Su

<%PostCommentPage%> <%PhotoAlbumPage%> <%ProfilePage%>

25 February 2012 - OOTY AND THE ANDAMANS

Meet Sherlock in Ooty

 

The Dancing Men, so heisst eines von Sherlock Holmes Abenteuer. Ich kenne es in-und auswendig. Das Hörspiel lief schon einige Male auf meinem Computer. Aber nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich in Ooty, einer Stadt in den Nilgiri Hills im Süden Indiens, auf die Spuren des Protagonisten stossen würde…

 

 

 

 

Etwas oberhalb der Stadt, mit überwältigender Aussicht über Hügel, Teeplantagen und die farbigen, einfachen Häuser von Ooty liegt das Hotel Sherlock Holmes. In den Aufenthaltsräumen stehen bequeme Sessel, am Abend brennen die Kaminfeuer und an den Wänden hängen Fotos von Sherlock und seiner Backpfeife. Die Zimmer sind nach den Abenteuern Sherlocks benannt. „The oaktree“, „the spotted ribbon“ oder eben „the dancing men“.

Vor dem Zimmer befindet sich eine sonnige, lichtdurchflutete Veranda. Wie angenehm ist es dort im wärmenden Sonnenschein und Windschatten zu sitzen und ein Buch zu lesen. Am Abend wird es aber frisch! Schliesslich liegt Ooty deutlich über 1000 Höhenmeter. Aber selbst die kühlen Abende werden gemütlich, wenn man im Bett liegen kann, einen warmen Tee trinken und dem Knistern des Kaminfeuers zuhört. Manche Gäste haben sogar das Glück, ein Fotoshooting des bekannten Starfotografen Stefan Huber zu geniessen. Bini liess sich diese Chance nicht entgehen und posierte gekonnt vor dem prasselnden Feuer.

 

 

 

 

Ein weiterer Höhepunkt bietet sich an, wer sich überwinden kann um halb fünf aus dem warmen Bett zu steigen und auf den nahen Hügel zu klettern. Ooty’s Sonnenaufgang zählt wohl zu den schönsten in ganz Indien. Trotz klirrender Kälte und kalten Händen und Nasen…

 





Die andere Welt

 

Unglaublich diese Vielfalt! Kleine, grosse, dicke, dünne, elegante, plump wirkende, eindrückliche, süsse Fische in allen Farben mit Streifen und Punkten in allen Formen. Sie schwimmen alleine oder in Schwärmen, über, unter und neben mir, ganz langsam oder blitzschnell durch das weite blaugrüne Wasser oder verstecken sich zwischen Korallen und Wasserpflanzen. Sie verharren reglos, jagen, fliehen, fressen, beobachten und ziehen lautlos, glitzernd durchs Wasser. Shrimps und Lobster bewegen lediglich ihre langen Fühler. Oktopusse, optimal getarnt, wechseln auf wundersame Weise plötzlich ihre Farbe. Muränen mit spitzigen Zähnen schauen bedrohlich aus Steinlöchern. Rochen pflügen sanft durch das Wasser und Schildkröten gleiten trotz ihrer Masse erstaunlich leicht und schnell durch das Wasser. Irgendwie unreal, erscheinen mir diese Erinnerungen. Wie ein genialer 3D Film, oder aber sicher eine andere Welt, als die Welt, welche ich während 25 Jahren gekannt habe.

Schliesse ich die Augen, spüre ich ganz bewusst meinen Atem. Ich spüre, wie mich das Einatmen im Element Wasser höher steigen und das Ausatmen sinken lässt. Nie habe ich so bewusst geatmet, wie unter Wasser. Unglaublich, wie leicht ich meine Lungen mit Luft füllen kann und überraschend, wie viel Luft noch aus den Lungen ausgestossen werden kann, nach dem ich schon das Gefühl habe keine Luft mehr zu besitzen. Es ist interessant, wie das Element Luft im Element Wasser an Bedeutung gewinnt. Einatmen, ausatmen… Was im alltäglichen Leben völlig selbstverständlich und automatisch geschieht, fordert plötzlich die ganze Aufmerksamkeit. Es stellt eine besondere Herausforderung dar, das Atmen zu einer bewussten Nebensache werden zu lassen. Klingt etwas paradox, ist aber einfach zu erklären. Bewusst, da das regelmässige Atmen auf Grund vom Stoffwechsel und dem sich mit der Wassertiefe veränderndem Druck überlebenswichtig ist. Bewusst aber auch, da man versucht, das Atmen auf ein Minimum zu reduzieren, damit die Luft so, lange als möglich hält. Trotz dem grossen Bewusstsein, sollte das atmen aber möglichst automatisch und nebensächlich geschehen, damit man sich auf die vielfältige Unterwasserwelt konzentrieren kann.

Durch die ungewohnte Umgebung und unglaublichen Bilder, die sich einem bieten, kann das Atmen nur zu leicht vergessen werden! Darum: Breath regularly and never stop breathing! Atme gleichmässig und stoppe niemals zu atmen! Leichter gesagt als gemacht. Vor allem wenn man trotz Atemgerät im Mund eine Nase voll Wasser eingeatmet hat! Ich spreche aus Erfahrung.

An meinem dritten Kurstag, zweiten Tag unter Wasser, sollte ich eine Übung wiederholen, welche ich bereits zweimal ohne Probleme absolviert hatte: Unter Wasser die Tauchmaske entfernen und wieder aufsetzen. Als mir mein Tauchlehrer, in 12 Meter Tiefe vor mir kniend, das Zeichen gab, nahm ich meine Tauchmaske und entfernte sie von meinem Gesicht. Weiss der Himmel wie das passieren konnte, was dann passierte. Plötzlich bekam ich nicht mehr genug Luft. Ich konnte nicht mehr atmen. Meine Atemwege waren blockiert. Was war los? Ich realisierte, dass reflexartig durch die Nase eingeatmet hatte! Zudem merkte ich, dass der Reflex „einatmen“ durch das Malheur nun noch verstärkt war. Mein Körper versuchte auf allen möglichen Wegen zu Luft zu kommen und das bedeutete Einatmen durch Mund UND Nase. Mit noch mehr einströmendem Wasser wurde ich nun völlig aus den Atemrhythmus geworfen. Ich hielt mir die Nase zu und versuchte mich auf das Einatmen durch den Mund zu konzentrieren. „Ruhig atmen!“, befahl ich mir. Aber meine Atmung gehorchte mir nicht mehr. Ich würgte und hustete und versuchte gleichzeitig zu Luft zu kommen. Das Würgen und Husten unter Wasser klang wie ein verzweifeltes Schreien. Zudem sah ich nichts mehr, da ich keine Tauchmaske aufhatte. Nur Blau um mich herum und keine Luft. Das Verlangen nach Luft siegte über meinen Verstand, der mich unablässig ermahnte ruhig zu bleiben und zu atmen. Obwohl ich wusste, dass es gefährlich war zu schnell aus 12 Meter Tiefe aufzusteigen, wollte ich nach oben an die Luft und zwar so schnell als möglich! Dies war ein Notfall, da war ich mir sicher! Ich zeigte in wilder Gestik mit dem Daumen nach oben und versuchte mich vom Boden abzustossen. Vergeblich. Mein Tauchlehrer hielt mich fest. „Aha, er lässt mich nicht aufsteigen“, bemerkte ich. „Na er wird es wohl besser wissen. In diesem Falle ist das kein Notfall!“, schlussfolgerte ich. Mein Verstand hatte wieder die Oberhand gewonnen. „Ruhig atmen!“, befahl ich mir. Der Tauchlehrer führte meine Hand mit der Tauchmaske zu meinem Gesicht. Ich realisierte, dass die Maske die Lösung für das ganze Problem war. Ich zog das Gummiband über meinen Kopf, platzierte die Maske auf dem Gesicht und… oh Wunder, der Atemrhythmus war wieder hergestellt. Ich hustete noch zwei- dreimal, leerte meine Maske und atmete dann wieder ganz normal, als wäre nichts passiert. Ein Ok-Zeichen zum Tauchlehrer und wir schwammen mit den Fischen davon. Wie lange diese unangenehme Situation gedauert hat, kann ich nicht sagen. Bestimmt aber weniger lang als eine Minute. Für mich aber eine unglaublich lange Minute! Im Nachhinein bin ich aber sehr dankbar, diese Erfahrung im Rahmen einer Übung und im Beisein des Tauchlehrers gemacht zu haben. Ich weiss nun, dass mein Körper mich schnell mal überlisten möchte und mir vorgibt schon fast am sterben zu sein, obwohl noch viel, viel Luft vorhanden ist! =) Schlaumeier!! Ich glaube, das nächste Mal (falls es ein nächstes Mal gibt) wird mein Verstand noch stärker sein!

 

Auf jeden Fall sehne ich mich jetzt schon wieder nach der ruhigen, farbigen Unterwasserwelt, in der alle Bewegungen viel runder und harmonischer erscheinen. Ich sehne mich danach mein Atmen zu hören und mit den Tieren durchs Wasser zu schweben. Wann ergibt sich wohl die nächste Gelegenheit für einen weiteren Tauchgang?

 

 

Mehr Bilder zu den Andamanen auf folgender Homepage:

http://www.facebook.com/media/set/?set=a.334269296615162.70895.100000962830832&type=3&l=c5fd06fa74

Post A Comment!

<- Last Page :: Next Page ->

About Me

"Dieser Blog ist fr jene gedacht, die aus der Ferne an meiner Reise teilhaben wollen und nicht warten knnen, bis ich ihnen persnlich davon erzhle... enjoy!" Su*

«  February 2023  »
MonTueWedThuFriSatSun
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728 

Links

Home
View my profile
Archives
Friends
Email Me

Friends