2. Hochzeiten - 08:58, 2 September 2010 - By Zar de Torquemada |
Moin. Alterserscheinung? Ich bin auf alle Fälle zum dritten Mal zu einer zweiten Hochzeite eingeladen. Nun mal langsam für die Langsamen: Man kann einmal einen Fehler.... äh, man kann einmal heiraten. Dann gehts in die Hose (s. mein Song: "War die erste Frau ne Pleite - nimm ne Zweite, nimm ne Zweite") und dann gibts Irre Leute, die nochmals heiraten. Ich bewundere solchige. Ich meine: Wenn man mal ein Bein verloren hat, springt man dann noch auf fahrende Züge auf?
Nun, ich hab meiner alten Mitstudentin Doris (41, im 8. Monat schwanger, ich wars nicht) im eoipso versprochen, ich tät ihr einen halben Liter Apfelschorle bezahlen, wenn ichs tät. Also nochmals heiraten. Aber eins muss ich sagen: So zweite Hochzeiten sind als Gast seeeeehr gemütlich. S gibt irgendwo Spanferkel oder Saumagen in einem Garten oder einem Recycelinghof und alle sind gut gelaunt, bereits um 19 Uhr mehrheitlich breit und man muss als Mann nicht ständig den Ranzen einziehen, weil die Cellulitehintern der anwesenden Damen so ziemlich alles verbergen.
Na wer weiss. Vielleicht mach ichs doch auch nochmal. Freiwillige vor! |
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Opportunitätskosten - 09:03, 30 August 2010 - By Zar de Torquemada |
Moin. Für alle Nichtökonomen unter Euch: Jetzt gehts ans Eingemachte. Alle, die ihr bei Sätzleinrechnungen kötzeln musstet und beim Dreisatz an eine olympische Disziplin mit Willie Banks denkt, jetzt gehts zünftig. Opportunitätskosten sind nämlich die Kosten der nicht gewählten Alternative.
Für Männer: Ihr seid seit 5 Jahren mit Fräulein X verheiratet und stellt fest, dass Fräulein Y eigentlich die tollere Figur, die tollere Figur und die tollere Figur hat. Dann ist die Figur.... sind die Figur.... sind die Brüste! von Frau Y die Opportunitätskosten zu Fräulein X, die dafür den Hemdenleist mit Dampf zu bügeln weiss.
Für Frauen: Ihr kauft Schuh Nr. 368. Nach 2 Minuten ausserhalb des Ladens wisst Ihr: Schuh Nr 366 - den ihr nach langem hin und her doch nicht gekauft habt weil er euch dick macht - wäre eigentlich die bessere Wahl gewesen. Der Grenznutzen (a) von Schuh Nr. 366 ist .... sind... ach komm, also das sind Opportunitätskosten.
Wenn das alle begriffen haben, gehen wir jetzt weiter zu den sprungfixen Kosten..... ok, da hinten reckt noch eine Unbeschuhte die Hand.....
Slow down. Take it easy. |
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Farbenblind - 09:07, 28 August 2010 - By klugi |
| Ich verdaue immer noch Happen aus den Ferien. Verdauen ist zwar das falsche Wort, Wiederkäuen trifft es eher. Ruhen und nochmals Revue passieren lassen, bis alle Prozesse durchlaufen sind.
Mister wurde von den Mongolen "tom char chun" genannt - grosser, schwarzer Mann. Fiel ziemlich auf unter all den Asiaten und musste seine mongolischen Stiefel mangels passender Grösse massanfertigen lassen. Seine Hautfarbe war für mich jedoch nie ein Thema; sie löst weder Interesse noch Aversionen aus in mir. Nun, nachdem ich mit ihm in seiner Heimat unterwegs war, stelle ich fest, dass ich anscheinend farbenblind bin. Für ihn, und für die meisten Amerikaner, ist seine schwarze Haut nämlich sehr wohl bedeutsam. Ein paar Müsterchen:
In einigen Staaten ist es nicht unproblematisch, dass ich als weisse Frau mit einem schwarzen Mann unterwegs bin.
Mister wollte eigentlich der erste schwarze Präsident werden. Dass Obama ihm zuvorgekommen ist, ändert nichts an der Tatsache, dass ein Schwarzer unterschwellig das Gefühl hat, sich beweisen zu müssen.
Die Solidarität unter Schwarzen ist deutlich spürbar: Als wir auf der Autobahn bei den Zollhäuschen anhalten, wird Mister von der fremden, ebenfalls schwarzen Angestellten mit "big daddy" angesprochen und erhält gleich noch ein paar mütterliche Tipps mit auf den Weg.
Der Vater von Misters Freundin hat ein echtes Problem mit seiner Herkunft. Andererseits wäre seine Tante, welche die Mutterrolle für sich beansprucht, auch nicht gerade überglücklich, sollte er jemand aus einem anderen Kulturkreis heiraten.
Spätestens jetzt ist mir bewusst, das diese Barrieren nicht inexistent sind, nur weil sie in meinem Denken nicht vorkommen. Vielleicht bin ich als Lehrerin diesbezüglich handikapiert - bei mir im Klassenzimmer sind alle mal einfach mit sich selbst beschäftigt, weil ihre Hirnlappen gerade umgemodelt werden und die Welt deswegen Kopf steht. Da ist man primär Junge oder Mädchen; die Hormone kümmern sich wenig um Ethnie. In meinem Minikosmos "Klasse" habe ich noch nie erlebt, dass jemand aufgrund seiner Rasse ausgegrenzt wurde. Das waren, wenn schon, ganz andere Gründe.
Ausserdem hat die Schweiz keine "schwarze" Geschichte - kein Bürgerkrieg, keine Kolonien. Kein Wunder, bin ich farbenblind - Mister ist der erste African American, mit dem ich befreundet bin. |
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