essen wir nur die Backe vom Fischkopf? Richtig zubereitet schmeckt der ganze Kopf hervorragend!

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Manieren15 February 2012

Was geschehen ist:

Ich alleine im Starbucks, stand in der Schlage und wartete.

Die Starbucksverkäuferin: Was darf ich ihnen bringen? (englisch)

Ich: Ich bin nicht an der Reihe, er war vor mir. (chinesisch)

Mann vor mir: Ich bin dran! (chinesisch)

Starbucksverkäuferin: Oh! Gehören sie nicht zu dieser Gruppe hier? (chinesisch)

Mann vor mir: Nein, ich möchte einen Cafe Mokka, Grande und einen Kuchen. (chinesisch)

Starbucksverkäuferin: Welchen Kuchen möchten sie? (chinesisch)

Und die beiden gehen hinüber zur Vitrine.

Ein Herr kommt herein und stellt sich hinter mich.

Der Mann vor mir kehrt zurück und reiht sich wieder ein.

Herr hinter mir: Hey! Die Dame war vor ihnen hier! (chinesisch)

Ich: Nein das stimmt nicht, er war vor mir. (chinesisch)

Mann vor mir schon leicht genervt murmelt vor sich hin (oder flucht)

Herr hinter mir: Sprechen sie französisch? (französisch)

Ich: Ja, ein bisschen (französisch)

Herr hinter mir: Von wo kommen sie? (französisch)

Ich denke: Oh nein, bitte nicht! Sage: Aus der Schweiz (französisch)

Herr hinter mir: Ah! Was für ein schönes Land... (französisch)

Ich denke: Jaja und jetzt kommt der übliche Quark von Banken, Uhren, Schockolade, Berge...

Starbucksverkäuferin: Jetzt sind sie dran. (englisch)

Ich bin überglücklich, bestelle einen Vanilla Latte mit Sojamilch und auf Rat von Lisa hin, ein Cheescake. Ich stelle mich nach dem bezahlen an den Abholtisch und wende mich demonstrativ nur dem Kaffedrüher zu, der verlangt aber gleich von uns allen die Quittung zu sehen. Mist ich hab meine nicht gekriegt. Gehe noch einmal zurück. Die aufmerksame Starbucksverkäuferin teilt gleich dem Kaffebrüher mit was ich zuvor bestellt hatte.

Herr hinter mir: Ich habe ihm gesagt was sie bestellt haben. Eine Vanilla Latte mit Sojamilch, oder? (französisch)

Ich: Ääääh ja... (französisch)

Herr hinter mir: Ich wünsche ihnen einen guten Appetit. (französisch)

Ich werfe einen Blick auf mein Cheescake.

Ich: Danke sie sind sehr freundlich (französisch)

Herr hinter mir: Machen sie Ferien in Xian? (französisch)

Der Kaffebrüher schreit meine Bestellung heraus. (chinesisch)

Ich: Nein und Tschüss. (französich)

Wie ich mich so weit wie möglich entferne, wird mir klar was ich doch wieder für ein höflicher Idiot war.

Aber heute weiss ich was ich höflich auf Chinesisch sagen muss um lästige Typen los zu werden, egal wie gut ihre Manieren sind. Die Höflichkeit wurde mir antrainiert. Ich denke ich kann heute einfach nicht anders. Am liebsten würde ich ab und zu ein **** off fallen lassen bei Leute die ich nicht kenne.

 

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