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25 December 2011 - MERRY CHRISTMAS

Merry Christmas and a happy New Year!

So weit weg von zu Hause… Schon etwas merkwürdig. Weit und breit kein Schnee, kein Weihnachtsbaum, kein Adventskranz und keine Läden voller Weihnachtsdekoration.
Dafür aber Sonnenschein, Blumen  und viele frische Mandarinen!

Alleine unterwegs zu sein gefällt mir besser, als ich es mir erhofft habe. Ich kann machen was und wann ich es will. Ich lerne viele Menschen kennen und ich habe unglaublich viel Zeit zum Lesen. Traumhaft! Trotzdem gibt es natürlich immer wieder Momente, in denen ich mir Freunde oder Familie in der Nähe wünschte… Der Gedanke an Weihnachten, so weit weg von allem Bekannten und allen Bekannten, Verwandten und Freunden, machte mir „ali ali“ (ein wenig) Angst. Wie würde ich mich wohl fühlen? Ich suchte darum nach einer guten Lösung. – Und wurde fündig!

 

24 Dezember

Die Nacht vom 23. auf den 24. verbrachte ich in einem Zelt, im „Last Resort“ http://www.thelastresort.com.np ca.3 Stunden von Kathmandu . Obwohl die Tagestemperatur in Kathmandu (1300 m.ü.M) und Umgebung deutlich über 10 Grad steigt, sind die Nächte sehr kalt. Dank meinem Seidenschlafsack und 2 Decken waren die kalten Temperaturen aber gut zu ertragen. Das Zelt teilte ich mit einer holländischen Touristin, welche beim zu Bett gehen noch von der guten Lage unseres Zelte schwärmte (next to the toilet). Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, wie froh ich um diese exzellente Lage sein würde… Bald aber ahnte ich Böses. Die leichten Bauchkrämpfe, die mich seit dem Mittagessen begleiteten, wurden immer stärker. Ein 1.Gang zur nahen Toilette war bald unausweichlich und es folgten noch etliche weitere. Die Nacht vor Weihnachten verbrachte ich somit abwechslungsweise entweder zusammengekrümmt mit schrecklichen Bauchkrämpfen im warmen Bett oder zusammengekauert auf der kalten Toilette. Mir wurde wieder einmal bewusst, wie beschissen oder verschissen so eine Reise doch sein kann! (Entschuldigt meine Worte, aber es gibt Situationen, die können nicht beschönigt werden.)

Gegen den Morgen wurden die Krämpfe schwächer und um sieben stieg ich mit etwas wackeligen Beinen aus dem Bett und wusch mir die Haare. Das eiskalte Wasser verursachte zwar leichte Kopfschmerzen, welche aber praktischerweise von den Bauchkrämpfen ablenkten und bald wieder verschwanden.

Nichts desto trotz, machte ich mich auf den Weg zum reichhaltigen Zmorgenbuffet und deckte mich mit einer Kanne Schwarztee und etwas Naturjogurt ein. Jetzt ins Bett zurück zu kriechen kam nicht in Frage. Schliesslich hatte ich grosses vor an diesem 24. Dezember 2011!

Um 8 Uhr war das Briefing. Um 8.15 Uhr wurde ich gewogen. Um 8.45 Uhr lief ich mit weiteren 15 mehr und weniger Mutigen zur 160 Meter hohen Brücke. Um ca. 9 Uhr kletterte ich unter der Schranke hindurch, stand mit meinen Zehenspitzen am Rand der kleinen Plattform und schaute in die Schlucht, durch die sich ein Fluss schlängelte. Weihnachten, alleine, weit weg von Familie und Freunden! Warum sollte ich mich da nicht von einer Brücke stürzen? Ich tat es. Ich öffnete meine Arme und flog in die Tiefe. Nach wenigen Sekunden war der Sturz vorbei. Das Bungeeseil katapultierte mich wieder zurück in die Höhe. Bald schon hing ich mit dem Kopf nach unten über dem Wasser und wartete darauf, ans Ufer gezogen zu werden. Der ganze Spuk vorbei. Irgendwie ziemlich unrealistisch! Richtig begriffen habe ich es erst, als ich über einen steilen Weg die 160 Meter wieder aus der Schlucht aufsteigen musste. Runter wenige Sekunden, rauf gute 20 Minuten.


Oben angekommen entschloss ich mich auch noch die „Swing“ zu wagen, um etwas länger zu fliegen. 6-7 Sekunden freier Fall und anschliessend angenehmes Hin- und Her Schweben über dem Fluss. Hat sich gelohnt.

Den Abend des 24.Dezembers verbrachte ich wieder in Kathmandu, im wohl charmantesten und angenehmsten kleinen Hotel der Stadt. Die geschmackvolle, simple Einrichtung, die herzlichen dänischen Besitzer, das freundliche Personal und die ruhige Lage machen das Hotel zu einer Oase im lauten und lebendigen Kathmandu. Zudem ist das Essen wirklich lecker und – es ist kaum zu glauben – in den Zimmern ist es dank Gasheizung angenehm warm! Seit meiner Ankunft in Nepal vor 2 Monaten endlich mal ein warmes Zimmer! Herrlich! Das ist Weihnachten!

Das dänische Ehepaar und die Angestellten, hiessen mich am 24. herzlich willkommen. Es gab ein leckeres Christmas Dinner! Anwesend waren einige Gäste und Freunde des Ehepaars aus Nepal, Dänemark, Australien, USA und der Schweiz. (Ich sass zwischen Dänemark und Australien.)

Zum Essen lief Weihnachtsmusik und auf dem Tisch lagen kleine Geschenke. „Hübsche Dekoration!“, dachte ich. Die Dekoration war aber nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Anfassen, Auspacken und Bestaunen gedacht. Jeder Gast, durfte sich ein Geschenk aussuchen. Zum Vorschein kamen zahlreiche nepalesische und buddhistische Gegenstände. Von goldigen Mandalas, über Ilam-Tee bis kleine Buddhastatuen. Ich zog eine Dorje. Im Buddhismus steht die Dorje für das Männliche, während eine Glocke das Weibliche repräsentiert. Die beiden rituellen Instrumente werden von Mönchen in je einer Hand gehalten und auf Höhe des Herzens gekreuzt. Diese Haltung symbolisiert die Vereinigung von Weg und Ziel – Ying und Yang.


Müde und zufrieden legte ich mich in dieser Weihnachtsnacht ins Bett. Zwar hatte ich an diesem Heiligen Abend weder die Weihnachtsgeschichte gehört, noch habe ich Weihnachtslieder gesungen oder die Kerzen am Baum angezündet. Aber ich spürte, dass das Zusammensitzen von Menschen verschiedener Nationalitäten und Religionen bei gutem Essen und Musik eine wahre Weihnacht war.



Viele Leute schauen mich zurzeit mit Mitleid an und fragen: „Weihnachten ganz alleine. Vermisst du deine Familie nicht schrecklich?“ Meine Antwort: „Ein klein wenig schon, aber vor alle freue ich mich sehr nächstes Jahr wieder mit ihnen zu feiern!“

 

*Su

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25 December 2011 - merry christmas..!!

Posted by Juan Jos Vega
Is so amazing to read your experiences, I'm glad that the trip is wonderful, you're lucky enough to see and feel things that many people do not dream .. from all my family here in Peru our prayers and thoughts are with you..Kiss
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