Wortcafé Zürich

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Text: Schattenspiele

15.5.2012 10:43 .. Kategorie Dichtung, Texte .. Link Artikel

Schattenspiele

Ich versuchte meine Zurückhaltung vor ihr zu verbergen. Der abfahrbereite Zug wollte mir mein stilles Zugeständnis beinahe rauben. Im schrillen Pfiff der Schaffnerpfeife löste sich ihr Körper abrupt von mir, dennoch überkam mich dieser süsse Schmerz, der meine Lebensader anschwellen liess und sich in ihr Augenmeer ergoss. Unser Augenkontakt war kurz, aber intensiv und hätte mich beinahe ein paar zu früh gesprochene Worte gekostet. Ich behielt meine Gedanken für mich und drückte mein Gesicht gekonnt in ihren Nacken, peinlich berührt von der Feinheit ihrer zuvor im Gasthaus sorgfältig gekämmten Haare.

Ich stand hinter ihr. Sie warf einen Blick in den Spiegel. Was konnte sie sehen? Was wollte ich sehen? Was dachte sie? So verlockend dieser gespiegelte Blick mich auch einzufangen versuchte; sie war nicht die Frau, die eine Bestätigung braucht, wie andere die Luft zum Atmen. Sie hatte ihr Frausein längst verinnerlicht, das machte auch den Charme ihrer Ausstrahlung aus.

Bei unserer ersten Begegnung riss sie mir keck mein Buch aus der Hand und fragte mich, wer denn heute noch so einen alten Schinken lese.

"Na, dann helfen Sie mir mal auf die Sprünge", forderte ich sie heraus.

Flink legte sie den Stapel Bücher auf den schweren Tisch der Bibliothek und tippte mit dem Finger auf ein Exemplar mit dem Titel Die Frischlinge.

"Zu trocken", konterte ich.

Eine Stunde später duzten wir uns bei einem Glas Rotwein in einem ortsbekannten Gasthaus in der Nähe des Bahnhofes.

"Zu trocken", sagte sie beim ersten Schluck.

Ich stand auf, ging dem Kellner nach und bestellte eine neue Flasche Wein. Diese kleine Unterbrechung nutze ich zudem, um ein paar Gedanken in mein Notizbuch zu schreiben. Mir war als drängte sich ein Schatten zwischen Traum und Wirklichkeit, bevor er sich in Sekundenschnelle wieder verflüchtigte.

Als ich meinen Tisch aufsuchte, war sie verschwunden.



Kommentar: Wunderwaffen

8.4.2012 16:46 .. Kategorie Aktuelles .. Link Artikel

"Erst wenn der letzte Mensch durch eine Waffe getötet wurde, wissen die Waffen, wie sinnlos das Waffen produzieren war."



Kurzinterview: István Cseh jr.

6.2.2012 14:49 .. Kategorie Presseartikel .. Link Artikel

Was bedeutet Theater für dich?
Theater ist für mich genaues Hinhören, eintauchen in den Dialog, lebhaftes Wort-werden.

Was ist dir das Wichtigste in Bezug auf Theater: Schreiben, inszenieren ...?
Das szenische Schreiben kommt mir sehr entgegen. Ich entledige mich der Wichtigkeit des Drumherums. Ich finde den Dialog wichtig - mag nicht so viel beschreiben - finde den Monolog spannend, das Freigraben winziger Gedankenstränge.

Was ist das Wichtigste, wenn du schreibst?
Zeit! Zeit ist das Wichtigste beim Schreiben - und viel Geduld.

Warum schreibst du?
Schreiben ist ein Sog, der erst entsteht, wenn irgendwo ein kleines schwarzes Loch auftaucht, von dem ich mehr wissen will. Genauso geht es mir mit Impulsen. Impulse sind Veränderungen, Ideen, Wörter und die nötige Energie einen Text umzukrempeln.

03.02.2012 



Weltpremiere: Ab 19.12.2011 in 200 MP3-Shops!

11.1.2012 17:35 .. Kategorie MP3 Hörbücher .. Link Artikel

Die MP3 Gedichte EP von István Cseh jr. ist erhältlich.
Einfach auf den "Listen and Buy" Button im Flyer oben drücken.

Weitere Bezugsquellen:
exLibris.ch  
cede.ch
jamster.ch
iTunes.com


Porträt Zürichsee-Anzeiger / Thalwiler Anzeiger

10.1.2012 19:03 .. Kategorie Presseartikel .. Link Artikel

Datum: 10.01.2012 - Zürichsee-Zeitung / Thalwiler Anzeiger
Thema: Porträt zum MP3 Hörbuch "Stadt.Träume.Wort im Mikrokosmos"
 Zum Artikel

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Text: Fragmente von Liebe

15.11.2011 21:00 .. Kategorie Dichtung, Texte .. Link Artikel

Ausschnitt aus «Fragmente von Liebe» von István Cseh jr.

Das Ordnen vieler Gedanken ist wie ein Sprung ins kalte Wasser. Die zentrischen Bewegungen von innen nach aussen erwärmen die Sinne. Langsam enwickelt sich ein Gespür, eine Vertrautheit, sich dem Glück hinzuwenden oder blind dem Unglück zu folgen. Der Moment des Eintauchens ins Bad der Gefühle und die tragenden Wellen der Hoffnung beeinflussen das Urteilsvermögen, ob das Ganze als Ganzes wahrgenommen wird oder nur eine endlose, bittere Suche nach Fragmenten ist. 

Hier zum Text: PDF-Download

     



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Update: 15.05.2012
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